Gedenkkreuz am Tatort in Berlin-Pankow (Quelle: rbb/Albinsky)
Bild: rbb/Albinsky

Knapp fünf Monate nach der Tat - Junge Frau in Pankow erstickt: Mordanklage gegen 38-Jährigen

Ende Mai verließ eine 30-Jährige ihre Wohnung in Pankow, um in der Sonne zu baden. Wenig später wurde sie nach einer versuchten Vergewaltigung erstickt. Nun hat die Staatsanwaltschaft gegen einen 38-Jährigen Anklage wegen Mordes erhoben.

Knapp fünf Monate nach dem gewaltsamen Tod einer 30-Jährigen in Berlin ist gegen den mutmaßlichen Täter Anklage erhoben worden. Dem 38-Jährigen werden versuchte Vergewaltigung und Mord vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte.

Der Mann soll die Frau am 25. Mai in einem Park an den S-Bahngleisen in Pankow von hinten angegriffen haben, um sie zu vergewaltigen. Die Frau habe sich heftig gewehrt. Aus Angst vor Entdeckung soll der Angeklagte die junge Frau erstickt haben.

Ein Spaziergänger hatte die Leiche zwei Tage nach der Tat entdeckt.

Fall wurde in "Aktenzeichen XY" bundesweit bekannt

Kurz darauf veröffentlichten die Fahnder einen Aufruf und gaben bekannt, dass der mutmaßliche Täter eine braune Mütze getragen habe. Doch auch nach weiteren Ermittlungen ergaben sich offenbar noch keine konkreten Spuren. Knapp drei Wochen nach der Tat wurde der Fall in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY…ungelöst" thematisiert. Bei der Polizei gingen insgesamt mehr als 200 Hinweise ein.

Eine zentrale Rolle in dem Fall spielten jedoch keine Hinweise, sondern DNA-Spuren, die der Täter hinterließ. Denn die 30-Jährige wehrte sich und kratzte den Mann, wie die Polizei in einem Zeugenaufruf nach dem Fund der Leiche mitgeteilt hatte. Laut "B.Z." sicherte die Berliner Polizei diese DNA-Spuren unter den Fingelnägeln des Opfers und ließ sie europaweit abgleichen. So seien die Ermittler dem Tatverdächtigen auf die Spur gekommen.

Abgleich mit europäischen Datenbank führte zu dem Tatverdächtigen

Der Abgleich mit einer europäischen Datenbank ergab laut B.Z. einen Treffer in Spanien. Dort habe der 38-Jährige zwischen 2011 und 2013 mehrere Straftaten begangen. Er sei demnach wegen gewalttätigen Raubes, Einbruchs und Taschendiebstahls polizeibekannt gewesen, sein genetischer Fingerabdruck sei deshalb in der Datenbank gespeichert gewesen.

Anschließend erwirkten die Ermittlern einen Europäischen Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen. Anfang Juli 2018 wurde er dort von Zielfahndern festgenommen. Doch es dauerte rund anderthalb Monate, bis der Mann schließlich nach Deutschland ausgeliefert wurde - er hatte zuvor versucht, sich gerichtlich gegen die Auslieferung zu wehren. Der Widerspruch wurde von den spanischen Behörden abgelehnt.

Seither sitzt der Mann in Berlin in Untersuchungshaft, dort habe sich in Vernehmungen auch zur Tat eingelassen, wie die Staatsanwaltschaft mitgeteilt hatte. Weitere Ermittlungen schlossen sich an. Nun haben die Ermittler offenbar genug Material zusammen, um die Mordanklage zu erheben.

Ein Prozesstermin steht noch nicht fest. Zunächst entscheidet das Gericht darüber, ob die Anklage zugelassen wird.

Sendung: rbb24, 18.10.2018, 17 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Die erfolgreiche Zusammenarbeit aller involvierten Justizbehörden ist äußerst lobenswert.

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