Unfallstelle (Quelle: rbb)
Video: Abendschau | 23.08.2018 | Sabrina Wendling | Bild: rbb

Warschauer Straße - Radfahrerin bei Unfall mit Lkw verletzt

Schon wieder hat es einen schweren Unfall zwischen einem Lkw und einer Radfahrerin gegeben - und wieder beim Abbiegen. Die Frau wurde bei dem Zusammenstoß auf der Warschauer Straße schwer verletzt - schwebt aber wohl nicht in Lebensgefahr.

Erneut hat in Berlin ein Lkw eine Radfahrerin angefahren. Nach Informationen der Polizei wurde die Frau bei dem Unfall am Donnerstagmorgen im Stadtteil Friedrichshain verletzt, unter anderem brach sie sich den Unterschenkel. Lebensgefahr bestehe nicht, so die Polizei.

Der Unfall ereignete sich auf der Warschauer Straße in Höhe Boxhagener Straße: Die 29-jährige Radfahrerin war demnach gegen 05.45 Uhr in Richtung Frankfurter Tor unterwegs, als der Lkw in die Boxhagener Straße abbiegen wollte und die Frau erfasste. Der 30-jährige Fahrer des Lkw erlitt einen Schock und musste ebenfalls in einer Klinik behandelt werden.

Die Warschauer Straße musste zwischen Grünberger Straße und Frankfurter Allee in Richtung Prenzlauer Berg für zweieinhalb Stunden gesperrt werden, auch die Tram-Linie 21 war unterbrochen. Inzwischen fließt der Verkehr auf Straße und Schiene wieder normal.

Mahnwache für tote Fußgängerin in Schöneberg

Erst am Dienstag war in Schöneberg eine 23-jährige Fußgängerin von einem abbiegenden Lkw überfahren und tödlich verletzt worden. Mehrere Vereine hatten deswegen für Donnerstagnachmittag an der Kreuzung Haupt-/Ecke Dominicusstraße zu einer Mahnwache aufgerufen. Zahlreiche Menschen nahmen daran teil. Sie forderten mehr Schutz für Fußgänger und Radfahrer.

Die getötete Frau ist in diesem Jahr bereits das 26. Todesopfer bei Verkehrsunfällen in Berlin.

Abbiegeassistenten im Gespräch

Derzeit ist im Gespräch, Lkw verpflichtend mit sogenannten Abbiegeassistenten auszurüsten, um tödliche Unfälle beim Abbiegen zu verhindern. Den Unfall in Schöneberg hätte eine solche Anlage allerdings wohl nicht verhindern können, meint Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer. "Bei Radfahrern sei es tatsächlich so, dass wir davon ausgehen, dass beinahe jeder schwere Unfall mit Lkw und Radfahrer verhindert werden kann - wenn der Fahrer richtig reagiert", sagte Brockmann am Mittwochmorgen im Inforadio zur Wirksamkeit von Abbiegeassistenten. Bei dem Unfall in Schöneberg sei aber wohl auch ein Notbremsassistent nötig gewesen, der den Raum vor dem Fahrzeug einbezieht.

Brockmann mahnte Fußgänger wie Radfahrer, im Zweifel zu warten. Lkw-Fahrer hätten eine extrem schlechte Sicht aus der Fahrerkabine. Bis alle Laster mit Abbiegeassistent ausgestattet seien, könne es noch Jahre dauern. Brockmann rief daher Verkehrsplaner auf, mehr getrennte Grünphasen für die verschiedenen Verkehrsteilnehmer einzurichten.

Bei einem Verkehrsunfall am 23.08.2018 ist eine Fahrradfahrerin verletzt worden (Quelle: rbb/Keuter)

Sendung: Inforadio, 23.08.2018, 7:00 Uhr

Kommentar

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67 Kommentare

  1. 67.

    Hä? Von was reden sie? Ich hoffe sie fahren nicht so wie sie schreiben und zuhören. Genau DAS habe ich doch geschrieben dass der Auflieger einen engeren Radius befährt als die Zugmaschine.

    Entweder hat der LKW Fahrer gepennt, weil er den Radfahrer übersehen hat oder den Weg seines Aufliegers falsch berechnet hat. Das ist zu 99,99 % die Schuld des LKW Fahrers. Nur das es glücklicherweise meistens keine Radfahrer erwischt aber Ampeln, Laternen, Gehwegkanten und Begrenzungen von Kreisverkehren, die zugegeben oft zu klein sind.

    Zu 0.01 % ist ein Radfahrer schuld weil er sich zu weit vorgewagt hat, das macht doch niemand freiwillig!

