Symbolfoto: Menschen auf vertrockneter Wiese (Quelle: dpa/Christoph Hardt)
Bild: dpa/Geisler-Fotopres

Monatelange Dürre - Als das Wetter das Regnen verlernte

Was die Natur bräuchte, das wissen wir schon seit dem Frühsommer: ergiebige Regenfälle. Doch die blieben im letzten Halbjahr in Berlin und Brandenburg weitgehend aus. Und so wird es wohl vorerst auch bleiben. Die Folgen sind so vielfältig wie dramatisch.

Um sich zu regenerieren, bräuchte die Natur vor allem eins: Regen. Und zwar in ausreichender Menge. Doch die Chancen dafür stehen vorerst weiterhin schlecht. "Es sieht derzeit gar nicht gut aus für Regen", sagte Meteogroup-Meteorologe Christian Schubert rbb|24 am Montag in Bezug auf die Region Berlin/Brandenburg.

Zwar könne es gegen Ende dieser und auch in der nächsten Woche durchaus Regen geben, doch vermutlich eher sporadisch und ohne nennenswerten Niederschlag. Die Trockenheit, so Schubert, werde sich also auch in dieser Woche fortsetzen. Und weil im letzten Halbjahr insgesamt die Niederschläge in Berlin und Brandenburg weitgehend ausgeblieben seien, fügte er hinzu: "Ich würde das schon als Dürre bezeichnen."

"Ich würde das schon als Dürre bezeichnen"

In Berlin sind nach den Angaben Schuberts für das gesamte Jahr 2018 bislang nur 300 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen (gemessen in Berlin-Dahlem). Zwar fehlten für eine abschließende Bilanz noch mehr als zwei Monate, dennoch lasse sich an der Zahl schon ablesen, dass es sich um wirklich wenig Niederschlag handele. Normal seien für die Region Berlin und Brandenburg etwa 590 Liter pro Quadratmeter, so der Meteorologe. Ausnahmejahre gab es aber immer wieder: In der Vergangenheit wurden 1911 für das ganze Jahr nur 382 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen, im Rekordregenjahr 2017 waren es (jeweils in Dahlem) 854 Liter.

Ob für das Jahr 2018 noch "Normalwerte" zusammenkommen können, ließ Schubert offen. "Alles kann passieren", sagte er. Wenn sich ein "mächtiges Regentief" festsetze, könnten in ein paar Tagen leicht 50 bis 100 Liter pro Quadratmeter dazu kommen.

Das sind einige Folgen der Dürre 2018

Am Donnerstag kommen die Normaltemperaturen

Zwar zeigten die noch nicht verlässlichen Prognosen für die übernächste Woche, dass uns häufiger Tiefdruckausläufer vom Atlantik erreichten, das schlüge sich aber eher in den sinkenden Temperaturen als in flächendeckenden Regenfällen nieder. Bei dann nur noch Temperaturen um teils 13 Grad handele es sich um die Normaltemperaturen für diese Jahreszeit, so Schubert. "Bis Donnerstag bleibt es um die 20 Grad, dann geht es temperaturmäßig abwärts".

Sendung: Inforadio, 15.10.2018, 16 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Prinzessinengärten. (Quelle: rbb/Annika Klügel)
rbb/Annika Klügel

Prinzessinnengarten Kollektiv zieht um - Säen, um zu bleiben

Die Prinzessinnengärten am Moritzplatz in Kreuzberg sind das bekannteste Urban-Gardening-Projekt Berlins. Jetzt zieht ein Teil der Truppe auf einen Friedhof in Neukölln um. Wie lange es am Moritzplatz noch weitergeht, bleibt ungewiss. Von Annika Klügel