Nuriye, Holm, Kalle – wir bleiben alle! Für Uni von unten und Recht auf Stadt zur Mietendemo am 14.04.2018. (Quelle: imago)
Audio: radioBerlin 88,8 | 08.10.2018 | Ricardo Westphal | Bild: imago

Im Schnitt 390 Euro pro Wohnung - Berliner Studenten leiden unter steigenden Mieten

Für Studenten wird es immer schwieriger, eine bezahlbare Wohnungen zu finden. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hervor. Zu den besonders problematischen Städten zählt auch Berlin. 

Der Wohnungsmangel für Studierende wird immer gravierender. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln veröffentlichte am Montag Studienergebnisse, wonach die Zahl der Studenten seit 2010 um rund 28 Prozent stieg, in einigen Städten sogar um 40 Prozent. Gleichzeitig hinke der Wohnungsbau hinterher, um den Markt zu entspannen.

In Berlin zeigt sich diese Entwicklung mit am deutlichsten: Hier stiegen die Mieten für Studentenwohnungen innerhalb eines Jahres um 10 Prozent, heißt es in der Studie. Im Vergleich zum Jahr 2010 müssen Studierende in der Hauptstadt sogar über 67 Prozent mehr Miete zahlen.

390 Euro Miete im Schnitt in Berlin

Die Forscher betrachteten eine Musterwohnung von 30 Quadratmetern mit durchschnittlicher Ausstattung und guter Anbindung zur Uni. 

Mit 630 Euro im Schnitt bezahlen Studierende in München deutschlandweit am meisten, gefolgt von Frankfurt am Main mit 488 Euro monatlich. In Berlin werden durchschnittlich 390 Euro Miete bezahlt. Am günstigsten lässt es sich derzeit in Magdeburg wohnen. Dort verlangen Vermieter durchschnittlich 200 Euro. 

Zu wenig Wohnraum für Studenten gibt es in Berlin seit Jahren. Bereits 2013 hatte der damalige Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) versprochen, dass das Studentenwerk neue Plätze errichten soll. Ein Plan von 2015 sieht die Errichtung von Wohnungen für 5.000 Studenten bis 2020 durch die landeseigenen Wohnungsbauunternehmen vor. Wie der aktuelle Stand unter dem Strich aussieht, war zunächst nicht zu erfahren. Mehrere Projekte sind aber erst in der Vorbereitungsphase.

Engpässe seit Jahren - auch in Brandenburg

Das Studierendenwerk selbst baut gerade an zwei neuen Wohnheimen mit insgesamt mehr als 130 Plätzen: eines nahe dem Teufelsberg am Stadtrand und eines in der Nähe von Schloss Charlottenburg. Bezogen werden können die Heime voraussichtlich im Sommer 2019.

Auch in Potsdam ist es für Studenten in Potsdam schwierig, eine Wohnung zu finden. Laut einer Umfrage der Deutschen Presse Agentur gab es für die 2.860 eigenen Wohn- und Bettplätze in Potsdam, Brandenburg an der Havel und Wildau (Dahme-Spreewald) gut 3.000 Bewerber. Vor fünf Jahren waren es nur halb so viele.

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11 Kommentare

  1. 11.

    Ach Störenfrieda, was Sie wieder alles in meinen Beitrag hineinlesen wollen! Sicher ist der überwiegende Teil dieser jungen Leute fleißig und motiviert, das stellt keiner in Abrede. Es wird aber generell zum Problem, dass zu viele junge Menschen inzwischen in Berlin studieren wollen. Die Anzahl an Studenten steigt seit Jahren kontinuierlich, deutlich stärker als in anderen Unistädten. Dass dies in einer wachsenden Stadt, die ohnehin einen Mangel an Wohnraum hat, zu Problemen und steigenden Preisen führt, ist doch wohl logisch.
    In einem gebe ich Ihnen Recht: Es muss was getan werden, aber eben nicht nur für die Studenten sondern auch für alle anderen Wohnungssuchenden. Gerade bei kleinen, einfachen und preiswerten Wohnungen gibt es einen enormen Konkurrenzkampf zwischen vielen Gruppen, seien es Studenten, Wochenendpendler, Singles, Geringverdiener, Leistungsempfänger oder Geflüchtete. Alle haben ein begrenztes Budget, welches auf ein winziges innerstädtisches Angebot trifft.

