Ein Angeklagter im Gebäude des Berliner Landgericht (Symbolbild, Quelle: dpa, Paul Zinken))
Bild: dpa

Bandenkriminalität vor Gericht - Drei Jahre Haft für Betrug mit Ferienhäusern

Für seine Beteiligung an einer Serie von Betrügereien mit Urlaubsunterkünften ist ein 28-Jähriger vor dem Berliner Landgericht zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Der Angeklagte sei als Mitglied einer Bande an 71 Taten mit einem Schaden von rund 139.000 Euro beteiligt gewesen, begründeten die Richter am Mittwoch ihr Urteil. In den Schuldspruch gegen den geständigen Mann bezog die Kammer eine Vorstrafe wegen ähnlicher Betrugsfälle ein.

Dem Angeklagten zufolge ging der Hauptteil der Beute an Hintermänner

Die Gruppierung hatte laut Ermittlungen seit Januar 2016 über das  Internet unter anderem Villen auf Mallorca und am Gardasee zur Vermietung für Urlaubsaufenthalte angeboten, ohne Zugriff darauf zu haben. Die Geschädigten seien um die im Voraus verlangte Miete geprellt worden - im Einzelfall bis zu 3.100 Euro.

Der 28-Jährige gab zu, im Auftrag der Hintermänner das ergaunerte Geld nach Erhalt auf Konten ins Ausland verschoben zu haben. Dafür habe er von Dezember 2015 bis Ende 2016 von diesen Hintermännern 7.000 Euro erhalten. Die Drahtzieher seien im Hintergrund geblieben. An diesem Schwindel habe er sich beteiligt, weil er nach einer Pleite mit einem Autohandel mit rund 50.000 Euro verschuldet gewesen sei.

Weitere Bandenmitglieder bereits verurteilt

Zwei weitere Bandenmitglieder waren im November 2017 in Berlin zu Freiheitsstrafen von zwei beziehungsweise knapp drei Jahren verurteilt worden. Der nun Verurteilte wurde erst im Herbst 2017 in Spanien festgenommen. Wegen des Betrugs erhielt er dann im August 2018 in Mannheim eine Bewährungsstrafe. Die Staatsanwältin hatte nun eine Gesamtstrafe von vier Jahren und zehn Monaten Haft gefordert, der Verteidiger zweieinhalb Jahre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sendung: Inforadio, 10.10.2018, 17 Uhr

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