Frohnsdorf: Feuerwehrwagen und Polizeifahrzeuge stehen am Ortseingang. Drei Tage nach Ausbruch des Waldbrands vor den Toren Berlins hat die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle, die Glutnester aber noch nicht komplett gelöscht. (Quelle: dpa/Pörschmann)
Video: Brandenburg Aktuell | 27.08.2018 | Bild: dpa/Pörschmann

Erkenntnisse nach Waldbränden bei Treuenbrietzen - Kommunikation zwischen Feuerwehrleuten war "Riesenproblem"

Die Feuer des riesigen Waldbrandes bei Treuenbrietzen sind weitgehend gelöscht. Vieles lief gut bei den Löscharbeiten, anderes sorgte für erhebliche Probleme. So musste die Telekom mobile Masten stellen, damit die Retter überhaupt kommunizieren konnten.

Das Wetter spielt bei der Brandentwicklung eine entscheidende Rolle

Die Trockenheit der vergangenen Monate hat die Feuer in Brandenburg erst in dieser Form möglich gemacht. Noch ist die Brandursache unklar, doch möglich ist vieles. Brandstiftung, Unachtsamkeit, Selbstentzündung stehen auf der Liste. Aber egal, woher der entscheidende Funke jeweils kam, einer genügt. Schon wochenlang herrschte in fast ganz Brandenburg überall eine hohe oder sehr hohe Waldbrandgefahr. Während der aktuellen Brände rund um Treuenbrietzen kam das aktuelle Wetter als erschwerender Faktor hinzu: Einerseits stellte sich der erhoffte und teils auch vorhergesagte Regen nicht oder nicht ausreichend ein, andererseits fachte der immer wieder drehende böige Wind das Feuer immer wieder neu an. Auch für die kommenden Tage ist kaum Niederschlag gemeldet. Am Montag gibt es weiterhin teils frischen Südwestwind. Ab Dienstag soll der Wind nur noch schwach bis mäßig wehen.

Die Feuerwehr beseitigt Brandnester. (Quelle: rbb/Annette Miersch)
Feuerwehrkräfte beim Einsatz im Waldbrandgebiet heben mit Schaufeln Waldboden aus und löschen die Glut. | Bild: rbb/Annette Miersch

Kommunikation durch fehlendes Netz erschwert

Die Kommunikation zwischen den Helfern sei ein "Riesenproblem" gewesen, sagte Waldschutzbeauftragter Engel rbb|24. Die Telekom habe dann, weil der Handy-Empfang in dieser ländlichen Region nicht verlässlich gewesen sei, eigens mobile Masten aufgestellt, damit die Retter in Kontakt bleiben konnten. "Man sieht, mehr Masten würden der Region dort helfen", so Engel.

Frohnsdorf: Der Platz der Einsatzleitung der Feuerwehr in Frohnsdorf erstrahlt im Flutlicht. (Quelle: dpa/Soeder)
Der Platz der Einsatzleitung der Feuerwehr in Frohnsdorf erstrahlt im Flutlicht. | Bild: dpa/Soeder

Glutnester sorgen für langfristigen Einsatz

Zwar sind die Feuer rund um Treuenbrietzen inzwischen weitgehend gelöscht, doch die Gefahr ist trotzdem noch nicht wirklich gebannt. Denn, so Waldbrandschutzbeauftragter Engel im rbb, bei einem derart großen Brand – betroffen waren etwa 400 Hektar – brenne der Boden so tief, dass die Feuerwehrleute nicht alle Glutnester erkennen können. Aufkommender Wind sorge im Zweifelsfall dafür, dass an den Stellen dann, soweit brennbares Material in der Nähe sei, die offenen Flammen wieder auflodern können.

Der Löschpanzer Spott 55 ist 45 Tonnen schwer, 580 PS stark, bis zu 50 Kmh schnell. (Quelle: rbb/spezial)
Der Löschpanzer Spott 55 ist 45 Tonnen schwer, 580 PS stark, bis zu 50 Kmh schnell. | Bild: rbb/spezial

Kooperation und Solidarität sorgen für Erfolg

Räumpanzer (die Schneisen in den Wald schlagen) und Löschpanzer sowie Hubschrauber der Bundeswehr (die Wasser abwerfen), Wasserwerfer der Bundespolizei, Güllewagen der Landwirte (die Wasser transportieren), Forstarbeiter, Feuerwehrleute und der Einsatz von Löschschaum (damit sich der Brand nicht weiter ausbreiten kann), sorgen schlussendlich für den Erfolg bei der Feuerbekämpfung.

