Hans Joachim Schellnhuber, Klimaforscher, Direktor des Institutes für Klimafolgenforschung in Potsdam und Mitglied des Weltklimarates
dpa/Ralf Hirschberger | Bild: Audio: Antenne Brandenburg | 14.09.2018 | Torsten Sydow

Hans Joachim Schellnhuber gibt Amt ab - Die Potsdamer Klima-Koryphäe geht in den Ruhestand

Er ist ein unermüdlicher Mahner im Dienst der Umwelt: Hans Joachim Schellnhuber, der Direktor des Potsdamer Insituts für Klimafolgenforschung, geht am Freitag in Rente. Seine Meinung findet Gehör - sogar im Vatikan.

Einer der prominentesten Klimaforscher tritt aus dem Scheinwerferlicht: Hans Joachim Schellnhuber gibt sein Amt als Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) nach mehr als 25 Jahren ab und geht in den Ruhestand.

Schnellnhuber berät die Kanzlerin und den Papst

Es war Schellnhubers Konzept, das die Wissenschaftsgremien 1991 überzeugte, ihn das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung 1992 gründen zu lassen. Der gebürtige Bayer und promovierte Physiker geht seither hauptsächlich der Frage nach, mit welchen Maßnahmen sich der Klimawandel noch aufhalten lässt. In den zurückliegenden fast drei Jahrzehnten entstand dabei ein düsteres Bild: Die Erderwärmung sei nicht aufzuhalten, die Meeresspiegel stiegen um mindestens zehn Meter, große, globale Fluchtbewegungen seien unausweichlich. "Letztlich steht unsere Zivilisation auf dem Spiel", sagte Schellnhuber erst kürzlich.

Schellnhuber hat den Klimaschutz international vorangebracht und viele Preise dafür bekommen. Er berät die Kanzlerin und den Papst. Heiße Sommer hat er vorausgesagt, die große Schmelze in der Antarktis auch – genau wie den Treibhauseffekt. Der 68-Jährige hofft aber, dass die Erderwärmung noch aufzuhalten ist. Obwohl nicht mehr nur eine Temperaturanstieg von zwei, sondern um vier Grad drohe.

Die Nachfolge übernimmt eine Doppelspitze

Am Freitag ist sein letzter Arbeitstag in Potsdam - der 68-Jährige räumt den Direktorenposten. Dennoch liegt noch ein Berg Arbeit vor Schellnhuber. Denn er will, dass der Braunkohletagebau gestoppt wird und kämpft für erneuerbare Energien. In der Kohlekommission will er weiter die Zukunft der Kohleregion Lausitz mitbestimmen.

Schellnhubers Nachfolge im Institut für Klimafolgenforschung übernehmen der deutsche Ökonom Ottmar Edenhofer und der schwedische Erdsystemforscher Johan Rockström als Doppelspitze.

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Ich kann nur hoffen, dass er sich noch in die Debatte einmischt. Die Leugner des Klimawandels gehen nämlich nicht in Rente.

  2. 4.

    Er ist einer der seinerzeit noch sehr wenigen, die sich die Finger wund schreiben mussten, bis die fast taube politische Sphäre schließlich nach und nach sich diesen Erkenntnissen öffnete. Nicht jedem passt das - bis heute. Doch Qualität, Schlüssigkeit und Argumente setzen sich eben durch.

    Wären Kopernikus, Luther und Einstein schon seinerzeit in heutigen Diskussionforen gelandet, ihre Gedanken wäre umgehend von einer ganzen Armada einschlägiger Foristen niedergemacht worden, dass ihnen wohl die pure Lust vergangen wäre, weiter auf ihrem Weg zu gehen. Schellnhuber macht das nichts aus, er weiß um seine Substanz und das ist wunderbar so.

  3. 3.

    ..und Tschüß!

  4. 2.

    Eine gute Nachricht.

  5. 1.

    "Klima-Koryphäe..." - Was im rbb so alles als Koryphäe durchgeht... ;-) Dann schaun mer mal, was der "Experte" letztens noch im Ersten bei Frau Maischberger von sich gegeben hat: „Wenn wir in unsere Kristallkugeln sehen, spricht alles dafür, dass das Erdklima um 3 oder 4 Grad ansteigen wird..." - Aha, der Herr "Experte" hat in die Kristallkugel geschaut. Unter diesen Vorzeichen trifft es der Begriff "Klima-Wahrsager" vielleicht um einiges besser.

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