Polizisten führen einen verdächtigen Mann nach einer Razzia gegen kriminelle Mitglieder arabischer Großfamilien in Berlin ab. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 27.08.2018 | Rainer Unruh | Bild: dpa/Paul Zinken

Ermittlung wegen Drogenhandels - Fünf Personen bei Razzia gegen Clankriminalität festgenommen

Mit einer Großrazzia ist die Berliner Polizei, teils schwer bewaffnet, am Montagmorgen gegen Mitglieder einer arabischen Großfamilie vorgegangen. Vier Männer und eine Frau wurden festgenommen, Beweismittel und Drogen beschlagnahmt.

Mit einer Großrazzia ist die Berliner Polizei gegen organisierte Kriminalität durch arabische Clans vorgegangen. Zahlreiche Kriminalpolizisten durchsuchten am Montag mehrere Wohnungen und Geschäftsräume in den Stadtteilen Tiergarten und Kreuzberg, wie die Polizei mitteilte. Dabei wurden fünf Personen festgenommen, vier Männer und eine Frau. 

Der Aktion läge ein Ermittlungsverfahren wegen bandenmäßigen Drogenhandels zugrunde, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz dem rbb. Das Verfahren richte sich gegen einzelne kriminelle Mitglieder arabischstämmiger Großfamilien. Die Polizei beschlagnahmte bei den Durchsuchungen Beweismittel und Drogen.

Auch Fahrzeuge, mit denen die Verdächtigen die Drogen transportiert haben könnten oder die sie mutmaßlich mit Geld aus diesen illegalen Geschäften gekauft haben, wurden von der Polizei sichergestellt. So wurden etwa in einem "Bunkerfahrzeug" in Schöneberg mehr als zwei Kilogramm Cannabis sichergestellt, wie die Polizei twitterte.

Ein Großaufgebot von Beamten stürmte am Morgen mehrere Objekte. Weil Verdächtige als gewalttätig galten, waren bei der Razzia schwer bewaffnete Mitglieder des Spezialeinsatzkommandos (SEK) dabei, außerdem Observationsspezialisten des Mobilen Einsatzkommandos (MEK), Zivilpolizisten, Drogenfahnder sowie zahlreiche Mitglieder von Hundertschaften. Auch Drogenspürhunde waren im Einsatz.

Aus einem großen Mietshaus führte die Polizei zwei Brüder in Handschellen ab. Sie sollen nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa zu der Großfamilie R. gehören, aus deren Besitz im Juli zahlreiche Immobilien beschlagnahmt worden waren. Durchsucht wurden auch andere Wohnungen sowie Autos von Verdächtigen.

"Hydra der organisierten Kriminalität"

Die Polizei bestätigte nicht, dass es sich bei der aktuellen Durchsuchungsaktion um die gleiche Familie handelte, dementierte die Berichte aber auch nicht. "Wir trennen das voneinander", sagte ein Sprecher über die aktuellen Ermittlungen wegen der Drogengeschäfte und die Verfahren wegen der Geldwäsche.

Der Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Norbert Cioma, teilte mit: "Es ist immer schön, die Woche mit so einem Einsatz zu beginnen. Im Kampf gegen die Hydra der organisierten Kriminalität ist es wichtig, regelmäßig Zeichen zu setzen und mit nachhaltiger Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden jenen auf die Füße zu treten, die unsere Gesetze missachten und meinen, sie könnten ohne Konsequenzen schwere Straftaten begehen."

Die Polizeigewerkschaft kritisiert, dass im Zusammenhang mit kriminellen arabischen Großfamilien jahrzehntelang weggeschaut worden sei. Deswegen sei es gut, "denen immer wieder auf die Füße zu treten", sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro dem rbb. 

Bereits im Juli spektakuläre Aktion

Bereits im Juli dieses Jahres war der Berliner Polizei ein spektakulärer Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen, als 77 Immobilien des berüchtigten arabischen Clans R. wegen des Verdachts auf Geldwäsche beschlagnahmt wurden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Objekte mit Geld aus Straftaten gekauft wurden. Ermittelt wird in diesem Fall gegen 16 Verdächtige der arabischstämmigen Großfamilie sowie deren Umfeld. Die Familie soll auch für den Raub der Goldmünze im Bode-Museum verantwortlich sein.

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Antwort auf [Störenfrieda] vom 28.08.2018 um 11:14
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31 Kommentare

  1. 31.

