Ein Kita-Kind sitzt vor einem Teller mit Apfelstücken (Quelle: dpa/Andreas Arnold)
Audio: radioBerlin 88,8 | 03.09.2018 | Anke Michel | Bild: dpa/Andreas Arnold

Alternativ-Menü als Vorschrift - Berliner Kitas dürfen nicht nur veganes Essen anbieten

So lecker Tofu und gebratenes Gemüse auch sein mögen - in Berliner Kitas muss immer auch ein nicht-veganes Gericht angeboten werden. Rein vegane Ernährung von Kindern und Jugendlichen hält der Senat für "ungeeignet".

Vegane Kindergärten in Berlin müssen zusätzlich auch nicht-veganes Essen anbieten. Das teilte die Bildungsverwaltung in einer am Montag bekannt gewordenene Antwort auf eine Anfrage der AfD mit.

Die Kita-Aufsicht hat demnach bereits einem Träger die Auflage erteilt, eine Wahlmöglichkeit zwischen veganem und nicht-veganem Essensangebot anzubieten. Es handele sich um einen Träger, "dessen Konzeption bei der Neugründung einer Kita vorsah, ausschließlich veganes Essen anzubieten".

Ein weiterer Träger habe der Kita-Aufsicht zudem mitgeteilt, dass er nur noch veganes Essen anbietet. "Auch hier ist die Kita-Aufsicht zur Sicherstellung einer Wahlmöglichkeit tätig", heißt es von der Bildungsverwaltung.

Senat: Gefahr der Mangelernährung

Der Senat teile die Auffassung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), dass eine vegane Ernährung für Kinder und Jugendliche "ungeeignet" sei, heißt es in einer weiteren Antwort der Bildungsverwaltung. Es bestehe die Gefahr einer Unterversorgung mit verschiedenen Nährstoffen: Kleine Kinder hätten nur einen geringen Speicher und Jugendliche im Wachstum einen hohen Bedarf.

"Für Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche wird eine vegane Ernährung nicht empfohlen", heißt es auf der Internetseite der DGE. Kritisch ist demnach die Versorgung besonders mit Vitamin B12 und den Vitaminen A, D und B2 aber auch Proteinen, Calcium, Zink, Eisen und Jod. Ohne die Ergänzung dieser Stoffe können verschiedenste Mangelerscheinungen und auch dauerhafte Schäden auftreten.

Kommentar

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32 Kommentare

  1. 32.

    Der Mensch ist anatomisch gesehen ein reiner Pflanzenfresser. Alle Tiere benötigen Vitam B12. Freilebende Tiere wie Elefanten erhalten Vitam B12 über das Wasser in Pfützen bzw. über ungewaschene Pflanzen. Es ist richtig, dass Tiere Vitamin B12 anreichern können. Die wenigsten Tiere können es selbst produzieren. Das Wasser und das Futter in der Massentierhaltung enthält heute kein Vitam B12 mehr. Daher wird Vitamin B12 den Tieren supplentiert. Um gesundheitliche Folgen zu minimieren sollte jeder Mensch Vitamin B12 prüfen lassen. Anstatt B12 über den Umweg der Tiere zu beziehen sollte man es aber besser direkt supplementieren, da es eine weitaus sicherere Quelle ist. Von den gesundheitlichen Folgen tierischer Produkte ganz abgesehen: https://nutritionfacts.org/video/safest-source-of-b12/

  2. 31.

    In der Vorbemerkung der AfD-Abgeordneten wird aus einer Antwort des Senats auf eine andere, ältere Anfrage zitiert, in der dieser Bezug auf inzwischen veraltete Positionen der DGE nimmt. In der neuen DGE-Stellungnahme von 2016 wird die vegane Ernährung von Kindern nicht länger als „ungeeignet“ bezeichnet. Zudem ist die Antwort des Senats auf die Fragen 4) und 4.a) in der Anfrage S18-15891 falsch: Kalzium, Zink und Selen müssen bei einer ausgewogenen veganen Ernährung nicht supplementiert werden. Der Tenor dieser absurden Aussage findet sich dann prompt im letzten Satz des Artikels wieder – die Tatsache, dass der Senat in seiner Antwort bestätigt, dass KEINE Fälle von Mangelversorgung bei vegan ernährten Kindern bekannt sind, findet hingegen keine Erwähnung. Fazit: unsinnige Anfragen von einer demagogischen Partei, eine unverständliche – und anfechtbare – Aktion der Kita-Aufsicht und schlampiger Journalismus, der dem ohnehin verbreiteten Unwissen in diesem Bereich noch Vorschub leistet.

  3. 30.

    Ich stimm dir total zu, hab allerdings eine Frage, das mit dem B12 versteh ich gar nicht, weil ich bin seit 2010 vegan, hab noch nie B12 supplementiert und mit ging es blendend. in der Schwangerschaft hab ich dann mal einen Blutcheck gemächt und B12 war komplett im Normalbereich. Wie kann das sein ohne Supplemente? Ich achte da wirklich auch nicht extra drauf irgendwelche Algen zu essen oder so..wundert mich immer wenn alle sagen B12 kriegt man einfach nicht. Ich glaube jeder Körper nimmt B12 anders auf und speichert unterschiedlich lange. In meinem Bekanntenkreis sind es aussließlich Omnis die B12 mangel haben...

