Foto einer Kamerafalle aus Sperenberg zeigt einen Wolf, der sich mit seinem Rudel in Brandenburg angesiedelt hat. (Quelle: WWF Deutschland)
Video: Brandenburg Aktuell | 06.08.2018 | Michel Nowak | Bild: WWF

Grüne: Forderung "reiner Aktionismus" - Bauernbund Brandenburg fordert "wolfsfreie Zonen"

Mit der Einrichtung von symbolischen "wolfsfreien Zonen" will der Bauernbund Brandenburg Schutzjagden auf Wölfe durchsetzen. "Der Bestand von Wölfen beträgt in Brandenburg nach offiziellen Angaben 240 Tiere und wächst jedes Jahr um 80 weitere", sagte der Geschäftsführer des Bauernbundes, Reinhard Jung, am Montag in Potsdam.

Daher müsse die Landesregierung nach schwedischem Vorbild Schutzjagden ermöglichen, um den Bestand zum Wohle der Weidetierhalter zu regulieren. Jung zufolge haben sich bereits neun Brandenburger Gemeinden zu "wolfsfreien Zonen" erklärt, 18 weitere bereiteten dies vor.

CDU und FDP unterstützen Aktion

Die Aktion wird von der oppositionellen CDU und der nicht im Landtag vertretenen FDP unterstützt. "Umweltminister Jörg Vogelsänger hat unlängst bei der Landesbauernversammlung erklärt, dass der günstige Erhaltungszustand des Wolfes erreicht ist", erklärte der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dieter Dombrowski. "Dann muss der Minister nun Maßnahmen zur Regulierung des Bestandes vorbereiten."

Die in Brandenburg verabschiedete Wolfsverordnung, die den Abschuss "einzelner Problemwölfe" regeln soll, sei untauglich, urteilte Dombrowski. Er warnte davor, dass Wölfe irgendwann auch Menschen angreifen könnten. Vor einem Jahr habe sich ein Wolf in Rathenow (Havelland) einem Schulkind auf zwei Meter genähert.

Die Stadt Lenzen in der Prignitz hatte sich im April als erste Gemeinde zur "wolfsfreien Zone" erklärt. "Es gibt keinen wirksamen Schutz außer Schießen", betonte deren Bürgermeister Christian Steinkopf (CDU).

Grüne: Forderung "reiner Aktionismus"

Die Forderung nach "wolfsfreien Zonen" sehen Brandenburgs Grüne allerdings als "Aktionismus" und "Panikmache". Dies könne nicht die Lösung sein, erklärte der Fraktionsvorsitzende Axel Vogel am Montag. Zunächst müsste die von der Landesregierung Anfang des Jahres in Kraft gesetzte Wolfsverordnung evaluiert und nachfolgend erkennbare Verbesserungen auf den Weg gebracht werden, so Vogel.

Die Grünen fordern eine stärkere Unterstützung für die Tierhalter. "Hierzu gehört auch die Einführung einer Weidetierprämie und eine umfassendere Unterstützung bei der Finanzierung von Präventionsmaßnahmen wie der Beschaffung von wolfssicheren Zäunen oder der Anschaffung und Unterhaltung von Herdenschutzhunden", so Vogel weiter.

Auch der Landesjagdverband lehnt sogenannte "wolfsfreie Zonen" ab. Somit würden Probleme nur von einer Region in die nächste verschoben. Stattdessen müssten Nutztierhalter besser unterstützt werden.

15 Wölfe in Brandenburg illegal getötet

Zuletzt machten illegale Abschüsse von Wölfen in Brandenburg Schlagzeilen: Im Juli starben drei Wölfe - zwei im Landkreis Oder-Spree, einer Landkreis Teltow-Fläming - an Schussverletzungen. In zwei Fällen stellte die zuständige Untere Naturschutzbehörde in Ostbrandenburg Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft. Insgesamt wurden schon 15 illegale Wolfstötungen in Brandenburg registriert.

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.08.2018, 14:00 Uhr

Kommentar

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25 Kommentare

  1. 25.

    Das ist eine eher subjektive These und keine fundierte, belegte Antwort - kommen Sie bitte mit sachlich belegten Informationen.
    Welches Maß ist erträglich und für wen? Das bestimmt immer noch die Natur, jeder Eingriff des Menschen ist nicht natürlich. Ich kann die Bedenken und Sorgen der Massentierhalter durchaus verstehen - aber selbst diese Form der Nutztierhaltung ist nicht natürlich - Bund und Länder sind gefordert, wenn die Wolfspopulation wachsen soll, auch denen Unterstützung zu gewähren, die Tiere auf offenem Weideland halten. Dazu gehört die Förderung der Herdenschutzhunde und deren Haltung von Weidetierhaltern - nur ist die Politik unfähig dies zu erkennen und die Jägerlobby reibt sich die Hände ob der Panik vor "dem Wolf" weil sie wieder Jagdglück wittert.
    Herdenschutzhunde sind durchaus in der Lage, Wölfe auf Abstand zu halten und auch das verinnerlichen diese Tiere und geben es an die Nachkommen weiter. Einfach mal weiterdenken, nicht d. Polemik und Panik nachgeben!