Kooperiert wurde auch auf der menschlichen Seite. Nachdem das Land Brandenburg ein Amtshilfeersuchen gestellt hatte, unterstützte die Berliner Feuerwehr die Brandenburger Kollegen seit Sonntag bei der Brandbekämpfung.

Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren (die Berufsfeuerwehren unterstützten die Einsatzleitung). Und zwar nicht nur aus dem Brandgebiet, sondern "Kräfte von landauf und landab", hätten die Löscharbeiten geleistet, so Brandenburgs Waldschutzbeauftragter Raimund Engel. Auch die Bevölkerung unterstützte die Retter mit reichlichen Lebensmittelspenden.

Die Feuerwehr arbeitet am 24.08.2018 in Frohnsdorf bei Treuenbrietzen (Bild: rbb/Annette Miersch)
Bei den Löscharbeiten in Süd Brandenburg arbeiteten Feuerwehrkräfte aus drei Bundesländern, freiwillige Feuerwehren und das THW eng zusammen. Landwirtschaftliche Betriebe und Zivilpersonen unterstützten die Löscharbeiten tatkräftig. | Bild: rbb/Annette Miersch

Nachwuchsmangel bei der Feuerwehr macht sich bemerkbar

Viele der Feuerwehrleute im Einsatz waren an ihren Belastungsgrenzen. "Man merkt jetzt dass man nicht mehr viel Personal zur Verfügung hat", sagt Engel und verweist auf den Nachwuchsmangel bei der Feuerwehr. Und auch die Leute, die noch da seien, hätten schon ohne Waldbrände alle Hände voll zu tun.

Es sei jetzt die Aufgabe der Politik, sich zu überlegen, ob die Situation so zur Sicherung der öffentlichen Ordnung ausreiche. Witterungsextreme müssten fest mit eingeplant werden, so Engel weiter. "Letztes Jahr waren die Kollegen wegen des Hochwassers und der Stürme im Dauereinsatz." Die Lage sei dramatisch, hatte der Präsident des Brandenburgischen Feuerwehrverbands zu Jahresbeginn gewarnt. Innerhalb von zwölf Jahren sei die Zahl der Feuerwehrleute von rund 48.000 um 10.000 geschrumpft.

Munition im Boden erschwert die Lage

Alte Munition sorgte dafür, dass die Brände schwer zu kontrollieren und vorherzusagen waren. Sie stellte auch für die Feuerwehleute selbst eine große Gefahr dar. Deshalb konnten die Helfer an einigen Stellen die Wälder auch nicht betreten, sondern nur am Rand der Brände patrouillieren. Rund um Berlin könne man von einer Art Munitions-Gürtel sprechen, sagte Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke. Auch deshalb kamen Panzer zum Einsatz. Nicht nur auf ehemaligen Truppenübungsplätzen seien die  Löscharbeiten die gefährlich, sondern es liege auch noch Munition aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges im Boden. Die vorhandenen Wege müssten dringend geräumt werden, sodass ein sicheres Befahren dieser möglich sei, so Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Engel. So könne man "Angriffslinien" schaffen, um ein Feuer, das ausbricht bekämpfen zu können. Das gehe, so Engel, aber "nicht von heute auf morgen auf ganzer Fläche".