    Es war höchste Zeit, daß man seitens der Polizei etwas gegen diese Personen unternommen hat. Man hätte dies längst tun müssen. Da kann man auf die Prozesse gespannt sein und auf die Auftritte der Winkeladvokaten, deren Mandanten als reine Unschuldslämmer dargestellt werden. Diese Leute aus dem Libanon hätte man schon lange ausweisen müssen, denn im Libanon war jahrelang kein Krieg. Ich frage mich, warum man sich in Deutschland alles gefallen lassen muß.

  2. 30.

    Wenn aber mittlerweile gegen den ganzen Clan ermittelt wird passt das schon. Es hat nicht jeder direkt eine Straftat begangen aber die Ermittlungen behindert und Tatsachen verschwiegen. Ein Clan hat nichts mit ethnischen Minderheiten zu tun (auch Schotten haben eine Clan-Kultur).

  3. 29.

    Dann wäre es auch Sinn einmal bei den Banken anzufangen, die Hydra abzuschlagen.
    Wenn die Staatsanwaltschaft einmal bei den Banken anfangen würden, dann wäre schon einmal der Anfang gemacht.
    Die Banken garantieren doch, dass die Gelder gewaschen werden können. Oder wie kann man Immobilien erwerben ohne dass die Bank das Geld an den Verkäufer überweisen konnte. Der Notar auch sein Honorar kassiert, wie auch das Finanzamt, dass in der Regel nachfragt, woher das Geld stammt, wenn kein konkreter Einkommensnachweis vorliegt.
    Von Hausmeistertätigkeiten oder Putzaushilfe kann man doch keine Immobilien erwerben. Vielleicht als Küchenhilfe durch Spülarbeiten???

  4. 28.

    Das ist doch Unsinn. Das Kind beim Namen zu nennen ist kein Rassismus. Und es handelt sich hierbei nun einmal um Menschen, die nach Deutschland kamen, sich aber weder an hiesige Gesetze oder moralische Regeln halten.
    Ja, auch die Ehefrauen und andere Angehörige machen sich mit schuldig. Sie wissen genau, wie ihre Männer ihr Geld "verdienen" und tun nichts dagegen und verhinderten bisher auch nicht, dass auch ihre Kinder in diesem Sinne großgezogen werden.
    Wenn von alkoholisierten oder unter Drogen stehenden Jugendlichen berichtet wird, die Straftaten begehen, impliziert das ja auch nicht automatisch, dass alle Jugendlichen saufen, Drogen konsumieren und/oder Straftaten begehen.
    Natürlich sind nicht alle Menschen mit Migrationshintergrund Verbrecher.
    Das wird auch in keinster Weise behauptet.
    Was soll das, dass man jetzt Journalisten unterstellt, sie würden, wenn von diesen arab. Familienclans berichtet wird, jedem "Ausländer" dadurch Kriminalität zutrauen?
    Diese kriminellen Gruppierungen gibt es weltweit. Und hier wird nun über diese Leute berichtet.
    Und das ist auch gut so!!!
    Je größer zukünftig die Transparenz, desto möglicher wird es, diesen Leuten Einhalt zu gebieten.

  5. 27.

    Die überschrift " Razzia gegen arabischen Clan" betrachte ich als journalistischen Fehlgriff.
    Soll hier mehr oder weniger subtil der Eindruck erweckt werden., es reiche schon aus Ausläner zu sein, um in den
    Focus der Ermittlungsbehörden zu geraten.
    Ermittelt werden kann wegen Straftaten , und nicht wegen Zugehörigkeit zu einer bestimmten Etnie oder Familie.

  6. 26.

    Dieser Gutmenschquatsch, sich an irgendwelchen Begriffen hochzujubeln, hat seit Jahrzehnten nichts Gutes gebracht.
    Ob man es nun Clan, Familie oder kriminelle Gruppe nennt (oder wie auch immer) macht deren Lebensweise und Straftaten nicht besser.
    Natürlich kann bei der Berichterstattung das Haar in der Suppe gesucht und gefunden werden, das lenkt aber nur von der Frage ab, wie es sein kann, dass, vorbei an Politik und Polizei, diese Strukturen geschaffen werden konnten.
    Dass das uns Bürger befremdet und verängstigt ist völlig verständlich. Und jeder, der sich an einzelnen Begriffen stößt und stört würde laut aufschreien, wenn er selber Opfer einer dieser Clans werden würde.

  7. 25.

