Gewitterhimmel über einer Obstwiese (Quelle: imago/Eifert)
Video: rbb aktuell | 10.08.2018 | Bild: imago stock&people/Eifert

Behinderungen bei der Bahn - Gewitterfront sorgt für Abkühlung in Berlin und Brandenburg

Eine Gewitterfront ist am Donnerstagabend über Berlin und Brandenburg hinweggezogen. Im Nordwesten Brandenburgs verursachten wahrscheinlich Blitzeinschläge mehrere Brände. Durch Schäden an Bahnstrecken gibt es Behinderungen noch bis kommende Woche.

Eine Gewitterfront ist am späten Donnerstagabend über die Region hinweggezogen. Laut Polizei gab es jedoch keine größeren Auswirkungen. Der Deutsche Wetterdienst hat die Unwetterwarnung vor Starkregen und Hagel von Donnerstag für Brandenburg und Berlin noch vor Mitternacht wieder aufgehoben.

Norden Brandenburgs stärker betroffen

"Wir hatten ganze drei Einsätze, die man zur Not irgendwie mit dem Wetter in Verbindung bringen kann", sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr am Freitagmorgen. Aus dem Lagezentrum der Polizei in Potsdam hieß es: "Hier haben zwei Dachstühle gebrannt. Ob die Häuser vom Blitz getroffen wurden oder ob es eine andere Ursache gibt, können wir noch nicht sagen."

Die Regionalleitstelle Nordwest der Brandenburger Feuerwehr musste laut eines Tweets ihrer Potsdamer Kollegen zu insgesamt fünf Gebäudebränden ausrücken. Blitzeinschlag sei die wahrscheinliche Ursache. Bei den Einsätzen wurden den Angaben nach drei Feuerwehrleute leicht verletzt.

In Ostprignitz-Ruppin gingen am Donnerstagabend nach einem Blitzeinschlag 450 Stroh- und Heuballen in Flammen auf. Die Feuerwehr war mit 50 Einsatzkräften vor Ort.

Video: Brennendes Strohlager in Ostprignitz-Ruppin nach Blitzeinschlag | rbb|24 | 10.08.2018

 

Zugausfälle bei der S-Bahn nach Blitzeinschlag

Nach einem Blitzeinschlag in der Nacht in Berlin-Grünau kam es am Freitagmorgen bei der Berliner S-Bahn zu Zugausfällen und Verspätungen, wie das Unternehmen mitteilte. Die Züge der S85 fuhren nur zwischen Pankow und Schöneweide. Bei der S-Bahnlinie 45 kam es zu Verspätungen und Ausfällen. Inzwischen fahren die Züge aber wieder nach Plan.

Zu großen Problemen kam es am Donnerstag im Bahnverkehr. Viele Strecken im Norden wurden zwischenzeitlich gesperrt, darunter Hamburg-Berlin und Hannover-Berlin. Behinderungen gibt es voraussichtlich auch noch in den nächsten Tagen: Wie die Bahn am Freitag mitteilte, fahren aufgrund von Unwetterschäden zwischen Wolfsburg und Hannover Fernverkehrszüge von und nach Berlin über Braunschweig, ohne dort zu halten. Dies wird nach Bahnangaben bis mindestens Montag so bleiben und bedeutet eine Verspätung von 30 Minuten.

Auswirkungen auf die Leichtathletik-EM

In Berlin wurden die Zuschauer der Leichtathletik-EM am Donnerstagabend aus Sicherheitsgründen gebeten, nach Wettkampf-Ende noch im Olympiastadion zu bleiben. "Bitte bleiben Sie hier, das ist der sicherste Ort für Sie", hieß es unmittelbar nach dem abschließenden 100-Meter-Hürden-Lauf der Frauen in mehreren Durchsagen. Kurz nach 22.30 Uhr hatten fast alle Zuschauer bei nachlassendem Regen die Tribünen verlassen.

Die für Donnerstagabend geplanten Siegerehrungen im Rahmen der EM wurden wegen der Wetterlage verschoben. Um 16:30 Uhr wurde das Programm auf der Europäischen Meile am Breitscheidplatz von den Organisatoren beendet.

Die Abkühlung ist da

Vor dem Gewitter erlebten Berlin und Brandenburg am Donnerstag mit Höchsttemperaturen von 34 Grad einen weiteren Hitzetag. Immerhin war es nicht ganz so heiß wie am Mittwoch, dem bislang heißesten Tag des Jahres: Da wurden 38,5 Grad in Berlin-Eiskeller und 38,3 in Oranienburg-Lehnitz (Oberhavel) gemessen.

Nach den Gewittern strömte am Freitag kühlere Luft nach Berlin und Brandenburg: Mit Maximalwerten von 24 bis 27 Grad sollte es vergleichsweise angenehm werden, mit einem Wechsel aus Sonne und Wolken an. In der Nacht zum Samstag sollten die Temperaturen auf 14 bis 11 Grad sinken. Aber am Montag kehrt der Hitze-Sommer noch einmal zurück - mit Temperaturen bis zu 32 Grad.

Durch den Regen am Donnerstagabend ist die Waldbrandgefahr in Brandenburg gesunken: Nur noch in den Landkreisen Elbe-Elster, Spree-Neiße und in Cottbus gilt derzeit die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe ausgerufen. Für alle anderen Landkreise wird die Waldbrandgefahr nur noch als mittel oder gering eingestuft.

So trocken ist es in Berlin und Brandenburg

Kommentar

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11 Kommentare

  1. 11.

