Eine Puppe hängt an einem Baukran am Hermannplatz (Quelle: Privat/Oliver Schönemann)
Video: Abendschau | 26.08.2018 | Heike Boldt-Schüler | Bild: Privat/Oliver Schönemann

Berliner Hermannplatz - Feuerwehr holt aufgehängte "Flüchtlings-Puppe" von Baukran

Unbekannte haben am Berliner Herrmannplatz eine menschengroße Puppe an einen Baukran gehängt und dadurch einen Polizeieinsatz ausgelöst. Passanten hatten zunächst befürchtet, es könne sich um einen echten Menschen handeln.

Eine an einem Baukran aufgehängte Puppe hat am Sonntagmorgen für einen Polizeieinsatz am Hermannplatz in Berlin-Neukölln gesorgt.

Die dunkle Schaufensterpuppe hing an einem Seil an dem Kran. Sie war bekleidet und hatte eine orangenfarbene Rettungsweste umhängen. Auf einem ebenfalls an dem Baukran befestigten Banner stand "Humanity" - auf Deutsch "Menschlichkeit", wie Polizeisprecher Michael Gassen rbb|24 bestätigte.

Mutmaßlich spielt die Aktion auf die Seenotrettung von Flüchtlingen an. Genaue Hinweise auf die Verursacher oder zum Motiv gab es am Sonntagabend nach rbb-Informationen nicht.

Polizisten entfernen am Berliner Hermannplatz eine Puppe mit Weste, die zuvor an einem Baukran aufgehängt war (Quelle: rbb-Abendschau)
| Bild: rbb-Abendschau

Gegen 8 Uhr alarmierten Passanten die Einsatzkräfte. Einige befürchteten, es könne sich bei dem Aufgehängten um eine leblose Person handeln. Der etwa 23 Meter hohe Baukran ist unter anderem von der Straße und vom Ausgang des U-Bahnhofs Hermannplatz aus zu sehen.

Wie Polizeisprecherin Valeska Jakubowski am Sonntagabend der rbb-Abendschau sagte, waren sich selbst die zuerst eintreffenden Beamten nicht ganz sicher, ob es sich nicht um einen echten Menschen handelte. Die Puppe habe durch ihre Kleidung und die Größe "sehr menschennah" ausgesehen.

Polizisten entfernen am Berliner Hermannplatz eine Puppe mit Weste, die zuvor an einem Baukran aufgehängt war (Quelle: rbb-Abendschau)
| Bild: rbb-Abendschau

Die Polizei rief die Feuerwehr zum Einsatzort, da sie in der Höhe die Puppe nicht erreichen konnte. Gegen 10.30 Uhr holte ein Feuerwehrmann mit einer Absturzsicherung die Puppe vom Baukran.

Es wurde Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt. Die Polizei prüft nun, ob die Aktion strafbar war. Das Banner habe nach vorläufigem Stand keinen strafbaren Inhalt, sagte Polizeisprecher Gassen am Sonntagmorgen.

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10 Kommentare

  1. 10.

    Das mag sein, trotzdem begeben sich diese Männer bei ihren Hilfsaktionen ständig in Gefahr. Da muss man nicht noch zusätzlich gefährliche Situationen erschaffen. Die Männer sind so schon froh, wenn sie abends heil wieder bei ihren Familien ankommen.

  2. 9.

    @Fabian
    Nun lassen Sie mal die Kirche im Dorf.
    Jetzt gehört das Wort Galgen also auch zum Sprachgebrauch der rechten Szene ? Wer war eher da: der Galgen oder Pegida? Bei wikipedia lässt sich kein Zusammenhang Ihrer Definition herstellen.
    Das Betreten eines Baukrans stellt für Feuerwehr sicherlich nicht eine Routine Situation dar. Eine völlig unnötige Aktion wurde eingeleitet. Sie bestimmen ob es sich um eine "erfundene Lebensgefahr" handelt ?! Wenn Sie mehr über die Verursacher wissen, teilen Sie es doch gerne hier mit.
    Das einzig bedenkliche, ist Ihr Kommentar das eine gegen das andere auszuspielen .

  3. 8.

