Symbolbild: Vermummte Fans von Hertha BSC bei einem Spiel 2016 (Quelle: Imago)
Video: Brandenburg aktuell | 12.10.2018 | Theresa Majerowitsch | Bild: imago sportfotodienst

Verdacht fällt auf Hertha-Fans - Hooligans verwüsten Kneipe in Potsdam

Hooligans haben ein Szene-Lokal in Potsdam angegriffen - ihrer Kleidung nach zu urteilen wohl Hertha-Fans - unmittelbar nach einem Testspiel. Der SV Babelsberg sagt dem Betreiber Hilfe zu und nimmt Hertha in Schutz. Der Bundesligist droht mit Ausschluss der Gewalttäter.

Eine Gruppe von Hooligans hat in der Nacht zu Freitag das linke Szene-Lokal "Nowawes" in Potsdam-Babelsberg angegriffen. Sie schlugen mit Stangen um sich und warfen Scheiben ein, berichtete ein Mitarbeiter des Lokals auf Nachfrage von rbb|24. Die Gäste hätten sich im Gebäude verbarrikadiert, eine Person sei durch eine von draußen geworfene Flasche verletzt worden.

Die Angreifer hätten zum Teil blau-weiße Masken und blau-weiße Fanutensilien getragen, so der Nowawes-Mitarbeiter. Es sei klar, so der Mann im Gespräch mit rbb|24, dass es sich um Fans von Hertha BSC gehandelt habe. Die Polizei wollte diese Information zunächst nicht bestätigen, es werde ermittelt.

Der Bundesligist hatte am Donnerstagabend ein Testspiel gegen den SV Babelsberg bestritten. Das Stadion des Regionalligisten ist nur wenige Minuten vom Lokal entfernt.

12.10.2018, Brandenburg, Potsdam: Der Eingang eines Lokals in Potsdam-Babelsberg ist mit einem Absperrband der Polizei gesichert. Eine Gruppe von Hooligans hat in der Nacht zum Freitag das Lokal in Potsdam-Babelsberg angegriffen (Quelle: dpa/Hirschberger)
Die Kneipe "Nowawes" in Potsdam-Babelsberg. | Bild: dpa/Hirschberger

Rivalität der Fanlager

Abgesichert wurde die Begegnung allerdings von einem Großaufgebot der Polizei mit Wasserwerfer, denn die Fans beider Vereine pflegen eine intensive Rivalität. Während des Spiels wurde ein Linienrichter aus dem Babelsberger Block mit einem Gegenstand beworfen.

Der Angriff auf das Nowawes ereignete sich laut Polizei kurz nach Mitternacht, mehrere Stunden nach Abpfiff der Partie. 14 Personen wurden festgenommen, wie ein Polizeisprecher dem rbb bestätigte. Sie befänden sich weiterhin in Gewahrsam. Die Polizei ermittelt gegen sie wegen schweren Landfriedensbruchs. Derzeit ist laut Polizei unklar, ob über die Verhafteten hinaus weitere Personen an dem Angriff beteiligt waren.

Die Hintergründe sind laut Polizei noch unklar, nach ersten Ermittlungen werde ein fremdenfeindliches Tatmotiv ausgeschlossen.

SV Babelsberg verurteilt die Tat - und nimmt Hertha in Schutz

Der SV Babelsberg 03 nahm die Nachricht vom Überfall auf das bei seinen Fans beliebte Lokal "mit grenzenlosem Bestürzen" auf. Man werde sich "noch heute" mit den Betroffenen in Verbindung setzen "um unsere Möglichkeiten zur Unterstützung auszumachen", so der Verein in einer Mitteilung.

Zugleich stellte sich der Potsdamer Club schützend vor die Hertha: Sollte es sich bei den Angreifern tatsächlich um Berliner Fans gehandelt haben, "steht diese abscheuliche Tat so dermaßen im Gegensatz zu dem, was wir handelnden Akteure in der Vorbereitung und Ausführung des Aufeinandertreffens miteinander erlebt haben".

Vor dem Spiel hatten beide Teams ein Zeichen "für Vielfalt und Toleranz in Berlin und Brandenburg" gesetzt und sich hinter einem Banner mit der Regenbogenfahne versammelt. Zudem wärmten sich die Hertha-Spieler in Trikots auf, die mit den Slogan "In Berlin kannst du alles sein - außer Rassist" bedruckt waren. Die Babelsberger trugen Shirts mit dem Motto "Nazis raus aus den Stadien". Nun teilte Babelsberg mit: "Der empfundene Respekt und die Achtung untereinander wären von den Angreifern mit Füßen getreten worden."

Hertha droht Gewalttätern mit Ausschluss

Am Abend äußerte sich auch der Berliner Klub auf seiner Webseite: "Ein solcher Vorfall ist in jedem Fall auf das Schärfste zu verurteilen", hieß es in einer Stellungnahme. Sollten sich die Vermutungen erhärten, dass der Angriff von Hertha-Anhängern verübt wurde, "werden wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um diese Gewalttäter bei Hertha BSC auszuschließen", drohte der Verein.

Sendung: Brandenburg aktuell, 12.10.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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8 Kommentare

  1. 8.

    Ich frage mich nur warum die Medien nicht mal langsam wach werden. Man hört ständig nur Mord und Totschlag und was weiß ich nicht alles. Man sollte doch einfach mal als Testphase über zwei oder drei Jahre sämtliche Strafttaten aus den Medien raushalten, dann gibt es auch keinen Anreiz mehr solche Dinge zu tun, bzw. garantiert auch viiel weniger Nachahmer. Ich versuch schon soweit es geht keine Nachrichten mehr zu lesen oder zu hören, was auf dieser Welt passiert ist doch nur noch grausam.

  2. 6.

    Das sind keine Fans, also muss man sie auch nicht so nennen. Es sind Gewalttäter, die sich nicht mal für den Sport interessieren. Haut euch doch bitte woanders die Köpfe ein.

  3. 4.

    Sterben solche Idioten denn nie aus??
    Sowas wollen "Sportfans" sein?

  4. 3.

    Hertha droht,was habe ich gelacht.

  5. 2.

    Ich war Augenzeuge und es waren mindestens 40 Angreifer. Das habe ich der Polizei heute morgen auch gesagt.

  6. 1.

    Scheiss Fussball und alles was damit zu tun hat!!

    Wer braucht diesen ganzen Mist überhaupt?!?

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