Wegen des Waldbrandes evakuierte Bewohner aus Frohnsdorf, Klausdorf und Tiefenbrunnen warten am 24.08.2018 gemeinsam im Notquartier in Treuenbrietzen darauf, dass sie in ihre Häuser zurückkehren können. (Bild: rbb-Fernsehen)
Bewohner aus den Orten Frohnsdorf, Klausdorf und Tiefenbrunnen wurden am 23.08.2018 evakuiert und in der Stadthalle von Treuenbrietzen untergebracht. | Bild: rbb-Fernsehen

Evakuierung von Menschen teils unter Zeitdruck

Lediglich 100 Meter trennten manche Häuser im Brandgebiet von den Flammen. Die Einwohner mehrerer Dörfer, insgesamt 540 Menschen, mussten teils ad hoc evakuiert werden. Die Feuerwehr klopfte bei ihnen und rief "Alle raus!" Zeit blieb da im Zweifelsfall nicht viel. Mitnehmen durften die Betroffenen nur das Nötigste: Papiere, Kleidung und Medikamente. Tiere durften nicht mitgenommen werden. Direkt vom Feuer betroffen gewesen seien die Dörfer zwar nicht, doch die Rauchentwicklung sei jedoch zu stark gewesen, um die Bewohner in ihren Häusern zu lassen. Zwischenzeitlich durften die Menschen aber unter Polizeibegleitung in ihre Behausung zurück, um persönliche Sachen zu holen und ihre Tiere zu versorgen.

Treuenbrietzen: Löschfahrzeuge der Feuerwehr stehen in einem Waldstück bei Treuenbrietzen. Etwa 350 Feuerwehrleute sind noch zur Bekämpfung von Glutnestern der Waldbrände im Einsatz. (Quelle: dpa/Hirschberger)
Löschfahrzeuge der Feuerwehr stehen in einem Waldstück bei Treuenbrietzen. Etwa 350 Feuerwehrleute waren zur Bekämpfung von Glutnestern der Waldbrände im Einsatz. | Bild: dpa/Hirschberger

Beißender Qualm zieht richtig weit

Obwohl das Zentrum des großen Brandes bei Treuenbrietzen  50 Kilometer südwestlich von Berlin lag, bekamen auch Anwohner Berlins stärkere Auswirkungen zu spüren. Ganze Straßenzüge waren laut Feuerwehr verraucht. Am Freitagmorgen seien weite Teile der Stadt betroffen gewesen, hieß es. Südwestwind hatte die beißenden Rauchschwaden in der Nacht in die Hauptstadt hineingetragen. Die Warnung vor dem Rauch, eine amtliche Gefahrenmeldung, wurde schließlich auch für die vom Brandherd teils noch weiter entfernten Landkreise Frankfurt (Oder), Märkisch-Oderland und Oder-Spree ausgegeben.

Rauchwolken steigen zwischen Frohnsdorf und Klausdorf (Brandenburg) auf. (Quelle: dpa/Graf)
Am 23. August stiegen zwischen Frohnsdorf und Klausdorf in Brandenburg riesige Rauchwolken auf. | Bild: dpa/Graf

Brandenburg ist Waldbrandland Nummer eins

Im Schnitt der vergangenen zehn Jahre gab es in Deutschland fast 700 Waldbrände pro Jahr. Am häufigsten sind die Regionen Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, die Lüneburger Heide sowie Teile von Sachsen und Sachsen-Anhalt betroffen. Im Jahr 2017 lag Brandenburg mit knapp 140 Bränden deutlich an der Spitze. Nirgends in Deutschland gibt es laut Potsdamer Forstministerium so viele Kiefern wie in der Mark - auf rund 70 Prozent der Waldfläche des Bundeslandes stehen die Nadelbäume. Und diese  Kiefern-Monokulturen auf oft sandigem Boden sind stärker waldbrandgefährdet als Laub- und Mischwälder. Zudem trocknet der aus Kiefernnadeln bestehende Boden schnell aus und kann ebenfalls brennen. Notwendig sind laut Bundesumweltministerium "klimatolerante Mischwälder aus überwiegend heimischen Baumarten" - dafür gebe es auch Fördertöpfe. Zusätzlich ist die durchschnittliche  Regenmenge in Brandenburg deutlich geringer als etwa in Bayern.

Der Wald brannte am 24.08.2018 bei Frohndorf (Bild: rbb/Annette Miersch)Das Feuer breitete sich, wie hier bei Frohnsdorf, überwiegend auf dem Waldboden aus. Glücklicherweise gingen die Flammen nur stellenweise auf die Baumwipfel über.

