Zickzack-Radweg in Berlin-Zehlendorf sorgt für Rätselraten (Quelle: rbb /Miriam Keuter)
Video: rbb Aktuell | 09.08.2018 | Bild: Miriam Keuter

Bezirk: "Das war so nicht geplant" - Zickzack-Radweg in Zehlendorf soll schnell übermalt werden

Ist das Kunst oder soll man hier langfahren? Ein ungewöhnlicher Radweg sorgt in Berlins gutbürgerlichem Stadtteil Zehlendorf für Irritation: Wer ihn benutzen will, muss Zickzack fahren. Jetzt kündigt die zuständige Bezirksstadträtin eine schnelle Korrektur an.

Nach Verwunderung und Spott über einen Zickzack-Radweg im Berliner Stadtteil Zehlendorf soll es noch in dieser Woche einen Ortstermin mit der zuständigen Firma geben. "Wir werden uns treffen und besprechen, wie wir das übermalen", kündigte die zuständige Bezirksstadträtin Maren Schellenberg (Grüne) am Donnerstag an.

Die Markierungen an der Leo-Baeck-Straße wurden am Dienstag angebracht und sind jeweils in Höhe der Bäume verrückt. "Das war so nicht geplant", sagte die zuständige Bezirksstadträtin Maren Schellenberg schon am Mittwoch. Offenbar habe es Kommunikationsprobleme mit der zuständigen Baufirma gegeben.

Bezirk: Kommunikationsprobleme mit Baufirma

Im Grunde ist ein Radweg auf dem schmalen Bürgersteig der Leo-Baeck-Straße laut der Stadträtin nicht sinnvoll. Der Wunsch danach sei aber von der nahe gelegenen Grundschule ausgegangen. Auf der Straße dürfe kein Radweg markiert werden, weil sie eine 30er-Zone sei. Doch auch hier seien die vielen "Eltern-Taxis" - Autos, die Kinder vor der Schule absetzen - oftmals gefährlich für Radfahrer. Es habe an der gleichen Stelle früher schon Radweg-Markierungen gegeben. Die seien aber verblasst, sagte Maren Schellenberg rbb|24.

Stadträtin Schellenberg möchte nun erst einmal von der Firma erfahren, wie die auf die seltsame Idee mit dem Zickzack-Kurs gekommen ist. Wie der Radweg sinnvoller verlaufen kann, solle vor einer neuer Gestaltung auch mit der Schule besprochen werden, sagte Schellenberg. "Vielleicht können wir auch auf der einen Straßenseite einen Radweg anlegen und auf der anderen einen Gehweg ausweisen."

Sie fände es sinnvoll, Radweglösungen für schmale Straßen und Bürgersteige für die gesamte Stadt zu diskutieren. "Ich würde mir wünschen, dass wir da flexibler werden." Die gesetzlichen Vorgaben seien manchmal hinderlich. Wenn sie auf der bundesweiten Straßenverkehrsordnung fußten, seien lokale Lösungen schwierig zu finden.

Das Netz spottet über den Zickzack-Radweg

Streetart, Alkoholteststrecke, Touristenattraktion: Der Spott über die rund 200 Meter langen Zickzack-Markierungen auf dem Bürgersteig, die rund um Straßenbäume vor- und zurückspringen, war am Mittwoch im Internet groß. Bürger stellten aber auch Fotos von anderen rätselhaften Berliner Radwegen ins Netz: Schmale gepflasterte Bänder zum Beispiel, die vor Mauern verlaufen oder von Laternenpfählen unterbrochen werden.

Kommentar

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38 Kommentare

  1. 38.

    Warum sperrt man nicht die Straße in der Uhrzeit zwischen 7 und 8:30h?? Dann ist es nicht mehr möglich Kinder mit dem Auto dorthin zu fahren. Ansonsten wundert es mich, dass sich in Deutschland keiner traut den Autoverkehr massiv einzuschränken, dass es solche Probleme nicht gibt. Mehr Fahhradstraßen in Berlin!!!