    Meckern Sie doch nicht gleich, sondern übernehmen Sie selbst die Initiative.
    Was passiert, wenn man mit dem Zeigefinger auf andere zeigt und sagt: "Die müssen was machen!" ? - Vier Finger zeigen zurück! Also ist auch mal Eigeninitiative gefragt.

    Die Bäume vor unserem Haus haben Nachbarn und wir regelmäßig gegossen. Und Sie?

  2. 10.

    Da gebe ich Ihnen recht. Vorhin Unwetterwarnung. Normale Gewitter gibts ja nicht mehr. Starkregen, Hagel, alles dabei. Es regnete dann runde vier Minuten. Etwas stärker. Das wars....
    Wenn man jetzt die heißen Straßen besprüht, produziert man dann nicht eher eine mega hohe Luftfeuchtigkeit? Das ist ja dann noch widerlicher...

  3. 9.

    Berlin Süd meldet: 5 min ordentlicher Guss mit Krawumm - NACH dem Gießen im Garten. Wetteronline hatte sich im entscheidenden Moment ausgeklinkt mit Totalcrash - kein Regenradar. Und dann kam es doch, dass Gewitterschäuerchen.
    Ohne Gießen wäre es zu wenig gewesen für den Garten.

    Aber halt - da kommen erneut Tropfen! Ich höre es genau... sollte noch ein bisschen Regen nachkommen?? Unfassbar.

  4. 8.

    Die sollten in adpjgm lieber die Bäume gießen statt den Asphalt!

  5. 7.

    Die Sprühfahrzeuge von der BSR fahren heute Nacht durch Berlins Straßen - wenn es nicht regnet.

  6. 6.

    Hier in Berlin wird´s eh wieder nicht Gewittern.
    U.U. kommt ja wenigstens heute die Kaltfront über uns weg, waren doch gestern schon 28°C vorausgesagt (wetteronline) und schwuuppps doch wieder 36 und doch kein Gewitter.

    Das geht doch so schon über einen Monat. Über 10 Unwetterwarnungen ohne auch nur einen Tropfen in Berlin Mitte-Fhain-Kberg und drumherum.
    Im Süden und Nordwesten Berlins, da passiert ab und an was, aber die Mitte löst Gewitterzellen regelrecht auf, muss man auf dem Radar gesehen haben :

    Zelle rauscht von Südwesten an, löst sich vor B-Mitte auf und fängt an der Stadtgrenze Nordosten wieder mächtig an loszulegen! Bis nach Polen rein.
    Hier lebt fast kein Grün mehr draußen und die Wettermodelle habens anscheinend noch nicht gemerkt, aber: nix Regen, nix Gewitter, nix hier in Berlin Mitte :=) Hört doch bitte auf es immer wieder anzusagen...

    Angenehmen Abend noch und durchhalten.

  7. 5.

    In einem Kinderbuch, welches ich meinem Sohn vor ca. 45 - 50 Jahren hieß es:
    "Die Sonne scheint, heiß ist es heut´und Staub liegt auf den Wegen. Die Kinder rufen hocherfreut. Das Sprengauto bringt Regen."
    Anscheinend gibt es in Berlin nicht mehr so viel Staub bzw. Sonne. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Jahren ein derartiges Fahrzeug gesehen zu haben.

  8. 4.

    Als damaliger Ruhrpöttler kenne ich die Wasserwagen auch noch, die fuhren im Sommer immer rum, täglich. Der damals noch heftige Kohlestaub wurde gebunden und weggeschwemmt, die Gullis muffelten nicht, es war insgesamt ein wenig kühler, weniger staubig, sauberer auf den Straßen. Straßenbäume bekamen etwas an, Tau schlug sich nieder. Tolle Sache. Wollt ich neulich schon dran erinnern, aber dachte mir: Die Tankwagen sind bestimmt abgeschafft unterdessen! Weil man sie hier in Berlin später nie wieder sah.

    Ich versuche den gleichen Effekt jeden Abend im Garten. Weil es ja doch nie regnet, kein Unwetter bei uns Zwischenhalt macht. Nix.


  9. 3.

    Ja, Sprühwagen der BSR im Sommer bei großer Hitze kenne ich auch noch aus meiner Kindheit in den 60/70'ziger Jahren. Die sind dann manchmal sogar 2x am Tag durch die (Haupt-)Straßen gefahren. Frage mich nur, warum den maßgeblichen Leute erst nach mehreren Wochen brütender Hitze so eine banale althergebrachte Lösung (wieder-)einfällt?!? Sind die Leute dort alle schon so jung, dass Sie sich niemand an Lösungen aus der guten alten Zeit erinnert?!?
    P.S.: Glaube aber, das bringt nur etwas, wenn es mehrere Tag hintereinander gemacht wird. Ach so, Sprühwagen der BSR dann schon mal für den nächsten Sommer, wenn's denn mal wieder richtig mollig wird vormerken!!!

  10. 2.

    Wetter oder Unwettervorhersagen für bestimmte Teile der Stadt oder einer Region sind nicht 100%ig vorhersehbar. es gibt immer Unwägbarkeiten, Abweichungen, Richtungswechsel. Heißt: Abwarten, mehr kann man nicht tun. Kommt der Regen sollten wir ihn alles genießen, besonders aber die Natur, einschl. Bäche und Flüsse.

  11. 1.

    Das mit den Wasserwagen, die die Straßen nass machen, kenne ich noch von früher. Warum macht man das denn nicht aauch an "normal" trockenen Tagen. Damit bindet man große Mengen des bösen Feinstaubes.

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