Nachdem ein Polizist in Berlin-Tempelhof mit einem Messer angegriffen wurde, sichern die Ermittler am Tatort Spuren. (Quelle: rbb/Daniel Gäsche)
Video: rbb|24, TV News Kontor | 25.10.2018 | | Bild: rbb/Daniel Gäsche

Messerangriff in Berlin-Lichtenrade - Mutmaßlicher Fahrraddieb sticht auf Zivilpolizisten ein

Ein Polizist in Zivil erwischt auf dem Nachhauseweg einen mutmaßlichen Fahrraddieb und will ihn stellen. Daraufhin zückt der Dieb, offenbar unvermittelt, ein Messer. Die Gewerkschaft der Polizei zeigt sich schockiert über den Angriff.

Ein Polizist in Zivil ist am Mittwochabend in Berlin-Lichtenrade angegriffen und schwer verletzt worden. In der Nacht wurde der Mann notoperiert. Lebensgefahr bestehe bei ihm nicht, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. 

Angreifer soll sofort zugestochen haben

Der 44 Jahre alte Polizist sei am Mittwochabend gerade auf dem Weg nach Hause gewesen, als er am S-Bahnhof Schichauweg einen Mann bemerkt habe, der sich an seinem abgestellten Fahrrad zu schaffen gemacht habe. Daraufhin habe sich der Beamte als Polizist zu erkennen gegeben, um den Verdächtigen festzunehmen. "Der Mann zog daraufhin ein Messer und stach sofort zu", sagte der Sprecher.

Der Beamte sei zusammengebrochen und mit schweren Verletzungen an Rumpf und Beinen liegengeblieben. Das Opfer kam ins Krankenhaus, der Täter flüchtete. Die Polizei suchte den Angreifer mit einem Hubschrauber und Wärmebildkameras, konnte ihn aber nicht ausmachen. Möglicherweise konnten DNA-Spuren sichergestellt werden. Ob es Zeugen für den Vorfall gibt, stand zunächst nicht fest.

Fahrrad, das gestohlen werden sollte (Quelle: rbb/Morris Pudwell)
Das Fahrrad war an einem Verkehrsschild angeschlossen | Bild: rbb/Morris Pudwell

Polizisten sind zur Strafverfolgung verpflichtet

Benjamin Jendro, Berliner Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, teilte mit: "Wir sind schockiert über diese entsetzliche Tat. Wir hoffen, dass unser Kollege schnell wieder auf die Beine kommt und sein ehrenwerter Einsatz keine bleibenden Spuren hinterlässt." Jendro erinnerte daran, dass es die Berufung eines jeden Polizisten ist, Menschen in Not zu helfen und Kriminalität entgegenzuwirken, auch wenn sie wissen, wie gefährlich das für ihr eigenes Leben sein kann. Dies verdiene Anerkennung, so Jendro.

Polizeibeamte unterliegen dem Legalitätsprinzip. Das heißt, sie sind zur Strafverfolgung und -verhinderung verpflichtet. Das gilt auch dann, wenn sie privat unterwegs sind. In Gefahr müssen sie sich nicht begeben.

Sendung: Inforadio, 25.10.2018, 06.19 Uhr

Kommentar

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25 Kommentare

  1. 25.

    Von welchem Märchen sprechen Sie? Selbstverständlich nimmt die Gewaltkriminalität in Deutschland zu.

    Nö, es ist nicht normal, wenn ein Polizist bei einer Verhaftung lebensgefährlich verletzt wird. Wo leben Sie bitte? Mit was finden Sie sich ab?

    Im übrigen hätte der Kripobeamte normalerweise bewaffnet sein sollen, so wie es in anderen Bundesländern auch üblich, dass Polizisten ihre Dienstwaffe auch nach Dienstschluss mit sich führen. Völlig normal.

  2. 24.

    Die Frage war, weshalb die Nationalität eine Rolle spielen soll. Aber Sie gehen leider nur auf ein provokatives Beispiel ein und werden gleich persönlich, Erklären Sie doch, was die Nationalität des Täters wichtig sein soll.

  3. 21.

    Warum wird die Nationalität des Täters nicht
    bekannt gegeben?

  4. 20.

    Warum es keine Täterbeschreibung gibt, fragen Sie im Brüllton? Mal nachdenken. Hmm, es war dunkel, es ging schnell.

    Was hat Ihr Nachdenken dazu ergeben?

    Übrigens: Das war kein Krieg, daher gibt es auch keine Verwundeten, sondern "nur" einen Verletzten.

  5. 19.

    Vielen Dank für den Link. Auch wenn einige Aussagen tatsächlich schwammig sind, kann ich die sinkende Anzeigebereitschaft aus dem persönlichen Umfeld bestätigen, genau aus den im Artikel genannten Gründen. Ein Amtsgerichtschef hat sicher einen guten Überblick über die Kriminalitätsentwicklung. Die TeilnehmerInnenzahlen am Selbstverteidigungskurs und der Personalversammlung wird er auch beurteilen können.
    Ich hätte gern mal eine Erklärung, weshalb bei steter Verbesserung der Sicherheitslage und stark sinkender Verbrechenszahl bundesweit ALLE(!) größeren Parteien mehr Polizisten fordern. Lesen diese Leute nie eine Kriminalstatistik? Oder lesen sie die unfrisierte?