Deutschland besitzt keine Löschflugzeuge

Der Präsident des Technischen Hilfswerks (THW), Albrecht Broemme, hat sich angesichts der Waldbrände dafür ausgesprochen, auch in Deutschland Löschflugzeuge anzuschaffen. Die zunehmende Trockenheit zeige, dass dies notwendig sei, sagte Broemme am Freitag im rbb. "Ich gehe davon aus, dass wir auch in Deutschland den Einsatz von Löschflugzeugen brauchen". Bisher sei es dazu noch nicht gekommen. Er hoffe, dass eine europäische Initiative hier zu einem Umdenken führe. "Vielleicht zeigt auch diese Lage, die wir jetzt erleben, dass wir doch ganz gut beraten sind, einige Dinge europäisch gemeinsam zu lösen".

Sendung: Brandenburg Aktuell, 27.08.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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14 Kommentare

  1. 14.

    Zitat: „Vielleicht zeigt auch diese Lage, die wir jetzt erleben, dass wir doch ganz gut beraten sind, einige Dinge europäisch gemeinsam zu lösen"

    Keine Beteiligung von Deutschland an einer europäischen Löschflugzeugflotte! Die Teile werden dann überall herumfliegen, bloß nicht in Deutschland. Da wo die großen Brände in Europa waren, haben Politiker oft die Brandbekämpfung am Boden vernachlässigt. Die setzen viel auf Löschflugzeuge (siehe „Europas Urlaubsregionen in Flammen“). Warum sollen wir das noch subventionieren und den Zahlmeister spielen?

    Wir helfen doch jetzt schon aus!

    siehe „zeit Waldbrand-Bekämpfung: Deutsche Feuerwehr hilft in Schweden“

    Zitat: „Inzwischen helfen auch deutsche Feuerwehrleute aus … … Seit mehreren Tagen sind auch fünf deutsche Hubschrauber und ihre Besatzungen im Einsatz in Skandinavien. Weil die Schweden keine eigenen Löschflugzeuge haben ...“

    Wir können (wenn dann) auch mit eigenen Löschflugzeugen helfen. Oder eben Hubschrauber.

  2. 13.

    Ich bin zwar auch für große Hubschrauber anstatt Löschflugzeuge, aber ich kann ihre Einwände nicht ganz nachvollziehen.

    Als die Lüneburger Heide gelöscht werden musste, tankten die französischen Flugzeuge im Steinhuder Meer auf. Das war 90 km entfernt.

    Steinhuder Meer: mittlere Tiefe von 1,35 m und maximale Tiefe von 2,9 m.

    Schwielowsee: mittlere Tiefe von 2,80 m und maximale Tiefe von 9,10 m.

    Das Löschflugzeug CL-415 benötigt, um auf dem Wasser zu starten, 814 Meter (siehe „wiki Canadair CL-415“). Um auf einem Gewässer (See oder Fluss) aufzutanken, werden 400 Meter benötigt (12 Sekunden). Außerdem sollten 2 Meter Wassertiefe sein.

    Das Löschflugzeug in Aktion siehe „Bombardier CL-415 Super Scooper Picking up Water“

    Seen kann man außerdem tiefer machen oder sogar anlegen. Beim Tagebau Hambach soll voraussichtlich ein See entstehen, der eine Fläche von 4200 ha und eine Tiefe bis 400 m hat (siehe „wiki Tagebau Hambach Verfüllung des Restlochs“).

  3. 12.

    Immer wieder diese fixe Idee mit den Löschflugzeugen... Wo soll man denn ein großes Löschflugzeug, z.B. Canadair, in Brandenburg überhaupt befüllen? Schwielowsee ist zu flach, Müggelsee ist der Flughafen im Weg, Müritz zu weit weg. Hubschrauber sind doch viel effizienter, besonders wenn man das Flugzeug nicht per Wasserung, sondern nur per Leitung befüllen kann. Ich finde Löschflugzeuge auch toll aber Brandenburg ist nun mal ein Binnenland.

  4. 11.

    Fährt man von Stahnsdorf über Kleinmachnow nach Berlin Zehlendorf und Steglitz, befindet man sich immer wieder im Funkloch - nahe der S-Bahn-Linie und am BfMaterialforschung werden sogar Gespräche gekappt - das ist NICHT auf dem Lande... ! Bananenrepublik.

