Das Cafe Sibylle ist ein alteingesessener Zeitzeuge im denkmalgeschützten Teil der Karl-Marx-Allee. (Bild: imago/Hohlfeld)
Bild: imago/Hohlfeld

Café auf der Karl-Marx-Allee eröffnet wieder - "Sibylle" lebt

Karl-Marx-Allee, Parkett-Fußboden und Ost-Charme - drei wichtige Komponenten, um einem Café das Attribut "traditionell" zu verleihen: Das voll traditionelle "Sibylle" hat einen neuen Betreiber und so wird's dort wohl bald wieder Kaffee und Kuchen geben.

Das "Café Sibylle" ist ein typischer Fall von "Oh, wie schön war es doch früher!": große Fensterfronten im Parterre der Stalinbauen auf der Karl-Marx-Allee, alte Stühle, abgewetztes Parkett, hohe Decke. Noch cafehausmäßiger kann's auch in Wien oder Budapest kaum sein. Oder fast. Leider aber war das Cafe zuletzt geschlossen, doch nun winkt Hoffnung auf neues Leben im "Sibylle".

Nach mehrmonatiger Schließung sei ein neuer Betreiber gefunden worden, der bereits einen Mietvertrag unterzeichnet habe, teilte das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg am Dienstag in Berlin mit. Die Eröffnung sei dann für Oktober geplant.

Erst Milchtrinkhalle, dann Mode-Cafe

1953 war das Café als "Milchtrinkhalle" eröffnet worden und wurde später nach dem DDR-Modemagazin "Sibylle" benannt. Es ist heute einer der letzten original erhaltenen Orte in der denkmalgeschützten Wohnanlage der in den 1950er Jahren errichteten früheren Stalinallee. An die Zeit der Entstehung der Allee erinnert auch eine Ausstellung im Café.

Mieter wird dem Bezirksamt zufolge die gemeinnützige "puk a malta gGmbH". Wesentliche Bestandteile des Konzeptes des Betreibers seien die bisherige Ausstellung sowie kulturelle Veranstaltungen. Die "puk a malta gGmbH" ist den Angaben zufolge ein Weiterbildungs- und Beschäftigungsträger. Neben Selbsthilfewerkstätten zu den Themen Textil, Holz, Keramik und Fahrrad betreibe der Träger die Galerie "Made in Wedding", einen Ausstellungsraum für Alltagskultur.

Sendung: radioBerlin88,8, 21.08.2018, 12 Uhr

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    na wunderbar, das Caffee Sybille öffnet wieder.
    Ein Lichtblick in der Karl- Marx-Allee mit den vielen Galerien, Banken, Versicherungen, Ausstellungen.....
    Wir freuen uns schon sehr wieder einen Ort zum quatschen, lecker Essen und verweilen zu haben.

  2. 5.

    Ich freue mich schon sehr auf die Eröffnung, hoffentlich bald. Dieses schöne Kiez-cafe lockt nicht nur Einheimische hinter dem Ofen vor.
    Nun hoffe ich sehr, dass wir uns dann wieder bei der "Liederfrischung" zum gemeinsamen Volksliedsingen zusammenfinden können.
    Märchen Aristide

  3. 4.

    ... also echt, was für eine dumme Ignoranz ... von wegen Stasileute und trauernd in den Armen liegen ... dieser Mensch ist in der Tat einfach nur dumm ... bitte mal selbst vorbeischauen und Kaffee und Kuchen mit netten Menschen genießen ... von Stasi und ähnlichem keine Spur ...

  4. 3.

    Was für ein dummer Kommentar.
    Das Cafe Sybille besuchen Menschen, die teilweise seit den 50 ziger Jahren in der Karl-Marx-Allee leben und es ist u.a. eines der letzten Einrichtungen der ehemals sehr schönen lebendigen Straße.
    Das Cafe wurde immer schon auch von jungen Leuten und Touristen besucht.
    In der "guten alten Zeit" haben sich die Menschen noch umeinander gekümmert und waren jedenfalls glücklicher und vor allen zufriedener als jetzt.

  5. 2.

    Ein Treffpunkt alter Stalinisten, Stasi-Offizieren und Parteikadern der DDR, die sich trauernd in den Armen liegen und der "guten alten Zeit" nach weinen. Jetzt müssen wir nicht auch noch damit anfangen.

  6. 1.

    Wer’s mag. Ostalgie pur. Vielleicht schauen Erich und Margot auch mal vorbei.

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