Ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten in Senftenberg. (Quelle: rbb/Aktuell)
Video: rbb aktuell | 10.08.2018 | Bild: rbb/Aktuell

Bürgermeister sieht Landesumweltamt in der Pflicht - Wer entsorgt die abgebrannten Reifen in Senftenberg?

Nach den beiden Bränden in einem Reifenlager in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) ist die Frage der Entsorgung noch ungeklärt. Er sehe das Landesumweltamt in der Pflicht, sagte Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) am Freitag dem rbb. Es habe die Genehmigung für den Betrieb der Anlage erteilt.

Fredrich sprach von gefährlichem Sondermüll auf dem illegalen Lagerplatz, der auch zu starker Geruchsbelästigung der Anwohner führe. Wenn der Wind ungünstig stehe, sei das für die Anwohner nicht schön. Das Landesumweltamt müsse nun zügig die nächsten Schritte festlegen, um die Brandreste zu entsorgen, sagte Fredrich weiter.

Archivbild: Andreas Fredrich (SPD), Bürgermeister der Stadt Senftenberg. (Quelle: dpa/Franke)
Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) | Bild: dpa/Franke

Mitarbeiter des Landesumweltamts hätten sich am Freitag erneut am Brandort umgesehen, sagte Amtssprecher Thomas Frey. Die Situation vor Ort werde genau begutachtet, um nötige Schritte zu überlegen. Von den etwa 3.000 Tonnen gelagerten Altreifen und Gummi-Abfällen waren etwa drei Viertel von den Bränden betroffen. Die Entsorgungskosten liegen Frey zufolge im sechsstelligen Bereich.

Eigentümer gilt als mittellos

Das Landesumweltamt teilte dem rbb schriftlich mit, es werde keine schnelle Lösung geben. Ein Grund dafür sei, dass für die Entsorgung eigentlich der Eigentümer des Lagers Verantwortung trage. Doch der gilt seit seiner Insolvenz als mittellos und reagiert nicht auf die Aufforderungen der Behörden. Bereits seit der Einstellung des Betriebes wegen Insolvenz 2009 versuche das Landesamt, die Beräumung der Flächen mit Rechtsmitteln durchzusetzen, sagte Amtssprecher Frey. Das Verfahren laufe immer noch.

Eine halbe Million Euro Kosten

Im Moment prüft das Land Brandenburg, ob es die Entsorgung der Reifen selbst vornimmt. Doch dabei geht es ums Geld: Die fachgerechte Entsorgung von gefährlichem Sondermüll wie den stinkenden Gummibrandresten in Senftenberg kostet rund 200 Euro pro Tonne. Auf die Gesamtmasse der Reifen hochgerechnet, wären das mehr als eine halbe Million Euro.

Würde die Brandstelle zusätzlich mit Sand abgedeckt, zum Beispiel um die Geruchsbelästigung einzudämmen, würde sich die Menge des zu entsorgenden Sondermülls fast verdoppeln.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.08.2018, 10:15 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Einige Dinge dieses Falles sind nicht ganz schlüssig. Was ist der Eigentümer, eine natürliche oder juristische Person? Wenn ordentlich Insolvenz angemeldet wurde muss es einen Insolvenzverwalter geben, warum wird also versucht mit einem anderen als diesem in Kontakt zu treten. Wenn kein Insolvenzverfahren eröffnet wurde ist der Eigentümer weiter voll haftbar. Hat sich die Stadt vorsorglich einen Schuldtitel ins Grundbuch eintragen lassen? Denn wenn auf Kosten der Steuerzahler entsorgt wird, bekommt der Eigentümer ein geräumtes Grundstück, dass dann ein vielfaches an Wert hat, als im Augenblick, und das, ohne einen Euro zu investieren.

  2. 3.

    Herr Krüger, das ist nicht unverantwortlich, das ist kriminell und alle Beteiligten auf beiden Seiten gehören ins Gefängnis und lebenslanges Verbot in irgendeiner Weise tätig zu werden. Das ist ja bei uns im Osten Mode seit Eingliederung in den Westen und man hat damit viel Geld gemacht und uns Ostdeutschen geschadet, so geht Kolonialismus.

  3. 2.

    Nach der Überlieferung waren es Architekten, die die erste Versicherung gründeten, sodass im Fall eines zusammengestürzten, weil fehlerhaft berechneten Gebäudes überhaupt der Schaden bezahlt werden konnte, der ein Privatvermögen weit übersteigt.

    Wer ein Kfz - eine mobile Verbrennungsanlage - betreibt, muss zu Recht eine Haftpflicht abschließen, damit im Falle eines Zusammenstoßes der Schaden beglichen werden kann. Beim Betreiben eines Unternehmens scheint dies nicht zu gelten. Massenhaft stehen Gebäude und Grundstücke herum, mit Altlasten aller Art, die sich entweder selbst entzünden oder als verlassener, unbeaufsichtigter Ort Charaktere anziehen, die auf weitere Destruktion aus sind.

    Ich empfinde diesen Tatbestand als unverantwortlich.



  4. 1.

    Ich musste das erst zwei mal lesen. Da kauft also jemand ein Grundstück mit Sonderfall. Die Stadt, obwohl keine Genehmigung vorlag, bleibt zwecks Aufforderung zur Entsorgung unter Androhung von Zwangsmaßnahmen, untätig, sondern hat jetzt den Fall, dass aufgrund der Insolvenz noch nicht mal das Grundstück pfändbar ist, da es in die Insolvenzmasse einfließt. BRAVO! !!Und jetzt soll der Steuerzahler die Sauerei bezahlen. Pralle Leistung.

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