    THW hat immer irrwitzige Anforderungen in ihren Stellenausschreibungen. So bekommt man Streber, mit 2 linken Händen und 10 Daumen, aber keine Lebenspraktiker, die einsatzfähig sind.

    Deutschland mit seiner Anforderung, für JEDEN Job ein Abi/Studium (möglichst der Sozialpädagogik) vorweisen zu müssen, ruiniert sich damit. Deutsche Bewerber mangels Studium ausgeladen, danach Arbeitskräfte aus dem Ausland für genau diese Jobs rekrutiert... super.

    Was können wir noch alles nicht?

  5. 10.

    Das glaube ich Ihnen gerne, dass es vor allem am Anfang noch etwas drunter und drüber geht. Das war beim Brand in Fichtenwalde nicht so viel anders. Das muss man natürlich verbessern, um die Zeitspanne der schlechten Koordination gering zu halten.

    Aber wie gesagt, Brandbekämpfung aus der Luft ist kein Luxusgut bei *bestimmten* Konstellationen. Die sollte auch zügig angefordert werden und zeitnah vor Ort sein, denn so ein Hubschrauber dient auch dem Schutz der Einsatzkräfte bei einem Waldbrand bei der Trockenheit.

    siehe „pnn Fichtenwalde Kameraden hatten Angst in den Augen“

    Zitat: „Dramatisch wurde es, als wir für einen Augenblick Kontakt zu einigen Kameraden verloren, die vom Feuer überrascht wurden und im Rauch die Orientierung verloren hatten. … … In der Anfangsphase war es enorm schwierig, eine Koordination herzustellen. ... … Die Unterstützung hat uns sehr geholfen. Der erste Hubschrauber der Bundespolizei kam aber erst am Abend, ...“

  6. 9.

    Kommunikation durch fehlendes Netz erschwert

    Das kommt davon, wenn Mobilfunkfrequenzen für Milliarden per Auktion verscherbelt werden. In Frankreich gibt es keine fehlenden Netze, auch nicht in Gebieten wie im Osten Deutschlands.

  7. 7.

    Aufrichtige Anerkennung an alle ehrenamtlichen und freiwilligen Helferinnen und Helfer!!!

    Nachwuchsgewinnung fängt da an und hört wahrscheinlich da auf, daß die Einsatzkräfte eben nicht ihre Ausrüstung selbst finanzieren müssen.
    Es gab vor langer Zeit einmal einen Film, was passiert, wenn es keine ehrenamtlichen Kräfte mehr gibt - wahrscheinlich ist der Gehalt (Sinn) ins Leere gelaufen?
    Denn die Berufsfeuerwehr hatte doch tatkräftige Unterstützung von den freiwilligen Feuerwehren, oder?

  8. 6.

    Ich war am 24.04.18 als Feuerwehrmann in Treuenbrietzen eingesetzt worden.
    Das größte Problem war die Führungsstruktur aller anwesenden Kräfte, da zuerst keine klare Lage und Führung vorhanden war mussten die ablösenden Kräfte zu aller erst selbst die Lage erkunden und im Führungsstab einen Plan erstellen.
    Nachfolgend lag das größte Problem bei der Befehlsgebung von der Führung an die einzelnen Einheiten, denn dadurch standen Einheiten stundenlang ohne Aufgabe in Bereitschaft.
    Die irgendwann erteilten Aufgaben ließen an der Sinnhaftigkeit zu zweifeln, da bildlich gesehen Einheiten abgestellt wurden um aus 3000 Liter-Behältern 4000 Liter-Fahrzeuge zu füllen.
    Daher ist unbedingt eine genaue Analyse der Führungsarbeit bei diesem Einsatz vorzunehmen, damit solche peinlichen Lagen in Zukunft vermieden werden können.

  9. 5.

