Die John-F.-Kennedy-Schule im Berliner Stadtteil Zehlendorf (Archivbild vom 25.11.2010, Quelle: dpa/Robert Schlesinger)
Bild: dpa/Robert Schlesinger

Nach antisemitischen Vorfall - Jüdisches Forum berät John-F.-Kennedy-Schule

Nach dem antisemitischen Mobbing eines Schülers der Berliner John-F.-Kennedy-Schule wird das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) die Schule beraten. Geplant seien zunächst Lehrerfortbildungen sowie die Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften der unmittelbar betroffenen Klasse, teilte das JDFA am Montag in Berlin mit.

Begrüßt werde die selbstkritische Reflexion der Schule hinsichtlich dieser Vorkommnisse und dass sie sich zur Bearbeitung des Themas "Antisemitismus" um externe Unterstützung bemüht habe.

"Antisemitismus nicht nur an Brennpunktschulen"

Die Vorsitzende des Forums, Lala Süsskind, warnte davor, dass Antisemitismus an Schulen und in der Gesellschaft "wieder eine üble und gefährliche Normalität" geworden sei. "Nicht nur an Brennpunktschulen in prekären Quartieren und Milieus, sondern überall", sagte Süsskind. Die Vielzahl der in jüngster Zeit bekanntgewordenen antisemitischen Vorfälle an Berliner Schulen mache deutlich, dass es nicht um isolierte Einzelfälle gehe. "Dieser Realität müssen wir uns stellen", sagte Süsskind.

Der Koordinator Politische Bildung des Jüdischen Forums, Carl Chung, erklärte, an dem Vorfall an der John-F.-Kennedy-Schule werde auch deutlich, dass antisemitische Drangsalierungen an Schulen mit weiteren individuellen und allgemeineren Problemlagen verwoben seien. Es gehe auch um die Durchsetzung einer Kultur des Respekts und entsprechender Verhaltensregeln.

Jüdischer Schüler wurde mehrere Monate gemobbt

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass an der von zahlreichen Diplomatenkindern besuchten Schule in Berlin-Zehlendorf über Monate hinweg ein jüdischer Schüler einer 9. Klasse antisemitisch beleidigt und gemobbt wurde. Demnach hatten mehrere Mitschüler den Jungen immer wieder drangsaliert. Die Schule hatte daraufhin umfassende Aufklärung zugesagt.

Das Internationale Auschwitz Komitee forderte den Rücktritt der Schulleitung und warf ihr Unfähigkeit bei der Bearbeitung der Krise vor. Der Fall zeige "ein Ausmaß der Verrohung, das weit über die bisher widerstrebend eingestandenen Konflikterfahrungen mit dem alltäglichen antisemitischen Hass an Schulen in Berlin und in Deutschland" hinausgehe.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Das hört sich nach einem großen Schritt in die richtige Richtung an. Es werden Fehler erkannt, eingestanden und angegangen.
    Transparenz und Engagement sind genau der richtige Ansatz.
    Davor habe ich großen Respekt und das ist der JFK würdig.
    Das Gymnasium unseres Kindes dagegen könnte sich da einige Scheiben von abschneiden.
    Die Probleme dort werden ignoriert und engagierten Eltern und Lehrern wird ein Maulkorb verpasst.
    Es dreht sich dort nicht um Rassismus, aber Probleme wie Mobbing, Drogen und Ausgrenzung sind seit Jahren immer wiederkehrende Begleiter dieser Klasse und Klassenstufe.
    Auch diese Schule genießt einen guten Ruf-genau das ist aber das Problem.
    Das Renommee hat oberste Priorität, jeder der an der Fassade kratzt wird mundtot gemacht.
    Leider kam für unser Kind ein Schulwechsel nicht infrage, er hatte aber zum Glück trotz der Probleme dort gute Freunde gefunden und bringt gute Noten nach Hause.
    Zu verdanken ist das aber ganz sicherlich nicht der Schulleitung.
    Ob in der JKF jetzt auch noch ein Führungswechsel folgen muss bleibt für uns Ansichtssache und sollte erst einmal abgewartet werden.

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