Symbolbild: Babys liegen nebeneinander auf der Neugeborenenstation im Krankenhaus in ihren Bettchen. (Quelle: dpa/Waltraud Grubitzsch)
Audio: Antenne Brandenburg | 30.11.2018 | Bild: dpa/Waltraud Grubitzsch

Bevölkerungsberechnung für Brandenburg - Boom in Potsdam, Schwund auf dem Land

Brandenburg wächst - aber nicht mehr lange. Bereits in drei Jahren soll die Einwohnerzahl im Land sinken. Betroffen sind vor allem ländliche Regionen: Einige Landkreise werden bis 2030 mehr als zehn Prozent ihrer Einwohner verlieren. Potsdam bleibt die große Ausnahme. 

Potsdam wächst bis 2030 weiter rasant, ländliche Regionen in Brandenburg müssen dagegen nach wie vor einen erheblichen Bevölkerungsschwund hinnehmen. Das geht aus einer Berechnung hervor, die das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag in Potsdam vorgestellt hat. 

Demnach wird Brandenburgs Bevölkerungswachstum voraussichtlich nicht mehr lange anhalten. Nach acht Wachstumsjahren rechnen Statistiker ab dem Jahr 2021 erstmals mit einem Rückgang: von insgesamt 2,5 Millionen auf 2,45 Millionen Menschen im Jahr 2030. Von der Rekordzahl der 20.934 Neugeborenen in Brandenburg im Jahr 2016 und gefühlten Zuzugzahlen dürfe man sich nicht blenden lassen, sagten die Statistiker. 

Potsdam-Boom hält an

Laut Berechnung wird die Zahl der Geburten bis 2030 auf 16.000 Neugeborene pro Jahr sinken, während die Zahl der Sterbefälle auf 36.000 pro Jahr steigt. Zu dem 2030er Geburtendefizit von 20.000 kommt eine angenommen Halbierung des Wanderungsgewinns auf 10.000 Menschen.

Ausreißer in der Statistik ist Potsdam: Nach dem Bevölkerungsboom der vergangenen Jahre ist noch immer kein Ende des Wachstums in Sicht. Allein in den nächsten zwölf Jahren wächst die Stadt wahrscheinlich um ein Viertel, von derzeit 178.000 auf 218.000 Einwohner. In den kreisfreien Städten Frankfurt (Oder) und Cottbus bleibt der Bevölkerungsstand hingegen stabil. Die Landkreise Potsdam-Mittelmark, Havelland und Dahme-Spreewald, die an Berlin grenzen, könnten einen moderaten Zuzug verzeichnen. 

Schwund auf dem Land

Einen kräftigen Rückgang prognostizieren die Demografen vor allem den ländlichen Regionen Brandenburgs. Die Kreise Prignitz und Uckermark im Norden, sowie Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und Elbe-Elster im Süden sollen jeweils zehn bis 13 Prozent ihrer Einwohner verlieren - insgesamt rund 68.000 Menschen. 

Was genau die Menschen aus ländlichen Regionen nach Potsdam und andere Regionen ziehe, wurde bei der Berechnung nicht erhoben. Deutlich wird aus den Zahlen aber, dass in den schrumpfenden Landkreisen immer weniger junge Menschen leben - und die Sterberate deutlich über der Geburtenrate liegt. Die großen Unterschiede zwischen dem Speckgürtel Berlins und dem Land werden auch in Zukunft die Entwicklung Brandenburgs prägen. 

Sendung: Inforadio, 29.11.2018, 14 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

1 Kommentar

  1. 1.

    Dafür steigen ganz der Maxime des Landwirtschaftsministers Vogelsänger. flächendeckende Landwirtschaft, womit er Intensivtierhaltungen meint und wem das nicht als Fluchtmotiv reicht dem stellt er noch ein paar Windräder vors Haus, schön nach Süden ausgerichtet das der auch was von hat. Ach ich habe die Biogasanlagen fast vergessen mit ihren exorbitant imitierenden Schwerlastverkehr ganz im Sinne des Klimaschutzes. Da kommt wieder der alte Reichsbahner durch, "wer nichts weis und wer nichts kann, der fängt bei Post und Reichsbahn an", alter Ost-Spruch ,warn gar nicht so blöd.

Das könnte Sie auch interessieren

Adventskalendergrafik zum 14. Dezember mit einem Ziehbrunnen aus dem 14. Jahrhundert (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 14. Tür: Hoch das Wasser

Nur der Experte erkennt, wenn ein Brunnen richtig alt ist. Alle anderen sehen nur: Hier gabs wohl mal Wasser. In Spandau steht Berlins ältester Ziehbrunnen. Berechtigt ist hier allerdings die Frage: aha, und nun?