Lange Warteschlangen vor den Eincheckschaltern in Terminal C am Flughafen Berlin-Tegel am 04.10.2018 (Foto: rbb/Gudrun Reuschel)
Audio: Inforadio | 04.10.2018 | Silke Mehring | Bild: rbb/Gudrun Reuschel

Technischer Defekt - Flughafen Tegel kriegt Gepäckabfertigung nicht in den Griff

Flugpassagiere am Berliner Flughafen Tegel mussten bei der Gepäckabfertigung am Donnerstag viel Geduld mitbringen: Im Terminal C1 war ein Röntgengerät ausgefallen. Es war nicht der erste Defekt. Die Beschwerden häufen sich schon seit Wochen.

Am Flughafen Berlin-Tegel gab es seit Donnerstagvormittag Probleme bei der Gepäckabfertigung in Terminal C1. Grund sei ein technischer Defekt, sagten die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) und die Bundespolizei rbb|24.

der Generator repariert werden kann oder ausgetauscht werden muss. 
ARCHIV - Check-in im Terminal C des Flughafens Berlin-Tegel bei Easy Jet (Foto: imago/Peter Sandbiller)
Passagiere in Tegel | Bild: imago/Peter Sandbiller

Generator an der Röntgenanlage defekt

Betroffen sei ein Generator an einer Röntgenanlage für das von Fluggästen aufgegebene Gepäck, sagte Bundespolizei-Sprecher Jens Schobranski. Seit dem frühen Nachmittag werde er ausgetauscht. Die sogenannte Röntgengepäckanlage stehe still. Bis zum Abend soll der Austausch abgeschlossen sein. Die Lebenszeit eines solchen Generators sei ein Jahr, alle sechs Monate würden sie kontrolliert.

Dennoch komme es hin und wieder vor, dass ein Gerät defekt sei. Die Anlage laufe mit hoher Auslastung, betonte Schobranski.

Flugverlegung und Personalaufstockung

Der Defekt sei gegen 9.30 Uhr aufgetreten, sagte Flughafen-Sprecher Daniel Tolksdorf. Daraufhin habe die Anlage nur noch mit verminderter Geschwindigkeit betrieben werden können. Um die Abfertigung in Terminal C1 zu entlasten, sollten Flüge nach C2 und C3 verlegt werden. Auch am Sperrgepäckschalter sei das Personal aufgestockt worden, damit auch dort Passagiere mit regulärem Gepäck einchecken können.

Die Maßnahmen würden aufrecht erhalten, bis die Anlage wieder in Betrieb gehen könne. Bereits am Nachmittag sei es nicht mehr so voll gewesen, sagte Tolksdorf in Bezug auf das Terminal C1. Im Flugverkehr komme es lediglich zu leichten Verspätungen. In jedem Fall gehe bei der Abfertigung die Sicherheit vor.

Vor allem Easyjet betroffen

Am Vormittag hatten sich an den Abfertigungsschaltern lange Schlangen gebildet. Vor allem die Billig-Airline Easyjet war betroffen. Dabei spiele vermutlich auch der Feiertag am gestrigen Mittwoch eine Rolle. Von Tumulten sei die Situation jedoch weit entfernt, so Tolksdorf am Mittag.  

Erst am Samstag Chaos

Erst am Samstag war das Terminal C am Flughafen Tegel überfüllt gewesen. Vor den Abfertigungsschaltern von Easyjet bildeten sich lange Schlangen. Die Flughafengesellschaft damit, dass Easyjet trotz hohen Passagieraufkommens nur vier Check-in-Schalter geöffnet hatte. Es sei eine "aufgehitzte Stimmung" entstanden.

Seit Wochen schon hagelt es Beschwerden, weil der an der Kapazitätsgrenze arbeitende Airport vor allem bei der Abfertigung aber auch nach der Landung von Flugzeugen kaum noch hinterherkommt. Der "Tagesspiegel" hatte zuletzt Beschwerden gesammelt über fehlende Rampenfahrer, nicht genug Einweiser für die Flugzeuge und große Verzögerungen, bis das Gepäck über die Bänder rollt.

Kommentar

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10 Kommentare

  1. 10.

