Brand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Altes Lager bei Jüterbog (Teltow-Fläming) (Quelle: rbb)
Video: rbb Aktuell | 26.07.2018 | Bild: rbb

Ehemaliger Truppenübungsplatz Altes Lager - Feuer vernichtet 200 Hektar Fläche bei Jüterbog

Der Brand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) ist wieder unter Kontrolle.

Seit Mittwoch schon fressen sich die Flammen durch das alte Militärgelände. Immer wieder explodiert Munition. Mittlerweile sind dort 200 Hektar Wald verbrannt. Inzwischen hilft dort die Bundespolizei mit einem Lösch-Hubschrauber, der 2.000 Liter Wasser auf die Flächen werfen kann. Das Feuer hatte sich am Donnerstag, nachdem es bereits als gesichert galt, "wieder mal selbstständig gemacht", sagte Michael Rinderle, Stadtbrandmeister von Jüterbog, dem rbb am Freitag.

Die Einsatzkräfte rechneten am Donnerstag noch damit, dass die Flammen auch in den nächsten Tagen noch wüten werden. Weil die Brandfläche mit Munitionsresten kontaminiert sei, könnten Feuerwehrleute sie nicht betreten. 

Das Feuer auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz war am Mittwochnachmittag ausgebrochen. Zwischenzeitlich hieß es, dass der Brand unter Kontrolle sei. Am frühen Donnerstagnachmittag mussten aber doch wieder Einsatzkräfte nachalarmiert werden.

Zwischenzeitlich überwachten Feuerwehrleute lediglich

Den ganzen Donnerstagvormittag über hat die Feuerwehr den Brand mit zehn Mann nur noch überwacht. Ziel war es, das Feuer auf dem Nordteil des Geländes zu beobachten und es kontrolliert auslaufen zu lassen. Wie der Einsatzleiter Antenne Brandenburg sagte, hatten die Flammen im südlichen und östlichen Bereich einen kleinen Baumbestand erreicht, der sofort lichterloh brannte. Zwölf zusätzliche Löschfahrzeuge waren deshalb ausgerückt, um den Brand zu bekämpfen. Außer Kontrolle war das Feuer dennoch nicht. Denn um das Gelände hat die Feuerwehr sogenannte Brandschutzstreifen angelegt, die das Feuer aufhalten sollen.

Feuerwehr kann wegen Munitionsresten nicht löschen

Komplett löschen kann die Feuerwehr den Brand nach wie vor nicht, weil sie das Gelände wegen der Munitionsreste nicht betreten kann. Auch seien weiterhin laut Einsatzleiter noch kleinere Explosionen zu hören. Am Mittwoch war auf dem insgesamt 8.900 Hektar umfassenden Gelände südwestlich von Berlin ein Waldbrand ausgebrochen. Noch ist unklar, warum das Feuer ausgebrochen ist. Die Polizei geht aber nicht von Brandstiftung aus und hat keine Ermittlungen aufgenommen.

Höchste Waldbrandwarnstufe in ganz Brandenburg

Weil die Brandfläche mit Munitionsresten kontaminiert ist, musstem die Einsatzkräfte von außen löschen und konnten nicht zu den einzelnen Brandherden vorrücken. "Da kommt es auch mal zu Explosionen", sagte Engel. "Das ist Infanteriemunition, das sind dann keine großen Detonationen, aber ungefährlich ist das nicht."

Wegen der anhaltenden Trockenheit gilt seit Donnerstag in allen Brandenburger Landkreisen die höchste Waldbrandwarnstufe 5.

Anfang Juli hatte ein Großbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide 400 Hektar Naturschutzfläche verbrannt - eine Fläche, so groß wie 560 Fußballfelder. Es war der größte Waldbrand seit Jahren in Brandenburg.

Die Polizei leitete auch zur Brandursache in der Lieberoser Heide Ermittlungen ein. Weil es an mehreren Stellen gleichzeitig zu brennen begonnen hatte, hatten Mitarbeiter der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg Brandstiftung als Ursache vermutet.

Sendung: Brandenburg aktuell, 25.07.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    "Fläche vernichtet"?

    Ist die Fläche jetzt weg und ein Loch dort, in dem der Weltraum zu sehen ist? Oder sind die Nachbarflächen zusammengerückt? Oder ist sie nur abgebrannt? Die Fläche ist doch nicht "vernichtet", sie ist noch da.

  2. 4.

    Brände auf der Natur überlassenen Flächen gehören ebenso dazu wie Spermien und Eier zum Nachwuchs zeugen. Wo viel rumliegt kann auch viel brennen und dann die Großen Baumbestände schädigen. Das niedere Gewächs erholt sich nach dem nächsten Regen sogar noch besser. Schneisen von 30m breite beräumt und davon 10m regelmäßig umgepflügt mindern die katastrophalen Auswirkungen für die Menschen.
    Das kostet Geld das angeblich nicht zur Verfügung steht.

  3. 3.

    Ach Radfahrer, ich glaub Du warst noch nie in den Wäldern um Jüterbog ! Das war schon Anfang des letzten Jahrhunderts Truppenübungsplatz.....also jeder verbuddelte dort die Munition, die übrig blieb. Das sind riesige Flächen, mit Munition, die teilweise verrottet ist und damit umberechenbar. Ich bin da aufgewachsen....als Kinder haben wir nach Regenfällen auf den Panzerstrassen Bleimurmeln gesucht.....Als die russischen Truppen noch dort waren wurden öfter alte Granaten geborgen, hab ich selbst gesehen. Aber seit sie weg sind, ist dieses riesige Waldgebiet völlig zugewuchert....da verlaufen sich selbst Einheimische....

  4. 2.

    So einen ehemaligen Truppenübungsplatz munitionsfrei zu bekommen ist doch Wunschdenken. Die Tonnen an Munition kriegt man bestimmt in 200 Jahren nicht entfernt. Da mach ich mir mehr Sorgen um die Menschen, die die Munition räumen sollen. Sollte das mit Drohnen funktionieren, dann ja bitte. Aber die Kosten müssen doch auch in Relation zu dem Nutzen stehen.

  5. 1.

    Brände gehören bei dieser Trockenheit leider zum Alltag - danke an unsere Feuerwehr, die das immer wieder in den Griff bekommt..!
    Man kann aber auch lesen, daß bereits 1994 die letzten russischen Truppen von dort abgezogen sind, die Gelände unbenutzt waren. Ist zwar erst knapp ein viertel Jahrhundert her, aber noch keiner ist dort mit richtiger Technik durch und hat die Wälder Munitionsfrei geräumt... Ich bin sprachlos!

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