Menschenmenge (Quelle: imago/Ralph Peters)
Video: Abendschau | 02.10.2018 | Bild: imago/Ralph Peters

Neue Einwohnerzahlen - Mehr als 3,7 Millionen Menschen leben in Berlin

Auch in diesem Jahr ist die Zahl der Einwohner von Berlin wieder gewachsen - das zeigen aktuelle Halbjahreszahlen vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Gestiegen ist dabei vor allem die Zahl der Menschen mit ausländischem Pass.

Die Einwohnerzahl Berlins hat sich auch in diesem Jahr vergrößert: In der Hauptstadt waren am 30. Juni dieses Jahres deutlich mehr als 3,7 Millionen Menschen gemeldet. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg nannte am Dienstag die Zahl von 3.723.914 mit Hauptwohnsitz in Berlin gemeldeten Menschen.

Dabei schwächte sich das Wachstum der Stadt etwas ab. Im ersten Halbjahr 2018 kamen etwa 12.000 Menschen dazu. Zuvor waren es seit 2011 jeweils zwischen 40.000 und 60.000 Menschen pro Jahr. Seit Ende 2011 wuchs die Hauptstadt so um 300.000 Menschen, die im Einwohnermelderegister erfasst wurden.

Deutlich mehr Menschen mit ausländischem Pass

Der Anstieg der Bevölkerungszahl ist vor allem Menschen mit einem ausländischen Pass zu verdanken. Die Zahl der deutschen Einwohner veränderte sich seit Längerem kaum und lag bei knapp drei Millionen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Berliner mit einem ausländischen Pass auf jetzt rund 725.000. Vor acht Jahren waren es noch 460.000.

Ziemlich genau jeder dritte Berliner (1,24 Millionen; 33,4 Prozent) hat einen sogenannten Migrationshintergrund, ist also entweder Ausländer oder Nachkomme von Einwanderern.

Die größte Gruppe unter den Einwanderern sind mit rund 179.000 Türken oder Berliner mit türkischer Herkunft. Etwa 142.000 Menschen haben arabischen Wurzeln, 137.000 Berliner kommen aus der ehemaligen Sowjetunion. 115.000 Menschen sind aus Polen oder haben polnische Eltern und 83.000 Männer und Frauen kommen aus einem der früheren jugoslawischen Staaten.

Die meisten Berliner zwischen 25 und 45 Jahren alt

Ein Blick in die Altersstatistik zeigt eine relativ junge Stadt. So hat die Altersgruppe der 25- bis 45-Jährigen den größten Anteil an der Gesamteinwohnerzahl. Rund 1.170.000 Menschen machen ein knappes Drittel aller Berliner aus. Rund 785.000 Berliner sind zwischen 45 und 60 Jahren alt - die zweitgrößte Altersgruppe.

Die Einwohnerzahlen sind dabei statistisch nie ganz eindeutig: Es gibt eine Dunkelziffer von Bewohnern, die nicht gemeldet sind, weil sie illegal in Deutschland leben, sich nur für einen begrenzten Zeitraum in der Stadt aufhalten oder eine Ummeldung vergessen haben. Anderseits verlassen Menschen die Stadt und melden sich nicht ab.

Das Amt für Statistik veröffentlicht regelmäßig zwei unterschiedliche Zahlen mit verschiedenen Quellen. Während die aktuellen Zahlen aus dem Einwohnermelderegister stammen, wurden vor einigen Wochen etwas niedrigere Zahlen bekannt gegeben, die aus der Bevölkerungsfortschreibung der letzten Volkszählung von 2011 beruhen.

Sendung: Inforadio, 02.10.2018, 15 Uhr

Kommentar

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20 Kommentare

  1. 19.

    Nur eine kleine statistische Anmerkung: In Berlin leben ohne Zweifel weit mehr (!) als 3,723 Millionen Menschen. Denn hier konnten nur die Personen gezählt werden, die mit Hauptwohnsitz in Berlin gemeldet sind. Die - aus welchen Gründen auch immer - NICHT GEMELDETEN sind hier nicht (!) erfasst. Wie hoch die "Dunkelziffer" der in Berlin lebenden, aber nicht gemeldeten Personen ist, kann jedoch nur geschätzt werden. Diese Dunkelziffer wird vermutlich erheblich höher sein als die Zahl der Personen, die Berlin verlassen und sich nicht abgemeldet haben.

