Die Staßenbahnlinie 883 "Planet or Plastic" fährt am 14.09.2018 gefüllt mit Plastikmüll durch Berlin (Bild: rbb/Markus Streim)
Audio: Inforadio | 14.09.2018 | Markus Streim | Bild: rbb/Markus Streim

Aktion gegen Umweltverschmutzung - Tram voller Plastikmüll fährt durch Berlin

Mit einem Straßenbahnzug voller Plastikmüll hat die National Geographic Society in Berlin gegen die Umweltverschmutzung durch Einwegverpackungen protestiert. Seit dem frühen Morgen fuhr die Tram im Rahmen der Kampagne "Planet or Plastic" durch die Innenstadt.

Auf den Anzeigetafeln an den Haltestellen wurde die Straßenbahn als "Planet or Plastic"-Sonderfahrt angekündigt. Einsteigen konnten BVG-Kunden nicht – "Geschlossen wegen Übermüllung", stand auf den Türen. Viele Wartende reagierten dennoch positiv: "drastisch", "toll" oder "supergut", kommentierten einige gegenüber dem rbb die Aktion.

Jährlich 10 Milliarden Einwegflaschen

Plastik sei ein riesiges Problem, das der Einzelne schlecht sehen könne, sagte Jens Schröder, Chefredakteur des National Geographic Magazins, dem rbb. Deshalb habe die National Geographic Societey beschlossen, ihre Marke zu nutzen, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

Ursprünglich sollte die Plastikmüll-Aktion in München stattfinden, dort aber wurde sie nicht genehmigt. Mit der BVG aber habe das unbürokratisch geklappt, so Schröder.

In Deutschland fallen jedes Jahr pro Person mehr als 200 Kilogramm Verpackungsmüll an, fast 40 Kilo davon sind Plastikmüll. Damit verbrauchen die Bundesbürger deutlich mehr Plastik als der EU-Durchschnitt. Ähnliche Fakten waren auf auf der Tram zu lesen, etwa, dass weltweit jährlich 10 Millarden Einwegflaschen oder rund 1,5 Million Tonnen Kunststoffverpackungen verbraucht werden.

Sendung: Inforadio, 14.09.2018, 14.45 Uhr

Kommentar

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16 Kommentare

  1. 16.

    Wie wahr. Aber die meisten Menschen empfinden das als Hysterie, Überempfindlichkeit und Macke. Deswegen habe ich mir weitestgehend abgewöhnt darüber zu sprechen. Ich sehne mich nach kleinen Nischen im Alltag. Momente der Ruhe, situative Entschleunigung im Alltagsstress und eine müllfreie Umgebung. Es wäre möglich. Auch in einer Stadt wie Berlin.

  2. 15.

    Richtig! Darüber hinaus gibt es aber auch Menschen, denen all dies von Anfang an zu viel war und ist. Die einfach unter dieser beständigen "Beballerung" , wie Sie es nenen, LEIDEN. Deren Sinne funtkionieren nämlich gut und werden ständig überfrachtet.

  3. 14.

    Ob Belästigung durch ewig tippende Smartphoner oder die permanente musikalische Beballerung in Supermärkten, wir alle sind schon irgendwie Manipulationsopfer. Lange genug wurde suggeriert, dass es ohne das alles nicht geht und die große Freiheit und Fortschritt bedeutet. Wir erdulden alles ohne viel Widerstand. Das ist auch eine Form der Vermüllung. Wenn unsere Sinne wieder selbstbestimmter funktionieren könnten, würden wir höchstwahrscheinlich auch respektvoller mit uns und unserer Umwelt umgehen. Und könnten z.b. vielen Verlockungen widerstehen, die unnötig Müll verursachen und uns in keiner Form weiter bringen.

  4. 13.

    Viele Supermärkte bieten keine Kunststoffbeutel mehr an, aber seit diesem Tag stehen, z.B. bei Penny,
    COFFEE-TO-GO-AUTOMATEN mit allerlei Heißgetränken in Kunststoffbechern, gleich zum anschließenden Wegwerfen!
    Die Lobby der Kunststoffindustrie ist pfiffig.

  5. 12.

    Vielen Dank, dass Sie das auch so sehen! Ich bin nämlich oft sehr verzweifelt und frage mich, ob ich die Einzige bin, die gern einmal in Kontemplation fallen, lesen oder aus dem Fenster starren möchte, unberührt von dem ansteckenden Stresstippen und dem Fremdlicht der Smartphones. Ich sitze ja nicht aus Spaß oder Reisezwecken in der Bahn, sondern weil ich zur Arbeit hin oder zurück fahre(n muss). Und da ist es insbesondere in letzterem Fall manchmal extrem belastend, sich dieser Handymanie gar nicht mehr entziehen zu können.
    Und zum Schmunzeln ... das verstehe ich auch. Aber wieso nicht einmal weg von der Masse denken ?
    Auch wenn das nicht zum Thema "Müllvermeidungt" gehört ... Oder doch? Müllen wir nicht unser Gehirn mit unwichtigen Videos, Posts, Kurznachrichten etc.zu ? (U.a. auf der langen Fahrt mit den Öffis?)

  6. 11.