  4. 29.

    Es geht nicht um "Verzicht auf Fleisch", sondern um Essen ohne jegliches tierisches Protein einschließlich Milchprodukten. Die Alternative kann auch vegetarisch sein.
    Solange es Milch und Eier gibt, gibt es übigens auch Hühner und Kühe/Rinder. Ökologisch sinnvoll ist es nicht, deren Fleisch dann nicht zu essen. (Das Suppenhuhn ist meist eine ehemalige Legehenne.)

  5. 28.

    Dann sollten auch alle anderen Kindergärten ein veganes Gericht zur Alternative anbieten. Es gibt übrigens eine Studie - die VeChi - Studie. Die DGE hat keine seriösen Informationen, die nur über Studien ermittelt werden können. Die VeChi - Studie zeigt, dass Kinder sehr gut vegan ernährt werden können und in vielen Nährstoffen keine Mängel haben im Gegensatz zu Mischkost-Kindern. Politiker sollten sich seriös informieren und nicht bei Lobby-Organisationen wie dem DGE. Wenn man sich dort die Beiräte anschaut, dann kann man erkennen, dass die DGE nicht an einer veganen Ernährung interessiert sein kann.

  6. 27.

    Welch ein Schwachsinn. Die übergewichtigen mit fertigzeug voll gestopften Kinder haben weitaus größere Mängel. Es ist sehr traurig, dass vegan immer gleich gesetzt wird mit Tofu und Mangel. Eine vollwertige, pflanzenbasierte Nahrung deckt bis auf B12 alles ab.
    Dann muss im Gegenzug jede Kita zu ihrem Omni Essen ein vollwertiges, veganes Gericht anbieten.

  7. 26.

    Zuhauf erlebt und empirisch belegt: wenn Kinder in einer medialen, fleisch- und zuckeressenden Welt leben, selbst diese Dinge aber von Eltern untersagt bekommen, werden das oft die krassesten Junkies. Deshalb ist Fingerspitzengefühl statt Dogma gefordert, um den Nacwuchs über alles aufzuklären, ihnen ein Vorbild zu sein, ihn aber dahin zu bringen, dass er irgendwann selbst entscheidet, wie es für ihn laufen soll. Im besten Fall ist das dann eine fleischarme oder -lose Ernährung, die sie ein Leben lang selbstbestimmt und freudig durchziehen. Oder man lebt in einer komplett veganen Welt mit seinem Kind, dann kann's klappen . Wer bereits große Kinder hat, weiß was ich meine ;-)

  8. 25.

    schon lustig wieviele Menschen den eigenen Widerspruch nicht erkennen wenn sie eine vegane Ernährung als Zwang für die Kinder betrachten während eine Ernährung mit Fleisch kein aufzwingen ist. Es gibt Spaghett mit Tomatensauce = das Kind wird gezwungen. Es gibt Spaghetti mit Bolognese = das Kind isst es freiwillig. Alles klar.

  9. 24.

    Es handelt sich hier um 5 Mahlzeiten in der Woche, von 21 insgesamt.
    Ich finde es befremdlich, wenn die DGE Richtlinien nur bei veganem Essen aber nicht bei jeder anderen Kantinenversorgung Anwendung finden.
    In Kantinenessen ist durchgängig zuviel Fett, Salz und Zucker enthalten, Vitamine kann man suchen.
    Wenn dann sollten diese Richtlinien bitte überall angewendet werden.

  10. 23.

    Veganes Essen ist gut und schoen fuer Erwachsene die wissen was sie tun, und wie man dabei Mangelerscheinungen vermeidet. Kindern anderer Leute, die sich damit vielleicht nicht auskennen, sollte man so etwas nicht aufzwingen. Ausserdem: wer, wie einige KommentatorInnen vor mir, "vegan" nicht von "vegetarisch" unterscheiden kann, und Falschaussagen verbreitet wie: nicht-veganes Essen sei "erzwungener Fleischkonsum", sollte sich erstmal belesen bevor er/sie sich dazu versteigt, andere als ignorant zu bezeichnen... Keine Ahnung ob das echte Veganer waren oder nur Trolle, die einen "dummen Veganer" simulieren wollten...

  11. 22.

    Hmmm - so manch einer mag den Text nicht richtig gelesen haben - hier geht es um vegane und nicht um vegetarische Ernährungsweise. Würde in der Kita meiner Tochter nur noch vegetarisches Essen angeboten - super. Aber vegan? Bloß nicht! Lieber ein gesundes Kind als ein hippes Trendkind mit Mangelernährung!

  12. 21.

