HANDOUT - 26.06.2018, Berlin: Aktivisten der Umweltschutz-Organisation Greenpeace tragen rund um den Großen Stern an der Siegessäule ökologisch abbaubare und -waschbare Farbe auf (Luftaufnahme mit einer Drohne).
Video: rbb Aktuell | 25.07.2018 | Bild: Greenpeace Germany

Gelbe Farbe verteilt - Greenpeace-Aktion am Großen Stern kostet 14.019,75 Euro

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace muss für ihre Protestaktion am Großen Stern in Berlin mehr als 14.000 Euro zahlen. Das geht aus einer parlamentarischen Antwort der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hervor. Die Anfrage hatte Oliver Friederici (CDU) gestellt.

Zudem ermittelt die Polizei noch, ob die gemischte Farbe Erdreich, Kanalisation oder Gewässer kontaminiert hat. Nach Auskunft des Bezirksamtes Mitte seien keine bleibenden Schäden an Belägen, Dienstfahrzeugen oder Flora und Fauna des Tiergartens entstanden.

3.000 Liter gelbe Farbe

Durch die Polizei wurden außerdem 22 Strafermittlungsverfahren eingeleitet, zehn wegen des Verdachts der Sachbeschädigung, neun wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr inklusive zweier Fälle mit Verkehrsunfall samt Sachschaden). Menschen wurden demnach nicht verletzt.

Ende Juni hatten Greenpeace-Aktivisten am Großen Stern mehr als 3.000 Liter gelbe Farbe auf die Straße gekippt. Durch die darüber fahrenden Autos hatte sich die Farbe so verteilt, dass der Stern aus der Vogelperspektive wie eine Sonne aussah. Mit der Aktion wollte Greenpeace an die Bundesregierung appellieren, schneller aus der Kohleverstromung auszusteigen. Um die Straßen wieder sauber zu kriegen, musste die BSR rund 60.000 Liter des Wasser-Farbgemisches mit ihren Maschinen aufsaugen. 

Der Senat teilte außerdem mit, dass es ein "berechtigtes Anliegen" sei, "auf die gravierenden Defizite der deutschen Klimapolitik hinzuweisen und es ist für die Willensbildung im demokratischen Prozess moderner Gesellschaften auch legitim, sich spektakulärer und ungewöhnlicher Aktionsformen zu bedienen". Das dürfe aber nicht dazu führen, Menschen oder Umwelt zu gefährden. Senatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) habe Greenpeace bereits mitgeteilt, "dass bei der Aktion die notwendige kluge Abwägung zur Verhältnismäßigkeit der Mittel nicht hinreichend erfolgt ist".

Sendung: Radioeins, 25.07.2018, 12:00 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    N U R 14.000 Glocken für diese Aktion? VIEL zu wenig! Wehe, wehe Otto Normalo hätte das getan. Bei einem R-R-G-Senat war nichts anderes zu erwarten. Wäre ich Greenpeace würde dies mich zu weiteren Aktionen ermutigen, 14.000 Eus sind doch peanuts!

  2. 3.

    60 000 Liter Wasser-Farb-Gemisch - da bleiben bei 3000 Litern Farbe also 57 000 Liter Wasser, die für die Beseitigung gebraucht wurden. Wieviele Bäume und Parkanlagen hätte man damit in diesem trockenen Sommer bewässern können?
    Haben die "Umweltschützer" mal darüber nachgedacht?

  3. 2.

    Zitat:"Der Senat teilte außerdem mit, dass es ein "berechtigtes Anliegen" sei, "auf die gravierenden Defizite der deutschen Klimapolitik hinzuweisen und es ist für die Willensbildung im demokratischen Prozess moderner Gesellschaften auch legitim, sich spektakulärer und ungewöhnlicher Aktionsformen zu bedienen". Das dürfe aber nicht dazu führen, Menschen oder Umwelt zu gefährden."
    Wäre schön, wenn dies auch in die Tat umgesetzt werden wird und nicht nur zuliebe der Umwelt, sondern auch zu Gunsten von Hauseigentümern. Immerhin wurde von so manchem Mitglied der regierenden Parteien die Hausbesetzung als legitimes Mittel bezüglich der Wohnungsnot angesehen. Auch HauseigentümerInnen dürfen nicht geschädigt werden.

    Aber von diesem RRG-Senat kann man nicht wirklich etwas erwarten.

  4. 1.

    Nun, das mag der Preis sein, den die Stadt für die Beseitigung des verursachten Drecks in Rechnung gestellt hat.
    Was aber noch zivilrechtlich auf diese "Umweltschutz-Gruppierung" zu kommt, ist noch nicht beziffert.

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