Besucher in der St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin. Die Bischofskirche des Erzbistums Berlin wird umgebaut - auch die Bodenöffnung wird dann geschlossen. (Quelle: rbb)
Video: rbb|24 | 04.07.2018 | Bild: rbb

Vor Umbau der St. Hedwigs-Kathedrale - Letzter Bischofsgottesdienst mit Loch im Boden

Bevor die katholische St.-Hedwigs-Kathedrale für einen fünfjährigen Umbau schließt, wurde am Mittwoch der letzte Gottesdienst mit Erzbischof Heiner Koch gefeiert. Vor der Kirche protestierten rund 60 Gegner des radikalen Umbaus.

Vor Beginn des Umbaus der Hedwigskathedrale hat Erzbischof Heiner Koch am Mittwoch einen letzten Gottesdienst in Berlins katholischer Hauptkirche gefeiert. Der Umbau und die Renovierung der Kathedrale sollen im September beginnen und voraussichtlich bis 2023 dauern. Unter anderem soll die Öffnung im Innenraum zur unterirdischen Krypta, ein besonderes Merkmal der Kirche, geschlossen werden.

Gegner sprechen von Zerstörung eines Kulturdenkmals

Rund 60 Gegner des Umbaus protestierten am Mittwoch vor der St. Hedwigs-Kathedrale gegen die Pläne des Erzbistums. Ihrer Ansicht nach handle es sich um die Zerstörung eines Kulturdenkmals und einen bautechnisch und liturgisch unnötigen Umbau einer intakten Kathedrale. Protestteilnehmer forderten, "diese Ikone der gesamtdeutschen Kulturgeschichte zu erhalten".

Kernpunkt der Umbaupläne des Berliner Erzbistums ist die Schließung der breiten Mitteltreppe hin zur Unterkirche der 1952 von dem Architekten Hans Schwippert wiederaufgebauten St. Hedwigs-Kathedrale. Der 1773 geweihte Sakralbau war im Zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern zerstört worden. In der Krypta befinden sich die Gräber der Berliner Bischöfe und des 1943 umgekommenen und später seliggesprochenen Hitler-Gegners und Dompropstes Bernhard Lichtenberg.

Kosten auf 60 Millionen taxiert

Die Umbau- und Sanierungskosten werden auf rund 60 Millionen Euro beziffert. Davon sollen 20 Millionen Euro vom Erzbistum kommen, weitere 20 Millionen Euro von allen 27 deutschen Diözesen. Zwölf Millionen Euro stehen vom Bund und acht Millionen Euro vom Land Berlin in Aussicht.

Die Gottesdienste werden während der mindestens fünfjährigen Bauphase in die Kirche St. Joseph in Berlin-Wedding verlegt.

Sendung: Abendschau, 15.08.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Das Loch ist kein Loch, sondern ein ausserordentliches Denkmal, und dass es sich um eine Confessio handelt, weiß das Erzbistum Berlin sehr wohl. Wenn es aber die Dinge so nennen würde wiesie laut katholischer Tradition heißen, dann bräche die Argumentation für den Abriss des denkmalgeschützten Innenraums zusammen.
    Dem Wunsch, beim Gottesdienst den Gläubigen in die Augen schauen zu können, kann im Lauf eines Nachmittags und völlig kostenlos entsprochen werden. Ich komme gern mit vielen anderen und wir stellen die Bänke wieder so auf, wie sie nach dem Entwurf von Hans Schwippert stehen sollten: rund um Confessio und Altar. Schneller kann man keine 43 Millionen sparen, ein Denkmal schützen und andere rundum vor einer weiteren Gefährdung schützen.

  2. 6.

    natürlich ist das nicht gut zu heißen! aber wieviel lehrer, erzieher, kindergärtner und bersonders trainer haben ebenfalls kinder schändlich mißbraucht? das müßte bei ihrem beitrag ebenfalls erwähnt werden, oder wollen sie nur die kirche angreifen? merke: außerdem geht es bei dieser diskussion um den umbau der hedwigs-kathedrale!

  3. 5.

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Eine Sanierung der Hedwig Kathedrale ist dringend notwendig. Aber ich finde sehr traurig dass es nicht möglich ist in einem der umliegenden evangelischen Kirchen an der Z. 4 für katholische Christen besonders für Gäste unser Stadt einen Gottesdienst am Sonntag abend anbieten zu können für Besucher wird es sehr schwer sein den Weg und auch zu aufwändig in den Wedding.
    Ich appelliere nicht nur an meine katholische Kirche sondern auch an die evangelische Landeskirche eine Lösung zu finden.
    Herzlichen Dank.

  4. 4.

    Fairerweise sollten Sie aber auch in Ihrem Beitrag mit anfügen, das selbst Papst Franziskus eine klare ablehnendere Haltung zu diesen Vorfällen hat. Er verurteilt diese schändlichen Taten aufs schärfste. Das hat vor ihm noch kein Papst getan. Aber ich verstehe Ihre Beweggründe gut. Auch mich packt nur noch die Wut wenn ich davon höre oder lese. Die katholische Kirche täte gut daran sich grundlegend zu reformieren. Oder besser noch, sich abzuschaffen.

  5. 3.

    Pontifikalämter und Gottesdienste des Metropolitankapitels finden nach der vorübergehenden Schließung der Kathedrale im Wedding statt.
    Die Domgemeinde zieht mit ihren Gottesdiensten in ihre Filialkirche St. Michael am Engelbecken (Mitte), wo u.a. sonntags 9.30 Uhr Gottesdienste stattfinden.
    Aktivitäten der Domgemeinde finden weiter hinter der Kathedrale im Bernhard-Lichtenberg-Haus statt, was noch ein weiteres Jahr offen bleibt.
    Insofern ist die Nachricht etwas irreführend.

  6. 2.

    "Priester vergewaltigten kleine Jungen und Mädchen, und die Männer Gottes, die für sie verantwortlich waren, haben nicht nur nichts getan - sie haben das alles vertuscht. Über Jahrzehnte", sagte Shapiro, leitender Ermittlungsbeamter. "Das Muster war Missbrauch, Leugnung und Vertuschung."
    Wer weiß, wie viele Kinderschänder unter den Katholischen "Würdenträgern" sich in Berlin befinden. Man geht von Hunderten Opfern aus. Mindestens tausend Kinder seien missbraucht worden, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Abschlussbericht eines Geschworenengremiums (Grand Jury) des Bundesstaates. Die Dunkelziffer könnte jedoch deutlich höher liegen, da Berichte von vielen Kindern verloren gegangen seien oder die Betroffenen aus Angst geschwiegen hätten.

    Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/usa-ueber-300-priester-sollen-mehr-als-1000-kinder-missbraucht-haben-a-1223203.html

  7. 1.

    Es handelt sich nicht um den letzten Gottesdienst, nur um den letzten mit Erzbischof Koch. Bis Ende des Monats finden weiterhin Gottesdienste statt und es sind auch noch Besichtigungen möglich!

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