Nadja Pernat, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, nutzt auf einem Friedhof einen Aspirator zum Einfangen von Stechmücken für eine Forschungsarbeit. Die Biologin will herausfinden, welche Mücken es in der Stadt gibt. (Quelle: dpa/Gregor Fischer)
Bild: dpa/Gregor Fischer

Biologin bittet um Hilfe beim Sammeln - Für die Mückenforschung in Berlin fehlen Mücken

Die lange Trockenheit erschwert die Forschung zu Stechmücken in Berlin. Seit April macht Forscherin Nadja Pernat in sechs ausgewählten Gebieten mit einem speziellen Mückensauger Jagd auf die Insekten - in Schöneberg, Waidmannslust, Kaulsdorf, Weißensee, Rahnsdorf und Grünau. Doch das für Mücken ungünstige, trockene Wetter verhindere eine größere Ausbeute, sagt die Doktorandin vom Leibniz-Institut für Agrarlandforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg.

Wo wachsen Berlins Mücken heran?

Deshalb bittet Nadja Pernat nun die Bevölkerung um Mithilfe: Berliner können selbst gefangene Mücken an den ZALF-"Mückenatlas" schicken. Eine Anleitung gibt es auf der Webseite des Forschungsprojekts. Wichtig dabei: Die toten Mücken sollen nicht zerquetscht werden.

Die Biologin erforscht die bevorzugten Brutstätten von Stechmücken in Berlin und will herausfinden, ob die Mücken bestimmte Flugstrecken in Wohngebiete nutzen. Außerdem will sie erstmals nach Jahrzehnten wieder Ergebnisse zur Mückenvielfalt in Berlin vorlegen. In Deutschland gibt es um die 50 verschiedene Arten.

Ein Forschungsschwerpunkt von Nadja Pernat sind invasive Stechmücken-Spezies wie die Asiatische Tigermücke, die Krankheitserreger übertragen kann und sich auch hierzulande ausbreitet. Für die Experten ist es nur eine Frage der Zeit, bis Arten wie diese auch in Berlin ankommen. Städte seien besonders interessant für ihre Forschung, sagt die Biologin, weil sie durch Handel und Tourismus funktionierten wie Schmelztiegel. Mit Autos, Lastern, Flugzeugen und Containern kämen exotische Mücken auch in unsere Breiten.

Trockenes Frühjahr schadete den Mückenpopulationen

Viele Touristen im Spreewald dürfte die Mückenarmut im Gegensatz zu der Berliner Forscherin hingegen freuen. Im Frühjahr konnten sich in der Region kaum Mückenpopulationen in Tümpeln oder Brackwassern bilden, weil es wenig Niederschlag gegeben habe, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kahnfährgenossenschaft Lübbenau, Steffen Franke, am Mittwoch.

Die jetzige Sommerhitze und ausbleibender Regen beeinträchtigen den Kahnfahrtbetrieb nicht, wie es neben Lübbenau auch vom Hafen in Burg hieß. Es gebe keine Probleme mit den Wasserständen in den Fließen, da Wasser unter anderem aus der Talsperre Spremberg zugeführt wird.

Sendung: Radioeins, 08.08.2018, 16 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Himmel ich bin froh in diesem Jahr von den Plagegeistern verschont zu bleiben. Noch nicht eine in meiner Wohnung gehabt. Geschweige denn gesehen.

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