Beamte der Polizei bringen sichergestellte Gegenstände nach einer Razzia in einer Wohnung eines Mitglieds einer arabischen Großfamilie zu ihrem Auto (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: rbb|24/TNN | 05.09.2018 | Bild: dpa

Razzia in Berlin-Neukölln - Polizei findet bei Clan-Mitglied scharfe Munition

Bei einer Razzia am Mittwochmorgen in Berlin-Neukölln ist ein 28-Jähriger festgenommen worden. Er soll Mitglied einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie in Berlin sein. Ermittelt wird unter anderem wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Waffengesetz.

Die Berliner Polizei ist am Mittwochmorgen in Neukölln erneut gegen ein mutmaßlich kriminelles Mitglied einer arabischstämmigen Großfamilie vorgegangen. Rund 30 Polizisten, darunter schwer bewaffnete Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK), durchsuchten einen Laden in der Fuldastraße sowie eine Wohnung in der Karl-Marx-Straße. Dort wurde auch eine große Limousine im Hinterhof durchsucht.

Ein 28-jähriger Mann wurde in der Wohnung festgenommen, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Mann sei Mitglied einer polizeibekannten arabischstämmigen Großfamilie in Berlin. Ihm werde unter anderem vorgeworfen, gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben. Die Polizei fand scharfe Munition, illegale Medikamente und Bargeld im mittleren fünfstelligen Bereich, also etwa zwischen 40.000 und 60.000 Euro. 

"Sumpf trockenlegen"

"Der Rechtsstaat ist keine Eintagsfliege und ich bin froh, dass wir das derzeit deutlich zeigen", erklärte Norbert Cioma, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zu der Razzia am Mittwoch. "Um den Sumpf der organisierten Kriminalität trocken zu legen, sind dauerhafte und nachhaltige Maßnahmen notwendig. Das ist personalintensiv, aber die Funde aus fast jeder Razzia zeigen, dass wir es hier mit Leuten zu tun haben, die auf unsere Gesetze pfeifen. Auf Berlins Straßen ist weder Platz für gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Clans noch für ihre kriminellen Machenschaften", so Cioma weiter.

Die Polizei betonte, dass die aktuelle Durchsuchung nichts mit der Schießerei am vergangenen Wochenende zu tun habe. Das sei davon losgelöst und habe allgemein mit Ermittlungen gegen kriminelle Mitglieder von Großfamilien zu tun. Sonntagnacht waren zwei Mitglieder einer polizeibekannten Großfamilie in Neukölln aus einem Auto heraus niedergeschossen worden.  

Ermittler kümmern sich um jede Straftat einer Zielperson

In den vergangenen Monaten gab es eine ganze Reihe von Polizeieinsätzen gegen Clanmitglieder, die dem Bereich der organisierten Kriminalität zugerechnet werden. "Wir verfolgen seit geraumer Zeit einen ganzheitlichen Ansatz", erklärte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Mittwochabend im rbb Fernsehen. Spezialermittler kümmern sich "um jedwede Straftat der Zielperson", das sei die Strategie, so Steltner weiter. Zudem machten sich die Ermittler Streitigkeiten unter den Clans, etwa um Drogengeschäfte, zunutze. 

Erst vorige Woche hatte die Berliner Staatsanwaltschaft nach einer großangelegten Razzia Haftbefehle gegen zwei Mitglieder einer arabischen Großfamilie erlassen. Der Vorwurf lautet auf Drogenhandel. Sie sollen einen regelrechten "Drogenservice" in Berlin betrieben haben.

Ein großer Schlag gegen eine arabische Großfamilie war Berliner Ermittlern zudem im Juli dieses Jahres gelungen, als 77 Immobilien im Zuge der sogenannten Vermögensabschöpfung beschlagnahmt wurden.

Die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik hatte Anfang August angekündigt, es werde weiter mit Nachdruck gegen kriminelle Teile arabischer Clans ermittelt. Zwölf solcher Großfamilien mit mehreren hundert Mitgliedern sollen in Berlin ansässig sein. Nach Slowiks Angaben sind 25 Prozent der organisierten Kriminalität arabischen Clans zuzurechnen. 

Sendung: Inforadio, 05.09.2018, 8 Uhr

Kommentar

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26 Kommentare

  1. 26.

    Ich bin mir sicher, es ist auch möglich, sich über Kriminalitätsbekämpfung zu freuen, ohne ins ausländerfeindliche zu rutschen.
    Einen Versuch dürfen Sie noch unternehmen. Nachdenken hilft, Vordenken ist Trumpf!

  2. 25.