  2. 23.

    Das sehe ich grundsätzlich anders, können Sie Ihre These belegen? Eine sich entwickelnde Population soll also strengstens bejagd werden. Wem dient das bitte?

  3. 22.

    Die sehr lernfähigen Wölfe werden diese Scheu auf Dauer nur behalten, wenn sie scharf bejagt werden. Eine Überführung dieser anpassungsfähigen und daher nicht wirklich bedrohten Art eröffnet die Möglichkeit einer wirksamen Bestandsregulierung und sichert so einen artenreichen Wildbestand sowie den notwendigen Schutz der Nutztiere. Angesichts der rasant zunehmenden Wolfsbestände scheint die Einstufung als streng geschützte Art kaum nachvollziehbar.

  4. 21.

    Worauf begründen sich Ihre Ängste?
    Hatten Sie Kontakt mit Wölfen?
    Ich empfehle Ihnen die Teilnahme im Naturgehege in der Uckermark, eine Wolfsvollmondnacht mit Sach-und fachkundiger Führung mit vielen Erklärungen und Entmythisierungennzum Thema Wolf.

  5. 20.

    Sie sind mal wieder etwas forsch in Sachen Anti-Wolf-Lobbyismus unterwegs. Wie sehr stört es Sie eigentlich zu wissen, dass nach der letzten Forsa-Umfrage aus 04/2018 die Akzeptanz Pro Wolf in der Deutschen Bevölkerung bei 79 % liegt und Sie hier mit Ihrem lethalem Aktionismus eine absolute Mindermeinung vertreten?

  6. 19.

    Es gibt genug Fachliteratur dazu, nutzen Sie diese gerne um den Horizont zu erweitern.
    Tiere sind durchaus in der Lage, Erfahrungen an nachkommen weiterzugeben. Nicht wie von ihnen so verniedlicht in Frage gestellt sondern dur h Änderung eigenen Verhaltens. Und beim Verhalten der Menschen in Form von Bejagung und Verdrängung ist Generationen übergreifend ein Verhaltensmuster wie dem jetzigen entstanden, dem Menschen auszuweichen. Sie können dazu auch gerne die Geschichte der Gattung der Rabenvögel hinzuziehen, die auch eine natürliche Scheu und Argwohn dem Menschen gegenüber entwickelten. Dazu muss man aber lesen. Das kostet Zeit, nehmen Sie sie sich, es ist nicht von Schaden.

  7. 18.

    "Denn wie erklären Sie sich, dass Wölfe in Wildparks unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen gehalten werden...".
    Erstmal, damit kein Besucher auf die dumme Idee käme, da rüber zu klettern oder anderweitig mit den Tieren in Kontakt zu treten. Außerdem haben die Wölfe in Tierparks schon lange ihr natürliches Verhalten abgelegt und würden im Falle eines Ausbruchs auch dem Menschen zudringlich werden, da sie Fütterung gewohnt sind. Daher die zusätzliche Sicherung im Gehege.

  8. 17.

    Schämen Sie sich gar nicht, solch einen unmenschlichen Unsinn öffentlich zu äußern: "...Wann wird dann endlich eine Begrenzung der Anzahl der Zweibeiner "sog. Menschen" eingeführt - am Besten weltweit - ..."? Wie wollen Sie das anstellen, aussortieren, erschießen? Meine Güte!

    Nehmen Sie sich den Wolf zum Vorbild, dessen Handeln würde sich nie gegen die eigene Art richten!

  9. 16.

    Weil die Ökos mehr und mehr Dinge durchsetzen, die Menschen schaden. Mit Umweltschutz hat das meiste davon nichts zu tun. Grundregel: Wenn die Grünen etwas fordern, ist meistens das Gegenteil sinnvoll.

  10. 15.

    Der Satz des CDU-Bürgermeisters aus Lenze, dass es "keinen wirksamen Schutz ausser Schiessen" gäbe ist ein ganz furchtbarer Satz. Es haben schon 15 Irre, die (legal?) Waffen besitzen, diese benutzt, um damit Wölfe in Brandenburg illegalerweise zu schiessen. Da haben also schon 15 gefährliche Straftäter ihren Wilderer-Trieben nachgegeben und streng geschützteTiere grundlos erschossen. Ich wünsche mir ganz schnell die Errichtung "hysteriefreier Zonen".

  11. 14.

