Toter Baum am Berliner Lützowplatz (Quelle: imago/Schöning)
Audio: radioBerlin 88,8 | 09.07.2018 | Anke Michel | Bild: imago stock&people/Schöning

Anhaltende Trockenheit - Michael Müller ruft Berliner zum Gießen auf

In der Hauptstadt bereitet die lange Dürreperiode zunehmend Probleme - Regen in ausreichender Menge ist nicht in Sicht. Deswegen fordert nun auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller die Berliner zum Bewässern der Stadtbäume auf.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) bittet die Berliner, die Straßenbäume zu gießen. "Spendieren Sie bitte dem Baum vor ihrem Haus einmal in der Woche einige Eimer Wasser", appellierte Müller am Montag an die Hauptstädter. "Damit tragen sie dazu bei, dass unser Berlin eine grüne und für uns alle lebenswerte Großstadt bleibt."

Angekündigter Regen wird nicht ausreichen

Angesichts der anhaltend geringen Niederschläge in diesem Jahr "müssen wir uns besonders um unsere Stadtbäume kümmern", sagte Müller weiter. Er unterstütze deshalb ausdrücklich den wiederholten Aufruf des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND) zum Gießen. Die Wasserwerke schicken bereits Mitarbeiter los, um die Straßenbäume zu wässern.

Seit Monaten hat es in Berlin und Brandenburg kaum geregnet. Zwar ist für die kommenden Tage Regen angekündigt. Laut Meteorologen dürfte die Menge aber nicht ausreichen. Und ab Freitag soll es wieder sonnig und warm werden.

Auch die Vögel brauchen Wasser

Der Naturschutzbund (NABU) rief die Berliner zudem dazu auf, auch durstige Vögel und Insekten mit Wassertränken zu unterstützen. Deren Lage sei wegen der wochenlangen Trockenheit bedrohlich und die Tiere litten fürchterlich unter dem Wassermangel, hieß es. Als Tränke eigne sich ein einfacher Untersetzer für Blumentöpfe.

Trotz der langanhaltenden Trockenheit herrscht in Berlin kein Wassermangel. Wie der Sprecher der Berliner Wasserbetriebe, Stefan Natz, im rbb erklärte, sei die Spree - "letztlich unser Grundwasserlieferant für Berlin" - gut gefüllt. Das gelte auch für die Havel. Wasser sparen müsse niemand.

Kommentar

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20 Kommentare

  1. 19.

    Schon klar, hat ja auch niemand behauptet. Wenn man die Bäume aber wirklich sinnvoll wässern möchte, kommt man eben schnell auf 5 EUR pro Monat je Baum! Auf die Stadt hochgerechnet kommt da schon einiges zusammen.

  2. 18.

    Nette Aufrechnung. Mitnichten werden von uns Bürgern ALLE Bäume gegossen. Es geht um Bäume vor den Häusern mehr im Innenstadtbereich gelegen, sprich den Nebenstraßen, die eingegrenzt zubetoniert sind. Und im Klartext, nicht jede/jeder fängt nun an täglich Bäume zu Gießen.

  3. 17.

    @14 Den Hydrant benutzt schon einer unserer Nachbarn oft genug um seinen Garten zu gießen und den Pool zu füllen, bei der Masse bleibt nix mehr für fremde Bäume.

  4. 16.

    Von mir gibt`s keinen Tropfen mehr, nachdem das Grünflächenamt das von uns gepflegte Beet vorm Haus in eine hässliche Brache mit Hundklo verwandelt hat. Wo sind die Wasserwagen von früher abgeblieben? Damals war es ganz normal die Pflanzen zu versorgen und die Bürger haben geholfen auch ohne Aufforderung.

  5. 15.

    Fast richtig. :-D Es ist aber tatsächlich ca. 1,00 EUR für 25 Eimer, den der Spaß kostet, da noch der Abwasserpreis hinzukommt, sofern man keinen extra Gartenwasseranschluss besitzt. Der Grundpreis müsste eigentlich auch noch anteilig draufgerechnet werden, kann man aber unterschlagen, da dieser ohnehin anfällt.
    Allerdings sind 10 Liter pro Tag für einen ausgewachsenen Baum bei weitem nicht ausreichend. Somit kommen im Monat dann schon ein paar Euro zusammen. Auf alle Straßenbäume Berlins hochgerechnet ein nettes Sümmchen, das der Senat sich da einspart, wenn die Berliner Bürger gießen.

  6. 14.

    Hydranten öffnen und ALG2-Empfängern entsprechende 1,50-Jobs anbieten, anstattt diese in teure Sinnlosmaßnahmen zu stecken. Der Topf ist da und die Statistik freud sich auch. Vielleicht können sich ja auch Asylbewerber dabei einen kleinen Obulus verdienen. Freuen sich über Beschäftigung und hilft evtl. der Integration.
    Grünflächenamt, THW, Feuerwehren und private Firmen könnten ja (wenn möglich) unterstützen und ein paar Schläuche zur Verfügung stellen.
    Man müsste dafür nur ein paar Weichen stellen. Die finanzielle Last würde so auch auf verschiedene Haushalte aufgeteilt.

  7. 13.

