Symbolbild: Touristen sind mit Regenschirmen und Regenjacken unterwegs in der Innenstadt von Potsdam. (Bild: imago/Ralph Peters)
Bild: imago/Ralph Peters

Kurze kräftige Abkühlung - Am Donnerstag, als der Regen kam ...

Regenschirm, gefütterte Jacke - an ganz ungewohnte Dinge müssen die Berliner und Brandenburger in den nächsten Tagen denken. Eine Kaltfront bringt herbstliches kühles Wetter und Regen.

Am Mittwoch ist das Thermometer in Berlin und Brandenburg vielerorts noch einmal auf hochsommerliche Grade hochgeschnellt - doch auf Sandalen und Sonne satt folgen Regenschirm und ungemütlichere Temperaturen:  Eine Kaltfront überquert Deutschland bis Freitag und bläst Polarluft ins Land.

"Es gibt eine kurze kräftige Abkühlung", sagte Heiko Wiese vom Wetterdienst Meteogroup rbb|24, "aber keinen nachhaltigen Wetterumbruch." Der langersehnte Regen in Berlin und Brandenburg kommt damit zwar, verschwindet aber genauso schnell wieder.

"Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein"

Im Norden Brandenburgs, in Wittenberge und Prenzlau sei das kühle Wetter schon am Mittwoch eingezogen, es sei "herbstlich", so Wiese. In der Nacht zu Donnerstag bewegt sich die Wolkenfront weiter Richtung Süden, es regnet bereits gelegentlich und wird mit 10 bis 14 Grad deutlich kühler.  

Am Donnerstag ist dann Zeit, dickere Jacken rauszusuchen: Es ist verregnet, bewölkt und kühl. Die Temperaturen fallen gebietsweise um gute zehn Grad. Maximal 15 Grad in Wiesenburg, bis zu 21 Grad in der Lausitz und 17 Grad in Berlin sollen es werden.

Natur, Kleingärtner und Landwirte dürfen sich jedenfalls freuen. Zwischen einem und fünf Liter pro Quadratmeter sollen fallen. Das ist eine angenehme und längst überfällige Erfrischung, reicht allerdings bei weitem nicht aus, um den Boden nachhaltig zu bewässern oder gar einen Waldbrand zu löschen. "Es ist ein Tropfen auf einen heißen Stein", so Wiese.

"Wir gehen jetzt in Richtung Normalität"

Von einem Wettereinbruch könne man allerdings nicht reden, sagt Wiese, eher von einem Zwischenspiel. Zudem seien solche Temperaturen eigentlich üblich für den Herbst. Doch hätten sich durch diesen Ausnahmesommer einfach unsere Maßstäbe verändert. "Wir kommen von einem sehr hohen Ross herunter und gehen jetzt in Richtung Normalität."

Am Nachmittag lockert sich die Wolkendecke zumindest im Norden bereits wieder auf, der Regen weicht der Sonne. Am Freitag sollen sich dann die Regenwolken ganz zurückziehen, vor allem im Norden der Region ist es wieder überwiegend freundlich, mäßig warm. Am Wochenende und Anfang der Woche kehrt dann der Spätsommer in all seiner Pracht wieder zurück. 

Sendung: radioBerlin 88,8, 12.09.2018, 17 Uhr

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 9.

    Stand von 13 Uhr hier in Spandau lediglich ein paar Tröpfchen, nicht erwähnenswert, habs doch gewußt da kommt wieder nix richtiges runter!

  2. 8.

    Regen ja aber bitte als Landregen langsam und stätig damit nicht ein einziger Tropfen vom Boden abperlt und aufgenommen werden kann.
    Wie ist den der KatastrophenSchutz auf "Un"Wetter vorbereitet. Der letzte Große Regen in diesem Jahr hat es deutlich gezeigt.

  3. 7.

    Stimmt! Nach Aussagen von Fachleuten reichen die Wasserreserven der Spree noch bis in den Oktober hinein. Also volle vier Wochen! Wozu da Regen?

    Das Niedrigwasser in Oder und Elbe, welches Schiffahrt seit Monaten verhindert - wozu Regen?