    Wieviele Radfahrer sind in HH unterwegs (auch aufgrund der katastrophalen Verhältnisse dort) und wieviel in Berlin?

  2. 66.

    Ich sitze jeden Tag in einem LKW und weiß daher wovon ich rede! Und wenn jemand unter die Räder eines Auflieger kommt wurde er auch von diesem erfasst und nicht vom LKW selbst. Von diesem tragischen Unfall hab ich Bilder gesehen und es befanden sich keine Spuren in Höhe des Fahrerhauses. Wenn ich sehe wie Rennradfahrer mit Kopfhöhrern auf dem Bürgersteig selbst Fußgänger fast anfahren, kann ich mir denken wie das passiert! Und ein LKW fährt nicht mit Schwung um die Kurve wenn dort Fußgänger und Fahrradfahrer zu erwarten sind...dann hätten wir noch wesentlich mehr solcher Unfälle und nicht nur in Berlin. Komisch das man in Hamburg kaum von solchen Unfällen hört??

  3. 65.

    Ich kann den Gedanken von "Icke" schon verstehen. Das größte Problem im Straßenverkehr ist die Rücksichtslosigkeit, ich vermute darauf wollte "Icke" hinweisen. Nur ist Rücksichtslosigkeit mit 1800 kg eine andere als mit 80 kg.

    Sie wollen uns also ernsthaft erzählen ein Radfahrer hält auf einen Sattelauflieger zu wenn der schon am Abbiegen ist? Ich war da genauso wenig dabei wie sie aber das stelle ich in Abrede. Haben sie schonmal einen Sattelauflieger und dessen Weg um die Kurve beobachtet? Warum holen LKW Fahrer mit Zugmaschine aus um abzubiegen (nicht so weit wie hier auf dem Bild)? Der Auflieger schneidet die Kurve. Das wissen nicht alle, genau so wie sie es nicht gewußt haben.

    Entweder der Radfahrer steht schon da und wird vom Auflieger erfasst oder der Radfahrer rechnet nicht mit dem geänderten Weg.

    Also bitte erst nachdenken, dann tippen. Ihrem letzten Satz schließe ich mich an.

  4. 64.

    "Ich finde die Kraftfahrzeugfahrer sollten jeden Tag so behindert und gefährdet werden, wie ich als Fußgänger behindert und gefährdet werde. Vielleicht setzt dann ja mal ein Umdenken ein. " Das klingt für mich schon verdächtig nach Anstiftung zum groben Ungehorsam auf den Straßen. Und zu ihrem letzten Beitrag...wenn daß so wäre, wie kann es dann zum Beispiel sein daß ein Radfahrer sot tragisch solch ein Unfall immer ist vom Trailer eines Lkw überrollt wird wie in diesem Jahr auch schon passiert? In diesem Fall war der Lkw bereits bis zur Hälfte rechts abgebogen...fahr ich dann trotzdem einfach weiter? Keiner ist allein auf der Straße und jeder will am Ende des Tages heil zu Hause ankommen...daran sollten alle denken wenn sie früh morgens das Zuhause verlassen!

  5. 63.

    Naja, viel besser klingen sie auch nicht. Auch wenn einige Radfahrer keinen Führerschein besitzen, achten doch eher Radfahrer und Fußgänger auf den §1 der StVO. Aus einen ganz einfachen Grund: Beide haben keinen Blechpanzer um sich herum, unzählige Airbags usw. und außerdem gehen 80 bis 100 kg (inkl. Fahrrad also) gegen 1800 kg und mehr immer ganz schlecht aus.
    Man nennt sowas auch Selbsterhaltungstrieb.

    Ninjaradler (ganz in schwarz ohne Licht) und sonstige freiwillige Organspender ausdrücklich ausgenommen.

  6. 62.

    Im Grunde genommen ist die Angelegenheit nach der Verkehrssicherheit recht einfach zu lösen.

    - Grün für die einen bedeutet Rot für die anderen -

    Das ist überall dort so, wo sich zwei Kfz-Ströme kreuzen. Ich kenne keine einzige Kfz-Kreuzung, bei der beide Autoverkehrsströme gleichzeitig grün haben.

    Nicht so, wenn sich Autoverkehrsströme mit Radverkehrsströmen und Fußgängerströmen kreuzen. Da ist es in das Belieben der einbiegenden und kreuzenden Kfz-Fahrenden gestellt, ob diese halten oder eben nicht. - In meinen Augen ist das ein eklatantes Defizit, wenn das Recht auf Leib und Leben Vorrang haben soll, wie es als Leitlinie formuliert ist: "Sicherheit vor Flüssigkeit" ist mittlerweile unstrittig.

