Illustration: Der Wolf in Brandenburg (Quelle: rbb|24/Caroline Winkler)
Video: rbb|24 | 06.08.2018 | Bild: rbb|24/Caroline Winkler

Illustrierte Erklärungen - Die zehn wichtigsten Fakten über Wölfe in Brandenburg

Naturschützer freuen sich, Tierhalter klagen und vielen ist ein bisschen mulmig: Lange galt der Wolf als ausgestorben in Deutschland, nun streift er wieder durch Brandenburg. Was ist eigentlich dran an der Angst vorm bösen Wolf? Von Annika Klügel und Caroline Winkler  

 

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1. Was hat es mit der Rückkehr der Wölfe auf sich?

Illustration: Der Wolf (Quelle: rbb|24/Caroline Winkler)
| Bild: rbb|24/Caroline Winkler

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Seit Wölfe Ende des 20. Jahrhunderts in Deutschland und vielen Regionen Europas praktisch ausgestorben waren, gibt es neue Regeln zu ihrem Schutz. Wölfe und andere bedrohte Tierarten sollten die Chance bekommen, ihre alten Lebensräume zurückzuerobern. Ziel der strengen Schutzbedingungen ist es, dem Wolf wieder zu einem "günstigen Erhaltungszustand" in Europa zu verhelfen. In Brandenburg wurde erstmals im Jahr 1999 ein Wolfspaar gesichtet, im Jahr 2000 gab es Nachwuchs. Seitdem wächst die Wolfspopulation kontinuierlich. 2016/2017 wurden in Brandenburg 25 Rudel und zwei Paare nachgewiesen – damit ist Brandenburg das Bundesland mit den meisten Wolfsrudeln in Deutschland.

Die meisten Wölfe sterben durch Verkehrsunfälle. Immer wieder werden Wölfe aber auch geschossen, obwohl das verboten ist. Das illegale Töten eines Wolfes kann mit einer Geldstrafe bis zu 5.000 Euro und bis zu fünf Jahren Gefängnis sowie dem Entzug der Jagdlizenz bestraft werden. Die Täter werden allerdings selten gefasst. Im Jahr 2017 wurden in Brandenburg 17 Wölfe tot aufgefunden, davon wurden neun Tiere bei Verkehrsunfällen getötet. Von Seite der Landwirte kommt immer wieder die Forderung, den Bestand der Wölfe zum Wohle von Weidetierhaltern zu regulieren.  

Beitrag von Annika Klügel (Redaktion) und Caroline Winkler (Illustration)

Kommentar

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37 Kommentare

  1. 37.

    Beim Stöbern einen Kommentar gefunden, dem ich voll zustimme:

    "EveBerlin CharlottenburgSamstag, 19.05.2018 | 20:36 Uhr
    Es ist wundervoll, dass die Wölfe wieder heimisch werden. Es gibt genug Möglichkeiten für die Problembauern, ihre Herde und sich zu schützen. Der Wolf hat keine anderen Möglichkeiten. Er kann nur existieren und seiner Natur nachgehen."

  2. 36.

    Liebe Frau Sprossen,
    glauben Sie wirklich, dass Kiebitz, Weidetierhaltung, Artenvielfalt und Co für den Wolf geopfert werden??? Jahrtausend hat der Mensch Weichtiere gehalten, in Anwesenheit von Wölfen. Die größten Weidetierherden heutzutage sind in der Serengeti. In Anwesenheit von Löwen, Hyänen und anderen Beutegreifern. Der einzige Faktor, der wirklich stört, ist der Mensch, der glaubt er sei das schlaueste Wesen...

    In der ehemaligen DDR gab es deutlich mehr Schafe als schon ein Jahr nach der Wiedervereinigung. Grund: der Kapitalismus (man kann auch freundlicher sagen: die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen) ist der schlimmere Wolf für die Schäfereien. Diese verdienen schlicht nichts mehr, der Wolf ist der Katalysator für die schlechten Bedingungen, aber nicht die Ursache.

  3. 35.