    Der Verzicht auf Fleisch ist aus mehreren Gründen absolut sinnvoll. Unseren Kindern ein anderes Essverhalten schon von Anfang an vorzuleben auch unbedingt nötig. Ein gesunder Mittelweg ist aber zielführend. In unserer Kita gibt es ausschließlich Bio-Produkt, es wird regional und saisonal beim Bauern des Vertrauens eingekauft. Alle 14 Tage gibt es ein Fleischgericht-helal. Viele Kinder verzichten aber auch darauf, sie entscheiden selber, dass sie das nicht mögen oder brauchen. Dieses Konzept finde ich perfekt und es ist nicht so extrem dogmatisch, weil es darauf abzielt Kinder zu eigenständig denkenden und handelnden Menschen werden zu lassen.

  13. 20.

    Dem stimme ich voll und ganz zu!!! Es ist unglaublich, wie ignorant die Menschen sind.
    Vegane Kitas wären die beste Lösung- die Kinder, die Fleisch essen wollen, können dies dann zu Hause tun und die Kinder, die keines essen möchten, werden dazu nicht in der Kita gezwungen (JA, es sind nicht die Eltern, die ihren Kindern diese gute Ernährungsweise aufzwingen- mein Kind hat von mir die Wahrheit erfahren und selbst entschieden, dass sie das nicht essen möchte... KEIN Kind würde freiwillig Tiere töten, nur um sie zu essen). Alle Eltern, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und Klima ignorieren, können ihrem Kind ja zu Hause Fleisch geben.
    Am Traurigsten ist, dass die Mächtigen dieser Welt sich am meisten vor diesem Problem verschließen und nur an die Wirtschaft denken, statt vegane Unternehmen zu fördern und sich dafür einsetzen! Stattdessen treten sie die Zukunft unserer Kinder mit Füßen und fördern weiter die Fleisch- und Milchwirtschaft und sprühen Gifte auf unsere Felder….

  14. 19.

    Stimme Vanessa zu.
    Danke für dein Kmmentar.

  15. 18.

    Was für ein Unfug. Laut WHO ist eine vegane Ernährung für jeden Menschen, jeden Alters geeignet. Die einzigen krittische Nährstoffe sind B12 und D3, aber vegan unabhängig. Jeder Mensch, unabhängig der Ernährungsform sollte diese Stoffe heutzutage Supplementen. Sehr, sehr viele Menschen haben Mikronährstoffmangel. Es liegt an einer Fehlernährung (zu viel Fleisch, zu viel verarbeitetes, zu viel Zucker) und es gibt gar keine Verbindung zum Thema Veganismus oder Vegetarismus. Ganz im Gegenteil, mittlerweile sollte doch jeder wissen, dass Milchprodukte die Eisenaufnahme hemmen. Schlechteste Kombi: Haferflocken mit Milch. Das ist quasi Lebensmittelverschwendung. Ich finde es Körperverletzung Kinder zu zwingen Tierprodukte zu essen, ohne, dass sie aufgeklärt sind, was das Thema abgeht. Es dauert eine Weile bis Kinder in der Lage sind die Verknüpfung herzustellen, woher das Fleisch kommt; dass man dafür ein Tier töten muss. Erst ein Mensch, der das klar versteht, sollte die Wahl haben.

  16. 16.

    Unglaublich wo dieser Öko-Wahnsinn langsam hinführt. Jedem Heranwachsendem sollte selber überlassen werden wie er sich ernährt. Ständig dieser Öko Zwang von irgendwelchen Aktivisten im Hintergrund nervt langsam.
    Außerdem kann ein rein Veganes Leben nicht Gesund sein auf Dauer.
    Kluge Entscheidung vom Berliner Senat.
    Gönnt den Kids ihr SCHWEINE-WÜRSTCHEN !!! :-)

  17. 14.

    Es handelt sich um ein Essen, von 3-5 Mahlzeiten am Tag. Hab ihr eigentlich mal die Speisepläne von den Großeltern gelesen.
    Macht endlich mal wieder Politik und hebt 19% steuern für Kita-/Schulessen auf.

  18. 13.

    Der Senat stützt sich hier auf längst überholte und zweifelhafte Empfehlungen der DGE.
    Selbst die Ärteschaft kritisiert immer wieder sog. Empfehlungen einer Gesellschaft, welche nicht mehr zeitgemäß argumentiert. Die ausgewogene vegane Ernährung ist nicht nur gesund, sondern schont auch Umwelt und Ressourcen und ist deshalb die nachhaltigste Form der Ernährung. Zahlreiche gesellschaftliche Herausforderungen ließen sich durch eine vegane Lebensweise mildern oder sogar beheben. Der Einfluss der industriellen Tierhaltung auf den Klimawandel oder gesundheitliche Folgen von Fleischkonsum sind nur zwei Beispiele. Kritiker wären gut beraten sich umfassend mit der Thematik zu beschäftigen und nicht im Vertrauen auf eine Gesellschaft wie die DGE voreilige Schlüsse zu ziehen.

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