    Es fehlte die rote Ampel gegenüber dem Rechtsabbiegenden, solange die Radfahrerin grün hatte.

  7. 61.

    Ist mir aufgefallen. Die Spuren sind ja eindeutig. Aber da sind sie der Rufer in der Wüste. Einige Kraftfahrer sind hier ja gerade dabei Radfahrer als Volkschädlinge zu identifizieren, da kann so was nebensächliches schon mal untergehen.

    Ich tippe auf ortsfremd und spontanen Abbiegen, ein ZweiterSpurParker wäre Unfallbeteiligter da ursächlich.

    Warten wir mal ab wann Kraftfahrer jetzt den Radar für Radfahrer verpflichtend einführen wollen oder es muß vor jeden Radfahrer ein Fußgänger mit roter Flagge vorangehen* oder aber besser gleich Radfahrer und Fußgänger abschaffen und flächendeckend 100 km/h als Höchstgeschwindigkeit in der Stadt einführen.

    Wer Sarkasmus findet darf den behalten.

    *https://de.wikipedia.org/wiki/Red_Flag_Act

  8. 60.

    Aus einem ganz einfachen Grund: Sie achten einfach nicht auf Radfahrer und wollen das auch gar nicht, zumindest lese ich das aus ihren Beiträgen heraus.

    Aber früher oder später filtert eine MPU solche Verkehrsteilnehmer wie sie heraus, hoffe ich zumindest.

  9. 59.

    Es gilt vor allem und für jeden und das in erster Linie "Paragraph 1 der StvZo" und wer den immer in seinem Kopf hat gefährdet weder andere Straßenverkehrsteilnehmer noch sich selbst!!! Nur wäre es schön wenn dieser Paragraph auch von denen gekannt wird die keinen Führerschein besitzen und dann würden Sie vielleicht auch mal über Ihre eigenen Worte nachdenken, die wie ich finde äußert agressiv und konfrontativ klingen...ein schlechtes Beispiel für Verkehrserziehung oder was wollen sie sonst damit bezwecken???

  10. 58.

    Ja, ja liebe Autofahrer. Ganz einfach: vorausschauend fahren, Blickkontakt halten, Verkehrsregeln einhalten, Schulterblick!!!!! usw. Dann gibt auch weniger Unfälle. Nicht nur auf die Vorfahrt bestehen, ohne auf den Verkehr zu achten.

  11. 57.

    Warum halten sich immer wieder Leute für Radfahrer, die ihr Rad 3 x im Jahr benutzen und dann mit 15 km/h durch die Stadt schleichen?

    Ich bin doch auch kein Atomphysiker wenn ich mal ein Buch darüber gelesen habe?

    Ihre Vorschläge sind schlich Unsinn, da nicht umsetzbar. Wenn ich jedes Mal auf meine Vorfahrt verzichte oder erst einmal anhalten muß um eine Kreuzung zu überqueren dann brauche ich ja 2 Tage um von Spandau bis nach Neukölln zu kommen.

    Aber zum Schluß überführen sie sich ja selbst: "Bei allem Verständnis für die Interessen der Radfahrer; es werden zu wenig Konsequenzen gezogen." Danke für das outen. Im anderen Zusammenhang würde man von "False flag" reden.

  12. 56.

    Exakt so ist. Vom widerrechtlichen Abstellen der Kraftfahrzeuge im 5m Bereich an Kreuzungen über das vorsätzliche Schneiden von Fußgängern beim Links- und Rechtsabbiegen bis zum Nichtanhalten am Zebrastreifen.

    Ich finde die Kraftfahrzeugfahrer sollten jeden Tag so behindert und gefährdet werden, wie ich als Fußgänger behindert und gefährdet werde. Vielleicht setzt dann ja mal ein Umdenken ein.

    @tommy Berlin
    Es ist immer amüsant zu lesen, wie Autofahrer ihre fahrzeugbedingte Blind- und Taubheit versuchen auf Andere Verkehrsteilnehmer zu übertragen. Ich sehe als Radfahrer wesentlich mehr als jeder Kraftfahrzeugfahrer, und ich höre wesentlich mehr als jeder Kraftfahrzeugfahrer.

    @Hodor
    Ich sehe jeden Tag träumende Autofahrer, die beim Abbiegen auch noch in die falsche Richtung schauen. Es wird nach Gefühl in uneinsehbare Situationen gefahren, weil das Bewusstsein für die Gefährdung Anderer bei Kraftfahrzeugführern flächendeckend nicht vorhanden ist.

