Ausgetrockneter und aufgerissener Boden auf einem nicht bestellten Feld in Brandenburg im Mai 2018 | Die Uhlandstraße in Berlin unter Wasser nach dem "Jahrhundertregen" am 29.06.2017 (Quelle: dpa / Combo: rbb|24)
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Video: Archiv, rbb|24 | 01.07.2018 | Bild: dpa / Combo: rbb|24

Juni 2018 im Vergleich zu 2017 - Rekordverdächtige Trockenheit statt "Jahrhundertregen"

Verdörrte Felder und hohe Waldbrandgefahr: Der Juni war in Brandenburg und Berlin einer der wärmsten und trockensten bislang. Im vergangenen Jahr sah es zumindest beim Regen ganz anders aus: An einem einzigen Tag fielen schier unglaubliche Mengen.

Der gerade zu Ende gegangene Juni war in Berlin und Brandenburg rekordverdächtig trocken. Ob es der trockenste war, dazu lägen noch nicht alle Daten vor, sagte Meteogroup-Meteorologe Christian Schubert am Sonntag rbb|24.

Einer der trockensten war es in jedem Fall. "In Brandenburg fiel an vielen Orten nicht einmal die Hälfte des normalen Niederschlags", so Schubert. Besonders wenig war es in Luckenwalde mit 4,5 Litern. Normal sind 60 bis 70 Liter. In Berlin sah es ähnlich aus wie in Brandenburg. Niedrigster Wert waren hier 14,4 Liter in Kaniswall im Bezirk Treptow-Köpenick. Die Folgen: verdörrte Felder, Noternten, Waldbrände, Bürger werden zum Gießen von Straßenbäumen aufgerufen.

Der Regen eines Sommers an einem einzigen Tag

Der Blick auf den Juni vor einem Jahr sieht ziemlich anders aus – vor allem beim Monatsende: Am 29. Juni fiel so viel Regen wie sonst in einem ganzen Sommer. In Oranienburg (Oberhavel) registrierte der Wetterdienst Meteogroup 260,6 Liter pro Quadratmeter – und sprach von einem "Jahrhundertereignis". Besonders die Gemeinde Legebruch war betroffen. Da die Ortschaft in einer Senke liegt, lief das Wasser aus der Umgebung dort zusammen.

In Berlin lag laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) der Ortsteil Tegel an der Spitze: Dort wurden innerhalb von 24 Stunden 196,9 Liter pro Quadratmeter gemessen - fast ein Viertel der gesamten Jahresmenge. Die Feuerwehr rief in Berlin den Ausnahmezustand aus.

Zehn Mal so viel Regen wie im Juni 2018

Im gesamten Juni 2017 hatte Meteogroup in Oranienburg 320 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen – mehr als zehn Mal so viel wie in diesem Juni. Hier waren es lediglich 22,7 Liter.

Rekorde stellte in diesem Jahr nicht der Regen auf, sondern die Temperaturen: April und Mai 2018 waren jeweils die wärmsten Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Juni habe in diesem Jahr zwar keinen Rekord aufgestellt, sagte Schubert. "Er war mit zwei Grad über dem langjährigen Mittel zwar auch deutlich zu warm." Doch es gebe einige Junis, die wärmer waren. Auch die Zahl der Sonnenstunden sei mit 220 bis 240 durchschnittlich gewesen. 

Im vergangenen Jahr ging der Sommer nach dem "Jahrhundertregen" Ende Juni durchwachsen weiter. "Der Juli war sehr unbeständig, es gab immer wieder Regenfälle und Gewitter". Immer wieder gab es auch Starkregen, so zum Beispiel am 22. Juli. "Da fielen in Tegel nochmal fast 60 Liter Regen", so Christian Schubert. "Der August war dann wieder leicht zu trocken."

Gute Chancen für einen schönen Sommer

Und die Prognose für diesen Sommer? "In der kommenden Woche wird es zunehmend sommerlich warm", sagte Meteorologe Schubert. Ab Dienstag klettere das Thermometer an den meisten Orten in der Region auf 25 bis 30 Grad. Außerdem soll weiterhin viel die Sonne scheinen. Insgesamt befinde sich Berlin und Brandenburg in einer ruhigen Wetterlage, die von einem Hochdruckgebiet dominiert sei.

Das sei ein Zeichen für Beständigkeit – was auch mit der Bauernregel zum Siebenschläfertag korrespondiere. "Die Chancen sind gut, dass es weiterhin ein schöner Sommer wird." Was aber nicht heiße, dass es nicht auch mal kühlere und nassere Phasen geben könne.

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Wieso eigentlich. Das Wetter „passt scho“ zu all den ausgemergelten, faltenreichen und sich selbst anödenden Gesichtern. Heruntergezogene Mundwinkel beanspruchen weit mehr Gesichtsmuskel als ein freundliches Lächeln. Ob wir das noch in Deutschland hinkriegen?

  2. 6.

    Ich find's ganz schön so, doof sind nur immer die Kaltlufteinbrüche.

  3. 5.

    Genau, auch der neue Bezirks-Bürgermeister von Neukölln versagt auf ganzer Linie - Bei Fr. Giffey hats noch geregnet, bei ihm ist Öde vollumfänglich ;-)wir vertrocknen in der Südkurve, die Gullis stinken, der Kanal müffelt... bitte mal paar Tage Dauerregen!

  4. 4.

    verdörrte Felder MÜSSEN nicht sein---Deutschland hat genug Wasser---
    ergo Bewässerungsanlagen aktivieren---war das nicht so füher in der DDR ??
    selbst in España, wo vieles Gemüse herkommt wird trotz Wasserknappheit bewässert
    schönen Sommer --und wenn es schön warm werden sollte, braucht man nicht zu verreisen

  5. 3.

    {...}Und in anderen Landesteilen gibts Regen wie doof!{...}

    Ja, ich finde auch, dass die Regierung das besser verteilen sollte!

  6. 2.

    Et geht mir so aufn S..enkel! Ich gieße seit gefühlt Ostern (nasskalte Osterferien!) den shit Garten, die Früchte sind kleen und wenig, weil während der Blüte die Bienen woanders waren und das Wasser für dickes Obst fehlt - in der Stadt ist es trocken wie in Marokko - was genau ist noch schön an der Trockenzeit??? Und so warm musses auch nicht sein, bis 25 Grad ist ja noch sommerlich, aber "tropische" Nächte mit ü 25 Grad sind locker eine gesundheitliche Belastung.

    Hier hat es auch nicht gewittert oder geschüttet zwischendurch wie in Charlottenburg oder P´berg, hier war es IMMER trocken. Jahreskarte Wannseebad hätte sich gelohnt, aber so ohne Schatten bei DEN Temperaturen? Hm...

    Von der sog. Natur möchte ich gar nicht reden, von Landwirtschaft, Flüssen, Seen, Tieren... übel.

    Und in anderen Landesteilen gibts Regen wie doof!

  7. 1.

    "Gute Chancen für einen schönen Sommer"? - Rekordverdächtige Dürren finde ich alles andere als "schön". Der Deutsche Wetterdienst sprach schon von "katastrophalen Ausmaßen" wegen dieser Dürre in einigen Regionen!

    Und die Bauernregel zum Siebenschläfer gilt allenfalls im Süden, wenn man es statistisch genau nimmt. Im Norden gibt es zum Glück überhaupt keinen Zusammenhang des Sommerwetters mit dem Siebenschläferzeitraum.

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