Ein Falschparker steht auf dem Busfahrstreifen
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Audio: radioBerlin 88,8 | 12.10.2018 | Anke Michel | Bild: imago/Jürgen Ritter

Von Montag an - BVG verteilt selbst Strafzettel an Falschparker in Berlin

"Nur mal kurz": Bushaltestellen oder auch Straßenbahnschienen werden immer wieder von haltenden Autofahrern blockiert. Bisher mussten BVG-Mitarbeiter in solchen Fällen auf die Polizei warten - künftig können sie selbst Strafzettel ausstellen.

Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) können an Falschparker, die Bushaltestellen, Sonderfahrstreifen oder Straßenbahngleise blockieren, ab Montag selbst Strafzettel verteilen. Bisher mussten sie dafür die Polizei herbeirufen.

Dazu hat die BVG eigens Strafzettel gedruckt, die mit dem Spruch "Sie haben Parkplatzprobleme? Fahren sie doch mal mit uns" einerseits und dem Bußgeld-relevanten Sachverhalt anderseits versehen sind.

Start am 15. Oktober

Zwar hätten, so die BVG in einer Pressemitteilung, Mitarbeiter in den vergangenen Jahren mehr als 8.700 Behinderungen allein des Busverkehrs durch falsch geparkte Autos festgestellt, doch anders als zuvor könnten sie jetzt selbst tätig werden. "Wir müssen nicht mehr auf die Polizei warten, sondern sind selbst vor Ort und machen die Fahrer auf ihr Fehlverhalten aufmerksam", sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz rbb|24.

BVG-Strafzettel für Autofahrer (Quelle: Berliner Verkehrsbetriebe)
So sollen die Strafzettel der BVG aussehen | Bild: Berliner Verkehrsbetriebe

Ab 15. Oktober würden Busspurbetreuer und Verkehrsmeister, die sowieso im Einsatz seien, gegen die entsprechenden Falschparker vorgehen. Dazu sei, so die Sprecherin, gemeinsam mit der Senatsverwaltung ein neues Verfahren abgestimmt worden.

"Unsere Leute wurden entsprechend ausgebildet und haben jetzt die Berechtigung, Strafzettel auszustellen". Reetz Angaben nach handele es sich derzeit um etwa 30 bis 40 Mitarbeiter, die im Einsatz seien.  

Nachdem die BVG mithilfe ihrer neuen Strafzettel eine Anzeige gegen den Halter des Wagens eingeleitet hat, wird die Einleitung eines etwaigen Bußgeldverfahrens von der Bußgeldstelle der Berliner Polizei übernommen.

BVG-Falschparker Sachverhalts-Feststellung (Quelle: Berliner Verkehrsbetriebe)
| Bild: Berliner Verkehrsbetriebe

Sendung: Abendschau, 12.10.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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39 Kommentare

  1. 39.

    Ich finde es gut. Wenn mir ständig jemand meine Arbeit unnötig schwerer gestalten würde, würd ich verrückt werden. Mal abgesehen das viele ältere Menschen es schon schwer genug haben ein umd aus zusteigen. Wenn die Fahrer dann nicht an ihre Haltestelle kommen ist das schade für solche Menschen.

  2. 38.

    Da sind Sie ja besonders schlau.
    In Wirklichkeit - und da ist sich die Verkehrsplanung einig - sorgt man mit kürzeren Fahrzeiten für den Pkw-Verkehr dafür, dass mehr Leute mit dem Pkw fahren. Und verlängerte Fahrzeiten für Bus und Bahn sorgen dafür, dass weniger Leute mit Bus und Bahn fahren und auf dem Pkw ausweichen.
    Ihre Position sorgt also nur für noch mehr Pkws auf den Straßen.

  3. 37.

    Auch die Fußgänger sollten solche Zettel bekommen und an Radfahrer verteilen, die ständig auf dem Troittoir fahren und Fußgänger dadurch in Lebensgefahr beringen. Auch (falsch) parkende Autofahrer tun das nicht !

  4. 36.

    Dürfte ziemlich schnell von Gerichten gekippt werden. Strafzettel bzw Bußgelder sind hoheitliche Aufgaben. Die BVG ist offiziell eine privatrechtliche Firma (wenn auch im Stadtbesitz).

  5. 35.

    Werde ,ich auch von der BVG geblitzt ,wenn ich noch schnell an dem Bus vorbei fahre ,weil der Busfahrer einfach in den fahrenden Verkehr zieht ! ? !

  6. 34.

    Busspuren tragen zu Staus und Abgasen durch unnötige Anfahrten bei. Weg damit für einen saubere Stadt.

  7. 33.

    "für eine offene und freie Gesellschaft" - Aha.

    Gilt das auch für Frauen und Mädchen, die sich in meinem Land frei bewegen wollen?

  8. 32.

    Also wenn ich mir die Situation vor so mancher Schule ansehe sind eher die Eltern die ihr Kind fast bis ins Klassenzimmer mit dem Auto bringen wollen das Problem.

  9. 31.

    Ich finde es sehr gut, wenn die BVG da Rechte bekommt. Die Rücksichtslosigkeit vieler Autofahrer ist wirklich kaum noch zu toppen (übrigens mal einen Blick auf den Fahrzeugführer werfen eröffnet interessante Erkenntnisse, WER so etwas macht).

    Ob die BVG aber deshalb besser wird? Ich bezweifele es. Da fallen Busse einfach aus (wiederholt beim 309er erlebt), der 200er kommt teilweise über 45 Minuten nicht (bei einem angeblichen 10-Minuten-Takt) oder der Busfahrer stellt den Motor ab und lässt alle Fahrgäste dumm rumsitzen. Warum? Weil seine Ablösung nicht kommt. Auf die Idee, mal eine diesbezügliche Durchsage zu machen, kommt er leider nicht.