    Warum ist es nicht möglich Bedenken und Ängste zu äußern, ohne entweder dafür platt gemacht zu werden oder in der rechten Ecke zu landen? Die Probleme, die hier so vehement diskutiert werden und die zu vielen Unfreundlichkeiten und Aggressionen führen, können nicht sinnvoll angegangen werden, wenn sie immer zu Unsachlichkeiten und Streit führen. Es gibt diese gesellschaftlichen Baustellen und jeder hat das Recht seine Gefühle und Ängste diesbezüglich zu äußern. Solange man sich eindeutig von Neonazis und jeglicher rassistischer Propaganda abgrenzt, denn nicht alle Kritiker der derzeitigen Migrationssituation sind Rechte. Und die Probleme totzureden oder zu ignorieren ist kontraproduktiv. Ich sorge mich inzwischen fast mehr um die allgemeine Stimmung aller Bürger untereinander, als um Anderes...

  3. 24.

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/04/norbert-cioma-neuer-berliner-landeschef-der-gewerkschaft-der-polizei.html

    Das war offensichtlich endlich mal ein guter Tag für Berlin.

  4. 23.

    Wenn sie wüssten, was alles nicht veröffentlicht wird, würden sie diesen demokratiefeindlichen Vorschlag nicht machen.
    Was sie fälschlicherweise als Rassismus bezeichnen, ist nichts anderes als der berechtigter Verdruss eines Großteils der bürgerlichen Gesellschaft.
    Das die im Artikel beschriebenen Zustände existent sind, muss ihr offensichtlich zart besaitetes Weltbild aushalten können, gehört sozusagen zum Erwachsenwerden.

  5. 22.

    Ist schon interessant wie die Meinungen auch hier auseinander gehen.
    Ich kann mich noch gut an die Zeit mit dem Bürgermeister Giuliani in New York erinnern.
    Er hatte Erfolg in dem er auch massiv gegen jeden Kleinkriminellen vorgegangen ist.
    Damals wurde in Berlin die Polizei noch nicht heruntergespart.
    Und was ist hier vergleichsweise passiert? Na, wer hat die passenden Antworten von den Foristen hier?
    Man wollte das Problem nicht erkennen, obwohl schon damals ca. 80% der Inhaftierten in Berlin einen Migrationshintergrund hatten.
    Ich war als Fremdunternehmen in diesen Objekten beschäftigt, kann das daher ziemlich gut beurteilen.
    Damals gab es "Gutmenschen" die das nicht wissen oder sehen wollten, heute sind es mehr.
    Herzlichen Glückwunsch!

  6. 21.

    Seltsames Demokratie Verständnis. In Chemnitz sitzen die Tatverdächtigen in Haft und Sie haben Verständnis dafür das Unschuldige verprügelt werden?
    So mal rein präventiv?
    Wer mit Leuten demonstriert die den Hitlergruß zeigen, muß sich nicht wundern wenn er mit Nazis in einen Topf geworfen wird. Und wer dafür Verständnis hat erst recht. Das Demokratie Verständnis dürfte bei Clan Mitglieder und Neonazis ähnlich ausgeprägt sein- eher gegen null tendieren.

  7. 20.

    ...guten Morgen Ironie;-) Humor ist wenn man trotzdem lacht und Ironie aus "Verzweiflung" sollte erlaubt sein. Muss ja weitergehen und man sollte versuchen sich nicht in Wut und Frust zu verlieren.

  8. 19.

    @Rainer Voigt: "Mein Verständnis für die Chemnitzer Proteste wächst täglich" --> Mein Verständnis Menschen wie Ihenen gegenüber nimmt täglich ab. Wer einfach Menschen in eine Schublade schmeißt ohne das Große ,Ganze zu betrachten, sollte sich mehr bilden, Prozesse und Ordnungen hinterfragen und nach Lösungen suchen.
    Ein Ausländer raus, oder Flüchtlinge raus, ist eine kurzfristige Lösung, die uns früher oder später auf den Kopf fallen wird.
    Für Menschen wie Sie mal ein ganz einfaches Anschauungsbild. Länder wie Deu. teilen sich mit wenigen anderen auf dieser Welt den Weltmarkt genüßlich auf. Rohstoffe und Fachkr. werden aus den übrigen Ländern billigst eingekauft, teilweise fremde Resourcen von uns patentiert (wie absurd!). Dies führt dazu, dass die übrigen Länder arm bleiben, innerhalb der Länder Verteilungsk. entstehen.Dadurch entstehende Kriege (die mit unseren teuren Waffen geführt werden)lassen Flüchtlingswellen entstehen. Erst muss dies ein Ende haben, bevor die Flucht endet!

  9. 17.

    Ist Berlin endlich aufgewacht??

