Ein alter Heizkörper. (Quelle: dpa/Alex Hinds)
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Heizungsmonteure ausgebucht - Es wird wieder geheizt - aber nicht überall

Pullover statt T-Shirt - daran haben wir uns inzwischen gewöhnt. Der Dreh am Heizungsregler fühlt sich dagegen noch neu an und wird von Zweifeln begleitet: Ist die Heizung überhaupt schon an oder lässt mich mein Vermieter frieren?

Gesetzliche Regelungen über die Dauer der Heizperiode gibt es nicht. Es kommt in erster Linie auf die vertragliche Vereinbarung an. Wenn die fehlt, hat das Landgericht Düsseldorf als Heizperiode allgemein die Zeit vom 1. Oktober bis 30. April festgelegt.

Aber auch außerhalb dieses Zeitraums müssen Mieter nicht frieren: Der Vermieter muss spätestens dann heizen, wenn die Zimmertemperatur tagsüber auch nur zeitweise unter 18 Grad sinkt und absehbar ist, dass die kalte Witterung länger als ein bis zwei Tage anhält, sagt ein Urteil des Landgerichts Kassel. 

Probleme bei der Gewobag

Wenn Ihre Heizung trotzdem noch nicht funktioniert, sind Sie vielleicht Mieter bei der Gewobag: Seit dem 1. Oktober sollten eigentlich sämtliche Heizungsanlagen der Wohnungsbaugesellschaft laufen, tun sie aber nicht. Pressesprecherin Josiette Honnef räumt Probleme ein: Einige Heizungen müssten noch gewartet werden und es gebe einen Mangel an Arbeitskräften. Innerhalb der laufenden Woche will die Gewobag das Problem lösen. Damit bis dahin niemand frieren muss, gebe es als Übergangslösung Radiatoren für die Mieter.

Es geht aber auch anders: Die Mieter der Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land werden schon seit Mitte September gewärmt. Die Heizungen werden zentral gesteuert und gehen in Betrieb, wenn die Außentemperatur an drei aufeinanderfolgenden Tagen weniger als 18 Grad beträgt.

Heizungsreparatur mit Wartezeit

Wer jetzt erst einen Defekt seiner Heizung bemerkt, sollte sich warme Decken besorgen. Beim Handwerksbetrieb Frank König GmbH aus Berlin-Friedrichshain wartet man zurzeit bis Anfang November auf einen Termin: "Wir sind komplett ausgebucht, schon seit zwei Wochen", antwortet der leicht gestresste, aber freundliche Mann am Telefon.

Fragen und Antworten

  • Wie ist geregelt, wann die Heizperiode beginnt und endet?

  • Wie warm sollte die Heizung eingestellt sein?

  • Wie können sich Mieter wehren, wenn die Heizung kalt bleibt?

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Ja, das Callcenter von Fletwerk (Dienstleister für die gesamte Technik) war schon etwas überfordert, am 4. Oktober durfte ich 22 Min. Warteschleife "genießen".
    Ansonsten hatte man uns zugesagt, dass die Heizungen in den Monaten VOR der Heizperiode überprüft und gewartet werden - das Ergebnis sehen wir jetzt.
    Und auf die Radiatoren für 296 Wohnungen im Hochhausblock warte ich auch gespannt
    https://mieterbeirat10409.wordpress.com/2018/10/03/heizperiode/

  2. 5.

    Momentan beträgt die Temperatur im Wohnbereich 18,1°C, Tendenz weiter fallend. Dazu kommt noch, dass wenn ich morgens um 06 Uhr duschen möchte, auch nur lauwarmes Wasser aus der Leitung kommt.
    Es ist wirklich unzumutbar!
    Hauptsache die Gewobag hat es geschafft, Anfang September ein Mieterhöhungsverlangen aufzusetzen... statt sich mal um die Heizungsanlage zu kümmern.
    Da freut man sich nicht auf sein Zuhause sondern da freut man sich, dass man morgens auf Arbeit gehen kann, da ist es wenigstens warm!

  3. 4.

    Noch im vorigen Jahr versicherte den Mietern die Tochtergesellschaft Gewobag ED (Energiedienstleister), dass man die Heizungsanlagen nun rechtzeitig prüfen werde, damit keine Ausfälle auftreten bzw. damit Schäden vor Beginn der Heizperiode behoben werden können.
    Das Ergebnis können wir nun bei 18 - 19°C in den Wohnräumen erleben.
    Ich rate zu Mietminderungen bei allen betroffenen Mietern, nur herbe Einnahmeverluste werden die Vermieter zum Umdenken zwingen können.

  4. 3.

    Ich kann das bestätigen. Seit anderthalb Wochen fällt die Temperatur in meiner Wohnung, mittlerweile auf 15 Grad. Die Gewobag reagierte auf eine Mail mit einer Standardantwort, dass die Heizungen bis zum 08.10.2018 laufen werden. Anrufen lohnt nicht, man landet nur in einem Callcenter.
    Im Frühjahr schafften sie es nicht, die Heizungen abzuschalten, in Altbauwohnungen liegen meterweise Heizrohre über dem Putz, sodass wir im Mai knapp 30 Grad in der Wohnung hatten.
    Für mich unbegreiflich, da wir Fernwärme aus einem Heizkraftwerk beziehen. Was ist also das Problem?
    Die Verantwortlichen erreicht man nicht. Fragen per Mail werden nicht beantwortet.

  5. 2.

    Ja der 1. Oktober kommt immer überraschend wie Weihnachten und Neujahr ja auch.
    Warum wartet man nicht im Sommer die Heizungen??
    Schlafmützigkeit kann man das nennen.

  6. 1.

    Na, da kann man ja auch nicht mit rechnen, daß es Ende Septemper kalt wird. Selbst der 1. Oktober wäre zu spät gewesen, da war es schon eine Woche eiskalt in den Wohnungen. Vom 2. Oktober bei Außentemperaturen von 3°C - 11°C ganz zu schweigen. Über die Radiatoren wurden die Mieter nicht informiert, dies lese ich gerade zum ersten mal. Telefonisch war die GEWOBAG diese Woche nicht zu erreichen, da hing man nur in der Warteschleife.

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