Die entschärfte Bombe in Potsdam am 13.09.2018. (Quelle: rbb/Stern)
Video: rbb|24 | 13.09.2018 | Mark Albrecht | Bild: rbb/Stern

Sperrkreis aufgehoben - Weltkriegsbombe in Potsdam ist entschärft

Um 10.30 Uhr begann die Entschärfung, eine gute Stunde später war es vollbracht: In Potsdam ist am Donnerstagvormittag der 191. Blindgänger seit der Wiedervereinigung entschärft worden. Rund 3.000 Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen.

Die 250 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe in Potsdam ist am Donnerstag entschärft worden. Um 11.41 Uhr meldete Sprengmeister Mike Schwitzke "Vollzug", wie Stadtsprecher Jan Brunzlow sagte. Es habe keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Der Sperrkreis wurde aufgehoben.

Im öffentlichen Nahverkehr wird es voraussichtlich noch einige Zeit zu Ausfällen und Verspätungen kommen. Auch beim Straßenverkehr gibt es weiterhin Behinderungen.

Schwitzke: Entschärfung etwas schwerer als erwartet

Der 800 Meter große Sperrkreis um das Gelände des ehemaligen Straßenbahndepots an der Heinrich-Mann-Allee in der Teltower Vorstadt war nach Angaben der Stadt um 8.00 Uhr geschlossen worden. Gegen 10.30 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen. "Das hat heute sehr, sehr gut funktioniert", fasste Einsatzleiterin Ilona Hönes zusammen.

Die Spezialisten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst brauchten dann eine Stunde und 20 Minuten für die Entschärfung. "Wir mussten ziemlich viel Kraft aufwenden, um erst einmal den Zünder zu reinigen und ihn anschließend auszubauen", erklärte Sprengmeister Schwitzke dem rbb. "Sie haben hervorragend gearbeitet und die Gefahr mit großer Umsicht erfolgreich gebannt", bedankte sich Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) bei Schwitzke und seinem Team. Gegen 12.00 Uhr wurde der Sperrkreis wieder aufgehoben.

3.000 Anwohner mussten Sperrgebiet verlassen

Bei dem Blindgänger handelte sich um eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe englischer Herkunft. Die Bombe war erst am Montag auf dem Gelände des ehemaligen Potsdamer Tramdepots gefunden worden. Um sie möglichst gefahrlos entschärfen zu können, war um den Fundort ein Sperrkreis von rund 800 Metern gezogen worden.

Im Sperrgebiet befanden sich auch mehrere öffentliche Einrichtungen und Landesinstitutionen, darunter die Brandenburger Staatskanzlei sowie mehrere Ministerien, Landesämter und die Bundespolizei. Außerdem waren zwei Pflegeheime, eine Einrichtung des betreuten Wohnens, ein Gymnasium und zwei Kindertagesstätten betroffen. Rund 200 Helfer, darunter Feuerwehrleute und Polizisten, kontrollierten, ob auch wirklich alle 3.000 Anwohner ihre Wohnung verlassen hatten.

Einschränkungen im Nahverkehr

Der Sperrkreis erstreckte sich zudem auf ein Areal, das von Friedrich-List-Straße, Nuthestraße, Horstweg, Waldstraße, Albert-Einstein-Straße und Hauptbahnhof begrenzt wurde. Allerdings blieben der Hauptbahnhof, die Nuthestraße, der Horstweg und die Friedrich-List-Straße für den Fahrzeugverkehr geöffnet. Auch der Bahnhof Babelsberg lag außerhalb des Sperrkreises. Da ein Teil der Gleisanlagen dennoch betroffen war, kam es bei Straßenbahn- und Buslinien sowie im Regional- und S-Bahnverkehr zu Einschränkungen.

Während der Entschärfung gab es Unterbrechungen und Umleitungen beim Zug- und S-Bahnverkehr zwischen Potsdam-Hauptbahnhof und Babelsberg sowie Potsdam-Hauptbahnhof und Griebnitzsee.

Immer wieder Bombenfunde nahe dem Hauptbahnhof

Für betroffene Anwohner stand während der Sperrung das Bürgerhaus Am Schlaatz als Aufenthaltsort zur Verfügung.

Die Gegend nahe dem Potsdamer Hauptbahnhof war in den vergangenen Monaten immer wieder von Bombenfunden betroffen. Vor der Bombensprengung im August war dort im Juli eine 250-Kilo-Bombe entschärft worden. Die im November gefundene 250-Kilo-Bombe lag im Nuthepark am Hauptbahnhof.

Die am Donnerstag entschärfte Bombe werde voraussichtlich nicht die letzte sein, sagte Mike Schubert von der Stadt Potsdam. "Wir wollen an dieser Stelle Wohnungen schaffen. Die Fachfirma ist gerade dabei, die verbliebenen zehn Prozent des Geländes zu untersuchen", so Schubert. 750 Wohnungen und eine Schule sollen auf dem Gelände des alten Tramdepots entstehen.

Sendung: Inforadio, 13.09.2018, 06.00 Uhr

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    191 von 191 ,,, verstehe ich nicht ;-)

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