    Und aus lauter schlechtem Gewissen, zur Entschuldigung opfern wir jetzt die Weidetierhaltung mitsamt den Habitaten für wirklich bedrohte Arten, wie Kiebitz, Feldlerche, Feldhamster, seltene Pflanzen und die dazugehörigen Insekten. Liebe Leute, lasst doch die Kirche im Dorf und behandelt Wölfe, die seit 2002 nicht mehr auf der roten Liste der aussterbenden Arten der IUCN geführt werden, wie jedes andere freilebende, herrenlose Wildtier auch. Wo Wölfe Schäden verursachen intensiv jagen, wo Wölfe den Herdenschutz respektieren lediglich der Bestand reguliert. Die Zauberformel heißt leistbarer Herdenschutz und Bejagung.

  4. 34.

    Weidetiere fallen ebenfalls unter das Tierschutzgesetz. Leider ist die Problematik Ansiedlung eines Großraubtieres nicht so einschichtig, wie uns oft dargestellt wird.

  5. 33.

    Sehr geehrter Herr Schulz,
    Herdenschutz und Bejagung ist die Zauberformel. Der sogenannte wissenschaftliche Beleg, dass Jagd die Anzahl der Risse erhöht, hat den Verfasser dieser Studie, wegen mangelhafter wissenschaftlicher Qualität den Job gekostet. Bitte lesen Sie die Studie im Original und nicht nur die deutsche Übersetzung der Zusammenfassung. Dieser sind auf dem Weg über den großen Teich wesentliche Inhalte verloren gegangen. So beziehen die Autoren einen Bundesstaat in die Studie mit ein, in dem bis zum Zeitpunkt der Bejagung von Wölfen in einem anderen Bundesstaat keine Wölfe vorkamen. Dadurch gab es im ersten Staat natürlich erstmals Nutztierrisse, was in den Vorjahren mangels Wölfen nicht möglich war. Dies mit der Bejagung von Wölfen in einem anderen Bundesstaat, Hunderte von Kilometern entfernt zu verknüpfen ist schlicht unseriös und hat Herrn Wielgus die wissenschaftliche Reputation und den Job gekostet.

  6. 32.

    Wölfe sind seit 2002 nicht mehr auf der roten Liste der aussterbenden Arten der IUCN zu finden. Aus populationsbiologischer Sicht müssten wir in Deutschland gar keine Rudel dulden, sondern lediglich Durchzügler.
    Ich habe kein Problem mit Wölfen in der Natur, aber ein riesiges mit Wölfen auf meinen Weiden. Spätestens nach einem Riss möchte ich den Kadaver liegen lassen können (Ausnahme aus dem Tierkörperbeseitigungsgesetz) und den Wolf bei der Rückkehr zum Riss legal erlegen dürfen. Wenn das konsequent umgesetzt wird, werden Wölfe wieder Scheu erwerben, sich von Menschen und Weiden weitgehend fern halten und sich heimlich still und leise über Deutschland ausbreiten. Damit wäre beiden Seiten geholfen. Die augenblickliche Laissez-faire-Politik, einerseits die Wölfe gewähren zu lassen und andererseits die Weidetierhalter und Landbewohner mit Ihren Problemen im Regen stehen zu lassen ist schlichte Missachtung der Rechte dieser Bevölkerungsgruppen und für die Weidetierhalter Enteignung.

  7. 31.

    Die Jägerschaft muss sich mal ganz besonders zurückhalten! (Wie oft bin ich schon als Hundehalterin von denen angepöbelt worden in Brandenburg!) Der Mensch sollte mal aufhören, sich anzumaßen, dass ihm die Natur und die darin lebenden Tiere gehören würden! Der WOLF GEHÖRT in die Natur, und der Mensch MUSS lernen, mit dieser Tatsache zu leben !
    Und die Bauern, die hasserfüllt gegen den Wolf schreien sollten erstmal lernen, wie sie selbst ACHTSAM mit der Natur umgehen können anstatt sie täglich neu zu vergiften!
    Was ich hier in Brandenburg in über 13 Jahren bei meinen Hundegängen so alles an Negativem bei Jägern und Landwirten erlebe ist wirklich unerträglich !

