Symbolbild - Eine Allee in Brandenburg (Bild: imago)
Audio: Antenne Brandenburg, Nachrichten 17.30 Uhr | 09.08.2018 | Bild: imago

Landstraße in Oberhavel - Autofahrer fährt in Radfahrergruppe - ein Schwerverletzter

Bei einem Überholmanöver auf einer Brandenburger Landstraße ist ein Autofahrer in eine Gruppe von Radfahrern gerast. Er erfasste zwei von ihnen - ein junger Mann erlitt schwere Verletzungen.

Ein Autofahrer ist auf der Landstraße zwischen Bredereiche und Himmelpfort (Oberhavel) in eine Radfahrergruppe gerast und hat einen Mann schwer verletzt.

Der 20-jährige Fahrer habe am Mittwoch einen vorausfahrenden Wagen überholt und sei dabei in die entgegenkommende Kolonne von drei italienischen Radtouristen gefahren, teilte die Polizeidirektion Nord am Donnerstag mit.

Sein Auto kollidierte mit dem zweiten und dritten Radfahrer der Gruppe. Ein 23 Jahre alter Radfahrer kam verletzt ins Krankenhaus, ein 21-Jähriger erlitt einen Schock und wurde am Unfallort behandelt. Die Polizei ermittelt zu dem Unfall.

Ähnliche Vorfälle mit Radlergruppen

Schon in den vergangenen Monaten hatte es Unfälle mit Radlergruppen auf Brandenburger Landstraßen gegeben. Im Juli riss ein Auto auf der Bundesstraße 168 bei Lieberose (Dahme-Spreewald) beim Überholen mit einem Außenspiegel einen 38 Jahre alten Radfahrer um und verletzte ihn schwer. Fünf weitere Radfahrer der Gruppe stürzten in der Folge. Sie wurden leicht verletzt.

Im Mai kam es zu einem schweren Verkehrsunfall mit einer Radlergruppe auf der Bundesstraße 179 bei Klein Köris im selben Landkreis. Damals hatte ein 81-Jähriger mit seinem Auto vier
Radfahrer von hinten erfasst. Eine Radfahrerin starb später im Krankenhaus.

Kommentar

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21 Kommentare

  1. 21.

    Hallo Helmut, ich sehe das anders. Auf dem Land kann es meines Erachtens grundsätzlich nicht genügend Radwege geben. Selbstverständlich wird es das schon rein aus Kostengründen nicht geben, werden kleine Verbindungsstraßen wegen des geringen Verkehrsaufkommens einen solchen nicht erhalten, zumal dort auch die fahrbare Geschwindigkeit oft deutlich geringer ist. Aber gerade Bundesstraßen sollten von Langsamverkehr wie Rad- und Mofafahrern getrennt sein. An allen kritischen Stellen muss der Radverkehr aber wieder deutlich sichtbar an die Straße herangeführt werden, so dass Radfahrer von den restlichen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig wahrgenommen werden können. So darf beispielsweise ein Radweg nicht mehrere Meter neben der Kreuzung die Straße queren, dann wären Abbiegeunfälle wieder vorprogrammiert. Kurz zusammengefasst: Wege strikt getrennt, Kreuzungen gut sichtbar gemeinsam. Ist nebenbei für den Radfahrer auch angenehmer, nicht direkt durch die Abgaswolken radeln zu müssen.

  2. 20.

    Selbstverständlich teile ich Ihre in den ersten drei Sätzen dargelegte Auffassung, dass zwischen Stadt und Land unterschieden werden muss und zwar genau aus den Gründen, die Sie beschrieben: Ein höherer Geschwindigkeitsunterschied zwischen Autofahrenden und Radfahrenden über Land als in der Stadt, umgekehrt ein weit höherer Anteil von Abbiegenden in der Stadt wie auf dem Land. Deshalb sollten die Verkehrsteilnehmer aufgrund der höheren Geschwindigkeitsdifferenz getrennt werden und zwar gerade dort, wo es kaum Abbiegevorgänge gibt.

    Was "IchMeinJaNur" offenbar meinte, ist dies: Es wäre andererseits wiederum fatal, jede Landes- und Kreisstraße mit getrennten Radwegen zu versehen. Das wäre auch in puncto Verkehrssicherheit kontraproduktiv, weil sich Autofahrende dann über Land tatsächlich als alleinge Damen und Herren der Straße glaubten. Jederzeit sollte jemand auf alles gefasst sein. Zumindest im Hinterkopf. Die Ausblendung dessen schafft Allmachtsphantasien.

  3. 19.