    Niemand von den Profitgeiern übernimmt Mal Verantwortung und sagt " Leute, es geht nicht noch mehr". Aber nein, Kohle ist ja wichtiger......
    Ich kann mir in eine 1 Zimmer Wohnung auch keine 100 Gäste einladen. Das Ergebnis kann nur Chaos heissen.
    Es muss scheinbar erst wieder was passieren. Bisher hatte man Glück. Nichts weiter !!!

  2. 9.

    Die Mitarbeiter leisten bestimmt gute Arbeit. Aber Tegel ist und bleibt ein Flughafen der schon 2012 geschlossen werden sollte. Seitdem gibt es da nur eine Richtung.
    @ichmeinjanur : RRG ist Mitgesellschafter und hat damit Verantwortung.
    Für mich gibt es nur eine Lösung, Tegel schliessen. Es gibt ja auch Schönefeld und vielleicht wird dann die Luft in Berlin besser.

  3. 8.

    Blablabla.

    Haben Sie außer Polemik und allgemeinem Geplapper auch Lösungsvorschläge anzubieten?

    Nach meiner Ansicht verdient der Flughafen Tegel und alle dort arbeitenden (nicht die Schreibtischköpfe) Menschen allerhöchste Hochachtung, dass sie es trotz der großen - nicht von ihnen verursachten Widrigkeiten - schaffen, diesen Flughafen am Laufen zu halten.

    Aber der Deutsche/Berliner ist halt ein geborener Nörgler.

  4. 7.

    Wie ich sie kenne finden sie einen Dreh auch das noch RRG anzulasten. Ein Röntgengerät kann immer mal ausfallen, früher war vergleichbares auf Lager oder sogar redundant ausgelegt.

    Dank neoliberalen McWinsel Getue wird halt alles weggespart was nicht zur unmittelbaren Profitmaximierung taugt.

  5. 6.

    Eine journalistische Herausforderung für den rbb. Bringe sie mal ein Bericht, in dem Berlin nicht Schlusslicht ist oder kaputt gespart ist oder einfach runter gewirtschaftet ist. Aber jetzt nicht mit Kaninchenzucht oder sowas kommen.

  6. 5.

    Tegel sollte schon lange geschlossen sein und jetzt sollte man den Flughafen sofort schliessen.
    Bisher ist es nur die Gepäckkontrolle, was fällt als nächstes aus?
    Dieser Flughafen stellt einen Gefahr für Berlin da.
    Die Politik ist gefordert endlich Fakten zu schaffen !!!

  7. 4.

    Reibungslose Abwicklung setzt KapazitätsRESERVEN voraus - egal wo. Das kollidiert mit dem Effizienzvorstellungen der Betriebswirte. Ein Grund, den neoliberalen Mainstream infrage zu stellen.
    Ich selbst kenne mehrere Flugäste, die im August dieses Jahres in Tegel am Terminal A um eine Stunde auf ihr Gepäck warten mussten, welches die meiste Zeit auf dem Rollfeld stand. Offenbar konnten die Gepäckcrews gerade so die Gepäckräume leeren...
    Übrigens: Da sind wir nicht weit weg von zu wenig U-Bahn-Wagen und Grundeinkommen. Hoffe, es erkennen mehr Zusammenhänge!

  8. 3.

    Was soll man denn erwarten, wenn man für wenig Geld um die halbe Welt fliegen kann? Woher soll das Geld kommen, um Personal zu bezahlen und die technische Ausrüstung immer perfekt und sofort repariert zu haben?
    Ich hoffe, die Ausfälle schrecken ab und mehr Menschen überlegen, ob sie einfach mal so fliegen.

  9. 2.

    Achtung:
    Stark polemischer Inhalt, jedoch ohne jegliche Ironie.

    .
    Wenn es nach mir gehen würde könnte der Großteil der Luftfahrt in Bausch und Bogen eingestampft werden.
    - massive Umweltbelastung
    - keine Deckung der tatsächlichen Kosten durch die Flugtickets
    - (in den meisten Fällen) keinerlei Notwendigkeit
    - sogar finanziell (ungewollt und häufig nicht mal gewusst) noch gestützt durch diejenigen Menschen, die nicht einmal fliegen

    Die schönste Zeit war für mich persönlich diesbezüglich 2010, als nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull für wenigen Wochen die Luft (über Europa zumindest) frei von Flugzeugen war.

  10. 1.

    Sollte der Flughafen Tegel nicht schon längst geschlossen sein?

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