Angesengte Kiefern in einem Waldstück (Quelle: rbb/Hirschberger)
Video: Antenne Brandenburg | 28.08.2018 | Claudia Stern | Bild: dpa/Hirschberger

Brandursache noch nicht klar - Der Brand bei Jüterbog ist gelöscht

Die Feuerwehr bekommt die Lage im Waldbrandgebiet im Südwesten Brandenburgs immer mehr in den Griff. Am Dienstag wurde das Feuer auf einem Truppenübungsplatz bei Jüterbog gelöscht. Bei Treuenbrietzen gibt es allerdings immer noch vereinzelte Glutnester.

Der Brand auf dem ehemaligen Schießplatz bei Jüterbog im Landkreis Teltow-Fläming ist gelöscht. Das teilte die Regionalleitstelle Brandenburg am Dienstag mit. Der Forst sei bereits an seine Eigentümer, die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, übergeben worden. Das Gebiet werde aber weiterhin kontrolliert.

Eine Sprecherin des Landkreises betonte, dass Glutnester im Boden bei aufkommendem Wind wieder aufflammen könnten. Insgesamt hatten etwa 300 Hektar Wald gebrannt.

Lage in Treuenbrietzen entspannt

Im Waldbrandgebiet bei Treuenbrietzen hat sich die Lage weiter entspannt. Laut den zuständigen Behörden gibt es keine großen, offenen Feuer mehr. In der Nacht waren noch rund 270 Einsatzkräfte vor Ort. "An zwei, drei Stellen gab es nochmal kleinere Aufflammungen, die konnten aber sofort auch wieder unter Kontrolle gebracht werden", sagte Kai Uwe Schwinzert, Sprecher des Landkreises Potsdam Mittelmark, dem rbb.

Die Feuerwehrleute hätten abgebrannte Flächen überwacht, Glutnester gelöscht und den Boden gekühlt. Einige Bereiche im Wald seien weiter nicht zugänglich, hieß es. Hier konzentriere man sich darauf, die Glut zu kontrollieren. Die Löscharbeiten können noch bis Ende der Woche dauern. Sie sind schwierig, da das Gelände munitionsbelastet ist.

Bereits am Montag hatten Bundeswehr und Bundespolizei Hubschrauber abgezogen. Der Bundeswehr-Räumpanzer ging in Bereitschaft.

Acht Helfer verletzt

In den Tagen zuvor hatten mehr als 3.000 Helfer gegen Flammen auf mehreren Hundert Hektar angekämpft, wie die Sprecherin des Landkreises, Andrea Metzler, sagte. Nach jüngsten Angaben der Polizei wurden acht Helfer bei dem Einsatz verletzt - sechs Feuerwehrleute und zwei THW-Mitarbeiter.

Neben einem Großbrand bei Treuenbrietzen brachen auch Feuer bei Jüterbog und Beelitz aus. Drei Ortschaften wurden am Donnerstag geräumt - Frohnsdorf, Klausdorf und Tiefenbrunnen. Hier gab es keine Schäden.

Ermittlungen zu Brandursachen bisher ohne Ergebnis

Derweil versuchen Kriminalisten herauszufinden, ob möglicherweise Brandstiftung das Feuer ausgelöst haben könnte. 20 Mitarbeiter umfasst die Ermittlungsgruppe. Der Brand bei Treuenbrietzen war laut bisherigen Erkenntnissen an mehreren Stellen ausgebrochen. Der Verdacht auf Brandstiftung ließ sich laut Polizei zunächst aber nicht erhärten. "Wir haben keine objektiven Befunde, die eine vorsätzlich verursachte Brandlegung in den Wäldern von Treuenbrietzen bestätigen", sagte Polizeisprecher Heiko Schmidt. "Wir ermitteln weiter in alle Richtungen."

Die Stellen, an denen das Feuer zuerst festgestellt wurde, würden nun genau untersucht, sagte Ingo Decker, der Brandenburger Innenministeriumssprecher, dem rbb am Montag. Außerdem werden unter anderem Aufnahmen von Wärmebildkameras aus Polizeihubschraubern ausgewertet.

Die waldreiche Region südwestlich von Berlin zwischen Treuenbrietzen und Jüterbog ist seit Jahrzehnten massiv munitionsbelastet. Gerade auf dem früheren Militärgelände "altes Lager" gab es wiederholt Selbstentzündungen wegen Sommerhitze. Aktuell führe die Polizei in der Region Personen- und Fahrzeugkontrollen durch, auch um Unbefugte fernzuhalten.

Der Waldbrand bei Treuenbrietzen

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