Ein Hirsch auf einer viel befahrenen Straße in Berlin-Spandau (Quelle: Ronald Pelzer)
rbb|24 | 09.10.2018 | Bild: Ronald Pelzer

Tier unverletzt zurück - Hirsch büxt in Spandau aus und spaziert ins Havelland

Ick gloob, ick seh 'n Hirsch: Ein Sechszehnender ist am frühen Dienstagmorgen durch Berlin-Spandau gezogen und hat viele Passanten erstaunt zurückgelassen. Der Hirsch war aus einem Wildhege entlaufen - und hatte noch viel vor.

Ein Sechzehnender hat am Dienstagvormittag einen tierischen Einsatz der Berliner und Brandenburger Polizei verursacht. Der Hirsch war am frühen Morgen aus dem Wildgehege am Spandauer Forst entlaufen, wo in der Nacht widerrechtlich ein Tor geöffnet worden war, wie der Spandauer Revierförster Oliver Schuppert auf Nachfrage von rbb|24 erklärte.

Der Hirsch zog daraufhin von Spandau in Richtung Havelland - mangels eigener Spur auf dem Gehweg und Fahrradstreifen, später am Straßenrand auf der Bundesstraße 5.

Ausflug endet auf der Bundesstraße 5

Auf der B5 nahe Dallgow-Döberitz (Landkreis Havelland) wurde das Tier schließlich an der Abfahrt Sperlingshof betäubt und dann zehn Minuten später von der Abfahrt Dallgow aus unverletzt zurück nach Berlin gebracht.

Nachdem zahlreiche Verkehrsteilnehmer den Hirsch bereits durch Spandau ziehen sahen, hatte die Polizei Berlin dem Tier Geleit gegeben und die Brandenburger Kollegen informiert. Die Beamten folgten dem Tier mit Abstand, Revierförster Schuppert alarmierte den Tierarzt und die Polizei sperrte die Bundestraße für den Verkehr. Dem Veterinär gelang es schließlich, das Tier mit einem Betäubungspfeil zu treffen. Der Hirsch legte sich dann auf Höhe der Ausfahrt Dallgow schlafen und wurde durch einen Tiertransport geborgen.

Neben dem Tier wurden auch andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet. Die Polizei konnte gegen 9.50 Uhr die Bundesstraße wieder komplett für den Verkehr freigeben.

Allererster Ausflug in Freiheit für "Kroke"

Für den Hirsch war es der allererste Ausflug in Freiheit. Das Tier ist zehn Jahre alt und wuchs im Spandauer Forst auf, so Schuppert. Es würde von den Mitarbeitern "Kroke" genannt.

Wegen des aufgebrochenen Tores habe man bereits ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es handele sich um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz: "Da ist auch falsche Tierliebe im Spiel. Die Tiere sind hier nicht eingepfercht, sondern sie können sich auf 16 Hektar Fläche frei bewegen", sagte Schuppert über die vier Hirsche und neun Hirschkühe. "Das war auch das Glück: Kroke ist sehr zutraulich und hat auf unsere Verfolgung relativ vertraut reagiert ohne in Panik zu geraten." Nun sei das Tier wieder wohlauf und würde auch fleißig röhren - es ist Brunftzeit.

Sendung: Abendschau, 09.10.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Zelten mit Blick in den Himmel (Quelle: rbb/ Susanne Hakenjos)
rbb / Susanne Hakenjos

Zeltsurfen in Brandenburg - In fremden Gärten frei campen

Wild-Campen oder Biwakieren sind verboten. Outdoor-Fans finden aber Möglichkeiten, ihr Zelt legal und sogar kostenfrei auf fremden Grundstücken aufzuschlagen - über eine digitale Landkarte. Das findet immer mehr Unterstützer. Von Susanne Hakenjos