Archivbild: Ex-Hotelier Axel Hilpert wartet am 14.04.2016 in einem Verhandlungssaal des Landgerichtes in Frankfurt (Oder) (Brandenburg) auf den Beginn des Prozesses. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Video: rbb24/rbb aktuell | 09.08.2018 | Bild: dpa/Patrick Pleul

Wegen Steuerhinterziehung zu Haft verurteilt - Ex-Hotelier Axel Hilpert im Gefängnis gestorben

Nach rbb-Informationen starb der frühere Hotelier Axel Hilpert im offenen Vollzug in Berlin-Hakenfelde. Die Justizverwaltung bestätigte dem rbb, dass am Donnerstagmorgen ein 70-Jähriger tot in der Haftanstalt aufgefunden wurde.

Der in Brandenburg wegen Betruges verurteilte Investor und Ex-Hotelier Axel Hilpert ist tot. Der 70-Jährige starb nach rbb-Informationen im offenen Vollzug in Berlin-Hakenfelde. Die Justizverwaltung bestätigte dem rbb aber nur, dass am Donnerstagmorgen ein 70-Jähriger tot in seinem Bett in der Haftanstalt aufgefunden wurde. Erste Hinweise deuten auf einen natürlichen Tod hin. Wie in solchen Fällen üblich, hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen.  Eine Obduktion wurde angeordnet.

Hilpert wurde im Jahr 2017 wegen Subventionsbetrugs und Steuerhinterziehung vom Landgericht Frankfurt (Oder) zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Das Haftende wäre 2021 gewesen. Dem Tagesspiegel sagte Hilpert Anfang Juli kurz vor dem Haftantritt: "Ich bejammere mich nicht. Da muss ich durch. Ich habe versucht, alle rechtsstaatlichen Mittel zu nutzen. Aber nun ist es, wie es ist."

Revision scheiterte vor dem Bundesgerichtshof

Hilpert hatte die Investitionsbank Potsdam im Zusammenhang mit dem Bau eines Luxus-Ressorts am Schwielowsee um 2,6 Millionen Euro betrogen. Für den Bau des Resorts erhielt er 9,2 Millionen Euro Fördergeld. Die Baukosten für das Hotel in der Nähe von Potsdam hatte er mit einem undurchsichtigen Firmenkonstrukt künstlich in die Höhe getrieben, um mehr Fördergeld zu kassieren.

Bereits im Jahr 2012 hatte das Potsdamer Landgericht Hilpert wegen dieser Delikte zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das Urteil anschließend jedoch aufgehoben. Nach der zweiten Verurteilung scheiterte Hilpert im April 2018 mit einer erneuten Revision vor dem Bundesgerichtshof. Daraufhin musste der Unternehmer die Haftstrafe antreten. Die 2005 eröffnete Hotel-Anlage am Schwielowsee, in der 2007 die G8-Finanzminister tagten, wird inzwischen von einer anderen Firma betrieben.

Zu DDR-Zeiten Chefeinkäufer für Kunst und Antiquitäten

Hilpert galt als schillernde Unternehmerfigur. Zu DDR-Zeiten war er Potsdamer Chefeinkäufer für Kunst und Antiquitäten im sogenannten Koko-Imperium des DDR-Devisenbeschaffers Alexander Schalck-Golodkowski. 1993 räumte er in einem Untersuchungsausschuss ein, 18 Jahre lang für die Stasi gearbeitet zu haben. Nach der Wende betätigte sich Hilpert als Immobilienmakler und -entwickler. In dem Zusammenhang suchten auch Politiker und Prominente seine Nähe.

2011 wurde Hilpert in Untersuchungshaft genommen. Erst ein Jahr später kam er nach einer ersten Verurteilung im Zusammenhang mit Fördermitteln für das Hotel Schwielowsee auf Kaution auf freien Fuß. Auch damals ging er in Revision, das Verfahren mündete dann 2017 in die Verurteilung wegen Betrugs.

Kommentarfunktion am 09.08.2018, 17:15 Uhr geschlossen

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2 Kommentare

  1. 2.

    Mein herzliches Beileid seinen Angehörigen.

  2. 1.

    Mein herzliches Beileid für die Familie und Freunde.

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