Die Sonne scheint im Frühjahr 2018 auf die Elsenbrücke (Bild: dpa/Christophe Gateau)
Video: Abendschau | 06.09.2018 | Bild: dpa/Christophe Gateau

Prüfung noch nicht abgeschlossen - Verkehrssenatorin geht von Neubau der Elsenbrücke aus

Wie wichtig die Elsenbrücke für den Verkehr in Berlin ist, zeigt sich spätestens, seit sie wegen Schäden teilgesperrt ist. Die könnten sogar so schwerwiegend sein, dass die Brücke neu gebaut werden muss. Das sagte die Verkehrssenatorin - und ruderte dann zurück.

Die Elsenbrücke, die Treptow und Friedrichshain verbindet, muss möglicherweise durch einen Neubau ersetzt werden. Wie Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus erklärte, hätten sich die Schäden an der Konstruktion zwar nicht vergrößert. "Trotzdem ist nicht davon auszugehen, dass die Brücke wieder instandgesetzt werden kann, sondern dass gravierende Schäden da sind, dass sie ersetzt werden muss."

Allerdings liefen die Untersuchungen noch - eine endgültige Entscheidung stehe noch aus, relativierte Günter später. Auf Nachfragen von Journalisten hieß es dann aus der Verkehrsverwaltung: Man könne in der Tat davon ausgehen, dass ein Teilabriss wohl bevorstehe, dass man aber abwarten müsse, was die Experten zusammentragen.

Ende August waren bei Routineüberprüfungen Risse in Haupttragelementen der Brücke festgestellt worden. Laut Günther sind die Risse innerhalb weniger Wochen aufgetreten. Die Ursachen sind noch unklar. Die Verkehrssenatorin sagte, dass ihre Verwaltung nun Maßnahmen prüfe, um den Verkehr weiter fließen zu lassen. Dabei schließt Günther auch den Bau einer Behelfsbrücke nicht aus.

Betroffen von den Rissen im Mauerwerk sei derzeit nur der östliche Teil der Elsenbrücke, erklärte die Bauverwaltung nach dem Auftritt der Senatorin. Der westliche sei weiter befahrbar.

Die letzte Sanierung liegt nur zehn Jahre zurück

Vor gut einer Woche musste die Brücke in Richtung Friedrichshain voll gesperrt werden, weil an ihrer Unterseite Risse festgestellt worden waren. Am vergangenen Dienstag wurde die Elsenbrücke dann zunächst teilweise wieder für den Verkehr in Richtung Ostkreuz freigegeben worden.

Die Elsenbrücke ist zu DDR-Zeiten errichtet worden, 1968 wurde sie eröffnet. Bis heute ist sie eine der wichtigsten Brücken über die Spree - sie wird täglich von 50.000 Fahrzeugen überquert. Erst vor zehn Jahren wurde sie grundlegend saniert. Allerdings seien damals keine Baumaßnahmen an tragenden Teilen durchgeführt worden, erklärte die Verkehrssenatorin. "Es war nicht ersichtlich, dass das notwendig ist", sagte Günther im Abgeordnetenhaus.

CDU: Elsenbrücke 2017 nicht als schadhaft aufgeführt

Die Berliner CDU zeigte sich überrascht, dass der Brückenbau so schwer beschädigt ist. Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Oliver Friederici, fragte etwa, warum bei der Sanierung vor zehn Jahren "ausgerechnet die tragenden Teile nicht eingeschlossen waren". Die CDU-Abgeordnete Katrin Vogel erklärte, dass auf ihre Anfrage  vom Februar 2017 nach sanierungsbedürftigen Brückenbauwerken in Berlin die Elsenbrücke in der Antwort des Senats nicht aufgeführt worden sei. "Das lässt mich an der Qualität der Brückenbewertung des Senats zweifeln. Die aktuellen Risse in der Elsenbrücke sind jedenfalls sicher nicht über Nacht entstanden", so Vogel.

Sendung:  Inforadio, 06.09.2018, 12:00 Uhr

Kommentar

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29 Kommentare

  1. 29.

    @27: Weniger private PKWs in der Innenstadt? Das waere ja der Untergang unserer abendlaendischen Kultur!
    Und womoeglich soll ich auch noch darauf achten, was ich esse? Nee, lass ma, ick fahr jetz erst zur Currybude, und morgen Abend denn ins Fitnessstudio. Vorher koof ick noch ne Packung Eiweisspulver in der Mall mit dem kostenlosen Parkhaus.

  2. 28.