    Nachwuchsgewinnung ist eine Sache .. die Komplexität der Netze und die Zuständigkeiten der Netzbetreiber die andere.
    Das THW würde an der Stelle gerne unterstützen - aber zum einen ist die Technik nicht vorhanden (weder Mobilfunk, noch BOS-Digitalfunk), zum anderen ist es schwer, als ehrenamtliche Organisation ein sinnvolles Betätigungsfeld zwischen - und / oder passende Schnittstellen zu den "hauptberuflichen" Netzbetreibern zu finden (wir werden als THW kaum in die "Verlegenheit" kommen, Zugangsdaten für einen Mobilfunk-Knoten von Telekom/Vodafone/... zu bekommen - oder den konfigurieren zu dürfen).
    Um da zu einer sinnvollen und effizienten Zusammenarbeit zu kommen, liegt noch viel Arbeit vor uns - was nicht heißt, dass der eine oder andere im THW das nicht gerne tun würde.

  10. 4.

    Die Kommunikation per Mobilfunk ist leider nicht nur in Treuenbrietzen ein Problem. Hier zeigt sich jetzt nur sehr nachdrücklich, wie wichtig ein flächendeckendes Netz ist. Ich habe selbst in anderen Ländern der Welt erlebt, das man mitten in der Wildnis (z. B. Serengeti)sein kann und trotzdem Empfang hat. Warum geht das nicht im dicht besiedelten Deutschland?

  11. 3.

    Egal wie man die Brandbekämpfung aus der Luft organisiert, wir haben da ein großes Defizit. In der schnellen Einsatzbereitschaft, Regeln zur frühzeitigen Anforderung, geeigneten Löschwasserentnahmestellen (Löschteiche über 3 m tief für große Behälter der Hubschrauber) und am Material selbst.

    Man hat den Eindruck, als wenn Feuerwehrleute erst mal angehalten sind, möglichst ohne Luftunterstützung auszukommen. Und dann dauert es auch noch viele Stunden bis ein großer Hubschrauber vor Ort ist.

    siehe „wdr Waldbrände Feuerwehr beklagt Bürokratie“
    Zitat: „Bevor ein Hubschrauber der Bundeswehr tatsächlich am Brandort eintreffe, müsste die Anfrage erst vier Behörden und Ministerien passieren, ...“

    siehe „tagesspiegel Deutschland hat kein einziges Löschflugzeug“
    Zitat: „Und von den rund 40 größeren Hubschraubern der Bundeswehr ist meist rund die Hälfte im Einsatz und die andere Hälfte ist entweder kaputt oder bei Wartungsarbeiten“

  12. 2.

    Zitat: „Deutschland besitzt keine Löschflugzeuge“

    Deutschland wird das Problem wieder mal aussitzen. So was kennt man auch schon aus anderen Ländern. Nicht nur der Brand wird bekämpft, sondern auch nötige Investitionen und Veränderungen bei der Brandbekämpfung aus der Luft. Egal ob nun Löschflugzeug oder Löschhubschrauber, der nächste Regen wird die berechtigten Forderungen für Verbesserungen in dem Bereich zum Leidwesen der Feuerwehrleute wegspülen.

    siehe „tagesspiegel Die Waldbrände kommen Schweden teuer zu stehen“
    Zitat: Nach den Bränden 2014 hatte die Regierung entschieden, immerhin zwei Löschflugzeuge zu kaufen. Diesen Plan verwarf sie aber, um Geld zu sparen.“

    Brandbekämpfung aus der Luft ist kein Luxusgut, sondern erfüllt einen sehr wichtigen Zweck bei Waldbränden. Wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, muss diese schnell und unbürokratisch vor Ort sein. Davon kann in Deutschland aber keine Rede sein.

  13. 1.

    Die Kommunikation im Amtsbereich Treuenbrietzen ist allgemein ein großes Problem. Funklöcher und ein Datentransfer mit max. Edge ist ist nun wirklich nicht der Stand der Dinge.

    Zu den Prioritäten für kommende Havarien gehören definitiv:

    - Nachwuchsgewinnung für Feuerwehr, THW, Katschutz etc.
    - Ausbau der Kommunikation
    - Schaffung neuer Tiefbrunnen und Löschteiche/-reservoirs

    Ich denke statt der TV-Werbung für die Bundeswehr, sollte Werbung für die Nachwuchsgewinnung in Feuerwehr und THW ein Muss sein.

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