Das Unfallfahrzeug in der Helmholtzstraße in Berlin Charlottenburg. (Quelle: rbb/Bartsch)
Audio: radioBerlin 88,8 | 05.10.2018 | Michael Ernst | Bild: rbb/Bartsch

Berlin-Charlottenburg - Auto fährt in Menschengruppe: Fahrer hatte Krampfanfall

Vier Personen wurden verletzt, als ein Autofahrer am Freitag in Berlin-Charlottenburg in eine Gruppe von Menschen gefahren ist. Die Ursache für den Unfall sind laut Polizei gesundheitliche Probleme des Fahrers.

Ein Autofahrer hat am Freitag in Berlin-Charlottenburg die Kontrolle über sein Auto verloren und ist in eine Fußgängergruppe gefahren. Anschließend raste der weiße Audi A6 in ein Café und kam dort zum Stehen. Bei dem Unfall wurden mehrere Personen verletzt. 

Fahrer erlitt Krampfanfall

Wie die Polizei rbb|24 am Samstag bestätigte, führten gesundheitliche Probleme des Fahrers zum Unfall. Hinweise auf vorsätzliches Handeln gäbe es nicht. Der 29-Jährige habe offenbar einen Krampfanfall erlitten. Ursprünglich war die Polizei auch von einer Art Schwächeanfall, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall ausgegangen.

Der Vorfall ereignete sich am Mittag in der Helmholtzstraße. Bisherigen polizeilichen Erkenntnissen zufolge geriet der Audi gegen 12:30 Uhr in den Gegenverkehr, touchierte einen entgegenkommenden Skoda und fuhr schließlich auf den Gehweg auf der linken Seite. Er prallte gegen eine Hauswand sowie gegen einen parkenden Mercedes. Danach traf das Auto zwei 45 und 48 Jahre alte Männer, die auf der Terrasse eines Cafés saßen, sowie eine 50-jährige Mitarbeiterin des Lokals. Ein Begleiter der Männer konnte sich durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Anschließend kam der Audi zum Stehen.

Auto fährt in Menschengruppe und Hauswand

Feuerwehrleute mussten den Fahrer aus dem stark beschädigten Wagen befreien. Er kam ebenso wie die beiden verletzten Café-Besucher zur stationären Behandlungen in Krankenhäuser. Die Angestellte wurde zur Beobachtung in eine Klinik eingeliefert. Der 39-jährige Skoda-Fahrer wurde zudem ambulant behandelt.

Das Gebäude wurde stark beschädigt und musste vom Technischen Dienst der Feuerwehr abgesichert werden. Ein Statiker soll nun untersuchen, ob es abgestützt werden muss. Auf Fotos ist zu sehen, dass durch den Aufprall des Autos ganze Mauerstücke aus der Fassade herausgebrochen wurden. 

 

Die Helmholtzstraße ist wegen des Einsatzes voll gesperrt; auf der Cauerstraße staut sich bereits der Verkehr. Autofahrern wird geraten, den Bereich weiträumig zu umfahren

Helmholtzstraße während des Einsatzes gesperrt

Die Feuerwehr war mit 50 Leuten im Einsatz. Während der Rettungsarbeiten, der Unfallaufnahme sowie der Bergungs- und Aufräumarbeiten war die Helmholtzstraße zwischen Franklin- und Pascalstraße bis etwa 18 Uhr am Samstagabend gesperrt. Die weiteren Ermittlungen hat der Verkehrsermittlungsdienst der Polizei übernommen.

Sendung: Inforadio, 05.10.2018, 13:20 Uhr

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8 Kommentare

  1. 8.

    Kann vorkommen, ein Unfall ist schließlich immer nicht geplant, ein Un-Fall, der natürlich passieren KANN. Zur falschen Zeit am falschen Ort. Eben wie ein Dachziegel. Und wenn jemand motorisch angeschlagen ist, wegen urplötzlicher körperlicher Probleme, nutzt selbst eine 5 km/h Spielstraße nichts, da bei einem Krampf evtl. auf das Gas gedrückt wird anstatt auf die Bremse, eben Kontrollverlust.

  2. 7.

    Jeder Verkehrstote ist einer zu viel, darüber herrscht sicher Einigkeit. Und ich habe auch absolut nichts gegen Tempo 30 in Wohngebieten und Nebenstraßen. Auf Hauptverkehrsstraßen, wo der Verkehr ja ohnehin durch viele Ampeln geregelt ist und auch Fußgängern ein gefahrenarmes Überqueren der Straße möglich ist, sollte Tempo 50 beibehalten werden, im interesse eines zügigen Verkehrsflusses. Darüber hinaus brauchen wir einen pünktlichen und qualitativ hochwertigen ÖPNV mit dichten Taktzeiten, damit dessen Benutzung attraktiver ist.
    Im Übrigen hat man bei einem Krampfanfall absolut keine Möglichkeit mehr, auf Tempo und Richtung eines Fahrzeuges Einfluss zu nehmen. Es ist durchaus denkbar, dass der Fahrer bei einem epileptischen Anfall das Gaspedal erst mal so richtig durchtritt. Insofern ist dieser Unfall wohl leider nicht vermeidbar gewesen.

  3. 6.

    Doch, geringere Geschwindigkeiten reduzieren die Anzahl der im Verkehr getöteten, schwerverletzten und verletzten Menschen erheblich. Geschwindigkeitsreduzierungen sind ein sehr guter Weg, um unser aller Gesundheit zu schützen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt und Wohlstand zu fördern. Unnötige Unfälle verursachen zu viel Schmerz, Leid und Kosten. Abhilfe ist möglich. Tempo 30 ist ein Schritt auf dem Weg dahin.

  4. 4.

    Null Verkehrstote gibt es nur wenn alle zu Fuß gehen werden. Leider nicht mehr realisierbar, es sei denn wir gehen zurück auf Viehkarren, Pferdegespanne und Kuriere, die wie zu Griechenzeiten zu Fuß die Länder queren.
    Selbst Fahrradnutzer können tödlich verunfallen.

  5. 3.

    Bei dem 29 Jährigen sieht es eher nach einem Grand Male aus und nicht nach einem Herzinfarkt oder so. Mein Mitgefühl den verletzten.

  6. 1.

    Mein herzliches Beileid allen Angehörigen und Freund*innen des getöteten Radfahrers in Adlershof. Möge es den Verletzten vor dem Café bald besser gehen - von ganzem Herzen gute Besserung auch dem Autofahrer!
    Angesichts von täglich im Verkehr verletzten Fußgänger*innen und Radfahrer*innen hoffe ich weiterhin auf die baldige flächendeckende Einführung von Tempo 30 in Berlin, auch um dem Ziel Null Verkehrstote näher zu kommen.

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