    Die CDU und die FDP sind jetzt echte Populisten und unterstützen den Schwachsinn mal wieder. Welch ein Wunder. War das nich Aufgabe einer neuen" Partei? Wann wird dann endlich eine Begrenzung der Anzahl der Zweibeiner "sog. Menschen" eingeführt - am Besten weltweit - denn die Bedrohen den Bestand an sämtlichem anderen Leben. Die Bauern können nicht immer nur mit dem Finger auf Störenfriede zeigen. Sie müssen auch endlich mal lernen, dass z.B. eine Vermarktung über Hofverkäufe viel lukrativer wäre (das gibt es hier sehr sehr sehr selten). Dann würden sie auch wirtschaftlich besser dastehn und müssten sich nicht wegen jeder "Mücke" die ins Feld pinkelt aufregen. Außerdem fehlt einfach die optimale Unterstützung von (Umwelt)-politischer Seite für ein ungestörtes Miteinander von Zwei- und Vierbeinern.

  12. 13.

    Also, ich habe schon Angst vor dem Wolf - und die ist nicht vorgeschoben. Denn wie erklären Sie sich, dass Wölfe in Wildparks unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen gehalten werden, wenn sie so harmlos sind, wie Sie behaupten.

    Und was die "handfesten wirtschaftlichen Interessen der Bauern und Viehzüchter" betrifft, da haben Sie natürlich Recht. Und die Schäfer, Bauern und Viehzüchter haben natürlich umso mehr Recht, dass sie ihre Tiere und ihre eignene Existenz vor dem Wolf schützen wollen.

    Fänden Sie es denn toll, wenn Ihre Arbeit so grausam, aber vermeidbar zunichte gemacht würde?

  13. 12.


    "Wolf=eigenständig, nicht domestizierbar und dem Menschen scheu eben WEGEN des Menschen Verhaltens bis zur Ausrottung."

    Wie darf ich mir das "WEGEN des Menschen" vorstellen? Also, die Wölfe wissen um die Schrecklichkeit des Menschen, der sie ausrotten will? Kommunizieren sie das abendlich im familiärer Rudelrunde? Und jetzt wird dem Wolf ja nix Übles mehr getan, haben sie das schon mitgekriegt, die Wölfe? Haben sie schon darüber gesprochen? Dann könnten sie ja ihre Scheu ablegen...

    Mich überzeugt Ihre Argumentation überhaupt nicht.

  14. 11.

    Bitte vergleichen Sie nicht Äpfel mit Blumenkohl. Es gibt etliche MILLIONEN Hunde in Deutschland aber bisher nur einige Hundert Wölfe. Noch. Das gilt überigens auch für Nutzer Wuschel - es gibt mehrere Millionen Kfz. Und bevor sich der nächste Schlaumeier meldet: es gibt Millionen von Wildschweinen und 383.000 Jagdscheininhaber.

  15. 10.

    Warum lesen Sie eigentlich trotzdem solche Beiträge, wenn diese Sie um's Verrecken nicht interessieren und Sie Umwelt- und Klimaprobleme vehement leugnen und über engagierte Menschen herziehen? Ihre Beiträge im rbb Forum sind durch Ihre Ignoranz und Überheblichkeit mittlerweile unerträglich geworden.

  16. 8.

    Zuviel Märchen gelesen? Das täte mir leid oder Sie sind den populistischen Argumenten von Bauern und Jagdverbänden auf den Leim gegangen.
    Informieren Sie sich doch bitte erst einmal über den Wolf, sein Verhalten und seine Sozialstruktur:

    Hund domestiziert aus Hybriden und Zuchten. Mitunter Qualzuchten und im Ergebnis bei einigen Rassen mit Krankheiten (Mops und andere Kleinhunde, bzw. auch weiße Schäferhunde, die aus einem Paar mit Genfehlern stammen und immer weiter gezüchtet werden und die Folgen in Kauf genommen werden) oder angezüchteten Verhaltensweisen (siehe Russischer Schwarzer Terrier oder anderen Herdenschutzhunden, die in privater Hand NICHTS zu suchen haben!)

    Wolf=eigenständig, nicht domestizierbar und dem Menschen scheu eben WEGEN des Menschen Verhaltens bis zur Ausrottung.

    Was wollen Sie uns jetzt sagen?

  17. 7.

    Das ist ja wieder das Richtige für unsere Ökospinner.

  18. 6.

    Die Angst vor Wolfsangriffen auf den Menschen ist doch nur vorgeschoben. Letztendlich geht es um handfeste wirtschaftliche Interessen seitens der Bauern bzw. Viehhalter. Wie erklären Sie sich sonst die selbe Diskussion in Bayern in Sachen Luchs? Der wird dort von mancher Klientel genauso gehasst und illegal abgeknallt wie in Brandenburg, obwohl er ebenso geschützt ist. Glauben Sie etwa, weil man Angst vor Luchsangriffen auf den Menschen hat?

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