    Wäre nicht erst einmal eine Umsetzung des gültigen Planfeststellungsbeschlusses bezüglich des Baus der A113 angebracht?

    Dieser gültige Planfeststellungsbeschluss fordert einen Rückbau der B96a bis zum Treptower Park auf zwei Spuren pro Richtung.

    Zur Zeit verstößt der Senat, wegen Missachtung dieses Planfeststellungsbeschlusses, gegen gültige Gesetze. Als Anwohner kann man entweder eine Sperrung der A113 oder der A96a fordern. Denn der aktuelle Zustand ist Rechtswidrig.

  3. 27.

    Als würde jeder Hans im Zentrum von Berlin ein Auto benötigen. Die Natur und unsere Lungen würden sich über mehr frische Luft freuen! Wenn Hans und Cindy sich dann auch noch mehr bewegen, würde sich das positiv auf die Gesundheitskosten auswirken. Demnach plädiere ich für weniger bis keine privat geführten Autos mehr (Ausnahmen bestätigen die Regel) innerhalb des Rings.

  4. 26.

    Also dann, los geht's. Der 17. Bauabschnitt der A100 muss her. Das erst eine Planung / Ausschreibung gemacht werden muss bemerkte hier ein ganz schlauer Fuchs. Das ist doch wohl logisch! Aber zunächst erst mal bitte dafür entscheiden!

  5. 25.

    Sinnvoll wäre jetzt die Komplett Planung und zeitnahe Erstellung eines Bauwerks, das sowohl die Stadtstraße als auch die BAB 100 beinhaltet. Tunnel/Brücke, oder nur Tunnel statt Brücke.

  6. 23.

    Na, dann kann ja gleich die Autobahnbrücke für die A-10-Verlängerung drauf, ist doch praktisch.

  7. 22.

    Zu den Gewohnheitsstaenkerern gesellen sich auch in dieser Kommentarrunde wieder Verschwoerungstheoretiker. Und zwar lustiger Weise mit zwei ganz kontraeren Theorien: Die einen wittern in der Sperrung einen Coup der Radler- und Tramlobby, die anderen in genau derselben Sperrung einen Streich der Auto(bahn)lobby. Ja, und im AGH zetert natuerlich die Opposition, dass RR(G) an allem schuld ist - obwohl ein Versagen, wenn ueberhaupt, damals allenfalls bei der Verwaltung oder den ausfuehrenden Firmen der Brueckeninspektion stattgefunden haben duerfte: die Pruefung wurde schliesslich durchgefuehrt, aber womoeglich haben die beauftragten Fachleute nicht gruendlich geschaut. Doch warum sollte man sich mit solchen Details befasssen: Der Berliner will schliesslich meckern und deswegen um Himmels Willen nicht wirklich was verbessern.

  8. 20.

    Falsch! Mehr Platz für Autofahrer. Nummernschilder, Haftpflichtversicherung, Radfahrsteuer, Radfahr-TÜV einführen!

  9. 18.

    Man kann seinen Geländewagen vielleicht ersatzweise in Brandenburg ausführen?

  10. 17.
    Antwort auf [Michael S.] vom 06.09.2018 um 17:57

    Die SPD.

  11. 16.

    Sie versuchen allen ernstes zu wenig platz als Argument für Straßenbahnen anzuführen. Das ist doch Absurd.
    Für den 17ten Abschnit der Stadtautobahn muss sowieso die Elsenbrücke neu gebaut werden. Also los gehts !

  12. 15.

    Neubau? Aber doch bitte nur für Fahrräder, Busse und Straßenbahn. Keinen Meter mehr für Autos. Den Platz haben wir nicht!

  13. 14.

    Richtig. Beispiele gefällig ? Tempodrom, Staatsoper und letztlich BER, sind nur einige Projekte.

    ABER, wenn eine Brücke vor 10 Jahren grundlegend saniert wurde kann doch etwas mit der Bauausführung und den darauf folgenden turnusmäßigen Kontrollen nicht stimmen. Ich vermute Personalmangel bei der zuständigen Behörde.

  14. 13.

    Wenn die Schäden erst jetzt sichtbar wurden, wie hätte man sie denn bitte vor Jahren, bei Beginn des Weiterbaus der A100, sehen sollen?

  15. 12.

    So eine Baumaßnahme muß geplant und ausgeschrieben werden. Sonst mosern Leute wie Sie daß das Geld zum Fenster rausgeworfen wird.
    Und das die Baufirmen gut zu tun haben und nicht einfach mal loslegen können sollte auch bekannt sein

  16. 10.

    Der Autowahn: Die Mutter aller Probleme.

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