  13. 55.

    Was Sie als "Gefilde des Kraftverkehrs" bezeichnen, ist der Straßenverkehr, an dem eben nicht nur "Kraft"-, sondern auch Radfahrer und Fußgänger (und Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen u. v. m.) mit gleichen Rechten und Pflichten teilnehmen. Die Alleinbeanspruchung dieses öffentlichen Raums durch die "Kraft"fahrer, deren mörderische Fahrgeschwindigkeit und völlige Unfähigkeit zur Reflektion des eigenen Verhaltens - DARIN liegt das Problem in dieser Stadt. Übrigens: "ungeübte Laien" auf Fahrrädern töten nur sehr selten andere Verkehrsteilnehmer. Das tun fast immer geübte "Kraft"fahrer.

  14. 54.

    Hat sich den jemand wirklich mal das zweite Foto mit dem Polizeifahrzeug angeschaut? Wenn ja, sollte einem aufgefallen sein, dass der LKW aus der LINKEN Spur rechts abgebogen ist!

    Da bleibt doch direkt die Frage offen wieso? Hat jemand rechts in der zweiten Reihe geparkt oder ist der LKW kurzentschlossen abgebogen? In beiden Fällen hat man als Radfahrer schlechte Karten, da dies auch bei größter Vorsicht nicht oder nur schwer ersichtlich ist. Wenn da jemand geparkt hatte, bleibt die Frage, wo ist das Fahrzeug? Für mich sind 2. Reihe Parker direkte Unfallbeteiligte, da sie durch das falsche Parken eine Gefährdung durch Sichtbehinderung schaffen.

  15. 53.
    Antwort auf [thomas] vom 24.08.2018 um 09:13

    Im Bedarfsfall kann man sich auch über die zahlenmäßig überlegenen Verkehrsteilnehmer ( KFZ ) beschweren.

  16. 52.

    "Zudem fehlt der Hinweis, dass gerade Fahrzeugführer sehr hohe Sorgfaltspflichten haben."

    Sind denn Radfahrer keine Fahrzeugführer ???

  17. 51.

    Sehr richtig was sie da sagen...erlebe ich immer wenn ich durch Berlin muß. Und wenn dich dann noch ein Radfahrer links überholt während man an der Ampel steht und rechts guckt um keinen zu erfassen und der dann rechts vor deiner Schnautze wieder rumfährt...ja dann braucht man wohl den" Rundumsichtassistenten"!!!

  18. 50.

    wenn ich texte lesewie, haltet euch an die verkehrsregel geht mir die hutschnur hoch, jeden morgen fahre ich mit den fahrad zur arbeit und es vergeht kaum ein tag wo autofahrer eine rote ampel nicht stört und weitrer fahren. einmal sogar wo ich grün hatte ein polizeiauto ,mit telefonierenden beamten eine rote ampel nicht beachtet hatte.der fahrassietent wird es nicht alleine regeln sondern vor dem abbiegen ein generreles stopen einzuführen,ein radweg freizuhalten und ein sofortiges vortbildungsprogramm für lkw-fahrer um ihnen täglich zu zeigen wie es sich anfühlt wenn so ein gesch0ß an einen vorbeifährt,zum guten schluß die strafgelder ganz stark zu erhöhen und ein fahrverbot einzu führen von mindesten 6 monate und mehr

  19. 49.

    Sie verwechseln sicherlich Autofahrer mit Radfahrer. Ich habe noch nie ein Radfahrer gesehen, der den Schulterblick ausgeführt hat.

  20. 48.

    Könnten die Medien, z.B. rbb nicht zu jeder Unfallmeldung eine Vorstellung mit Bild/Karte machen, wie der Radverkehr in anderen Städten, Ländern besser läuft? Z.B. Holland. Die Radwege sind deutlich von der Fahrbahn getrennt. Will ein Radfahrer an einer befahrenen Kreuzung links abbiegen, bekommen die geradeausfahrenden Autos rot und es gibt eine markierte Fahrradspur über die Straße. Wir waren völlig erstaunt-es ging darum, den Radverkehr im Fluss zu halten, nicht den Autoverkehr. Hier in Berlin: komplizierte Manöver, ewig warten oder mit den Fußgängern rüberschieben..

    Eine weitere Dokumentation wäre interessant: Alle im Nichts oder in parkenden Autos endenden Radwege. Oder Radwege die erst 3m vor der Ampel beginnen und durch die wartende Autoschlange nicht zu erreichen sind. Da heißt es: 10 min und länger so richtig tief die Abgase einatmen! Gleiches Recht für alle.

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