    Der Feuerwehrmann hat das klettern gelernt und ist gesichert!

  4. 7.

    Sehr geehrte(r)
    @steffen|berlin: von einem Galgen ist keine Rede, dieser wird auch nur in rechten Kontexten (pegida) benutzt.
    @ lars blümel, @wladimir
    Naja, das betreten eines in einwandfreiem zustand befindlichen kranes stellt für Feuerwehrleute eine routinesituation dar, alles andere waere ja auch sehr bedenklich. Im Artikel wird sogar auch die Absturzsicherung erwähnt.
    Sehr bedenklich, wie Sie hier versuchen, die erfundene Lebensgefahr für die Person der Feuerwehr gegen die (reellen!) vielen Toten im Mittelmeer aufzuwiegen.

  5. 6.

    Nun ja, rechnen Sie doch mal: Für den unwahrscheinlichen Fall, daß wirklich jemand für diese Aktion bestraft werden sollte, dürfte es allenfalls um ein paar Tausend Euro gehen (vielleicht kann man dem Gericht ja sogar jemanden mit ganz kleinem Einkommen als Sündenbock präsentieren). Und die werden womöglich sogar noch aufgebracht von lauter Sympathisanten, die an gehobener Stelle im öffentlichen Dienst tätig sind, also gut verdienen (Lehrer, Professoren, Bibliothekare und sowas, nicht Feuerwehrleute oder Polizisten). Dafür hat man - am nachrichtenarmen Sonntag, wo die Redakteure über jede Meldung dankbar sind - eine super Publicity bekommen: Dem RBB-Fernsehen war in seiner Nachrichtensendung um 21.45 Uhr dieser Politklamauk sogar wichtiger als der Waldbrand (der ist auch schon drei Tage alt, wird also allmählich langweilig). Und in Sachen Moral gilt doch seit je her bei links wie rechts: Der Zweck heiligt die Mittel.

  6. 5.

    Nur noch Bekloppte auf dieser Welt??
    Was wäre gewesen wenn der Feuerwehrmann abgestürzt wäre??

  7. 4.

    Geschmacklose und gefährliche Aktion! Hab kein Verständnis für solche Aktionen. Wie kommt man auf solch eine abartig Idee, eine menschenähnliche Puppe an einem Kran wie an einem Galgen aufzuhängen? Mal ganz davon abgesehen, dass sich viele Menschen bei dem Anblick mächtig erschrocken haben dürften, weil sie an einen Suizid gedacht haben, vielleicht noch Tage lang Albträume haben könnten. Fühlt man sich jetzt moralisch überlegen?
    So macht man mit Sicherheit nicht auf die Probleme im Mittelmeer sinnvoll aufmerksam.

  8. 3.

    C: Die Aktionisten haben ihr eigenes Leben auf's Spiel gesetzt.

  9. 2.

    Ein Fernglas scheint wohl nicht zur Grundausstattung der Polizei zu gehören? Damit hätte man sicher schnell erkennen können, daß es sich um eine Puppe handelt. Dann hätte es auch gereicht, einen Kranführer der betreffenden Firma ausfindig zu machen. Dabei stellt sich die Frage wie die Puppe da hinauf gekommen ist. A: der Kran war nicht gesichert.
    B: ein Kranführer der Firma war beteiligt.

  10. 1.

    Die Botschaft mag ja in der Sache legitim sein, nur die Darstellung gibt zu denken. Es wird auf die Notwendigkeit der Rettung von Menschen aus einer lebensbedrohlichen Situation hingewiesen, gleichzeitig wird durch diese Aktion ein Mensch, der Feuerwehrmann, in Lebensgefahr gebracht. Wie ist das zu vertreten? Ist das eine mehr wert als das andere? Wäre gesunder Menschenverstand und nicht ideologischer Aktionismus die Triebfeder gewesen, wäre man garantiert auf eine andere Idee gekommen. Ich hoffe, dass die verantwortlichen Personen ermittelt werden, um ihnen den Einsatz in Rechnung stellen zu können. Unserer Rettunskräfte haben wahrlich besseres zu tun, als für so etwas ihr Leben zu riskieren.

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