  2. 37.

    schuld an diesem komischen radweg is ja das Verkehrsministerium denn wenn in einer 30er zone kein radweg auf die straße darf dann müsste man die straßenverkehrsordnung ändern und dafür ist der verkehrsminister zuständig

  3. 36.

    @35: Also besteht die ausfuehrende Baufirma aus Gruenen Politikern?? Steile These! Soziologie fuer Fortgeschrittene...

  4. 35.

    Diese Politik passt doch zur Berliner Bevölkerungsstruktur.
    Die Gier nach Anerkennung ist besonders groß, auch wenn es mit Schwachsinn demonstriert wird.
    Die Großstädte mit ihren "Grünen Politikern" - eine mentale Einheit

  5. 34.

    Ich würde den in Zick Zack lassen! Berlin ist eine Stadt für Kunst, zu dem zieht er Touristen an! Kommt wenigstens wieder mehr Geld für Rentenkassen und andere die es brauchen!

  6. 33.

    @32: Steffen, welchen Sinn hat eine Benutzungspflicht fuer einen Radweg in der Leo-Baeck-Strasse? Dass radelnde Kinder (8 .. 15 km/h)sich einen schmalen Weg mit Fussgaengern (2 .. 5 km/h) sowie jugendlichen und erwachsenen Radlern (15 .. 30 km/h) teilen muessen? Und dass nur, damit KFZ unbeschraenkt durch diese schmale Nebenstrasse fahren oder dort ungestoert rumstehen koennen?
    Und gleichzeitig sind Ihnen Ausgaben fuer kleine Kinder und andere unsichere Verkehrsteilnehmer zu viel?
    Solche Prioritaeten koennte ich nicht nachvollziehen.

  7. 32.

    Ich bin zwar nicht gefragt, aber ich halte davon überhaupt nichts. Ich halte es nämlich für eine riesige Steuerverschwendung, Millionen Euro für Radwege auszugeben, die dann keiner Benutzungspflicht unterliegen.

  8. 31.

    Aber da sind wir uns doch einig, und das wurde in dieser Diskussion ja schon mehrfach angesprochen. Was halten Sie denn von dem Vorschlag, einen gemeinsamen Weg mit Kann-Benutzung auf der anderen Seite einzurichten?

  9. 30.
    Antwort auf [Frank] vom 09.08.2018 um 16:02

    Wenn man hier etwas markiert, dann muss man auch bedenken, dass man damit auch das Radfahren im Seitenraum für alle anderen Radfahrer legalisiert. Dieser ist derzeit dafür allerdings viel zu schmal.

  10. 29.

    Gerne möchte ich einmal darauf hinweisen, dass laut StVO Kinder bis zum vollendeten 10 Lebensjahr mit Fahrrädern den Gehweg nutzen dürfen. Eine gesonderte Markierung von Radwegflächen auf dem Gehweg für diese Gruppe der Radfahrer ist somit eigentlich nicht notwendig.

  11. 28.

    Ein sehr verwirrender Gedanke und Idee die ältere Radfahrer oder Körperbehinderte beim Radfahren leicht in Sturzgefahr bringen kann und/oder andere Unfälle provozieren kann. Dies insbesonders auch, da sich viele Radler nicht an Verkehrsregeln wie zum Beispiel das Rechtsfahrgebot halten und dann noch meist andere Radfahrer durch Rechtsüberholen gefährden.

    Nicht Auszudenken - was auf so einem Radweg alles an Unfällen passieren kann, wenn sich jemand bei dieser Markierung an das Rechtsfahrgebot der Strassenverkehrsordnung bei Tag oder Nacht halten will.

  12. 27.