    @ Karin Mayer: es stellt sich nicht die Frage, was Sie schön finden oder nicht. Und was Sie als „Klugscheisserei“ empfinden, entspricht dem Anspruch, die Grundregeln der deutschen Sprache zumindest bei der Presse und den anderen Medien beachten zu sehen. Davon können manche Leser nur profitieren und sich entsprechend weiterbilden. Auch ein Medienauftrag. Stösst natürlich nicht bei allen Menschen auf fruchtbaren Boden.

  8. 24.

    Sie können schwerkriminelle Clans, die auf unseren Rechtsstaat pfeifen, Richter, Polizisten und Staatsanwälte bedrohen und mit Gewaltdrohungen einschüchtern, weil sie auf andere Art viel mehr Geld machen als durch legale Arbeit, und die grundsätzlich unseren Staat und seine Autoritäten nicht für sich akzeptieren, nicht integrieren. Integration interessiert die überhaupt nicht, und das sagen sie auch ganz klar. Die lachen uns aus wegen unserer lächerlichen Gesetze, unseren Bewährungsstrafen selbst für Wiederholungstäter und unserem Jugendstrafrecht. Seht euch vom rbb die letzte „Kontraste“-Sendung an https://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste-vom-02-08-2018/arabische-grossfamilien-in-deutschland.html, da wird das alles haarklein erläutert und dokumentiert.

  9. 23.

    Das grundsätzliche Problem liegt in der Tatsache, dass die hier zwischenzeitlich etablierten Familien, die häufig aus dem Libanon zu Zeiten des Bürgerkriegs nach Deutschland gekommen sind, lediglich eine Duldung ohne Arbeitsrecht bekommen haben. In der Konsequenz haben sie schon vor 20 Jahren begonnen auf kriminellen Umwegen Geld zu beschaffen. Da sie häufig auch noch als staatenlos gelten, wenn die Herkunft nicht klar ist, können sie auch nicht abgeschoben werden.
    Mal am Rande: die Diskussion hier darüber zu führen, dass der Begriff "Clan" politisch nicht korrekt ist, ist ja wohl ein Witz und eine akademische Diskussion für alle, die zuviel Zeit haben, sich um zweitrangige Dinge Gedanken zu machen. Viel wichtiger ist die Frage, wie zerschlägt man diese Strukturen, wie zieht man das illegal erworbene Vermögen ein und schützt die Gesellschaft dauerhaft vor diesen Leuten und ferner wie vermeidet man durch gelungene Integration künftige Fehler.

  10. 20.

    @HansKölnMontag, 27.08.2018 | 13:32 Uhr
    @ Nadine van Landuyt

    "..diesen Jahres" ist soooo viel schööööööööer. Ich hoffe sie haben ein schönes Leben mit so viel Klugsch....

  11. 19.

    Es tut etwas zur Sache, daß die Beschuldigten einer (polizeibekannten) arabischen Großfamilie entstammen, die die in Deutschland herrschenden Regeln (= vom Bundestag - der Volksvertretung - beschlossene Gesetze als Grundlage des Zusammenlebens in diesem Lande) bewußt mißachtet. Lebensweise und Herkunft zeigen dies auffällig. Daß die Polizei gegen diese Personen nicht schon eher eingeschritten ist, ist eine andere Frage. Was "arabisch" ist, können Sie ggf. im Geografieunterricht erfahren, auch ein Blick in einen Atlas offenbart das beschriebene Gebiet. Dazu gehört unter anderem der Libanon. Aus welchem Grund sollte man bei Straftaten nicht Roß und Reiter benennen dürfen? Von deutschen Clans, die systematisch die Rechtsordnung mißachten, ist mir gegenwärtig nichts bekannt. Gern können Sie mir hier auf die Sprünge helfen. Selbstverständlich könnten diese Personen dann auch als "deutsche" Clans bezeichnet werden.

  12. 17.

    @racism watchKölnMontag, 27.08.2018 | 11:58 Uhr
    (Weshalb wird das Wort "Clan" nie im Zusammenhang mit weißen deutschen Familien benutzt?)
    Es gibt keine deutschen Familien in dieser Größe.
    (Hier wird ein Feindbild geschürt?)
    Das zusammenrotten der "arabischen Großfamilie" bei Polizeieinsätzen wurde doch oft genug dokumentiert. Diese Clans sind Feinde der Demokratie. Sogar Richter und Staatsanwälte wurden bedroht.
    Danke an die Journalisten und vor allem an die Polizei die uns vor diesen Leuten schützt. Die Politik macht ja nichts.

  13. 16.

