Sperrkreis für die Weltkriegsbomben-Entschärfung in der Potsdamer Innenstadt am Donnerstag (Quelle: rbb|24/Lokaler Editor)
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Sperrkreis am Donnerstag - Bombenentschärfung in Potsdam trifft 3.000 Anwohner

Erst vor rund einem Monat musste in der Potsdamer Innenstadt eine Weltkriegsbombe unschädlich gemacht werden - am Donnerstag kommen erneut Kampfmittel-Experten zum Einsatz. Und rund 3.000 Anwohner müssen ihre Wohnungen verlassen.

Eine 250 Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Montag in der Potsdamer Innenstadt gefunden worden. Der Blindgänger englischer Herkunft liege auf dem Gelände des ehemaligen Tramdepots in der Heinrich-Mann-Allee, teilte die Stadt Potsdam am Dienstag mit.

Entschärft werden soll die Bombe am Donnerstag. Um den Fundort wird dann ein Sperrkreis von rund 800 Metern eingerichtet. Etwa 3.000 Menschen, die innerhalb des Sperrkreises leben, müssen diesen bis 8 Uhr verlassen haben. 

Einschränkungen im Nahverkehr

Im Sperrgebiet befinden sich unter anderem die Brandenburger Staatskanzlei sowie mehrere Ministerien, Landesämter und die Bundespolizei. Außerdem sind zwei Pflegeheime, eine Einrichtung des betreuten Wohnens, ein Gymnasium und zwei  Kindertagesstätten betroffen.

Der Sperrkreis befindet sich innerhalb des Bereiches Friedrich-List-Straße, Nuthestraße, Horstweg, Waldstraße, Albert-Einstein-Straße und Hauptbahnhof. Sowohl der Hauptbahnhof als auch die Nuthestraße, Horstweg und Friedrich-List-Straße blieben für den Fahrzeugverkehr geöffnet, so die Stadt Potsdam. Auch der Bahnhof Babelsberg liegt außerhalb des Sperrkreises. Ein Teil der Gleisanlagen liege jedoch innerhalb des Kreises.

Einschränkungen wird es demnach bei Straßenbahn- und Buslinien sowie im Regional- und S-Bahnverkehr geben. 

Jede Störung soll angezeigt werden

Da es im Zusammenhang mit der Beseitigung von Weltkriegsbomben in der Vergangenheit immer wieder zu Störungen und Verzögerungen durch Passanten gekommen sei, kündigt die Stadt Potsdam an, "jede Störung bei der Evakuierung und Entschärfung zur Anzeige zu bringen beziehungsweise selbst Bußgeldverfahren einzuleiten" – und warnt: " Die Ordnungswidrigkeit kann mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geahndet werden."

Die Sprengung der letzten in Potsdam gefundenen Weltkriegsbombe Anfang August musste mehrmals verschoben werden. Nach Angaben der Stadt befanden sich Menschen im Sperrkreis, die ausfindig gemacht und aus der Gefahrenzone gebracht werden mussten. Auch bei einer Entschärfung im November vergangenen Jahres hatten mehrere Anwohner ihr Zuhause nicht freiwillig verlassen wollen.

Etwa 300 Helfer, darunter Feuerwehrleute und Polizisten sollen am Donnerstag im Einsatz sein, um den Sperrkreis zu räumen und abzusichern, so die Stadt. Entschärfen soll die Bombe Sprengmeister Mike Schwitzke. 

Immer wieder Bombenfunde nahe dem Hauptbahnhof

Für betroffene Anwohner steht während der Sperrung das Bürgerhaus Am Schlaatz, als Aufenthaltsort für Betroffene zur Verfügung. 

Der jetzt gefundene Blindgänger ist laut Stadt Nummer 191 seit 1990. 

Die Gegend nahe des Potsdamer Hauptbahnhofs war in den vergangenen Monaten immer wieder von den Folgen von Bombenfunden betroffen. Vor der Bombensprengung im August war dort im Juli eine 250-Kilo-Bombe entschärft worden. Die im November gefundene 250-Kilo-Bombe lag im Nuthepark am Hauptbahnhof. 

Sendung: Inforadio, 11.09.2018, 15:40 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Naja, stimmt nicht ganz. Die in der Bombenhülle befindlichen Sprengstoffe zersetzen sich und treten an verschiedenen Stellen aus der Bombe aus. Diese Ausschwitzungen werden sehr empfindlich auf Druck und Belastung. Dies kann mit der Zeit eine Selbstdetonation auslösen.

  2. 4.

    Mal eine Frage, wer bezahlt eigentlich die beruflichen Ausfälle? Ernst gemeinte Frage, weiß jemand etwas?

  3. 3.

    Solange der Zünder nicht auslöst passiert garnichts.
    Auf dem jetzigen Gelände war zu DDR-Zeiten das Strassenbahndepot wo jeden Tag die Strassenbahnen ein und ausfuhren
    Auf dem Gelände wo jetzt die Inwestitionsbank und der Hauptbahnhof ist war zu DDR-Zeiten ein Güterbahnhof und ein Abstellplatz des Güterkraftverkehr Potsdam, wo Kipper und Schwerlastfahrzeuge geparkt wurden.Meines wissens ist es nie zu einer Explosion gekommen.

  4. 2.

    Natürlich, auch wenn man lange genug wartet. Bei einer alten Bombe wird es halt immer gefährlicher- sie ist ja nicht wirklich defekt .

  5. 1.

    Können die Dinger auch von selbst hochgehen? Oder wenn ein LKW drüber fährt?

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