    Für ein in Berlin eigentlich (!) in einer halben Stunde zu erreichendes Ziel muss man inzwischen mindestens 1,5 Std. einplanen.
    Diese Zeit werde ich in Zukunft wieder zur Parkplatzsuche verwenden. Da muss ich mich nicht ärgern, sitze bequem und sauber. Und nicht neben einem ohne Hinweis durch den Fahrer im Bus dönerfressenden Typen.

  10. 30.

    Eine sinnvolle richtig durchgeführte Selbstjustiz. PRIMA!!!
    Jetzt müsste man noch etwas gegen Rauchen an Haltestellen und gescvützten Grünanlagen einführen und unsere Stadt wird noch bisschen sauberer und ordentlicher.

  11. 29.

    Warum wollen Sie als Radfahrer Zettel verteilen, die im Namen der BVG auf einen Parkverstoss hinweisen?

    Zudem müssten die Radfahrer dafür analog den BVG-Mitarbeitern geschult werden. Da viele Radfahrer nichtmals die StVO absatzweise zu kenne scheinen, wäre das dann eine sehr sehr langwierige Veranstaltung. Ob die die Geduld hätten, die sich aus der StVO ergebenen Einschränkungen zu merken?

  12. 28.

    Das ist eine sehr sinnvolle neue Regung und entlastet durch das Delegieren einer hoheitlichen Aufgabe, die Polizei. An der wichtigen Stelle, wo es um die Ahndung und Abstrafung geht, ist dann wieder der Staat zuständig. Es gibt zu viele Behinderungen der Fahrspuren, besonders in Neukölln, Kreuzberg, Moabit und Wedding.

  13. 27.

    Due StVO gilt auch für den Lieferverkehr und die Handwerker. Die müssten einfach die ggf. längeren Laufwege in ihre Kalkulationen eibfliessen lassen.

  14. 26.

    Schön wäre auch, wenn die BVG die Haltestellen so DEUTLICH markiert, dass da keine Fahrräder angeschlossen werden, die beim Ein- und Aussteigen behindern. Zum Beispiel an den Haltestellenschildern (Pfosten) Hinweise "Fahrräder anschliessen NICHT gestattet, angeschlossene Fahrräder werden kostenpflichtig entfernt". Zum Teil halten die Busse dann mitten auf der Straße, um ein Aus- und Einsteigen zu ermöglichen, was vielen dort jedoch schwer fällt und oft auch gefährlich ist.
    Sehr gut, wenn die BVG mehr dafür sorgt, dass die Haltestellen auch zugänglich sind - vielerorts sind auch die Bushaltebuchten regelmäßig zugeparkt - sei es mangels Markierung auf der Straße oder zu dicht angelegter Parkplätze oder ...?!

  15. 25.

    Hoffentlich lässt die BVG noch mehr als nur die ca.30 Mitarbeiter ausbilden, weil die nicht ausreichen werden um alle die zu geparkten Busspuren und Haltestelle zu kontrollieren.
    Es ist höchste Zeit das Fehlverhalten im Straßenverkehr (StVO) besser kontrolliert und saktioniert wird.
    Die Rücksichtslosigkeit der Autofahrer gegenüber dem ÖNPV ist in Berlin grenzenlos. Hoffentlich ändert sich das jetzt jetzt langsam !

  16. 24.

    Sehr gut!
    Auch die Radfahrer sollten solche Zettel bekommen. Man kann nicht mehr auf den Radwegen fahren, weil die ständig von Autos blockiert sind.

  17. 23.

    Vielleicht könnte die BVG erst einmal dafür sorgen, den öffentlichen Nahverkehr einzuhalten. Permanente Ausfälle bei Bus und U-Bahn machen den täglichen Arbeitsweg unberechenbar. Anstatt die Mitarbeiter in betriebsfremden Aufgaben zu unterweisen, sollten diese lieber dem Nahverkehr zur Verfügung stehen. Einfach an Schwerpunkten r durch Polizei oder Ordnungsamt äumen lassen hätte mehr Lerneffekt!

  18. 22.

    Das sehe ich auch so.
    Denn würde so manch einer, der sich unter einseitiger Begleitung einschlägiger Medien "abgezockt" fühlt, irgendwann doch merken, dass er irgendwem gravierend im Wege stand. Per fahrbarem Untersatz. Genau an dieser Empfindung - dass es Nötigung der anderen ist - scheint es immer noch zu fehlen. Von daher: Befugt die davon Betroffenen.

  19. 21.

    Mehr Busse wie dieser und das Wildparken hätte schnell ein Ende:
    https://pbs.twimg.com/media/DIUmygyXoAE9u3O?format=jpg&name=orig

  20. 20.

    "Unsere Leute wurden entsprechend ausgebildet und haben jetzt die Berechtigung, Strafzettel auszustellen" @rbb Wie lange hat dieses "Ausbilden" denn gedauert? Könnte ein gutes Modell sein, um auch Schulwege von Falschparkern zu befreien. An jeder Grundschule zu Schuljahresbeginn 30 Eltern, die ihre Erstklässler zu Fuß begleiten, entsprechend ausbilden und mit Strafzetteln ausstatten. In Null Komma Nix wären sämtliche Fußgängerfurten morgens frei und die Straßen für alle Schüler sicherer zu überqueren. Bin dafür dieses vorbildliche Modellprojekt auf viele anderen Bereiche auszuweiten - auch auf Postzusteller & BSR Mitarbeiter*innen, die zu Fuß und mit Fahrzeugen unterwegs sind ...

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