    Falsch! In der Stadt mag das so sein, da beträgt der Unterschied bei der Geschwindigkeit im Durchschnitt aber nicht mehr als etwa 10 bis 30 km/h. Auf der Landstraße dagegen zwischen 50 und 80 km/h. Hier ergibt sich also die größte Gefahr aus der Geschwindigkeit und nicht aus Abbiegeunfällen, wie in der Stadt. Genau deshalb dürfen auch keine Traktoren auf die Autobahn, da sie aufgrund ihrer geringen Geschwindigkeit zum Unfallrisiko würden. Im Gegensatz zum Traktor zieht aber beim Unfall mit einem viel schnelleren PKW zwangsläufig der Radfahrer den Kürzeren. Die Geschwindigkeit auf Landstraßen auf sichere 30 km/h zu reduzieren, wird wohl kaum die Lösung sein, weshalb Fahrräder hier auf einem eigenen Verkehrsweg besser aufgehoben sind.

  4. 18.

    Genau so.
    Die billigende Ausrede bei derartigen "Unfällen" ist ja immer: "Damit habe ich nicht gerechnet"

    Wie kann jemand mit etwas rechnen, was er definitiv nicht weiß?

    Schauen vor Rechnen, das kann eigentlich nur die Devise sein. Dann würde Vieles anders aussehen.

  5. 17.

    Falsch. Aus den Augen, aus dem Sinn sorgt schon innerorts für fast alle tödlichen Unfälle.

    Hier hilft nur eine massive Verringerung der Geschwindigkeit und Rücksichtnahme.

  6. 16.

    So ist es, danke. Aber Freie Fahrt für freie Bürger scheint für viele ein Grundrecht zu sein. Ein Grundrecht welches tagtäglich über tatsächliche Grundrechte (auf Leben, auf Unversehrtheit) gestellt wird.

    Hunderttausende mal, jeden Tag. Angefeuert u.a. durch eine übermächtige Autolobby.

    Was würde passieren wenn ich auf dem Rad mit angemessener Geschwindigkeit auf dem Radweg (!) mit 20 km/h an einer Gruppe spielender Kinder vorbeifahren würde? Ich wäre der typische Radrowdy, der Raser.

    Ich muß damit rechnen, dass sich ein Kind aus der Gruppe löst und ohne zu schauen auf den Radweg rennt. Und das mache ich auch. Sie glauben nicht wie oft das passiert.

  7. 15.

    Die Zahl der Fälle, in denen der rbb über Kollisionen zwischen Radfahrern und Autofahrern auf Landstraßen berichtet, nimmt in letzter Zeit ein so erschreckendes Ausmaß an, daß man in der Tat die Frage nach dem Radwegenetz in Brandenburg stellen muß. Befestigte Radwege NEBEN den Landstraßen würden massiv dazu beitragen, Unfälle dieser Art zu vermeiden!

  8. 14.

    Warum gibt es dort keinen Radweg?

  9. 13.

    Ich stelle mir gerade vor, nicht eine Gruppe von Radfahrenden wäre vor dem überholten Fahrzeug gewesen, sondern eine Gruppe von Wandernden hätte noch etwas weiter die Fahrbahn überquert. - Hätten die auch beleuchtet sein sollen? Oder ein Tier, das mit Warnleuchten ausgestattet sein sollte?

    Wenn ein Wechsel von Hell und Dunkel angenommen werden kann und nach Fahrpraxis auch eintritt, bedeutet die Überholvorgang die Reduzierung "der Welt" allein auf die Wunschwelt dessen, der überholen will. Mithin: Die Reduzierung "der Welt" auf die Welt nach eigenem Bilde. Dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

    Es gibt kein Grundrecht auf Überholen. Überholen ist nur dann statthaft, wenn der Streckenverlauf klar einsichtig ist, dazu gehört auch Licht und Schattenbildung.

  10. 12.

    Genau so ist es! Noch kennt keiner die Unfallursache, aber schon werden die Klischees ausgepackt und drauf los gedroschen. Dass Unfälle dieser Art (Gegenverkehr beim Überholen übersehen) quasi täglich passieren, wenn auch meist unter Kfz, wird dabei völlig ausgeblendet. Es ist eine Tatsache, dass vor allem Radfahrer an sonnigen Tagen in solchen Alleen sehr leicht zu übersehen sind, weil sich das Auge nicht schnell genug an die ständigen Wechsel zwischen gleisendem Sonnenlicht und dunklen Schatten anpassen kann. An einem weniger sonnigen Tag wäre der Unfall mit recht hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht passiert. Und auch eine Lichtpflicht für Radfahrer außerorts am Tag hätte vielleicht noch das Schlimmste verhindert, weil sie eben nicht völlig mit dem Schatten verschwimmen. Heutige Fahrradleuchten sind da schon recht gut.
    Tragischer Unglücksfall, aber aus meiner Sicht als Kanonenfutter gegen Autofahrer nach bisherigem Kenntnisstand ungeeignet.

  11. 11.

    DANKE!!!

    Hab mich schon gewundert woher die Experten "unter uns", die Informationen über Geschwindigkeit und Motivation des Fahrers her nehmen.

    @RBB: seid doch bitte etwas sparsamer mit dem Verb "rasen", wenn es keine weiteren Details dazu gibt.

