Collage: Ein Parkdeck im Norden Berlins wird zur Grünfläche des Schillerparks in Berlin-Wedding (Bild: imago/Karl-Heinz Sprembe/Hartmut Müller-Stauffenberg | Collage: rbb|24)
Audio: radioBerlin 88,8 | 21.09.2018 | Peter Klinke | Bild: imago/Karl-Heinz Sprembe/Hartmut Müller-Stauffenberg | Collage: rbb|24

Aktion zum weltweiten "Park(ing) Day" - Park statt Parkplatz in Berlin

"Parkendes Blech" verbraucht in Berlin zu viel Platz. Darauf soll eine Aktion zum weltweiten "Park(ing) Day" am Freitag aufmerksam machen. Mehrere Gruppen wollen Parkplätze umgestalten – und vorübergehend zu kleinen Parks machen.

Die Idee: Man kauft ein Parkticket - parkt dann aber kein Auto, sondern stellt Blumenkübel, Liegestühle oder ähnliches auf. Das ist etwa in der Akazienstraße im Bezirk Schöneberg  oder am Böhmischen Platz in Neukölln geplant. Die Berliner Grünen wollen am Nachmittag unter anderem die Parkfläche vor dem Büro in der Wrangelstraße kurzfristig begrünen und so in eine grüne Zone verwandeln.

ADFC will Parkplätze abschaffen

"Obwohl mehr als 40 Prozent der Haushalte ohne Auto leben, werden enorme Flächen für private Pkw reserviert", teilte der Fahrradverband ADFC vorab mit. Der Verband fordert deswegen, einen Teil der Parkplätze abzuschaffen und das Parken teurer zu machen.

Auch die rot-rot-grüne Landesregierung diskutiert immer wieder, wie der öffentliche Platz in Berlin verteilt werden soll. Der Grünen-Politiker Stefan Taschner aus dem Abgeordnetenhaus forderte Bewohner und Touristen nun dazu auf, geliehene Fahrräder auf Autoparkplätzen oder am Straßenrand abzustellen. Das schaffe wieder mehr Platz auf dem Gehweg. "Wir wollen, dass man auch mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Rollator ungehindert vorankommt", teilte Taschner mit. Dass Leihräder oft auf den Gehwegen stehen, führte zuletzt öfter zu Debatten.

Neues Mobilitätsgesetz begünstigt Radfahrer

Ende Juni etwa beschloss das Abgeordnetenhaus das neue Mobilitätsgesetz. Fahrräder sollen mehr Raum bekommen - und sie erhalten mit Bus und Bahn in der Verkehrsplanung Vorrang vor dem Autoverkehr. Die Opposition aus CDU, FDP und AfD wirft der Landesregierung dagegen vor, Autofahrer zu benachteiligen, zum Beispiel wenn Parkplätze für Radwege wegfallen.

Sendung: Abendschau, 21.09.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 12.

    Die anderen 40% zahlen auch Steuern, belasten aber ungleich weniger. Abgaben auf Fahrräder sollen Probleme lösen? Durch mehr Autos?

  2. 11.

    Es ist genau andersherum. Der Fußgänger und Radfahrer finanziert den Autoverkehr mit seinen Steuern und muss noch darunter leiden.

    Der Autoverkehr verschwendet übermäßig viel Platz, tötet und verletzt Menschen und verpestet noch unsere Luft. Für diese ganzen Schäden müssten uns dir Autofahrer entschädigen.

  3. 10.

    Ein Parkplatz nimmt so etwa 12 Quadratmeter Fläche weg. Für die richtigen dicken SUVs vielleicht auch mal 15. Wenn man also von den in Berlin üblichen drei bis vier Stockwerken ausgeht ist das schon eine Einpersonenwohnung. Warum muss man da dann nicht *wenigstens* 500 Euro im Monat hinlegen wenn man einen haben möchte? Anwohnerparkausweise gibt's für einen Euro im Monat! Ein totales Unding.

  4. 9.

    Nach Angaben des ADFC leben also 60% der Berliner bzw Berlinerinnen mit dem Auto. Das sind alles Steuerzahler die u.A. auch den Bau und Unterhalt von Radwegen finanzieren. Sollten diese Steuerzahler künftig wegfallen oder stark reduziert werden, könnte man auf die Radfahrer zurückgreifen und Fahrräder melde- und steuerpflichtig machen. .Das würde viele Probleme lösen.

  5. 8.

    Unverständlich, warum sich Autofahrer in Berlin immer in der Opferrolle sehen. Nach Informationen des ADFC verschmälert selbst der RRG-Senat Radwege zugunsten neuerer und noch breitere SUV-Parkplätze:

    https://adfc-berlin.de/aktiv-werden/bei-demonstrationen/601-hasenheide-umplanen-demo-fuer-sicheren-radfahrstreifen.html

    Da kann man doch als Autofahrer wirklich nicht meckern.

  6. 7.

    @Thommy

    1. Wird die Aktion als Versammlung oder Sondernutzung öffentlichen Verkehrsgrund angemeldet
    2. Dürfen Fahrräder nach der gelten StVo längs am rechten Straßenrand geparkt werden. (Wenn dann noch Platz für ein Blumenkübel oder Liegestuhl ist... ups!)
    3. Wird mit der Bezahlung eines Parktickets sogar noch von der Stadt die Nutzung der Parkfläche genehmigt.

    Die Aktion bewegt sich daher innerhalb der rechtlichen Vorschriften.

  7. 6.

    Parkplätze weg aus Berlin---------
    Der BER ist doch groß genug--wenn VWda parken kann, warum auch nicht Berliner

  8. 5.

    Hallo rbb,
    die Überschrift vom letzten Absatz ist irreführend. Radfahrer werden werden durch das Mobilitätsgesetz nicht begünstigt, sondern die Benachteiligungen werden etwas kleiner.

  9. 4.

    Die Frage stellt sich ob ein Blumenkübel oder Ein Liegestuhl nach geltendem Recht auf einer Straße „parken“ kann.
    ... und bitte nicht alles gleich mit Weltanschauung begründen wollen.

  10. 3.

    Hurraaa wir vergrößern das Verkehrschaos. Es geht wieder mal nur ums Geld.

  11. 2.

    Der Anteil des Kfz-Verkehrs am Gesamtverkehr sinkt seit den 1990er Jahren langsam, aber stetig. Inzwischen liegt er nur noch bei schätzungsweise 25-28%. Gerecht wäre es also, wenn in den Straße 1/4 bis 1/3 der Verkehrsfläche für das Auto reserviert wären und zwar Fahrspuren + Parkplätze.

    https://www.berlin.de/senuvk/verkehr/politik_planung/zahlen_fakten/mobilitaet_2013/
    https://www.berlin.de/senuvk/verkehr/politik_planung/zahlen_fakten/mobilitaet/

  12. 1.

    @Thommy
    Minderheiten haben also in deiner Weltanschauung kein Recht auf Missstände aufmerksam zu machen?!

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