    Das Lustigste daran: Das Thema "Wo sollen wir bloß mit all dem Müll hin? Wir werden noch daran ersticken?" war schon vor fünfzig Jahren ein gern gewälztes Thema (findet der RBB sicher auch in seinem Archiv). Was dabei herausgekommen ist? Größere Müllmengen.

  7. 10.

    @7: Robin, sicherlich wird vieles noch immer zu heftig eingepackt. Ich kaufe aber oft in diversen Bio-Supermaerkten ein, und finde dort Obst und Gemuese, also auch Bio-Gurken & Bio-Fairtrade-Bananen, fast immer ohne Umverpackung. Auch anderes Obst kann ich lose in den Wagen packen, an der Kasse abwiegen lassen, in einen Beutel packen und zu Hause waschen wie gehabt. Ebenso Brot und Eier kann ich problemlos in Mehrweg-Behaeltnissen mitnehmen. Mach ich seit langer Zeit ohne jegliche Probleme. Also, Fingerzeige bitte dort, wo es angebracht ist, aber auch Eigeninitiative bringen, wo es geht.

  8. 9.

    @6: CD, nun druecken Sie doch nicht ganz so auf die Spassbremse: Ich goenne jedem seinen Morgenkaffee in den Oeffis - wenn er nicht kleckert und keinen Muell hinterlaesst. Mit einem verschliessbaren Mehrwegbecher duerfte beides sichergestellt sein. Hinterlassener Muell oder Flaschen sind allerdings wirklich ein Aergernis. Offenbar helfen leider auch hier allenfalls Buszgelder.

  9. 8.

    Super Idee (aber auch zum Schmunzeln). Ob Bus, Tram oder Bahn, zu Stoßzeiten ist es schon heftig, wie man von Smartphones samt Benutzern umzingelt ist. Zumal viele davon im Weg stehen, die Ausgänge blockieren u.v.m., weil völlig im Bann ihres Gerätes. So ein handyfreies Eckchen oder Abteil für die Anderen wäre eine feine Sache.

  10. 7.

    Wir bösen Deutschen und unser Plastikmüll. Echt ein Drama. Ich freu mich auch immer über die eingeschweißte Biogurke aus den Niederlanden oder die in Plastik laminierte Fairtrade Banane usw.

    Was bitte kann ich dafür, wenn mir alles in Plastik eingepackt wird vom Einzelhandel? Nicht mit den Finger auf den Bundesbürger zeigen, sondern die Großkonzerne in die klare Verantwortung nehmen.
    Bis das passiert, landet meinerseits das meiste Plastik im Laden in deren Mülleimern.

  11. 6.

    Es gibt doch längst ein Speisen- und Getränkeverbot in BVG-Zügen und Bussen, worauf auch Aufkleber neben den Türen hinweisen. Im Bus können die Fahrer dasnoch halbwegs kontrollieren, aber in die Bahnen steigen ja leider trotzdem massenhaft Leute mit Döner, Kaffeebecher und Bierflasche ein. Und es gibt kaum einen Waggon, in dem sich nicht eklige Getränke. und Speisereste über dem Boden verteilen, zumal die Züge scheinbar kaum noch gereinigt werden. Die Bahnhöfe und Zugänge scheinbar auch nicht häufig, so wie es mancherorts aussieht... Einfach nur ekelhaft. In Berlin hält sich aber leider kaum jemand ohne tatsächlich drohende teure Bußgelder an irgendwelche Ge- oder Verbote!

  12. 5.

    BVG ist Beste. Empfehle jedem wartenden Passagier das Einwegbecher-Suchspiel: Bevor man alle entdeckt hat, ist schon die nächste Bahn da. Klappt auch in der Bahn.

  13. 4.

    Schwachsinnige Aktion unserer politisch Korrekten.

  14. 3.

    Super-Aktion - vielen Dank an die National Geographic Society und die hier wirklich bemerkenswert unbuerokratische BVG! Nur schade, dass das kaum einer mitbekommen hat und dass es hier nicht einmal ein Video davon gibt?! Ergaenzend oder alternativ zu Annemones Vorschlag in #2, und passend zu der heutigen Aktion, schlage ich Einwegbecher-freie Zuege und Busse der BVG vor: Bei bis zu einer halben Million nicht-recyclebarer Papp-Plastebecher pro Tag allein in Berlin waer das doch mal ne Masznahme. Und Mehrwegbecher sind ja mittlerweile problemlos verfuegbar, so dass keiner auf Oeffi-Koeffi verzichten muss.

  15. 2.

    Ich hätte einen weiteren Vorschlag an die BVG: Bietet doch wenigstens ein Abteil je U-Bahn oder Tram an, wo eine handyfreie Zone ist. Es gibt Stoßzeiten, da fühle ich mich wie ein Fisch im Netz gefangen zwischen elektrosmogverseuchten Handyjunkies. Wildes, gestresstes Getippe im Abstand von einer Handlänge vor meinen Augen lässt regelmäßig die Fahrten in den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Stressfahrt werden. Das Problem: Man hat keine Handhabe dagegen, als sich zu entfernen, aber wohin denn?? Ihr habt doch innovative Ideen, wie wäre es mit einem "Handy-Auszeit-Abteil"?

  16. 1.

    Eine interessante und gute Aktion!

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