  8. 30.

    Sehr gelungener Artikel! Mir fehlt noch die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Jagd keinen Herdenschutz ersetzt. Im Gegenteil, denn die Jagd würde die Anzahl an Nutztierrissen nur erhöhren. Bei in sozialen Strukturen organisierten Raubtieren bedeutet -1 Wolf nicht gleich -1 Riss. Mit jedem Abschuss schwächt man das Rudel. Erst recht, wenn ein Elterntier geschossen wird. In Cuxhaven kann man davon ein Lied singen.
    Es ist also völlig egal, ob irgendeine Mindestgrenze erreicht ist bzw. 5, 10 oder 15 Tiere gerissen werden. Die Jagd ist keine Lösung des Problems und deswegen ist es an der Zeit, dass wir endlich über echte Lösungen in der Öffentlichkeit diskutieren. Da ist und bleibt Herdenschutz die erste Lösung.

  9. 29.

    Ich weiß nicht, was dein Kommentar aussagen soll. Hilft irgendwie keinem weiter. Ich lebe in Berlin und bin mehr in der Natur als mancher auf dem Land lebende Mensch. Ganz nebenbei habe ich bereits drei Mal einen Wolf gesehen. Diese Stadt / Land-Diskussion ist letztlich völlig lächerlich und uninteressant.

  10. 28.

    Ein sehr guter Bericht mit aufschlussreicher Aufklärung. Ich finde die getroffenen Maßnahme gut, aber trotzdem bin ich gegen die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht. Einige Sendungen, so auf NDR, berichten über die verloren gegangene natürlich Scheu des Wolfes. Die Ursachen hierfür sind sehr Vielschichtig und müssen aber, um ein vernünftiges Zusammenleben zu ermöglichen, unbedingt bei der Eingliederung Berücksichtigung finden. Eine Maßnahme die mir dabei in den Sinn kommt, wäre die Anwendung von Gummigeschossen (oder etwas Besseres)um ihn wieder vorsichtiger zu machen und ihn der Wohnbebauung /Menschen fern zu halten. Da der Wolf sehr lernfähig ist, wird er schnell seine Scheu und Skepsis wieder verinnerlichen.

  11. 27.

    Gerade die Jägerschaft verhält sich verantwortungsbewußt. So wurde z.B. im Fall der Wölfin, die im letzten Herbst anläßlich einer Treibjagd erschossen wurde, die Strafanzeige durch den Jagdleiter gestellt.

  12. 26.

    Der Wolf sollte nicht ins Jagdrecht aufgenommen werden, da ansonsten der Willkür Tür und Tor geöffnet wird. Sicher kommt es vor das ein Wolf entnommen werden muss. Wenn das durch viele entschieden werden muss ist das auf jeden Fall besser. Der Mensch sollte aber auch seins dazu tun dann wirds gehen.

  13. 25.

    Die Wolfsdiskussion wird leider genauso z. T. ideologisch geführt wie z.B. die Diskussion über Klimaveränderung.

    Gezwungenermaßen tingele ich zwischen Großstadt und ländlichen Bereich.
    Dabei stelle ich immer wieder fest, die Bevölkerung des Ballungsraumes tendiert eher in Ri. uneingeschränkten Schutzes des Wolfes ( wahrscheinl. wird sie jedoch nie mit ihm in Berührung kommen), die ländliche Bevölkerung möchte eine gewisse Kontrolle und Reduktion, wobei die Population noch durch die Möglichkeit der Abwanderung begrenzt wird.

    Komischerweise genauso das Thema Klimaerwärmung, die einen wollen eher das E- Autos, Windräder und Solar das Klima abkühlen und Diesel und die Kohleverstromung aus dem Verkehr ziehen, die anderen tendieren da eher zur Meinung, das Klima verändert und veränderte sich mit oder ohne Mensch ständig.

    Alle Seiten führen "Experten" ins Feld, die Meinung des einen läßt sich problemlos durch die "Forschungen" des anderen wieder aufheben und verwässern.