  10. 16.

    Verstehe einfach nicht, warum der Staat, die Polizei, Gerichte nicht schon viel eher eingegriffen haben...
    Wir müssen uns doch auch alle an die Gesetze halten...

  11. 14.

    Unglaublich. Verschweigen als DDR-Stilmittel. Mein Verständnis für die Chemnitzer Proteste wächst täglich. Diese Menschen sperren bewußt ihre Heimat für die Großfamilienauswüchse wie in Berlin. Und wie sagte Sundermeyer bei Lanz am 4. 9. 18 sinngemäß: Die Großfamilienproblematik in Bremen, Dortmund und Berlin ist nur der kleine Bruder, das Vorspiel zur bevorstehenden Entwicklung incl. der freundlichen Mitarbeit der arabischen Zuwanderer.

  12. 13.

    Ich glaube, dass solche Artikel auch zum Rassismus beitragen. Man muss solche Inhalte doch nicht veröffentlichen, sie bestärken doch du nur die Nazis in ihrer Meinung, dass es in Deutschland Probleme geben würde. -.- Lasst die Polizei machen, veröffentlicht es aber nicht, schafft keine rechten Schlagzeilen.

  13. 12.

    Schön dass endlich etwas passiert in Berlin.

  14. 11.

    @ Nr. 7: Aus meiner Sicht ziehen Sie sich hier einen Schuh an, der gar nicht für Sie gedacht war. Er meint lediglich, dass die negative Tendenz Ihres Kommentars, wie vergleichbare Aussagen in div. Foren, den Ewiggestrigen helfen würde. Damit macht er keinesfalls automatisch Sie zu einer solchen Person. (Dabei darf man gerne dahingestellt lassen, ob solche Aussagen wirklich in eine Richtung hilfreich sein könnten. Der bezeichnete Personenkreis vertritt seine Auffassungen auch ohne zwingend relevante Argumente.)
    Insoweit scheint mir Ihre Retourkutsche eher nicht zur Ehre zu gereichen.
    Zur Sache selbst: Organ. Kriminalität ist äußerst personalinstensiv. Seit Jahrzehnten hat man einesteils Personal abgebaut, die Zahl der Delikte wurde immer umfangreicher, sie selbst komplexer. Einheimische Banden, Mafia, Wirtschaftskriminelle, Steuerbetrüger, Rockergruppen, und nun eben diverse Familienclans verschiedener Nationalität. Nun geht man eben diesen Bereich an, da gibt es kein "Pre-Crime". MfG

  15. 10.

    >Und diese Leute benehmen sich seit der Razzia im Juli besser. Ist doch ein Anfang...<
    Ja, das ist ja toll. Jeder kann weiterhin seine Drogengeschäfte und Schutzgelderpressungen nachgehen wenn er nur nett zum Nachbarn ist? Das ist kein Anfang sondern das Ende jedweden Rechtsempfinden.

  16. 9.

    Was nützen denn Haftstrafen bei Leuten, die eh seit ihrer Geburt auf den deutschen Rechtsstaat pfeifen? Den Sumpf kann man nur trockenlegen, wenn man denen ihre derzeitige Lebensgrundlage (Drogen, Geld, Immobilien und dicke Autos) entzieht und sie, sofern sie nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, aus diesem Land unwiederbringlich rausschmeißt. NIcht nur für gewalttätige Auseinandersetzungen und kriminelle Machenschaften, sondern auch für die von denen gelebte Machokultur ist in dieser Stadt, in diesem Land, kein Platz.

  17. 8.

    Nach jahrelanger unbehelligter Tätigkeit wird jetzt gegen diese Clans vorgegangen?!. Warum diese lange Untätigkeit? Warum greift man nicht auch zu dem Mittel der Abschiebung, denn nicht alle Clanmitglieder sind deutsche Staatsbürger. Wahrscheinlich politisch nicht gewollt, wie so vieles in Problemstädten. Doch auch bis heute bzw. ab jetzt muss man noch abwarten, wie Gerichte diese Taten bzw. Aktivitäten bewerten und würdigen. Auch hier haben wir ja schon die tollsten Entscheidungen vernommen.

  18. 7.

    Ich würde es dem Anstand zu Gute heißen, wenn Sie mich nicht als Ewiggestrigen beleidigen würden. Ihr Niveau ist unterirdisch. Bei manchen Menschen war die Erziehung kostenlos, bei Ihnen umsonst. Diskussionen setzen unterschiedliche Meinungen voraus. Ansonsten kann man 50 Cent in eine Parkuhr werfen und mit dieser einen Monolog führen. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

    Mit der Achtung, die Ihnen gebührt.
    MfG
    Leon

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