    @Rainer Glaser: Echt jetzt?!? Ich schieße mal zurück:
    "Der Kamikatzeklub ADFC (AlleDeppenFahrenCo2arm) opfert seine Mitglieder, Radler werfen sich vor PkW und LkW, sodass der Rest der Verkehrsteilnehmer schlecht da steht. Aufmerksamkeit erlangen, koste es was es wolle!"

    ... und nein, das war in keinster Weise ernst gemeint!

  12. 10.

    Sie hatten eines noch vergessen: Bei einem 80 jährigen hätte das Alter beim RBB in der Schlagzeile (Überschrift) gestanden.

  13. 9.

    Hallo? Die Überschrift ist falsch! Da muss stehen: 20jähriger Fahranfänger fährt bei Überholmanöver in Radfahrergruppe - ein Schwerverletzter. Damit wäre dem älteren Herrn vom letzten Unfall Genüge getan. Wie schon erwähnt, sind die meisten Chaoten auf den Straßen Jung-Fahrer. Keine Erfahrung, aber Bleifuß. Die Nachschulungen sollten auch bei Fahranfängern jährlich erfolgen, bis genügend Fahrpraxis (nachgewiesen, straffrei, Fahrtenbuch) vorhanden ist. Außerdem sollte eine PS-Begrenzung altersabhängig eingeführt werden. Tauglichkeitsprüfungen und PS-Begrenzung nach Gaußscher Normalverteilung für den Altersschnitt.

  14. 8.

    Sehr interessant zu beobachten, wie die Meinungsströme so fließen. Beim 81Jährigen war selbstverständlich das Alter Schuld. Ohne die Unfallursache zu kennen, wurde tagelang geschrien, Tauglichkeitsuntersuchungen ab 60 Jahre müßten her, bla bla bla. Sogenannte Experten meldeten sich zu Wort, stellten selbige Forderung. Nun, wo ein junger Mann der Verursacher ist, liegt es an der Raserei. Natürlich ohne die Unfallursache zu kennen. Und jetzt bitte die Experten nach vorn, die fordern, diese kriegsähnlichen Zustände auf den Straßen endlich zu beenden. Flächendeckende Kontrollen, empfindliche Strafen bis hin zum Führerscheinentzug für sehr lange Zeit, Beschlagnahmung des Fahrzeugs usw.
    Also bitte, der Ring ist eröffnet.

  15. 7.

    Sie glauben wirklich, dass eine 6V, 3W Funzel (gesetzlich vorgeschrieben)*am Tage zu sehen ist wenn ein Raser unterwegs ist?

    Selbst mit einer hochwertigen LED Anlage werden sie nicht gesehen.

    *Die wenigen 12V Anlagen mal ausgenommen.

  16. 6.

    Die Gewohnheit, das jeweils Maximale aus dem Fahrzeug herauszuholen, ist in der Tat altersunabhängig. Genau dies ist aber die eigentliche Ursache der bagatellisierend bezeichneten Unfällen. Die sind ja nicht einfach nicht da, die passieren tagtäglich - aus Selbstüberschätzung und weil die Situation grob verkannt, ihre Gegebenheiten gerade NICHT erfasst werden. Weil Mensch dann behaupteterweise ein "Loser" wäre, der sich untergeordnet hat.

  17. 5.

    Selbst wenn die mit Warn-, Blink- oder sonstwelchem Licht fahren und noch eine riesengroße Fahne über sich befestigt hätten, wären sie angefahren worden. Dies deshalb, weil nicht geschaut, sondern ohne Schauen berechnet wird. Nach der Rechnung kann und soll natürlich keiner kommen.

    Diese Selbstherrlichkeit und Selbstgerechtigkeit wohnt - so meine Beoachtung - in sehr vielen Menschen. Mit Hilfe eines an die Hand gegebenen Autos führt sie zu den Fällen, von denen hier ein einziger geschildert wird.

  18. 4.

    Offenbar sind diese "HELL-DRIVER" respekt - und ruecksichtslos gegenueber anderen (schwaecheren) Verkehrtsteilnehmern - oder? Wie es sich leider wieder zeigt, spielt das ALTER nicht unbedingt eine Rolle , auch bei 20-jaehrigen RASERN fehlen UERBERSICHT , EINSCHAETZUNG DER GESCHWINDIGKEIT UND VIELES MEHR......?! Je weniger Verkehr auf den Strassen ist, desto weniger wird aufgepasst.

  19. 3.

    Wundert mich nicht, Radfahrer sind auf den grünen Landstraßen kaum zu sehen. Wird wohl auch hier der Fall gewesen sein.
    Lichpflicht für alle! Auch oder gerade Radfahrer!

  20. 2.

    Der Raserclub ADAC isz immer fürs schnelle fahren. Das idt nicht nur für Radfahrer gefährlich, sondern für alle Verkersteilnehmer. Der ADAC will, das Deutschland weiter gerast wird, auch um die Umwelt nachhaltig zu belasten.

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