In Fichtenwalde ist ein Waldbrand ausgebrochen. Es besteht Gefahr. (Bild: Polizei Brandenburg)
Video: rbb Aktuell | 26.07.2018 | Bild: Polizei Brandenburg

50 Hektar Kiefernwald in Flammen - Waldbrand: Fichtenwalde wird vorerst nicht evakuiert

Zwischen Fichtenwalde und Beelitz-Heilstätten kämpfen Feuerwehren aus der Region weiter gegen einen großen Waldbrand. Der Ortschaft Fichtenwalde drohte am Donnerstag die Evakuierung.  

Hinweis: Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. Alle aktuellen Entwicklungen zum Waldbrand bei Fichtenwalde finden Sie hier.

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark versucht die Feuerwehr weiter, einen großen Waldbrand nahe der Ortschaft Fichtenwalde zu löschen. Rund 200 Feuerwehrleute kämpfen seit Donnerstagnachmittag gegen die Flammen, um ein Übergreifen auf Fichtenwalde zu verhindern. Rund 50 Hektar Kiefernwald sind vom Feuer erfasst.  Der Brand begann in der Nähe der Autobahn A9 zwischen dem Dreieck Potsdam und Beelitz Heilstätten und führte bis in die Nacht zu großen Verkehrsbehinderungen.

In Fichtenwalde leben rund 2.800 Einwohner. Die Anwohner wurden am Nachmittag gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. "Bürger der Ortslage Fichtenwalde bereiten sich bitte auf eine Evakuierung vor", hieß es in einer amtlichen Gefahrenmitteilung vom Nachmittag. Von einer Evakuierung wären laut Ortsvorsteher Tilo Köhn etwa 200 bis 300 Bewohner betroffen gewesen.

Gegen 21.30 Uhr konnten die Bürger der Ortschaft dann aufatmen: Fichtenwalde muss vorerst nicht evakuiert werden.

In Fichtenwalde ist ein Waldbrand ausgebrochen. Es besteht Gefahr. (Bild: Twitter @maxihome27)
| Bild: Twitter @maxihome27

Landrat Blasig blieb vorsichtig

Die Situation habe sich am Abend entspannt, teilte der stellvertretende Landrat Christian Stein (CDU) dem rbb gegen 22 Uhr mit. Die erhoffte Windstille sei eingetreten. "Auf der gefährlichen Seite haben wir das Feuer im Griff. Die Gefahr des Überspringens ist Stand jetzt nicht mehr gegeben." Der Wind habe gedreht, auch der Löschhubschrauber habe Einsätze geflogen. "Wir haben auch Löschpanzer angefordert, um Schneisen durch Brandherd zu schieben. Wir können bisher nicht ins Innere vordringen, weil das Gelände mit Munition belastet ist", so Stein weiter. Die Gefahr sei aber noch nicht gebannt. "Wenn am Vormittag der Wind wieder kommt, ist die Gefahr des Funkenflugs wieder groß."

Etwas vorsichtiger formulierte es Landrat Wolfgang Blasig (SPD) gegen 22 Uhr im rbb Fernsehen: "Im Moment sieht es so aus, als würden wir an der Evakuierung gut vorbeikommen. Aber wir müssen uns bereithalten. Feuer ist unberechenbar. Und eine Lage ist erst dann zu Ende, wenn die Lage zu Ende ist. Ich kann also nicht das befreiende Wort sagen: 'Wir werden keinesfalls evakuieren'. Im Moment sieht es sehr gut aus. Liebe Fichtenwalder: Noch eine Nacht Geduld."

Waldbrand Fichtenwalde (Quelle: dpa/Pörschmann)
Bild: dpa/Pörschmann

Radweg ist Schneise gegen die Flammen

Stein hatte zuvor dem rbb mitgeteilt, dass von der Bundespolizei ein Lösch-Hubschrauber, von der Polizei ein Wasserwerfer und von der Bundeswehr Löschpanzer angefordert worden sein. Ein Polizeihubschrauber ist im Einsatz, um den Rettungskräften einen Überblick zu verschaffen. Mit seine Wärmebildkamera werden die Brandherde sichtbar.