  2. 18.

    Eigentlich waren schon längst 3,8 Mill. erwartet worden.
    Es ist nicht weit her mit der "super irgendwas" Attraktivität der "Möchte gern Weltstadt Berlin"...
    Vergessen ist, daß Berlin in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bei allen damaligen Problemen als echte Metropole über 4,2 Mill. Einwohner versammelte !!!
    Also nicht von Größe träumen, sondern das aktuell problematische Berlin lebenswert machen !!!

  3. 17.

    Sie dürfen nicht mögen, wen Sie wollen. Nur stellen Sie das nicht so dar, als ob das die Meinung der "Urberliner" wäre, was immer das auch genau ist.
    Sie mögen also Ökos nicht, Menschen anderer Kulturen nicht oder nur in für Sie überschaubaren Stückzahlen, Intellektuelle nicht, Hipster nicht. Hmm. Was mögen Sie eigentlich?
    Nele hat Recht. Ein Teil meiner Urgroßeltern kommt aus Polen. Wie ist das bei Ihnen? Was wäre Berlin ohne Flüchtlinge und andere Zugereiste? Ein Fischerdorf. Wäre das was für Sie?

  4. 15.

    Ja genau! :) Bis sich halt wieder raus stellt, dass sie sich massiv verzählt haben. (siehe letzten Census 2011). Was soll eigentlich mit dieser und ähnlichen Nachrichten bewirkt werden?? Den "Immo-Boom" weiter befeuern während der Leerstand langsam aber sicher mit London und Zürich konkurrieren kann?

    https://www.theguardian.com/society/2016/feb/21/tens-thousands-london-homes-deemed-long-term-vacant
    https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/wo-in-zuerich-am-meisten-wohnungen-leer-stehen/story/18159536

  5. 14.

    Nein, das geht nicht. Als Urberliner*in musst du schon wenigstens ein bisschen dümmlich und verschroben daher kommen. Sonst stimmen die Koordinaten für viele Mitmenschen einfach nicht.
    Es gibt sowieso so gut wie keine "Urberliner". Die Stadt ist ja erst vor gut 100 Jahren in der Größe, wie wir sie jetzt haben, entstanden. Noch die Genration meiner Großeltern ist - meist vom Land - nach Berlin gezogen. Daher haben die meisten Menschen in Berlin auch noch einen Bezug zu anderen Gegenden innerhalb oder außerhalb Deutschlands oder Europas.

  6. 13.

    Ich bin in Berlin geboren und lebe durchgehend in Berlin. Dann bin ich wohl Urberliner. Ich bin ökologisch orientiert. Dann bin ich pseudointellektuell. Häh? Geht's noch?

  7. 12.

    Ich bin gebürtige Westberlinerin, lebe 40 Jahre in dieser Stadt und überlege seit zwei, drei Jahren zum ersten Mal, meine geliebte Heimatstadt zu verlassen, weil sie sich immer mehr zum Negativen entwickelt. Das geht nicht nur mir so, auch in meinem Umfeld empfinden sehr viele so, eigentlich nahezu alle, mit denen ich darüber spreche. Es wird zu voll, zu dreckig, zu aggressiv, zu fremd. Infrastruktur, Behörden, ÖPNV, Wohnungsmarkt, Sicherheit kommen da nicht mehr hinterher. Es fühlt sich nicht mehr gut an, in der Stadt unterwegs zu sein. Traurige Entwicklung. Und nein, ich möchte nicht aufs Land oder in eine Kleinstadt ziehen!

  8. 11.

    Aus der Perspektive eines Zugezogenen: Man hört dauernd Berliner Dialekt! Und Englisch auch ja, eine schöne Mischung :)

  9. 10.

