Ein Sanitäter kümmert sich im Ferienzentrum Rauenstein um zwei Jugendliche (Archivbild vom 28.06.2018, Quelle: dpa/News5/Ittig)
Audio: Antenne Brandenburg | 12.07.2018 | Bettina Ehrlich | Bild: dpa/News5/Ittig

Bisher kein Norovirus festgestellt - Erneut Jugendliche im thüringischen Ferienlager erkrankt

Erneut sind in einem Ferienlager im thüringischen Rauenstein (Kreis Sonneberg) 44 Jugendliche aus Brandenburg und zwei ihrer Betreuer erkrankt. Demnach klagten sie über Brechdurchfall, wie ein Sprecher des Landratsamts Sonneberg mitteilte. Nach ersten Untersuchungen handelt es sich nicht um den Norovirus.

Die Zahl der Betroffenen war im Laufe des Tages immer weiter gestiegen. Noch am Vormittag seien nur 20 Menschen betroffen gewesen. Ärzte und Sanitäter behandelten die Patienten vor Ort. Der Zustand der Erkrankten sei am Nachmittag aber stabil gewesen. Zwei Jugendliche wurden laut Mitteilung aber aufgrund von Vorerkrankungen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Ferienlager unter Quarantäne

Die Ursache war auch am späten Nachmittag noch unklar. Bei Laboruntersuchungen von Stuhlproben der Betroffenen auf bestimmte Viren sind diese nach Angaben des Landratsamts bisher nicht nachgewiesen worden. Vereinzelt sollen manche Betroffene schon am 10. Juli Symptome gezeigt haben.

Das Ferienzentrum sei nun vorsorglich unter Quarantäne gestellt, hieß es weiter. Niemand könne das Gelände also unkontrolliert verlassen oder betreten. Die Betroffenen seien vorsichtshalber isoliert untergebracht worden, sagte der Eigentümer der Anlage, Matthias te Kampe.

Anlage erst seit Montag wieder offen

Vor zwei Wochen waren in dem Ferienlager 45 Menschen, darunter viele Schüler, am Norovirus erkrankt. Einige von den Gästen aus Berlin und Frankfurt (Main) mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Anlage wurde geschlossen, von einer Spezialfirma gereinigt und desinfiziert. Seit diesem Montag ist sie wieder vollständig geöffnet.

Rund 200 Jugendliche aus Frankfurt (Oder) sowie den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland in Brandenburg im Alter zwischen 13 und 16 Jahren halten sich seit dem 9. Juli in der Ferienanlage auf. Sie gehören zu einer evangelischen Jugendgruppe und hätten eigentlich erst am 18. Juli abreisen sollen. Eine Heimreise mit Bussen wird nach Einschätzung des Landratsamts vermutlich frühestens am Freitagmorgen möglich.

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