Gegen 18 Uhr brannte das Feuer laut Landrat Stein rund 800 Meter vor Fichtenwalde. Dort quere der Europa-Radweg. "Dort haben wir eine Wasserfront aufgebaut, dort versucht man, das Feuer zu halten." Die Stadt Beelitz habe Vorbereitungen für eine Evakuierung getroffen, Turnhallen stünden zur Verfügung.  

Gegen 19.30 Uhr teilte er mit, dass die Situation weiterhin ernst sei, weil aufkommender Wind das Feuer hochlodert. Man sei dabei, alles zu tun, um ein Übergreifen über die von der Feuerwehr gebildeten Schneisen zu verhindern. Man werde die ganze Nacht über löschen und habe, um die eigenen Kräfte zu entlasten, Feuerwehrleute aus dem Nachbar-Landkreis Havelland angefordert.

Das Brandenburger Innenministerium hat eine Koordinierungsgruppe im Lagezentrum Krisenmanagement eingerichtet. 

Umliegende Autobahnen gesperrt

Wegen des Feuers gab es große Verkehrsbehinderungen auf den angrenzenden Autobahnen. Gesperrt waren bis zum späten Abend:

- A10 Richtung Spreeau zwischen Autobahndreieck Werder und Potsdam
- A10 Richtung Autobahndreieck Werder zwischen Nuthetal und Autobahndreieck Potsdam
- A9 zwischen Beelitz und Autobahndreieck Potsdam in Richtung Süden.

Gegen 23 Uhr wurde die Sperrung der A9 in Richtung Berlin wieder aufgehoben.

Autofahrer wurden gebeten, die Region weiträumig zu umfahren.  

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.07.2018, 15 Uhr

Kommentar

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95 Kommentare

  1. 94.

    Liebe Evy,

    wo ist da der Unterschied? Die A9 verläuft genau an diesem Punkt des Dreiecks Potsdams an der Ausfahrt Fichtenwalde an Fichtenwalde und Beelitz-Heilstätten vorbei.

    Liebe Grüße,
    die rbb|24-Redaktion

  2. 92.

    Auch schon mitbekommen das Behörden der BRD sich permanent gegenseitig rechnungen stellen was Teuer und sinnlos ist!

  3. 90.

    Ja, und da gibt es noch mehr Fragen die man stellen kann. z.B.
    Warum müssen die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr die Bevölkerung um die Bereitstellung von Getränken anbetteln?
    Warum stellt der Bund eine Riesenrechnung, wenn der Landkreis die Feuerwehren des Bundes (die auf den Truppenübungsplätzen in unserer Gegend ja eine Riesenerfahrung mit Waldbränden haben)zur Nothilfe anfordert?
    usw ... da gibt es sicher noch vieles was nicht nur verbessert werden kann, sondern muss.

  4. 89.

    Wie geht es den Einsatzkräften? Sind alle gesundheitlich ok?

  5. 88.

    ...na dann ist ja alles gut, Chris L.!

  6. 87.

    Zitat: „Der Wind habe gedreht, auch der Löschhubschrauber habe Einsätze geflogen.“

    Warum hat es etwa 5 einhalb Stunden gedauert, bis nur *ein* Löschhubschrauber vorbei gekommen ist! Die Anwohner von der Ortschaft Fichtenwalde haben stundenlang auf gepackten Koffern gesessen, weil eine Evakuierung drohte! Die hatten noch Glück, weil der Wind nur 10 km/h hatte (Ausbreitungsgeschwindigkeit Feuer).

    In den letzten Tagen wurde den Bürgern in ganz Deutschland weiß gemacht, dass es ja angeblich kein Problem mit fehlenden Löschhubschraubern und Löschflugzeugen gebe. Die Realität sieht offenbar anders aus (siehe „tagesspiegel Deutschland hat kein einziges Löschflugzeug“).