    Die Bäume, die nach wie vor dürsten und nach Aussage von Experten Schäden erlitten haben, die wir erst im nächsten Jahr sehen werden (und im Wald noch in Jahrzehnten)- die können doch weiter vertrocknen.

    Bei Ihnen kommt das Wasser aus dem Hahn, der Strom aus der Steckdose und das Essen aus dem Supermarkt?

  4. 6.

    Schon mal was vom Grundwasserspiegel gehört? Wir brauchen sehr wohl den Regen, denn sonst ist die Waldbrandgefahr auch im Winter da und sollte es nach dem Winter so weiter gehen wie bisher dann wird es nächstes Jahr problematisch im Sommer

  5. 5.

    Ich schreibe hier schon seit min. Juli, dass ich Regen will - erhört wurde es nicht. Regen, das heißt:
    - kein Staub!
    - Wohltat für alles (nicht mehr) Grüne
    - Schleimhäute in Nase und Rachen danken es (bei Mensch und Tier)
    - keine Wasserarien mehr im Garten, um die paar Insektenpflanzen zu erhalten, den süßen Schwanzmeisen eine Dusche zu verschaffen (die es mit Tirili danken)
    - Pollen schwimmen endlich in den Gulli
    - Gullis stinken nicht mehr
    etc etc.

    Ich will Regen. Dauerregen. Mind. eine Woche. Ich kanns nicht mehr sehen, fühlen, riechen, dieses ewig trockene Land.

  6. 4.

    Nicht nur Nutzpflanzen brauchen Feuchtigkeit zum Leben! Man braucht sich doch nur umzusehen, wie die Natur leidet. Die Bäume bekommen jetzt schon braunes Laub und werfen es ab, jüngere Bäume ohne tiefe Wurzeln sterben ab. Wildlebende Tiere finden kaum noch Trinkwasser.

  7. 3.

    ...1 Woche Dauerregen ist das, was jetzt dringend nötig wäre...
    Wozu?
    Die Ernte ist durch, das was noch zu ernten ist bleibt selbst bei Regen klein und übermäßig (durch die dauernde Sonne)süß. Alle Kohlsorten gedeihen prächtig, da nunmehr jeden Morgen Tau auf den dem Boden liegt...
    Nicht den Stadtmenschen weißmachen, daß Regen zum Herbst alles wieder in die Normalität wenden würde.
    Schon mal über den Weihnachtsbaum nachdenken, der wird dieses Jahr entweder sehr viel kleiner und dünner oder eben teurer..!
    Einzigst helfen würde ein Dauerregen den Feuerwehrleuten, die gegen die Flammen um Berlin und Umgebung kämpfen. Ansonsten brauchen wir momentan keinen wirklichen Regen in der Region.
    Wollen wir nur hoffen, daß wegen der Gerechtigkeit des Niederschlags nicht diesen Winter nachträglich alles als Flocken von oben fällt - dran wären wir ja mal wieder mit weißem Winter.. :-)

  8. 2.

    "Anfang der Woche kehrt dann der Spätsommer in all seiner Pracht wieder zurück. "?

    Diese extreme Dürre wird wohl von den wenigsten noch als "Pracht" betrachtet. Staub, braune Wiesen, vertrocknende Büsche und frühzeitig braune Bäume - überall. Von sterbenden Tieren (Vögeln, Insekten, usw.) ganz zu schweigen. Ein grauenvoller Anblick. Von diesem Sommer hab ich genug. Er fing im April an und hätte auch im Juni aufhören können. Stattdessen dauert er nun bereits fast ein halbes Jahr! 1 Woche Dauerregen ist das, was jetzt dringend nötig wäre.

    Diese Dürre ist absolut historisch und sie wird durch sinkende Temperaturen kein bisschen abgemildert. Der "Dürreatlas" (online einsehbar) bestätigt das.

  9. 1.

    Ich glaube nur noch, was ich sehe! Und ich sehe noch nicht, dass es regnet, oder regnen wird. Angesagt wurde diesen Sommer schon so vieles - ich musste immer gießen, es kam nix! Wir sprechen uns dann morgen abend. Viele Grüße - Gießbert

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