    Zitat "tut es etwas zur Sache ob die Beschuldigten aus einer Großfamilie kommen? Weshalb wird das Wort "Clan" nie im Zusammenhang mit weißen deutschen Familien benutzt?“
    Ja. Solche Großfamilien mit bis zu 500 Mitgliedern sind geschlossene Systeme, in denen von Kindesbeinen an die Männer (nur die) zu Kriminellen erzogen werden und schwere Straftaten in laufender Folge begehen. Typisch sind Schutzgelderpressung, Zwangsprostitution, Drogen, Waffenhandel, Einbruch, Diebstahl, Raub, Körperverletzung, Nötigung, erforderlichenfalls auch Mord. Es herrscht innerhalb der Familie das Gesetz des Schweigens nach außen gegenüber Behörden, Polizei und Staatsanwaltschaft. Wer im Knast gesessen hat steigt in der Familienhierarchie auf. Durchaus gibt es dieses Phänomen auch bei „weißen“ Familien, z.B. Italienern oder Russen. Derzeit verdrängen ob ihrer Größe und Brutalität arabische Clans die „weißen“ Clans langsam aber sicher, und erringen in immer mehr Stadtteilen und Geschäftszweigen die Oberhoheit.

  14. 15.

    @ Nadine van Landuyt: Danke, daß Sie auf diese ärgerlichen - und leider in den deutschen Medien weit verbreiteten - Grammatikfehler hinweisen. Oft fragt man sich, welche Ausbildung manche Autoren heutzutage haben (zumindest "Abitur" - mit Standards, die es einmal gab...) und ob es keine redaktionsinterne Institution gibt, die solche Fehler vor der Veröffentlichung korrigiert. Wenn sie sie denn erkennt. Hapert es bei manchen Medienschaffenden schon an der Sprache, was kann man dann vom Inhalt erwarten? In der Regel breche ich die Lektüre solcher Artikel ab.

  15. 14.

    Ihre beiden letzten Sätze möchte ich ausdrücklich unterschreiben!
    Viele Male habe ich z.B. darauf hingewiesen, dass die inflationäre Verwendung des Begriffes "Rechtsextrem" für Menschen auf die sie nicht zutrifft, nicht nur die Stimmung bei Befürwortern der staatlichen Politik ins bodenlos negative pendeln lässt. Ich gebe zu Bedenken, in der USA konnte jemand Präsident werden der mit den Worten "Lügenpresse" und "Fake News" hantierte.
    Meine Einschätzung nach hat die Glaubwürdigkeit vieler Medien in den letzten Jahren in weiten Teilen der Bevölkerung stark abgenommen. Die Absatzzahlen sprechen da eine deutliche Sprache.
    Eine Medienlandschaft in der Konsumenten alles erst selbst nachprüfen müssen um sicher zu gehen, kann sich niemand wünschen!
    Da meiner Erfahrung nach wir in bestimmten gesellschaftlichen Entwicklung der USA immer etwas hinterher hinken, wäre also noch etwas Zeit bis der europäische Trump auf der Bühne erscheint.

  16. 13.

    Aus dem Wissen um die organisierte Kriminalität geht klar hervor, warum hier von sogenannten Großfamilien und Clan(s) die Rede ist. Die Täterprofile sind Grundlage der Verbrechensbekämpfung. Und die Bevölkerung hat das Recht, darüber aufgeklärt zu werden, warum Verbrechen und wie sie begangen werden. Bei den entsprechenden italienischen "Familien" geht man in Italien ebenso vor. Wenn es mittlerweile "weiße deutsche Familien" mit ähnlicher Struktur geben sollte, würde man sie entsprechend benennen.

  17. 12.

    Ich bin mal wieder erschrocken über die Art der Berichterstattung: tut es etwas zur Sache ob die Beschuldigten aus einer Großfamilie kommen? Weshalb wird das Wort "Clan" nie im Zusammenhang mit weißen deutschen Familien benutzt? Welche Nationalität haben die Beschuldigten? Was ist "arabisch"?

    Hier wird ein Feindbild geschürt: das der "arabischen Großfamilie", die natürlich kriminell ist.
    Straftaten sollen verfolgt werden. Sippenhaft (die nicht verdächtigen oder beschuldigten Familienmitglieder dürfen nicht mitbeschulidgt werden, nur weil sie verwandt sind!), die Lebensweise oder die Herkunft haben damit zunächst nichts zu tun!

    Journalismus ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Die Art der Berichterstattung trägt zur Erzeugung von gesellschaftlicher Wahrnehmung und Stimmung bei. Nehmen Sie ihre Verantwortung ernst!

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