    Ergänzend:
    Der sächsische Ministerpräsident sprach vergangenen Monat von 1100(!) abzuschiebenden Mehrfach- und Intensivstraftätern (= der Spitze des Eisberges) allein in Sachsen (obwohl es früheren Medienberichten zufolge dort ja praktisch gar keine Ausländer gibt...). Aber das ist wahrscheinlich auch nur gefühlt.

  6. 18.

    Gute Genesung dem Beamten, möge ihm die Hilfe zukommen und die Zeit eingeräumt werden, die er zum Aufarbeiten dieses schrecklichen Vorfalls benötigt.

  7. 17.

    Ich hoffe, dieser Übergriff kommt auch auf die Liste der PENG-Politclowndenunziationsportal.

  8. 16.

    Ich bin schockiert, wohne in der Nähe ..fahre sehr oft mit der S-Bahn bis S-Schichauweg..
    WARUM GIBTS KEINE TÄTERBESCHREIBUNG???????

    Dem Verwundeten alles Gute und baldige Genesung!!

  9. 15.

    Lesen, verstehen, nachdenken! http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Wolting-Sicherheit-im-oeffentlichen-Raum-ist-schlechter-als-je-zuvor

  10. 14.

    Daß Sie so schlecht informiert sind, tut mir Leid. Die PKS 2017 ist den Speicherplatz nicht wert, den sie verbraucht. Warum, das erklärt Ihnen der Präsident des Amtsgerichtes Leipzig in der Leipziger Volkszeitung:
    http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Wolting-Sicherheit-im-oeffentlichen-Raum-ist-schlechter-als-je-zuvor

  11. 13.

    An Corinna (aktuell 11) und OZ (aktuell 2)
    Bitte lesen Sie den Bericht des RBB von vor wenigen Tagen zum "Leistungsstand" von Polizeischülern (konkret ging es dort um mangelhafte Kenntnisse in Deutsch und Verkehrsrecht) und überlegen Sie, ob Sie möchten, dass Ihnen diese Leute demnächst mit gezogener Waffe gegenüberstehen. Kriminellen gegenüber wäre das durchaus angebracht, aber es bekommt ja potentiell jeder mit diesen Leuten zu tun. Helfen würde meines Erachtens, wenn Kriminelle durch Inhaftierung ausreichend lang an Wiederholung und "Weiterentwicklung" gehindert würden. Das kann aber nicht die Polizei allein leisten.

  12. 12.

    Wie einfach es doch ist, immer alles auf den Staat abzuschieben. Der Staat sind wir alle - die ganze Gesellschaft, und die ist in den letzten Jahren nicht gerade herzlicher geworden. Ganz im Gegenteil...

  13. 11.

    Die "Karriere" beginnt als Einzeltäter mit einem Messer und endet als Familienunternehmen, das Geldtransporter mit der MP überfällt.

    Doch, auch ich wünsche mir mehr Amerikanisierung, was die Polizei angeht. Diese ist inzwischen einem Verhalten ausgesetzt, das wir nicht länger tolerieren, sondern unter harte Strafe stellen sollten.

    Die Polizei hat Nachwuchsprobleme? Kein Wunder. Wo steht die Gerichtsbarkeit und der Staat hinter dem Menschen (ja, Polizisten sind tatsächlich Menschen), der angegriffen, verletzt, bespuckt, bepöbelt wird. Zudem wollen die Couch-Potatoes so einen Beruf nicht.

  14. 10.

    Unter dem Oberbegriff Panorama sind solche Meldungen genau richtig untergebracht. Äähm, für mich klingt das nicht nach beschaulicher Bergwanderung. :-)

    Wiki sagt: Panorama, häufige Bezeichnung einer Nachrichten-Rubrik mit vermischten Themen,

  15. 9.

    „Die zunehmende Gewalt auf den Straßen“ ist ein Märchen, das die „Bild“ schon so lange erzählt, wie es sie gibt. Wäre es wahr, hätten wir hier mittlerweile Mordraten wie in Honduras. Rettungsdienste werden tatsächlich häufiger behindert oder angegriffen als früher. Aber dass Straftäter sich gewaltsam der Festnahme zu entziehen versuchen, ist nun wahrlich nichts Neues. Und woher sollte der Polizist in Zivil auf dem Nachhauseweg eine Dienstpistole haben?

    Dem Verwundeten wünsche ich alles Gute!

  16. 8.

    Vielleicht mal lieber die Ursachen angehen anstatt an den Symptomen herumzudoktern? Ich möchte keinen Polizeistaat. Früher war es auch nicht üblich, bei jeder Gelegenheit das Messer zu zücken. Ich verlange diese Verhältnisse zurück!

  17. 6.

    Schnelle, gründliche Genesungswünsche und viel Erfolg bei der Täterverhaftung. Ich meine, wer sich derart brutal und hinterhältig gegen einen Polizisten wendet, bedarf viel Bedenkzeit hinter Schloss und Riegel sowie der Möglichkeit, sämtliche Schadensersatzansprüche abzuarbeiten.

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