    Vielen Dank nun auch an den rbb fuer das Aktualisieren des Artikels, das hoffentlich zu einer Versachlichung der Diskussion beitraegt. Die Idee der Stadtraetin, wie sie aehnlich schon z.B. in #20 zu lesen war, die andere Strassenseite zum Radweg zu machen, klingt erstmal gut. Aus den bereits genannten Gruenden halte ich jedoch nichts davon, alle Radler in dieser Nebenstrasse auf einen Radweg zu draengen: der Wechsel auf einen Radweg und wieder hinunter birgt immer Gefahren und schraenkt auch Fussgaenger ein. Vielleicht sollte man auf der anderen Strassenseite einen allgemeinen Weg anlegen, den Kinder und unsichere Radler problemlos nutzen koennen, wenn sie das wollen; an den Enden sollten dann Zebrastreifen eingerichtet sein. Allen anderen allerdings muss die Strasse zur Verfuegung stehen. Falls die geparkten KFZ hierbei zu hohe Behinderungen bzw. Risiken verursachen, muss das Parken dort in jedem Fall verboten werden.

  13. 26.

    Vielen Dank fuer den interessanten Hinweis auf die MoPo! In der Tat zeigt dieser Artikel die ganze Sache in einem anderen Licht: Eltern hatten darum gebeten, die alten Linien zu erneuern, um auf dem Gehweg fahrenden Schulern die Orientierung zu erleichtern. Und laut interviewten Anwohnern war der Baufirma offenkundig klar, dass sie mit dem Zickzack etwas unsinniges tun. Das duerfte die Diskussion von in diesem Fall ueberzogenem Politiker-Bashing wegbringen.
    Ungluecklich ist, dass weisse Linien, egal ob zickzackig oder gerade, in vielen Koepfen den Weg wie einen benutzungspflichtigen Radweg aussehen lassen. Viele KFZ-Fahrer, hupen dann Radler an, die voellig korrekt die Strasse benutzen. Wenn das also erneuert wird, sollten fuer die Orientierung der Kinder andere Symbole verwendet werden - und zwar auf Kosten der ausfuehrenden Firma.

  14. 25.

    Besserwisser, schon in den 70ern musste ich mit der Straßenbahn eine Strecke zur Grundschule fahren, die fußläufig bei 1,5 Std gelegen hätte! Und die Dichte der Grundschulen hat seither nicht zugenommen. Sommers fuhr mich meine Mutter auf dem Rad (ohne Sitz, Gepäckträger mit Kissen). Weiterführende Schule: Kein vernünftiger Busverkehr, Straba 1 Std Fahrzeit. Ort: Bielefeld.

    Hat sich seither was geändert? Ja, die Autos der Eltern sind größer geworden. Sehr hinderlich. Besser geworden ist vielleicht der Busverkehr.

    Aber an dieser Straße kann man völlig ohne Not (!) eine irre Verbesserung herbeiführen. Kucken, nachdenken, machen.

    Total einfach, oder?

  15. 24.

    Vielen Dank fuer den interessanten Hinweis auf die MoPo! In der Tat zeigt dieser Artikel die ganze Sache in einem anderen Licht: Eltern hatten darum gebeten, die alten Linien zu erneuern, um auf dem Gehweg fahrenden Schulern die Orientierung zu erleichtern. Und laut interviewten Anwohnern war der Baufirma offenkundig klar, dass sie mit dem Zickzack etwas unsinniges tun. Schade, dass solche Informationen hier beim rbb nicht erscheinen: Das haette die Diskussion von in diesem Fall ueberzogenen Politiker-Bashing viel schneller weggebracht.
    Ungluecklich ist, dass weisse Linien, egal ob zickzackig oder gerade, in vielen Koepfen den Weg wie einen benutzungspflichtigen Radweg aussehen lassen. Viele KFZ-Fahrer, hupen dann Radler an, die voellig korrekt die Strasse benutzen. Wenn das also erneuert wird, sollten fuer die Orientierung der Kinder andere Symbole verwendet werden - und zwar auf Kosten der ausfuehrenden Firma.

  16. 23.

    Ich glaube mit diesem Zickzack-Radweg wird kein Radfahrer mehr von der Polizei angehalten, der ein bisschen zu viel Alkohol intus hat?! Man muss ja so fahren!

  17. 22.

    Na ja, wir reden hier von Zehlendorf. Was aber ganz, ganz sicher nicht heißt: Haufenweise klagefreudige Hubschraubereltern, die meinen, ihren Nachwuchs bis zur Volljährigkeit durch die Gegend kutschieren zu müssen.