    Das Zahlenmaterial in "Einwohner in Berlin nach Altersgruppe" ist für die Darstellung in einem Balkendiagramm völlig ungeeignet. Das führt zu einer verfälschten Darstellung. Die Gruppe "unter 6" umfasst nur fünf Jahrgänge, die Gruppe "25-45" dagegen 20 Jahrgänge. Aussagekräftig wären Gruppen, die jeweils die gleiche Anzahl an Jahrgängen enthalten.

  10. 9.

    Multikulti mag den vielen Hipstern, Pseudointellektuellen Öko Personen gefallen, mir als Urberliner gefällts überhaupt nicht, es ist einfach Zu Viel!

  11. 8.

    Na da freut man sich ja als Berliner so richtee.... Habt ihr keene anderen schönen Orte jefunden? Musset Berlin sein? Also mir hats ohne den Zujewanderten besser jefallen.

  12. 7.

    Berlin wächst und in die Infrastruktur und Sicherheit wird nicht investiert.
    Einfach Spaß Gesellschaft

  13. 6.

    ick jehöre zu den 372.131
    in Berlin 1937 jeborn, uffjewachsen--ville erlebt--hoffentlich noch mehr-die letzten Jahre
    Aba : seit einiger Zeit macht det eigentlich keen Spass mehr so richtig------
    aus Neukölln in die doch sehr ruhige, grüne Gropiusstadt gezogen-nie bereut--
    Trotzdem : einheimisch fühle ick mir nich mehr-zu ville Fremdsprachen, die ick nich
    beherrsche, sind zu hören-----und seeeehr sichtbar----die 19,5 %

  14. 5.

    Niemand zwingt Sie in Berlin zu leben! Wenn Sie an die Wand gedrückt werden, befreien Sie sich und ziehen Sie nach Cottbus oder Sachsen.

  15. 4.

    Das Bevölkerungswachstum ist der Saldo aus Zuzug und Wegzug. Diese beiden Zahlen wären wichtig zu wissen. Ebenso braucht es Informationen über die soziale Lage / die Motivationen und Hintergründe der Menschen, die zu- bzw- wegziehen. Wieviele Menschen mussten wegen unbezahlbarer Mieten die Stadt verlassen? Wieviele Menschen kamen als Geflüchtete oder auf der Suche nach Arbeit? Wieviele der Zuziehenden sind in der Lage, in Berlin eine Wohnung zu mieten oder zu kaufen?
    Denn in diesen Zeiten wäre es ja wichtig, der Hetze von Rechtsaußen "Die Ausländer nehmen uns die Wohnungen weg" etwas Reales entgegenzusetzen und es nicht noch mit diesen unzureichenden Informationen zu befeuern.

  16. 3.

    Soll ick mir jetzt darüber freuen!? Sicher nicht.
    Berlin hat sich nicht zum Positiven entwickelt.

  17. 2.

    Und nen paar 100000 Berliner leben in Brandenburg. 1. Weil sie reich genug sind sich ein Haus in Speckgürtel zu kaufen 2. Weil sie zu arm sind um die Mieten in Berlin zu zahlen 3. Weil Berlin nur noch was für U40 jährige ist.

    Die Einwanderer in Berlin komnen heute übrigens aus Spanien, Großbritannien, Südamerika, evt. Frankreich. Junge Juppies und arbeitslose Spanier*innen. Auf jedenfall Menschen mit Ellenbogenmentalität - neoliberal halt.

  18. 1.

    Das die Einwohnerzahl in Berlin gestiegen sind dazu bedarf es eigendlich keiner Statistik dass bemerkt man im täglichen Leben, und das die Anzahl derer mit ausländischen Pass zugenommen hat merke ich tagtäglich. Ich , als sogenannte Urberlinerin fühle mich richtig an die Wand gedrückt.
    Berliner sind in der Minderzahl man hört alle möglichen Sprachen nur kein Berliner Dialekt. Uns wird es wohl eines Tages so gehen wie den Indianern die sind ja auch mit der Einwanderung nicht klargekommen und in Reserwarte gelandet.

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