Menschen legen am Tatort in Neukölln Blumen nieder. (Quelle: rbb/Abendschau)
Video: Abendschau | 12.09.2018 | Bild: rbb/Abendschau

Beerdigung am Donnerstag geplant - Polizei sucht drei Verdächtige nach Mord an Nidal R.

Nach den tödlichen Schüssen auf das mutmaßliche Clan-Mitglied Nidal R. in Neukölln hat die Polizei jetzt Einzelheiten zu Verdächtigen und einem Fluchtfahrzeug veröffentlicht. Bekannt ist jetzt auch, wann und wo R. bestattet werden soll.

Nach rbb-Informationen soll der am Wochenende getötete Nidal R. am Donnerstag um 10 Uhr auf dem Neuen Zwölf-Apostel-Friedhof in Schöneberg beigesetzt werden. Die Polizei rechnet mit zahlreichen Trauergästen und plant präsent zu sein. Bei der Beisetzung rechne die Polizei aber nicht mit gewalttätigen Auseinandersetzungen, hieß es. Die Leiche des 36-Jährigen war am Dienstag nach der Obduktion freigegeben worden.

Nidal R. war in Neukölln vor den Augen seiner Familie niedergeschossen worden. Der 36-Jährige starb wenig später im Krankenhaus. Vor der Klinik in Steglitz hatte sich eine aufgebrachte Menge versammelt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Nach den tödlichen Schüssen gehen die Ermittler inzwischen von drei Tätern aus. Nachdem acht Mal auf den 36-Jährigen gefeuert wurde, seien am Sonntagabend drei Männer über das Tempelhofer Feld geflüchtet, in ein Auto gestiegen und davongerast, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Polizei sucht Zeugen in Neukölln

Um weitere Zeugen zu finden, veröffentlichte die Berliner Polizei am Mittwoch Details zum Fluchtwagen und zum Tatablauf [berlin.de/polizei]. Laut Polizei schossen die Täter am 9. September 2018 gegen 17.40 Uhr auf Nidal R. und flüchteten über das Tempelhofer Feld. Dabei rannten sie parallel zur Oderstraße bis zur Ecke Leinestraße und stiegen dort in einen grauen oder schwarzen Golf VI (Produktionszeitraum 2008 bis 2012). Damit fuhren sie in Richtung Hermannstraße davon.

In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde der Wagen gegen 22.40 Uhr am Kiehlufer Ecke Mergenthalerring in Neukölln in Brand gesetzt. Zeugen alarmierten die Feuerwehr, die die Flammen löschte. Zu dem Zeitpunkt waren an dem Golf andere, nicht mehr gültige Nummernschilder angebracht. Hinweise nehmen die 6. Mordkommission beim Landeskriminalamt in der Keithstraße 30 in Berlin-Tiergarten oder jede Polizeidienststelle in Berlin entgegen.

Berlin erhöhte Druck auf kriminelle Clans

Sicherheitsexperten befürchten nach der tödlichen Attacke eine Eskalation der Gewalt zwischen kriminellen Mitgliedern arabischer Großfamilien. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betonte, dass Auseinandersetzungen gewalttätig und ohne Skrupel auf Berlins Straßen ausgetragen würden. Das sei die Folge davon, dass diese Kriminellen jahrzehntelang keinen durchsetzungsstarken Rechtsstaat gespürt hätten.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat derweil ein schärferes Vorgehen gegen kriminelle Clans angekündigt. Dem rbb sagte Geisel am Mittwoch, künftig werde man sich in stärkerem Maße als bisher gegen die organisierte Kriminalität durchsetzen. Dafür würden die Senatsverwaltungen für Justiz und Inneres, die Polizei- und Ermittlungsbehörden, die Steuerbehörden, der Zoll und die Bezirksämter zusammenarbeiten. So wolle man den Druck aufrecht erhalten und verstärken.

Berlins bekanntester Intensivtäter Nidal R. erschossen

Sendung: Abendschau, 12.09.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 9.

    Sie haben den Finger auf eine blutende Wunde gelegt. Chapeau!
    Man wird es Ihnen natürlich verübeln.
    "Andere" gerade stattfindende überregionale Trauerkundgebungen werden natürlich entsprechend medial geächtet.
    Vive la difference!

  2. 7.

    Solang die "Clans " nicht als kriminelle Organisationen verstanden werden
    Solang ist keiner sicher.
    Sie sind überall und haben die Gesellschaft durchdrungen.
    Sie haben sich als Schlepper bedient und den "Nachwuchs" im Lager betreut. Und das Leben ist noch viel schlimmer.
    Danke liebe Grünen

  3. 3.

    Kielufer Ecke Mergenthaler Ring ist Neukölln und nicht Alt-Treptow.

  4. 2.

    Ich finde es ziemlich fragwürdig und befremdlich, mit der Ankündigung des Beerdigungstermins samt Örtlichkeit einen hochkriminellen Täter, der nun zum Opfer wurde, posthum zu gesteigertem Ruhm zu verhelfen. Was soll das? Andere dumme Jungs aus der gleichen Community werden nun denken, wie geil das ist, so heldenhaft abgeballert zu werden, alles berichtet darüber, Berlin steht Kopf und irgendwelche verirrten Leute werden indirekt mit diesen sehr konkreten Infos dazu aufgefordert, ans Grab des Nidal R. zu pilgern, als ob es sich um einen Promi mit vorbildhafter Vita handeln würde. Ich glaub, ich bin im falschen Film .....

  5. 1.

    In ihrem Bericht steht, dass es sich um einen Golf IV handelt. Im Polizeibericht bzw Veröffentlichnung der Polizei ist von einem Golf VI die Rede. Das ist ein immens wichtiger Unterschied. Bitte korrigieren.

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