Eine Sternschnuppe leuchtet am Nachthimmel über einer Landstraße nahe Lietzen im Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg) auf. (Quelle: dpa/Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 10.08.2018 | Bild: dpa/Pleul

Die Perseiden am Himmel - Feuriger Tränenregen in dunkler Nacht

Sternschnuppenalarm: In der Nacht zum Montag sorgt der Regen der Perseiden für eine Sternschnuppenflut am Nachthimmel. Zwar ist der Himmel nicht ganz klar, aber meist auch nur leicht bewölkt. Recht gute Bedingungen für die Sternschnuppenjagd.

Der Sternschnuppenstrom der Perseiden erreicht am Wochenende seinen Höhepunkt. Der Meteorstrom gilt als der ergiebigste des ganzen Jahres und sorgt beim nächtlichen Blick gen Himmel für laute "Ah"s und "Oh"s - vorausgesetzt natürlich, dass der Himmel klar und die Nacht lau ist. Und all das bekommen die Berliner und Brandenburger in diesem Jahr, prognostizieren die Meteorologen.

Das Maximum der Sternschnuppen geht in der Nacht zum Montag nieder. Aber auch in der Nacht zum Samstag und Sonntag verglühten bereits reichlich Meteore und die Sicht bei Neumond war dabei optimal. Viel Mond allerdings ist dann auch in der Nacht zum Montag auch noch nicht zu sehen. Duster, wenig Wolken und mild - das sind ideale Bedingungen für einen verliebten Blick in den Nachthimmel.

Gutes Wetter für helle Lichtblitze

Für Berlin und Brandenburg ist am Sonntagabend die Wolkenlage zunächst im Süden günstiger. Im Norden sind es wohl einige Wolken mehr, aber für alle, die geduldig sind, sagen die Wetterexperten: Es wird eine gute Nacht fürs Entdecken von Sternschnuppen.

Helle Blitze und geheime Wünsche

Fachleute rechnen beim Höhepunkt des Meteorschauers in der Nacht zum Montag mit bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde. Ein realistischer Durchschnittswert dürfte aber bei rund 60 Meteoren liegen - also etwa einer Sternschnuppe pro Minute.

Astronomisch betrachtet ist die beste Beobachtungszeit für die Sommermeteore der späte Sonntagabend und der frühe Montagmorgen. Doch auch vor diesem Perseiden-Maximum lohnt sich bereits ein Blick zum Nachthimmel: Schon in den Nächten zum Samstag und zum Sonntag dürften viele Meteore über das Firmament flitzen. Manche Beobachter werden sich dann nach altem Brauch eingeladen fühlen, der Sternschnuppe einen geheimen Wunsch anzuvertrauen.

Winzige Teilchen eines Kometen

Ihren Namen haben die Sommermeteore vom Sternbild Perseus. Dort liegt ihr Radiant, wie Astronomen den scheinbaren Ausgangspunkt von Meteorströmen nennen. In Wahrheit kommen die Perseiden aber aus der unmittelbaren Erdumgebung: Auf seiner Bahn kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Reise um unser Zentralgestirn zurückließ.

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses etwa alle 133 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nicht einmal stecknadelkopfgroßen Partikel mit fast 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein - also mit nahezu 216.000 Stundenkilometern. In einer Höhe von 80 bis hundert Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinungen, die Sternschnuppen genannt werden. Die größeren Meteore leuchten beim Verglühen in der Erdatmosphäre so stark wie helle Sterne und Planeten. Noch heller, aber auch entsprechend seltener sind die sogenannten Feuerkugeln oder Boliden. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her.

Im Volksmund heißen die Augustmeteore auch "Laurentiustränen". Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod starb. Seither soll es der Legende zufolge an diesem Tag stets feurige Tränen vom Himmel geregnet haben.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.08.2018, 17 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Das Titelbild mit Photoshop-Nachthimmel tut schon sehr weh. Könnt ihr bitte, wenn ihr seriös über ein astronomisches Ereigniss berichtet, ein nicht-manipuliertes Bild einfügen? Der Mond ist nicht (mehr) so XXXXXXXXL-groß in der Realität.

  2. 1.

    Die größten Chancen zahlreiche Perseiden zu sehen, besteht jeweils in der zweiten Nachthälfte, da das Sternbild Perseus dann erst hoch genug über dem Horizont am Nordosthimmel steht. In Berlin keine großen Hoffnungen auf die im Text genannte Menge pro Stunde machen, der Nachthimmel wird dort aufgrund der Lichtverschmutzung nicht dunkel genug. Also, raus auf's Land zum Beobachten, am besten in den Sternenpark im West-Havelland.

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