Passanten laufen in Berlin-Mitte an der Weltzeituhr vorbei (Quelle: imago/Jürgen Ritter)
Video: Abendschau | 06.09.2018 | Anja Herr | Bild: imago/Jürgen Ritter

Studie: Ängste der Deutschen - Berliner und Brandenburger fürchten sich am wenigsten

Wovor fürchten sich die Deutschen? Dieser Frage ging ein Versicherungskonzern in einer Studie nach. Ein Ergebnis: Berliner und Brandenburger sind im Vergleich zu Menschen in anderen Bundesländern relativ angstfrei. Ein paar Sorgen teilen sie aber schon mit den anderen.

Berliner und Brandenburger gehören mit zu den optimistischsten Deutschen und belegen in einem Ranking unter den Bundesländern Platz 11 – zusammen mit Schleswig-Holstein und Hamburg. Das ist das Ergebnis der diesjährigen Befragung über die Ängste der Deutschen, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Im gesamtdeutschen Vergleich fürchten sich die Deutschen aktuell am meisten vor den internationalen Auswirkungen der Politik von US-Präsident Donald Trump. Innenpolitisch steht die Zuwanderung im Mittelpunkt.

Trumps Politik jagt den Berlinern Angst ein

Auch in Berlin belegt mit großem Abstand die Angst vor der Politik von Donald Trump Platz eins unter den Top Ten. 71 Prozent der Befragten fürchten sich davor.

Danach folgt die Sorge um politischen Extremismus (58 Prozent der Befragten). In keinem anderen Bundesland ist diese Befürchtung so weit oben im Ranking. Auf Platz zehn befindet sich die Angst vor Naturkatastrophen (47 Prozent).

Angst vor Pflegebedürftigkeit wächst

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Angst vor Pflegebedürftigkeit unter den Berlinern am deutlichsten gestiegen (plus elf Prozentpunkte auf 53 Prozent). Die Angst vor Spannungen durch Zuzug von Ausländern ist in Berlin leicht zurückgegangen (minus zwei Prozentpunkte). Im Ländervergleich liegt diese Angst nur bei den Menschen in Baden-Württemberg auf demselben niedrigen Niveau (je 55 Prozent).

Die Ängste der Berliner und Brandenburger

Brandenburger lassen sich durch Trump nicht schrecken

Die Angst vor der Politik von Donald Trump spielt dagegen in Brandenburg eine untergeordnete Rolle (56 Prozent, Platz fünf). In keiner anderen Region ist dieser Wert niedriger. Zu den Top-Themen in Brandenburg gehören die Spannungen durch den Zuzug von Ausländern und die Angst vor Überforderung der Politiker (beide 66 Prozent). Auffällig ist, dass die Angst vor Überforderung der Politiker im letzten Jahr gar nicht unter den Top-10-Ängsten auftauchte. Nur in Sachsen-Anhalt ist diese Angst ebenso deutlich gestiegen (je plus 25 Prozentpunkte).

Am wenigsten fürchten sich die Brandenburger im Bundesländervergleich vor politischem Extremismus. Nur in Hessen ist der Wert genauso niedrig (je 48 Prozent).

Die Ängste vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und vor eigener Arbeitslosigkeit haben es in beiden Bundesländern nicht unter die Top-Ten geschafft. Das entspricht auch dem Bundesdurchschnitt: Die Angst vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit belegt Platz 17 mit 29 Prozent) und vor eigener Arbeitslosigkeit belegt Platz 20 mit 25 Prozent.

Spitzenreiter der Ängste: Sachsen-Anhalt

Erstmals wurde neben einem Ost-West-Vergleich auch nach Nord-Süd-Unterschieden gesucht. Dabei gelte unter dem Strich, dass der Osten in einzelnen Fragen etwas ängstlicher sei als der Westen und der Süden ängstlicher als der Norden. Spitzenreiter der Ängste unter den Bundesländern ist Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 63 Prozent (plus zehn Prozentpunkte gegenüber 2017). Am deutlichsten zurückgegangen sind die Ängste in Thüringen auf 48 Prozent (minus vier Prozentpunkte). Außerdem gilt laut Studie: Frauen sind etwas ängstlicher als Männer, und ab 20 Jahren wachsen mit zunehmenden Lebensalter die Ängste, so Brigitte Römstedt, Sprecherin der R+V Versicherung.

Für die repräsentative Langzeitstudie "Die Ängste der Deutschen" im Auftrag der R+V-Versicherung werden seit 1992 jährlich rund 2.400 Frauen und Männer im Alter ab 14 Jahren befragt. In diesem Jahr wurden die Interviews zwischen Anfang Juni und Mitte Juli geführt.

Ängste der Deutschen im Vergleich nach Bundesländern:

Überblickskarte: Ängste der Deutschen 2018 - Vergleich nach Bundesländern (Quelle: R+V Versicherung)

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Antwort auf [Hans] vom 07.09.2018 um 19:16
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6 Kommentare

  1. 6.

    Bei über 82 Millionen Einwohnern, ist eine Studie mit 2400 Befragten für mich irrelevant.

  2. 5.

    Gerade wollte ich einen Eimer Mitleid schicken, da sehe ich die Sendezeit 12.24 Uhr. Sicher wurde sich heimlich zu Klogang abgemeldet oder auf die Mittagspause verzichtet.

  3. 4.

    Zum Thema: R2G macht mir Angst, da Faule den gleichen Lebenstandard einfordern, ihn aber nicht verdienen.
    Donald macht mir keine Angst, finde gut dass er scheinbar der einzige ist der Klar denkt.

    Berliner und Brandenburger fürchten sich am wenigsten: hier leben ja auch die wenigsten die 45 Jahre gearbeitet haben.
    In Berlin Brandenburg leben die Freimacher. Oder hat die Umfrage um 18:00 nach Feierabend stattgefunden?! Und - komisch dass ich nie interviewt werde, ach ja mich trifft ja keiner an - ich bin ja ständig arbeiten.

  4. 3.

    Absolut korrekt. Ein statistischer Vergleich ist generell nur zwischen möglichst homogenen Gruppen aussagefähig. Es muss also möglichst viele Dinge geben, die die Menschen einer Gruppe miteinander verbindet. Die Gemeinsamkeit "Bundesland" ist hierfür denkbar ungeeignet. Aussagefähiger wären Zuordnungen nach Land/Stadt/Großstadt oder aktuellen Lebenssituationen (Arbeiter/Angestellte, Beamte, Rentner, Arbeitslose, Familien, Alleinerzieher, Altersgruppen etc.). Die Statistik wie hier präsentiert ist ohne diese Granularität leider Murks.

  5. 2.

    Ich glaube, dass die Lebenssituation (und damit auch die Ängste oder Freuden) der Menschen zwischen Salzwedel (rot), Wittenberge (grün) und Ludwigslust (orange) weitaus ähnlicher sind als diejenigen zwischen Wittenberge und Potsdam (beides grün), zwischen Salzwedel und Magdeburg (beides rot) oder zwischen Ludwigslust und Schwerin (beides orange)

    Das kommt in keiner Statistik zum Ausdruck, weil der gewählte Durchschnitt aufs Land hochgerechnet wird und alles einebnet. Wenn aufschlussreiche Aussagen getroffen werden sollen, ist eine Statistik, die sich auf das ganze Land bezieht, völlig unbrauchbar. Es sollte jeweils vor Ort geschaut und ins Detail gegangen werden.

  6. 1.

    Mir macht das Angst!

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