Archivbild - Ein Polizist fährt während der Aktion der Bundespolizei gegen Waffen und Gewalt in Bahnhöfen am 23.06.2018 am Bahnhof Berlin Alexanderplatz eine Rolltreppe herunter (Bild: imago/Olaf Selchow)
Audio: radioBerlin 88.8 | 31.10.2018 | Michael Ernst | Bild: imago/Olaf Selchow

Nachts an Wochenenden - Waffenverbot an Berliner Bahnhöfen wird ausgeweitet

Ende Juni waren Waffen an bestimmten Bahnhöfen in Berlin verboten - auf die Nächte an einem Wochenende beschränkt. Die Bundespolizei will diesen Test nun ausweiten: Schon ab Freitagabend soll das Verbot an den Wochenenden wieder gelten. Und dann für drei Monate.

Die Bundespolizei Berlin will drei Monate lang das Mitführen von gefährlichen Werkzeugen, die auch als Waffen gebraucht werden könnten, an bestimmten Bahnhöfen zu bestimmten Zeiten verbieten. Wie sie am Mittwoch mitteilte, soll das Verbot von November 2018 bis Januar 2019 in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag jeweils von 20 bis 6 Uhr gelten. Es kommt damit schon am kommenden Freitagabend zum Tragen.

Das Verbot soll auf dem Streckenabschnitt zwischen den Bahnhöfen Zoologischer Garten und Lichtenberg gelten - in allen Zügen des S-Bahn-, Regional- und Fernverkehrs sowie an allen Bahnhöfen auf dem Abschnitt. "Wir haben dort vermehrt Gewaltdelikte von jungen Erwachsenen festgestellt, oft unter Alkoholeinfluss", sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Beamte kontrollieren stichprobenartig

Beamte der Bundespolizei sollen die Einhaltung des sogenannten Waffenverbots kontrollieren. Allerdings werden die Einsatzkräfte keine "Vollkontrollen" durchführen, wie der Sprecher der Bundespolizei Berlin, Matthias Lehmann, rbb|24 sagte. Demnach werden nur Stichproben durchgeführt. Wie viele Beamte dabei jeweils zum Einsatz kommen, wollte Lehmann nicht sagen. Bei Verstößen können die Einsatzkräfte die Gegenstände einziehen und ein Zwangsgeld festsetzen.

Das Mitführen von Waffen ist zwar in den meisten Fällen ohnehin verboten. Mit der aktuellen Verordnung will die Bundespolizei aber auch gegen "gefährliche Werkzeuge" wie Schraubenzieher, Messer, die nicht unter das Waffengesetz fallen, Beile oder auch Baseballschläger vorgehen, die grundsätzlich erlaubt sind. Um das Verbot durchzusetzen, wird eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen. Als Grund nannte die Bundespolizeidirektion Berlin, dass sich die Anzahl festgestellter Gewaltdelikte auf Bahnanlagen "seit Jahren auf anhaltend hohem Niveau" bewege.

Messer, Reizgas, Schlaggegenstände

Mit der aktuellen Aktion erweitert die Bundespolizei einen Test, den sie Ende Juni durchgeführt hatte. Damals galt das Verbot an den Nächten eines Wochenendes, allerdings auf dem etwas kürzeren Streckenabschnitt von Alexanderplatz bis Lichtenberg. Damals stellten die Polizisten 91 Straftaten fest. 24 Verstoße gegen das Waffenverbot wurden registriert, noch häufiger allerdings Verstoße gegen das Betäubungsmittelgesetz (61).

180 Bundespolizisten kamen an dem Wochenende nach Polizeiangaben zusätzlich zum Einsatz. Sie griffen unter anderem auch fünf vermisste Kinder und Jugendliche auf.

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9 Kommentare

  1. 8.

    Waffenverbot nur an Berliner Bahnhöfen? Sonst darf man in Berlin voll bewaffnet herumspazieren?

  2. 6.

    Waffenverbot? Werkzeugverbot! Ein Schraubenzieher oder Beil sind doch keine Waffen. Es sind Werkzeuge, die als Waffe missbraucht werden können. Waffen sind per Definition Gegenstände, die nicht nur geeignet, sondern auch bestimmt sind, Schaden anzurichten. Dass ich in der S-Bahn keinen Schraubenzieher mehr in meinem Rucksack transportieren dürfen soll, ist ja wohl völlig absurd. Eine Pfanne kann auch als Waffe missbraucht werden....genauso wie ein Krückstock. Diese Aktion der Polizei geht entschieden zu weit!

  3. 4.

    Werden damit sämliche Erlaubnisse des Kleinen Waffenscheins in diesen Bereichen außer Kraft gesetzt? https://de.wikipedia.org/wiki/Kleiner_Waffenschein

  4. 3.

    Reine Unterstellungen in allem was Sie hier vorbringen. Wenn Sie der Ansicht sind nur so ihr Messerbesteck zu fraglicher Zeit durch die Gegend transportieren zu müssen, entgegne ich Ihnen, zum Handy greifen um den Kumpel anzurufen, der mich dann eben mal wo abholt mit dem Auto. Genauso sehe ich auch kein Problem, wenn jemand sein „Handwerkzeug“ dabei hat und dies auch Bestätigen kann. Womit haben Sie ein Problem? Erst muß wieder ein dramatisches Unglück vielleicht noch mit Todesfolge passieren, bevor bei Ihnen auch mal die Lampen angehen? Deshalb hoffe ich, meinen Sie Ihren letzten Satz auch wirklich ernst.

  5. 2.

    Was Sie nicht alles am Wochenende tun. Ich benutze Messer auch nur um damit Gutes zu tun. Denn ich bin ein Guter Mensch. Die Bösen sind immer die anderen. Allerdings ist Ihnen zuzugeben, dass man als "schutzlose Frau" einen Frauenbonus hat und sein Pfefferspray und sogar Messer (?) behalten darf. So war das jedenfalls bei der letzten derartigen Aktion der Bundespolizei. Denn "schutzlose Frauen" sind ja per se Gute Menschen und würden nie jemanden aufgrund seines Aussehens falsch verdächtigen. Die Bösen sind immer die anderen.

  6. 1.

    Danke für den Hinweis. Wenn ich am Wochenende zu jemandem zum Kochen fahre (natürlich mit eigenem Messer) oder um handwerkliche Tätigkeiten (Hammer) auszuüben, darf ich also nicht die Stadtbahn nutzen, weil da unsere Bundespolizei "Schutz der Bürger" vortäuschen will. Wobei man das Operationsgebiet dieser Ordnungshüter vielleicht sowieso meiden sollte, denn wer weiß, was die alles als "Schlaggegenstand" betrachten, wenn ihnen gerade danach ist (große Taschen? Schuhe mit dicken Sohlen? Wasserflaschen?).

    Aber was tut man nicht alles für die Sicherheit.

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