  14. 24.

    Um die sich explosiv vermehrenden Wolfsbestände in einem erträglichen Rahmen zu halten, ist eine scharfe Bejagung unerlässlich. Nur so ist auch die Scheu des Wolfs vor Menschen und Siedlungen zu erhalten. Als sehr anpassungsfähiger Beutegreifer ist der Wolf, anders als viele andere Arten, nicht wirklich gefährdet. Daher sind übertriebene Schutzvorschriften unnötig. Wie andere Beutegreifer sollte der Wolf ins Jagdrecht überführt und konsequent reguliert werden.werden

  15. 23.

    Ich bin kein Wolfs-Fan, aber der Vergleich mit "Pest und Pocken" verbietet sich eigentlich schon daher, dass der Wolf als Wirbeltier unter das Tierschutzgesetz fällt. Abgesehen davon dass in diesem Artikel doch klar gezeigt wurde, dass die Wiederansiedlung des Wolfes neben Problemen auch Vorteile mit sich bringt, was man von Pest und Pocken sicher nicht sagen kann.

  16. 22.

    Was Sie schreiben, ist eine dreiste Lüge! Nie wurden Wolf-Hund-Mischlinge unter dem Vorwand des Artenschutzes ausgewildert. Der Wolf hat den Weg nach Deutschland auf natürliche Weise gefunden.

  17. 21.

    Rotwild hat schon immer Wiesen und Äcker bevorzugt. Der Mensch war es, der diese Tiere in den Wald gedrängt hat. Wären Hirsche wirkliche Waldtiere, hätten sie kein so imposantes Geweih entwickelt, da dieses im Unterholz sogar hinderlich ist. Vom Wesen her ist Rotwild aber eher mit Rindern vergleichbar. Auch diese bevorzugen große wandernde Herden und offene Landschaften.

  18. 20.

    Wie kommen Sie denn auf diesen Unfug? Absolut niemand wäre so blöd, Hunde-Wolf-Mischlinge auszuwildern, diese Tiere wären tatsächlich unberechenbar. Spricht da etwa die nackte Angst aus Ihnen? Ich kann Sie beruhigen. Sie werden mit höchster Wahrscheinlichkeit niemals einem Wolf begegnen, selbst wenn er in ihrer direkten Nachbarschaft lebt. Falls doch, dann war er abgelenkt. Bereits Drohgebärden und hohe Lautstärke werden aber dazu führen, dass er sich ganz schnell wieder trollt. Ein Wolf wird niemals die Gefahr eingehen, sich mit einem unberechenbaren zeternden Zweibeiner anzulegen, da er ihn einfach nicht einschätzen kann und dieser Zweibeiner genau deshalb auch nicht zu seinem Beuteschema gehört. Er geht bereits von sich aus davon aus, dass ein Mensch zu wehrhaft ist. Dieses arttypische Verhalten legen praktisch nur tollwütige Wolfe ab, wobei die Tollwut bei uns weitgehend ausgerottet wurde. Die größte Gefahr von Wölfen geht gegen freilaufende Hunde aus.

  19. 19.

    Richtig! Unsere Vorfahren würden sich in ihren Gräbern umdrehen, wenn sie wüssten, dass hier Wolf-Hund Mischlinge unter dem Vorwand des Artenschutzes ausgewildert werden. Vor 150 Jahren war es eine Errungenschaft, dass der Wolf ausgerottet war. Pocken und Pest waren auch ausgerottet. Wer käme auf diie Idee Pest und Pocken aus Gründen der Biodiversität wieder anzusiedeln?

  20. 18.

    Genau, denn in den Ländern wo es klappt, dürfen Wölfe reguliert = geschossen werden. Aber wenn es so wie jetzt hier noch 5 Jahre weitergeht, wird die Akzeptanz für den Wolf komplett schwinden und er wird wieder ausgerottet werden. Ist auch sinnvoll in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft. Das grün durchwanderte empathielose Wolfsmanagement hat es einfach verbockt.

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