    Wir brauchen die Bäume und wir brauchen auch wieder etwas mehr soziales Engagement. Seit Kindheit an gieße ich (angeleitet durch meine Eltern in Westberlin) die Bäume , wenn die Hitze zu anhaltend und groß ist. Die Argumente: zu teuer, zu schwer, zu "irgendwas" beschreiben für mich einfach nur eine Apathie gegenüber dem Leben. Ob Herr Müller nun ruft oder nicht, es ist doch unser Leben um das es lohnt sich zu kümmern ... indem ich auch Bäume gieße, sehe wie die Vögel und Insekten wieder lebendig werden, etc. und ich habe Sauerstoff zum Atmen. Es lohnt sich, schon alleine für die Lebensqualität, es einfach zu tun!
    PS: in unserem Park wird vom Senat aus gewässert ... vielleicht engagiert ihr euch auch in euren Bezirken?

  8. 12.

    Für alle Nichtwisser und reihum Pöbler hier. Diese Aufrufe gab es schon öfter von Seiten des Senats, da hat’s sogar noch die Mauer gegeben. Im übrigen sinkt unser Grundwasser keineswegs, kann man sehr gut daran erkennen an größeren Bauhvorhaben in der Stadt. Wenn die Rohre über Straßen geleitet werden um es abzupumpen. Alles nur schlecht reden wegen ein paar Eimer Wasser oder mal den Gartenschlauch an die richtige Stelle ansetzen wo es nötig ist, dürfte für niemanden ein großes Opfer darstellen. Es geht ja hier auch in erster Linie um die Bäume in den Nebenstraßen. Im übrigen ist niemand gezwungen sich an solch bescheidenen Aktionen zu beteiligen.

  9. 11.

    Warum gießt der Senat nicht auch die Bäume und Grünanlagen? Die Grünflächen werden am besten bei 30 Grad Wärme gemäht und dann zum verdörren sic selbst unterlassen. Früher wurden z.B. auch die Parkanlagen bewässert.
    Heute ist nicht mal Geld vorhanden, um die öffentlichen Brunnen zu betreiben!

  10. 9.

    Ach, ist er mal wieder in Berlin und nicht mehr in der Welt unterwegs? Soll er doch mal mit guten Beispiel vorangehen, gut genug wird er von uns schließlich für sein sonstiges Nichtstun bezahlt. Oder ist er sich auch dafür zu gut?

  11. 8.

    Warum setzt die Polizei ihr Wasserwerfer nicht mal sinnvoll ein?

  12. 7.

    Soll der Mieter mit einem oder mehreren Wassereimern von seiner Wohnung zum nächsten Straßenbaum laufen bzw. den übernächsten oder überübernächsten? Der Senat ist in die Pflicht. Gelder sind da , Personal kann eingestellt werden.
    Alles eine Organisationsfrage unseres Senates.Der Bürger (Mieter) hilft gerne aus, aber der Senat ist in der Pflicht.
    Es gibt Hydranten, aus denen Wasser entnommen werden kann.

  13. 6.

    Nur mal zur Info: Ein Liter Leitungswasser kostet in Deutschland 0,1 bis 0,2 Cent. Ein Zehnliter-Eimer also ein bis zwei Cent. Sollten Sie also zu den guten Menschen zählen, die 25 Eimer an den baum kippen, wären Sie mit 50 Cent dabei. Vielleicht denken Sie nochmal drüber nach ;-)

  14. 5.

    Es geht weniger um die Preise, mehr ums Wasser. Wenn der Grundwasserspiegel in den nächsten Jahrzehnten immer mehr sinken wird.
    Dafür der Meeresspiegel in den europäischen Ländern immer weiter steigen wird. Dann wird Europa europäische Flüchtlinge aufnehmen müssen. Sofern es dann noch als Nation existiert. Aber auch das hat Europa als Wirtschaftsmacht noch nicht kapiert.
    Und von greenpeace darf man zukünftig sinnvollere Aktionen erwarten, anstatt ganze Straßenbereiche mit ( angeblich Umwelt-freundlicher) Farbe zu zuschmieren.
    Und ich erwarte dass die Schmieren Komödianten den Klimawandel endlich wissenschaftlich anerkennen und ihn nicht nur bloß immer leugnen. Aber denen ist die Zukunft der nächsten Generationen sowieso egal.

  15. 4.

    Warum soll ich meine sauer verdiente Kohle "in die Gosse kippen"?
    Wozu zahle ich Steuern?
    Dieser blöde Senat verschwendet "Aber-Millionen" für irgendwelchen Scheiss - ist aber nicht in der Lage eine gewisse "Grünpflege" zu betreiben. Ok - Eimer schleppen is' ok - aber nicht auf meine tatsächlichen Kosten. Es gibt Hydranten - oh - "König Müller" - tritt deiner Verwaltung doch einfach mal in den Arsch, öffne per "Dekret" die Wasserzugänge - uupps - kannste ja auch nich'. WAS kannst eigentlich?
    Ich stell' lieber 'ne Vogeltränke hin und erfreue mich an den ganzen "Planschgästen".

  16. 3.

    Das versteht sich von selbst, dem Baum vor der Tür bei diesen Bedingungen Wasser zu spenden.
    Tut nicht weh und macht Spaß.
    @Sigur: na und?

    Herr Müller schlafen Sie ruhig weiter, viele Berliner sind bereits fleißig dabei.
    Aber danke für diesen Weckruf.

  17. 2.

    Letzter Satz stimmt nicht. Schauen Sie sich mal um. Viele Mitbürgerinnen dieser Stadt sorgen sich fürsorglich auch ohne Aufruf rührend um ihre Bäume vor den Häusern. Die Wasserpreise in Berlin sind immernoch sehr moderat, dank des Grundwassers.

  18. 1.

    Müller ruf auf.
    Erst zu "Berlin trägt Kippa", jetzt zum Wassergießen. Und das bei den Wasserpreisen.

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