  2. 10.

    Das altbekannte Problem. Anstatt die Probleme auf politischer Ebene zu klären, werden Feindbilder und Sozialneid bedient. Davon entstehen aber keine bezahlbaren Wohnungen, oder Gesetze die Mieter vor der Willkür von Investoren schützen. Solange nicht klar ist, dass diese Probleme nicht mit einfachen Antworten zu lösen sind, und im Gegenteil auch noch irgendwelchen Marktschreiern hinterher gerannt wird, die die Situation sogar noch negativ für die Mieter verschärfen würden, sehe ich schwarz für eine bevölkerungsfreundliche Lösung.

  3. 9.

    Sie scheinen ja voll drin in der Materie...Was Sie da so markig äußern hat nichts mit Studieren 2018 zu tun. Es hört sich bei vielen Kommentatoren an, als wenn Studenten lästige Störfaktoren seien, es handelt sich aber um fleißige und motivierte junge Leute, die eine Bleibe brauchen, um ihre Ausbildung machen zu können. Als zukünftige Stützen unserer Gesellschaft sollten sie gefördert und unterstützt werden.

  4. 8.

    Na ja, es gab noch eine dritte Variante: Das gute alte Kinderzimmer bei Muttern!
    Wenn immer mehr Menschen in Berlin studieren wollen, dann werden halt die bezahlbaren Studentenbuden knapp und damit teuer. Entweder hat man reiche Eltern oder muss eben nach Alternativen suchen. WG, Studentenwohnheim, Hotel Mama, JWD oder für Auswärtige heimatnäher studieren.

  5. 7.

    Das Wohnen am Stadtrand bringt Fahrtkosten und Wegezeiten mit sich.Ich gebe Ihnen recht. Für Studenten super zu bewältigen. Für Familien, die in Berlin berufstätig sind,sehe ich eine Verschlechterung der Lebensqualität, trotz des schönen Umfeldes.

  6. 6.

    Und Studenten fördern durch ständigen Umzug steigende Mieten. Warum ? Weil Vermieter jedesmal wenn jemand auszieht die Miete erhöht. Also ständiger Studenten und Künstlerwechsel in Neukölln = steigende Mieten und Verdrängung alter Mieter.

    Es fehlt ein Verbot bei Neuvermietund die Miete zu erhöhen und zwar für alle Wohnungen und Orte.

  7. 5.

    Bezahlbare Wohnungen für Studierende? Was ein Luxus! Zu meiner Studienzeit gab es lediglich die Auswahl zwischen einem WG Zimmer oder einem Zimmer im Studentenwohnheim.

  8. 4.

    Auch die "normalen"Berliner leiden unter ständigen Mieten.

  9. 3.

    Hallo Marion,
    warum sind Sie der Meinung, dass Wohnraum für Studierende weniger wichtig sei, als Wohnraum für Berufstätige?

    Mir fällt es schwer, hier eine klare Priorisierung zu begründen. Grundsätzlich sollte für ausreichend Wohnraum für alle gesorgt werden. Wobei es natürlich utopisch ist, langfristig in Berlin bei stetig steigender Nachfrage genügend günstigen Wohnraum für alle bereitzustellen. Schließlich hat die Stadt nur eine begrenzte Fläche und damit auch nur ein begrenztes Potential für neue Wohnungen.

    In meinen Augen müsste auch dafür gesorgt werden, dass Leben auf dem Land wieder attraktiver wird. Auf der einen Seite haben wir eine Landflucht, auf der anderen eine Überstädtung.
    Dies kann aber nicht durch das Land Berlin alleine bewerkstelligt werden. Hier müsste Berlin mit anderen Bundesländern zusammenarbeiten.

  10. 2.

    Mein Verständnis für diese Problematik hält sich in Grenzen. Priorität bei der Wohnungssuche im bezahlbaren 1-2 Zimmerbereich sollten Senioren und Alleinstehende haben. Wichtig wäre auch, dass
    Berufstätige finanziebaren Wohnraum bekämen und die Vergaberichtlinien für den WBS etwas weitreichender gestaltet würden.

  11. 1.

    Teufelsberg am Stadtrand? Ich würde das als zentral bezeichnen. Mit dem Rad bin ich in zehn Minuten am Ernst Reuter Platz

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