    Eigentlich sollte sich doch die Grundschule immer in FUSSLÄUFIGER Entfernung vom Wohnort der Schüler befinden. Und wenn die lieben Kleinen hin- und zurücklaufen, wird auch gleich etwas getan gegen die ständig beklagte Verfettung des Nachwuchses.

    Zu meiner Zeit, in den Siebzigern, wäre niemand auf die Idee gekommen, seine Kinder zur Schule zu bringen und abzuholen. Und, ja, auch damals sind hin und wieder schlimme Dinge passiert. Und die Kinder konnten noch nicht mal via Smartphone dauerüberwacht werden.

    Fazit: Straße für Pkw sperren, dann ist genug Platz zum sicheren Radeln da.

  18. 21.

    https://www.morgenpost.de/bezirke/steglitz-zehlendorf/article215038425/Zickzack-Markierung-Das-ist-Berlins-absurdester-Radweg.html

    ... Einfach mal hier nachlesen, da ist die Stadträtin umfassend zitiert und nicht aus dem Zusammenhang gerissen. Das wäre eher disskusionswürdig warum der Artikel hier die Tatsachen so verknappt wiedergibt, dass es schlicht falsch verstanden werden muss...
    Das ganze ist und war nie ein der StVO entsprechender Radweg, sondern eine Markierung für die Schulkinder, in der Altersstufe in der noch gar nicht die Fahrbahn genutzt werden darf. Sie diente als Hilfe beim Sortieren von Fußgängern und radfahrernden Kindern auf dem Gehweg. Die Markierung sollte lediglich ohne Änderung des Verlaufs erneuert werden.

  19. 20.

    Baustellenbedingt musste ich eine zeitlang letztes Jahr dort fahren - gruselig. Die Parkenden sind wirklich ein Hindernis. Fakt ist, dort müssen PKW in beide Richtungen verkehren und gleiches gilt für Radler und Fußgänger.

    Da die gegenüberliegende Seite sozusagen unbebaut ist, kann man dort spielend eine Flaniermeile für Fußgänger/Schüler schaffen. Nebst Radweg, mindestens einspurig. Der Hundekackstreifen fällt dann halt weg.

    Aber erstmal müssen die meist ü70jährigen Anwohner gezwungen werden, auf ihren Grundstücken zu parken! Oder in der Querstraße. Deren Dickbräsigkeit ist es doch geschuldet, dass man da morgens zwischen halb acht und acht rumschlingert - ein Parkverbot zwischen 7 und 9 Uhr reicht vermutlich schon aus. Denn abgeholt werden die Schüler zu unterschiedlichen Zeiten, bzw. nutzen dann selber den Radweg bei trockenem Wetter/Sommer.

    Vielleicht bewirkt das Striche-Tetris ja den Anstoß eines Denkprozesses im Bezirksamt :-)

  20. 19.

    Die markierten Radwege in dieser Straße sind auch gar nicht neu, die gab es laut Google-Maps vor 10 Jahren auch schon, allerdings waren damals die Markierungen schon fast bis zur Unkenntlichkeit verblasst, nun 10 Jahre später war es wohl mal wieder Zeit für ein bisschen neue Farbe.
    Natürlich sind diese "Radwege" weder der Radverkehrsförderung noch dem Schutz der Radfahrenden zuträglich, auch nicht dem der Rad fahrenden Kinder. In solchen Nebenstraßen, sollte der Radverkehr grundsätzlich auf der Fahrbahn geführt werden und es sollte auch grundsätzlich Tempo 30 gelten. Kinder bis zum 10. Lebensjahr dürfen ohnehin den Gehweg benutzen. Ansonsten käme noch eine Fahrradstraßen-Regelung in Betracht, mit reichlich Farbe, Aufpflasterungen etc. kann sie die Aufmerksamkeit der Kfz-Führer auf die Radfahrenden erhöhen und den Radverkehr bündeln.

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