Symbolbild: Löscharbeiten bei einem Feldbrand nahe eines gefährdeten Waldstücks. (Quelle: imago/Theissen)
Video: Brandenburg Aktuell | 04.07.2018 | Friedrich Herkt | Bild: imago/Theissen

Wald- und Feldbrand - Feuer bei Storkow verwüstet etwa 100 Hektar Land

Kurz nach Mittag waren es 30 Hektar, wenige Stunden später bereits 100 Hektar: Trotz eines Großeinsatzes der Feuerwehr hat sich der Wald- und Feldbrand bei Storkow ausgeweitet. Auch am Abend kämpften die Einsatzkräfte noch immer gegen die Flammen.

Auch am späten Mittwochabend ist der Feld- und Waldbrand in Storkow (Oder-Spree) noch immer nicht unter Kontrolle. Die Feuerwehr ist mit 40 Fahrzeugen im Einsatz und versucht, den Brand im Ortsteil Limsdorf einzudämmen. Wie eine Sprecherin sagte, waren die Flammen noch nicht gelöscht. Die Feuerwehr habe noch einmal Schläuche nachgefordert, hieß es. Seit der Mittagszeit hatte sich der Großbrand weiter ausgebreitet.

Straße voll gesperrt

Bis zum Abend brannten 100 Hektar Wald und Getreide, wie die Polizei und die Feuerwehr-Leitstelle Oderland rbb|24 sagten. Die Polizei setzte einen Hubschrauber ein, um das Ausmaß des Brandes besser einschätzen zu können.

Die Landesstraße L42 bei Limsdorf ist für den Fahrzeugverkehr voll gesperrt. Autofahrer werden gebeten, den Brand an der Limsdorfer Dorfstraße weiträumig zu umfahren. Grund der Straßensperrung war allerdings nicht die direkte Gefahr durch das Feuer, sagte ein Sprecher der Leitstelle rbb|24 am frühen Nachmittag. "Wir brauchen die Straße in Limsdorf als Bewegungsfläche für die Feuerwehr. Da ist rundrum alles voller roter Autos."

Bei der Bekämpfung eines Waldbrandes im Brandenburger Limsdorf/Storkow wurde auch Helikopter eingesetzt (Bild: rbb/Melanie Manthey)

Solche Straßensperrungen seien immer wieder nötig - nicht nur bei Waldbränden, so der Sprecher. Gemeldet worden war der Brand demnach gegen 13 Uhr. Zur Brandursache können die Behörden derzeit noch keine Angaben machen.

Mehr Waldbrände als im gesamten vergangenen Jahr

Bereits am Dienstag hatte es in Brandenburg mehrere Waldbrände gegeben. Bei Dallgow-Döberitz (Havelland) waren rund 60 Hektar Feld und Wald in Brand geraten. Der Brand konnte in der Nacht gelöscht werden. Auch an anderen Stellen gab es weitere kleinere Waldbrände.

Bei Erntearbeiten kommt es laut Umweltministerium im ganzen Land auch zu zahlreichen Feldbränden, die derzeit insbesondere aufgrund der großen Trockenheit sehr schnell auch auf angrenzende Wälder übergreifen. Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel sagte am Mittwoch dem rbb, dass aufgrund der aktuell fast überall herrschenen Trockenheit sehr viele Brände zu verzeichnen sind: "Allein in den letzten zwei Wochen hat es in Brandenburg rund 100 Feldbrände gegeben."

Dabei entzündeten sich oft zunächst Feldfläche, doch griffen die Brände dann auch sehr schnell auf angrenzende Wälder über. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres verzeichneten die Berhörden rund 210 Waldbrände. Im vergangenen Jahr habe es dagegen auf das gesamte Jahr verteilt lediglich 140 Waldbrände gegeben.

Angesichts der Wetteraussichten und der nun gerade erst gestarteten Hochsommerwochen drohe Brandenburgs Wäldern und Feldern wohl eine noch lange anhaltende Trockenheit, so Engel. "Es müsste jetzt schon wochenlang regnen, um hier für eine Linderung des Wassermangels zu sorgen", sagte Engel rbb24. Solch eine Wetterlage aber sei aber bislang nicht angekündigt und wohl auch kaum zu erwarten. Eine sehr hohe Belastung bedeute dies auch für die Feuerwehren im Land.  

Ein Waldbrand im Brandenburger Limsdorf/Storkow der sich über 100 Hektar ausdehnte (Bild: rbb/Melanie Manthey)
Bild: rbb/Melanie Manthey

Jeden Funken vermeiden

Derzeit gilt in allen Landkreisen wegen der warmen Temperaturen die höchste Waldbrandgefahr. Da laut dem Deutschen Wetterdienst kein Regen zu erwarten ist, sollte es auch in den kommenden Tagen bei der Warnstufe 5 bleiben. Auf seiner Internetseite ruft das Umweltamt dazu auf, alles zu unterlassen, das einen Waldbrand auslösen könnte.

Auch der Leitstellen-Sprecher mahnte eindringlich: "Jegliches offenes Feuer, vor allem auch Zigarettenkippen sind absolut tabu - im und am Wald, auf Wiesen, Feldern, am Wegrand." Schon kleinste Funken könnten eine Katastrophe verursachen. Mehr als 90 Prozent aller Waldbrände verursacht laut dem Brandenburger Umweltministerium der Mensch.

Sendung: Brandenburg aktuell, 04.07.2018, 19:30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Hallo,

    ich verfolge seit Jahrzehnten wie durch intensiven Feldanbau
    unsere Natur zerstört wird.
    Riesengrosse Felder, kein Strauch, kein Unkraut, wenn nicht angebaut
    wird, gleichen Sie Wüsten.
    Ausgemergelt, nach Auftrag von Gülle (Massentierhaltung) und Glyphosat wird angebaut.
    Grundwasser mit Nitrat vergiftet.
    Da gibt's nicht keinen Wurm, keinen Microorganismus, kein sog. Unkraut.
    Bienensterben (Insektensterben, dann Vogelsterben
    Nach dem Anbau Unmengen von Pestiziden und Pflanzenschutzmittel.
    Das Feld ist Tod.
    Darauf wird ab Juli ?? geerntet.
    Angebaut werden nur ertragreiche, aber nicht widerstandsfähige Sorten.
    Jetzt bei Trockenheit, lösen Erntemaschinen Brände aus. (riesengrosse Flächen ohne Wasser)
    und zerstören dadurch die letzten Waldflächen in der Nähe.
    Diese geldgierigen sog. Bauern sind für die Zerstörung unserer Natur
    und des Wasser verantwortlich und nicht zu bedauern.
    Sondern zu verurteilen und das muss gestoppt werden.

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