    Und wenn die Feuerwehr keinen eigenen Löschhubschrauber hat, dann überlegt die wahrscheinlich noch 10 mal hin und her?

    4. Gewalt, geht doch bitte der Sache mal auf den Grund. Es geht hier um das Leben der Bürger und auch um den Schutz der Feuerwehrleute. Da stimmt doch irgend was nicht!

  7. 86.

    Nur zur Info: Windkraftanlagen werden im Detail projektiert, das Gelände genauestens im Vorab auf seine Tauglichkeit geprüft inklusive aller relevanten Sicherheitsvorgaben (Abstand zu Bebauung, Waldflächen usw.)und späterer Inspektionen. Die weggeworfene Zigarette/Glasflasche oder der falsch geparkte Wagen sind wesentlich weniger unter Kontrolle.

  8. 85.

    Liebes RBB-Team,
    der Waldbrand befindet sich nicht, wie irrtümlich von ihnen geschrieben, zwischen Fichtenwalde und Beelitz-Heilstätten, sondern an der A9 zwischen dem Dreieck Potsdam und der Abfahrt Fichtenwalde.
    Vielen Dank für ihre Berichterstattung.
    Ein besonderer Dank geht an alle Feuerwehrleute und deren Helfer. Schön, dass es euch gibt. <3

  9. 83.

    ich warte ja darauf, dass der IS sich zu dem Feuer bekennt...

  10. 82.

    Die Feuerwehr Fichtenwalde bittet
    alle Fichtenwalde um Wasser für die kameraden
    die gegen das Feuer kämpfen bitte bringt
    was ist geben könnt zu Feuerwehr in Fichtenwalde

  11. 81.

    Ne Zigarette......das vermute ich auch. Ich hoffe doch sehr, dass dieser Vollpfosten ein gaaaanz schlechtes Gewissen hat. Ich drücke allen Fichtenwaldern die Daumen dass sich die Lage beruhigt und sie nicht evakuiert werden. Und allen Einsatzkräften und Helfern ein großes DANKE für eure Leistung.

  12. 80.

    Na, Enigma, das ist Ihnen wohl ein Rätsel...! Da wir nicht wissen wo Sie herkommen, ein Rat: informieren Sie sich mal über die leider noch nicht begrabenen Pläne zur Errichtung von WKA in genau diesem Gebiet, dann wissen Sie, wovon die Rede ist...

  13. 79.

    Das ist nur so ein kleiner dezenter Hinweis auf das was uns blühen könnte, wenn die Verwirklichung der Windräder in dem Gebiet vollzogen wird und eines von denen mal anfängt zu brennen.
    Wenn die Feuerwehr so lange aufgrund einer, behaupten wir mal, weggeworfenen Zigarette, in Atem gehalten wird - was für Ausmaße könnte das dann annehmen, wenn etwas brennt, was nicht so leicht zu löschen ist.

    Aber guter Hinweis zu den Fahrzeugen. Da gebe ich Ihnen natürlich vollkommen recht:
    "Parken Sie auch nicht mit dem Fahrzeug über entzündlichem Untergrund! Der Katalysator eines Kraftfahrzeugs erhitzt sich stark und kann einen Brand auslösen! Benutzen Sie daher nur ausgewiesene Parkflächen!"
    "Vermeiden Sie den Einsatz von Fahrzeugen und Maschinen – Funkenschlag oder erhitze Bauteile können Brände entzünden!"

  14. 78.

    immer noch Sirenen und helis. Entspannung sieht anders aus....

  15. 77.

    Was hat ein Windrad mit der aktuellen Situation zu tun? Dann wetter doch am besten gleich noch über Autos. DIe werden sogar mit brennbaren Flüssigkeiten betrieben, aber pssst......

  16. 76.

    Da freut man sich ja schon auf die Windräder im Wald, die dann bei einem Unfall "kontrolliert" abbrennen. Bei der Witterung sollte man dann wohl immer den Koffer gepackt haben.

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