Eine Polizeischülerin probiert bei der Suchaktion nach der Wohnung des im Koma liegenden Joggers eine Kopie des gefundenen Schlüssels aus. (Bild: rbb)
Video: Abendschau | 10.07.2018 | Kerstin Breinig | Bild: rbb

Identitätsklärung mithilfe seines Schlüssels - Polizei setzt Suchaktion zu Jogger im Koma Mittwoch fort

Wer ist der Jogger, der Mitte März im Volkspark Wilmersdorf zusammenbrach und seitdem im Koma liegt? Die Berliner Polizei testet nun, ob die bei ihm gefundenen Schlüssel in irgendein Türschloss in der Umgebung passen. Zunächst blieb der Erfolg aus.

Die Suchaktion der Berliner Polizei zur Klärung der Identität des unbekannten Berliner Koma-Patienten hat am Dienstag zu keinem Erfolg geführt. Sie soll am Mittwoch fortgesetzt werden.

Am Dienstag wurde ausprobiert, ob ein Schlüssel des Mannes, der beim Joggen im Volkspark in Wilmersdorf zusammengebrochen war, zu Türen von Häusern in der Umgebung des Parks passt. Zehn Teams von Polizeischülern waren stundenlang jeweils mit einer Schlüsselkopie unterwegs, wie ein Sprecher sagte. Ein Wohnhaus mit passendem Türschloss wurde aber vorerst nicht gefunden. Auf Listen und Stadtplänen wurden die Häuser in den Straßen in der Nähe des Parks abgehakt. Am Mittwoch will die Polizei erneut ihre jungen Leute losschicken.

Es gab noch nie keine Vermisstenanzeige

Der 60 bis 70 Jahre alte Mann war am 13. März im Volkspark Wilmersdorf beim Joggen zusammengebrochen. Bis heute wachte er aus der Bewusstlosigkeit nicht auf. Trotz aller Bemühungen, verteilter Fotos, Vergleiche von Fingerabdrücken und DNA konnte die Polizei die Identität des Mannes nicht herausfinden. "So etwas gab es in Berlin noch nicht", sagte eine Polizeisprecherin kürzlich. Es sei das erste Mal, dass es in einem solchen Fall keine Vermisstenanzeige gebe.

Karte der Polizei für die Umgebung des Volkspark Friedrichshain

Nur zwei Schlüssel und ein paar Münzen

Die beiden Schlüssel waren neben einigen Münzen das einzige, das der Jogger bei sich trug. Auf beiden sind Firmennamen eingestanzt, aber keine Sicherheitsnummern, die zu registrierten Schlössern führen könnten. Die Polizei geht davon aus, das einer der Schlüssel zu einem Haustürschloss gehört und der andere zur Wohnungstür.

Die Polizei versucht nun über Twitter jemanden zu finden, der einen Schlüssel mit demselben Profil hat.

Schwierig ist die Suche nach einem zu dem Schlüssel passenden Schloss, weil der Volkspark im Südwesten Berlins sehr langgezogen ist und zahlreiche dicht bebaute Straßen in der Nähe verlaufen. Jogger kommen auch aus ein oder zwei Kilometer entfernten Gegenden dorthin, so dass ein größeres Gebiet als Wohnort des Mannes in Frage kommt.

Sendung: Abendschau, 10.7.2018, 19.30 Uhr 

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 11.

    Die BZ hat gestern ein Photo vom Schlüssel veröffentlicht: https://www.bz-berlin.de/berlin/charlottenburg-wilmersdorf/raetsel-um-unbekannten-jogger-jetzt-startet-berlins-polizei-schluesselprobe

  2. 10.

    Haben Sie in der Tat. Ein Foto des Joggers hat die Polizei schon im März veröffentlicht. Es hat leider bisher nicht geholfen. Alle Bilder finden Sie hier: https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.688895.php

  3. 9.

    Würde nicht ein Foto mehr helfen oder hab ich eine Veröffentlichung verpasst ?!?

  4. 8.

    Bitte bringt es in den Nachrichten

  5. 7.

    Mit Rad oder Auto fahre ich öfters zum Joggen. Die Uhr stell ich dann erst an, wenn ich loslaufe.
    Das Rad ist unterdessen geklaut. Das Auto abgeschleppt. Mist.
    Photoshopt ihn doch bitte Mal mit dunklem Haar und original Joggingklamotten, ggf. Brille. Vielleicht erkennt ihn dann ein anderer Jogger doch noch. Un-fit erkenn ich auch niemanden..

    Viel Erfolg, ihm selber alles Gute...

  6. 6.

    Könnten hier evtl. Mantrailer Hunde eingesetzt werden? Ich hoffe, egal welche Aktion führt zum Erfolg und dem Mann geht es bald besser!

  7. 5.

    Wenn es ein Berlin-Besucher wäre, dann wären die Schlüssel warscheinlich nur von einem Hotel. Bekannte des Berlin-Besuchers hätten sich schon langs gemeldet, wenn dieser eben als Gast bei Bekannten unter gekommen wäre.

    Aber ein Fall für die Tagesthemen wäre es ganz bestimmt mal langsam.

  8. 4.

    Ich drücke die Daumen, dass die Aktion erfolgreich ist.

  9. 3.

    Eine bundesweite Veröffentlichung wäre doch auch denkbar, vielleicht ist er ein Berlinbesucher?
    Ich hoffe, er wird identifiziert und kommt bald wieder aus dem Koma zurück.

  10. 1.

    Wie wäre es damit Bilder der beiden Schlüssel (gerne ein teil des Bartes anonymisiert) zu veröffentlichen, sodass der Bürger mal an seinen Schlüsselbund schauen kann. Ggf ist sogar ein Bürger dabei der sagt "der eine sieht aus wie meiner".

    Oder:

    wenn nicht sogar schon geschehen: Die Schlüssel nem Profi (zB. Schlüsseldienst) zeigen der sagen kann, dass der eine oder andere Schlüssen zu Schloss ABUS XYZ passen würde. Mit der Info mal zu den großen Vermietern gehen und fragen, was die für Schösser verbaut haben. Vllt wissen die das ja ?!?

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